ZUG DER ERINNERUNG

EINE SEITE VON THEODOR FREY

Zur offiziellen Internetseite des Vereins "Zug der Erinnerung e.V."

27. April 2009     Hauptbahnhof München, Fügelbahnhof Nord, Gleis 35

Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
und Schirmherr der Ausstellung im Gespräch mit Hildegard Hamm-Brücher (*1921)



Die Worte von Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der
Juden in Deutschland, wurden von der Zeitzeugin, Margot Kleinberger, verlesen.



Hugo Höllenreiner, Angehöriger der Sinti und  Zeitzeuge, 
schilderte seine Erlebnisse

 

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch das Streichquintett 
des Luisen-Gymnasiums München mit einem Haydn Divertimento begleitet.

 

 

EIN EINZELSCHICKSAL

Gabriele Schwarz * 24.05.1937 in Markt Oberdorf im Allgäu

Dieses Schicksal bewegte mich sehr, da das Mädchen in meiner Allgäuer Heimat lebte
und von München - Berg am Laim nach Auschwitz deportiert wurde.

"Geboren und katholisch getauft wird sie am 24. Mai 1937 in Marktoberdorf. Ihre Mutter Charlotte Eckart ist Jüdin. Wer der Vater ist, ist unklar. Einige Quellen sprechen von einem deutschen Gestapo-Mann, andere von einem Schweizer oder Liechtensteiner «Arier». Einen Monat nach der Geburt gibt sie den Säugling wegen seiner jüdischer Wurzeln in die Obhut der Bauersfamilie Aichele, die sie über deren Verwandtschaft kennt. «Sie hat in dem abgelegenen Stiefenhofen offenbar einen sicheren Ort vermutet», meint Ortsheimatpfleger Georg King.

Gabriele Schwarz wird vom damaligen Dorflehrer Johann Pletzer, einem strafversetzten Sozialisten, der sich ebenfalls sehr um das Mädchen kümmert, als «ein selten schönes, liebenswertes und begabtes Kind» beschrieben. Ihre Kindheit verläuft unbeschwert, bis sie 1939 erstmals den Pflegeeltern genommen werden soll. Dies kann glücklicherweise verhindert werden, doch die Aicheles sind fortan vorsichtiger. Die für Gabriele zugeteilten Lebensmittelmarken, die mit einem «J» für «Jüdin» gekennzeichnet sind, lösen die Pflegeeltern nicht ein, um nicht aufzufallen.

Vergeblich. Am 13. Februar 1943 dringt der Holocaust in das etwa 800 Einwohner zählende Dorf im vermeintlich so beschaulichen Westallgäu ein. Gabriele wird von der Gestapo abgeholt. Ausschlaggebend dafür war offenbar ein Hinweis des damaligen Bürgermeisters. Gabriele wird zunächst in einem Münchner Sammellager untergebracht. Ihr Pflegevater Josef Aichele - er wird 1952 Ehrenbürger der Gemeinde - will das Mädchen nicht kampflos aufgeben. Zusammen mit ihrem Vormund, dem Rechtsanwalt Dr. Ludwig Dreyfuß, späterer Bürgermeister von Augsburg, fährt er nach München, spricht bei höchsten Stellen vor und versucht sie aus den Klauen der Nazis zu befreien. Er dringt sogar bis zu ihr vor und kann sie durch das Schlüsselloch mit anderen Kindern spielen sehen.

Doch der verzweifelte Rettungsversuch scheitert. Die fünfjährige Gabriele wird in Auschwitz ermordet.

Nachdem Pfarrer Herbert Mader die Geschichte im Heimatbuch niederschreibt, sorgt das Gedenken - oder besser gesagt die Frage nach der Art und Weise - für Aufsehen. Eine Handvoll Männer aus Nachbargemeinden verlangt einige Jahre später eine Gedenktafel in der Kirche. Die Stiefenhofener fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt und weisen diese Forderung zurück. «Die Entscheidung dazu trifft einzig und allein die Gemeinde Stiefenhofen mit ihren Bürgern», schreibt Bürgermeister Anton Wolf 1994 in einem Leserbrief zu dem Thema, über das zahlreiche Medien berichten. Die Wogen sind mittlerweile geglättet. In der Stiefenhofener Pestkapelle erinnert ein Bildnis an Gabriele, ebenso das alljährliche Pestkapellenfest des Männerchores und zahlreiche historische Werke.

Vergessen wird Gabriele Schwarz ohnehin von niemandem, der je von ihr gehört oder über sie gelesen hat. Ein Schicksal, das erschreckt und berührt zugleich. Regisseur Leo Hiemer, dessen Mutter die kleine Gabriele selbst gekannt hatte, ergeht es nicht anders. Nach aufwendiger Recherche verfilmt er den Stoff 1983 unter dem Titel «Leni... muss fort». Der Film, ausgezeichnet mit dem Prädikat «besonders wertvoll», wird am morgigen Sonntag um 19.30 Uhr im Scheidegger Pilgerzentrum gezeigt. Zuvor findet in der Auferstehungskirche eine ökumenische Andacht (19 Uhr) anlässlich des 70. Jahrestages der Reichskristallnacht statt, in der am 9. November 1938 die Synagogen in Deutschland in Flammen aufgingen. Eingebunden in die Andacht ist das Läuten der Glocken als Gedenkläuten."

Quelle: Das Allgäu Online

 

Gedenktafel in der Spinnerkapelle in Oberstaufen,17. Jahrh.,
"erbaut von dem fleißigen Spinner Mahler,
erneuert 1890 von Kustermann, renoviert 1979"

In München - Berg am Laim, befand sich in der Clemens-August-Straße 9 das Judenlager




 
  Spielfilm von Leo Hiemer

 1937 

"
Kurz nach ihrer Geburt kommt Leni zu Pflegeeltern auf einen Einödhof im Allgäu. Die Aibeles, beide nicht mehr jung, sind kinderlos. Die Bäuerin Alwina findet sich bald in die ungewohnte Mutterrolle. Langsam schließt auch der alte Aibele das Kind in sein Herz und spätes Glück kommt ins Haus. Doch der übereifrige Bürgermeister des Dorfes bekommt heraus, dass mit dem Kind 'abstammungsmäßig' etwas nicht stimmt. Leni ist zwar getauft, doch da die Mutter Jüdin ist, gilt sie nach der herrschenden Nazi-Ideologie als nicht 'reinrassig'. Das Unheil ist nicht mehr aufzuhalten. Ausgerechnet am Heiligabend kommt der Gemeindediener mit dem Brief des Bürgermeisters. Die Nazimaschinerie läuft auch im letzten Winkel Deutschlands wie geschmiert. Denunzianten, Mitläufer, Bürokraten, Obrigkeitshörige gibt es überall. Und Priester und Nonnen sind nicht tapferer als andere. Leni "muss fort" heißt der Film im Untertitel, fort - nach Auschwitz. Keiner kann es verhindern, auch nicht der liebevoll bemühte alte Aibele und der aufrechte Dorflehrer."

 

Aus der Festschrift: 
175 Jahre
Barmherzige Schwestern in Bayern - 1832 bis 2007 
(S. 183 ff.)

"Anlässlich der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 notierte die Mutterhauschronistin: 'Eine schlimme
Judenverfolgung begann. Es war grausam,
als bestimmte Leute nachts durch die Sendlingerstraße fuhren,
mit großen Ziegelsteinen
die Schaufenster demolierten und die Läden ausraubten, wie sie unbescholtene
Geschäftsleute festnahmen, die Stoffe herauswarfen und mitnahmen. Dazu musste man schweigen,
wenn man nicht nach Dachau kommen wollte. Wie es in Dachau
aussah? Man konnte es ahnen,
weil doch manches durchdrang; aber man kann sich
wohl kaum die Wirklichkeit vorstellen.'

Durch die Errichtung der „Heimanlage für Juden in Berg am Laim“, die vom 21. Juli 1941 bis zum 1. März 1943 bestand und nichts anderes war als ein Sammellager für Juden vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager, wurden die Barmherzigen Schwestern nun in ihrem eigenen Kloster hautnah mit dem größten Verbrechen der Nationalsozialisten, dem Holocaust an den Juden, konfrontiert. Den Schwestern war von der Gestapo strikte Geheimhaltung auferlegt worden. Nicht zuletzt hatten die Nationalsozialisten das Kloster wegen seiner abgeschiedenen Lage ausgesucht. Die Öffentlichkeit sollte davon nicht allzu viel mitbekommen.

Das Noviziatsgebäude in Berg am Laim in den 1960er Jahren. Hier befand sich von 1941 bis 1943 die Heimanlage für Juden.

Sicher, die Situation in Berg am Laim war nicht mit Dachau oder den zukünftigen Bestimmungsorten der Lagerinsassen vergleichbar. Es war um einiges humaner als das große Münchner Sammellager in Milbertshofen und noch ein einigermaßen erträglicher „Vorhof“ zur Hölle. Allerdings waren statt der im Vertrag vereinbarten 170 Personen zeitweise bis zu 320 Menschen in der „Heimanlage“ einquartiert. Durch diese Überbelegung wurde es auch im ursprünglich sehr geräumigen neuen Schwesternhaus schnell bedrückend eng. Wie in Milbertshofen verlangte die Gestapo, dass die Jüdische Gemeinde selbst für die Finanzierung des Heims und die Verwaltung des Lagers sorgte.  . . .  Die klösterliche Idylle wurde zudem von der Angst der Heiminsassen vor ihrer ungewissen Zukunft überschattet. Mancher Bewohner war so verzweifelt, dass er Selbstmord beging. . . .

Obwohl den Schwestern strikt verboten war, mehr als den für den organisatorischen Ablauf nötigen Umgang mit den Heimbewohnern zu pflegen, und sie sich einer ständigen Beobachtung ausgesetzt sahen, ließen sie es sich nicht nehmen, ihren jüdischen Mitbewohnern menschliche Anteilnahme zu zeigen. . . . Diese mussten nun als Juden in der Öffentlichkeit den Judenstern tragen und durften, trotz ihrer häufig sehr langen Arbeitswege, keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. . . . Bei der ersten Deportation Münchner Juden am 20. November 1941 wurden 1000 Menschen, davon etwa 85 aus dem Heim in Berg am Laim, in Züge gepfercht, und Richtung Riga transportiert. Wie man heute weiß, wurde der Zug, da Riga auf so viele Deportierte nicht vorbereitet war, stattdessen ins litauische Kaunas umgeleitet. Hier hatten deutsche Spezialeinheiten bereits seit Sommer 1941 Tausende litauischer Juden erschossen. Auch die 1000 Münchner Juden wurden schon zwei Tage nach ihrer Ankunft von einem deutschen SS-Einsatzkommando erschossen. "

Seit 1987 erinnert als Mahnmal ein großer Stein, der das erhalten gebliebene Eingangsportal
des in den 1970ern
abgerissenen Gebäudes versperrt, an die NS-Vergangenheit.
Die Inschrift des
Steins ist ein Zitat aus dem Buch von Else Behrend-Rosenfeld:

„Wieviel leichter
ist es, unter denen zu sein, die Unrecht erleiden, als unter denen, die Unrecht tun.“
Als Mahnung und Erinnerung an das
Sammellager für jüdische Bürger in den
Jahren 1941 – 1943.

 

 

 

Die Liste der Namen, die München zugeordnet werden konnten, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie basiert auf dem Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945“ (Bundesarchiv Koblenz, 2006).

Offensichtlich ergeben sich in der Liste Doppelnennung ( Fleischer, Sami und  Fleischer, Samuel  sowie Hene, Günter und Günther, Hene  sowie einige unrichtige Geburtsorte. So dürfte mit München-Gladbach wahrscheinlich München gemeint sein.Die Namen von Kindern und Jugendlichen anderer Opfergruppen sind in dieser Liste nicht enthalten.
Hier zu den deportierten Kinder und Jugendlichen aus München nach dem Gedenkbuch des Bundesarchivs . . .

 

Abeles, Walter

 *01.01.1927 in München

Abraham, Ruth

* 16.04.1936 in Hamburg

Adler, Elisabeth

* 22.02.1935 in München

Adler, Rafael

* 01.11.1925 in München

Alexander, Gert

* 23.10.1932 in München Gladbach ?

Alster, Alfred

* 10.07.1930 in München

Alster, Jakob

* 06.06.1929 in München

Altmann, Mark

* 22.07.1939 in München

Baumann, Sofie

* 31.03.1935 in Lahr

Beer,
Kurt

* 15.06.1925 in München

Bender, Johanna

* 21.05.1927 in München

Bensinger, Renate

* 28.07.1928 in Kehl

Berger, Esther

* 11.06.1929 in München

Berger, Henni

* 17.12.1930 in München

Berkowicz, Samuel

* 14.07.1926 in München Gladbach ?

Bick,
Heinz

* 30.12.1934 in München

Block, Gertrud

* 28.10.1927 in Prutting (Niedernburg)

Block, Johannes

* 23.11.1928 in Prutting

Bock,
Erika

* 03.09.1930 in München

Bohrer, Maxi

* 07.04.1930 in München

Brenner, Helmut

* 11.04.1933 in München

Brückner, Walter

* 18.10.1926 in München

Brüll, Friedrich

* 00.00.1940 in München

Buxbaum, Johanna

* 30.04.1925 in München

Cahn,
Judis

* 09.08.1940 in München

Cohen,
Fritz
* 10.06.1929 in Dinslaken

Cohen, Rosel

* 20.07.1925 in Dinslaken

Durst,
Fritz

* 15.05.1928 in München

Durst,
Paul 

* 26.08.1931 in München

Einstein, Ruben

* 28.06.1939 in München

Eisfeld, Josef

* 16.03.1937 in Ansbach

Epstein, Anita

* 05.01.1926 in München

Eskeles, Senta

* 04.10.1925 in Zweibrücken

Falk,
Alice

* 07.04.1926 in Ichenhausen

Fellheimer, Lore

* 20.02.1929 in München

Fenichel, Josef

* 18.09.1932 in München

Flank, Albert

* 24.12.1934 in München

Flank, Benno

* 13.06.1933 in München

Fleischer, Sami

* 13.10.1939 in München

Fleischer, Samuel

* 13.10.1939 in München

Frank,
Karl

* 18.06.1925 in Würzburg

Freimann, Max

* 06.04.1926 in Ingolstadt

Frenkel, Günther

* 13.09.1927 in Jüchen

Frenkel, Herbert

* 21.04.1929 in Jüchen)

Fuldauer, Adolf

* 27.09.1929 in Nürnberg

Fuldauer, Ludwig

* 14.01.1936 in Treuchtlingen

Fuldauer, Max

* 30.08.1932 in Treuchtlingen

Gaber, Merry

* 29.08.1930 in Dresden

Gittler, Julius

* 11.06.1927 in München

Gold, Siegfried

* 26.09.1926 in München

Greif, Alfred

* 03.08.1929 in München

Grünbaum, Miriam

* 08.01.1939 in München

Grünewald, Denny

* 29.12.1939 in München Gladbach ?

Grünsein, Karola

* 31.07.1927 in München

Gugenheim, Gertrud

* 05.02.1925 in München

Günther, Hene

* 19.09.1927 in München Gladbach ?

Gunz,
Eva

* 03.12.1929 in München

Gutmann, Ruth

* 24.06.1925 in Nürnberg

Guttentag, Artur

* 13.09.1925 in München

Güttner, Ruth

* 22.03.1927 in München

Heilbronn, Kurt

* 06.04.1927 in Erfurt

Heller,
Fritz

* 19.01.1927 in Ichenhausen

Hellmann, Heinz

* 02.09.1934 in München

Hene, Günter

* 19.09.1927 in München Gladbach ?

Herz,
Josef

* 09.07.1926 in Treuchtlingen

Herz,
Max

* 02.05.1928 in Treuchtlingen

Herzberger, Werner

* 01.03.1925 in München Gladbach ?

Hess, Günther

* 11.05.1929 in München

Hess,
Hans

* 27.04.1927 in München

Heufeld, Rolf

* 20.09.1932 in München

Heymann, Gideon

* 16.02.1939 in München

Heymann, Ilse

* 15.04.1927 in München Gladbach ?

Heymann, Karla

* 29.05.1931 in München Gladbach ?

Heynemann, Walter

* 01.02.1933 in München

Hirsch,
Eva

* 23.10.1929 in München

Holzer, Edith

* 12.08.1926 in München

Honold, Rosemarie

* 21.02.1932 in München

Hülsmann, Irma

* 15.04.1928 in München Gladbach ?

Isaak, Manfred

* 23.01.1926 in Hamburg

Kahn, Gerhard

* 01.05.1925 in Karlsruhe

Kahn,
Hans

* 01.06.1927 in Würzburg

Kahn, Manfred

* 19.06.1926 in Memmels-
dorf i. Mfr.

Kalter, Lilian

* 16.01.1939 in München

Kaphan, Kurt

* 27.12.1925 in München

Kasztan, Gad

* 28.10.1938 in München

Kiesler, Fritz

* 14.04.1936 in München

Kiesler, Jeannette

* 07.06.1934 in München

Kiesler, Rachel

* 17.03.1940 in München

Kissinger, Albert

* 19.02.1931 in München

Kissinger, Manfred

* 27.03.1932 in München

Kluger, Edith

* 30.04.1930 in München

Kluger, Manfred

* 04.08.1934 in München

Koppel, Annemarie

 * 26.04.1925 in München

Koppel, Hans

* 09.01.1936 in München

Koppel, Judis

* 25.08.1939 in München

Koppel, Ruth

* 11.08.1937 in München

Korn, Manfred

* 08.03.1932 in München

Kremer, Dorothea

* 07.09.1935 in München Gladbach ?

Kremer, Inge

* 21.06.1931 in München Gladbach ?

Kupfer, Erich

* 30.06.1929 in Kattowitz

Kupfer,
Kurt

* 17.04.1931 in Schliersee

Levi,
Alfred

* 03.11.1934 in München

Levi, Joachim

* 24.12.1936 in München Gladbach ?

Lewin, Hans

* 15.09.1935 in München

Lewin,
Ilse

* 12.12.1926 in München

Lewin, Michael

* 21.06.1938 in München

Liebermann, Ernst

* 06.07.1926 in Altenkunstadt)

Liebermann, Mina

* 02.04.1933 in München

Löwenthal, Inge

* 17.05.1926 in München

)

Luttinger, Lea * 14.05.1930 in München

Luttinger, Max * 05.05.1937 in München

Mandelbaum, Kurt * 19.11.1925 in München

Marx, Gert * 21.05.1932 in Augsburg

Marx, Joel * 30.01.1939 in München

Mayer, Edith

* 17.02.1925 in München Gladbach ?

Mayer, Liesel

* 29.11.1926 in München Gladbach ?

Mazewski, Jozef

* 10.07.1927 in München Gladbach ?

Mazewski, Ruth

* 27.08.1930 in München Gladbach ?

Meerowitz, Elfriede

* 09.11.1930 in München

Meerowitz, Gisela (* 14.01.1925 in München)

Meyer, Lieselotte

* 21.04.1938 in München Gladbach ?

Meyer, Rahel

* 13.03.1940 in München Gladbach ?

Mittereder, Erna

* 20.04.1925 in München

Neuburger, Hella

* 30.03.1926 in Nürnberg

Neuhaus, Heinz

* 12.07.1925 in München Gladbach ?

Neumann, Jost

* 03.09.1925 in Feuchtwangen

Nußbaum, Ilse

* 21.09.1927 in Halle a. S.

Ostertag, Bernhard

* 08.05.1930 in München

Pollak, Günther * 06.05.1926 in Giebelstadt

Pollak, Manfred

* 20.05.1928 in Giebelstadt

Reiß, Wolfgang

* 26.12.1932 in München

Rödelheimer, Ilse * 29.12.1936 in München

Rög,
Helene

* 01.04.1937 in Odenkirchen

Rög,
Selma

* 18.08.1931 in München Gladbach ?

Rosenbaum, Manfred

* 26.04.1928 in München

Rosenblatt, Ruth

* 03.10.1936 in Burghaslach

Rosenblatt, Siegfried

* 03.10.1936 in Burghaslach

Rosenblatt, Sigfried

* 29.06.1934 in Bamberg

Rosenbusch, Bitja

* 18.01.1925 in München

Rosenbusch, Menni

* 25.07.1928 in München

Rosenbusch, Samuel

* 19.03.1932 in München

Rosnot, Henri

* 05.06.1928 in München

Rothschild, Immanuel

* 21.01.1925 in München

Ruthenburg, Inge

* 15.10.1928 in München

Ruthenburg, Margot

* 15.10.1928 in München

Sahm, Herbert

* 15.07.1925 in München

Salzer, Werner

* 29.09.1927 in München

Sandbank, Berta

* 03.02.1928 in München

Sandbank, Martin

* 21.03.1929 in München

Scharf, Regina

* 23.10.1931 in Deggendorf

Scherz, Frida

* 30.08.1927 in München

Scherz, Suse

* 24.08.1928 in München

Schiff,
Ilse

* 21.10.1927 in München

Schiff, Walter

* 24.01.1931 in München

Schlang, Ilse

* 23.05.1934 in München

Schmidt, Bernhard

* 17.12.1930 in Weilheim

Schmidt, Dora

* 05.10.1926 in Weilheim

Schmidt, Hanni

* 12.08.1933 in Weilheim

Schnock, Heinz

* 13.07.1931 in München Gladbach ?

Schnock, Henny

* 20.11.1929 in Waldenrath

Schoemann, Margot

* 11.04.1926 in München

Schoenmann, Frieda

* 08.06.1926 in München

Schönwetter, Thilde

* 28.08.1926 in München

Schulmann, Nelly

* 04.03.1925 in München

Schwarz, Gabriele

* 24.05.1937 in Markt Oberdorf

Schwarzschild, Lotte

* 21.05.1925 in München

Schweissheimer, Erich

* 19.09.1926 in München

Sichel, Martin

* 10.08.1925 in München

Simon, Heinz

* 10.10.1926 in Rheydt

Spatz,
Wilhelm

*15.11.1925 in München

Spiegel, Alfred

* 28.04.1928 in Ahlen

Stark, Günter

* 15.12.1925 in München

Stern, Albert

* 13.08.1927 in München

Sternau, Alfred

* 06.01.1930 in Nürnberg

Sternau, Lore

* 24.11.1930 in Nürnberg

Stettner, Josef

* 05.04.1925 in München

Stettner, Sofie

* 04.08.1927 in München

Strauß,
Max

* 05.05.1925 in Binswangen

Süsskind, Ilse

* 22.08.1925 in München Gladbach ?

Tockus, Ernst

* 28.09.1936 in München

Tockus, Ruth

* 22.03.1931 in München

Tuchmann, Fanny

* 23.07.1926 in München

Tykoschinski, Harry

* 17.04.1927 in München Gladbach ?

Ursell, Herbert

* 07.03.1926 in Attendorn

Wassermann, Julius

* 30.12.1926 in Mühlhausen

Weinbier, Margot

* 08.08.1925 in Frankfurt a. Main

Weissblüth, Judis

* 15.09.1939 in München

Wich,
Maria

* 28.12.1936 in München

Wich, Marion

* 28.12.1936 in München

Wien, Dittmar

* 02.01.1928 in München

Wien, Gertrude

* 27.06.1925 in München

Wiener, David

* 06.05.1936 in München

Wiener, Dora

* 01.03.1935 in München

Wiener, Hanna

* 14.02.1934 in München

Wiener, Margot

* 20.12.1930 in München

Wolff,
Deny

* 05.10.1939 in München Gladbach ?

Wolff,
Israel (* 09.08.1939 in München

Zahler, Josef

* 00.00.1927)

Zander, Ruth

* 08.05.1927 in Wickrath

Zanders, Ellen

* 25.10.1934 in München Gladbach ?

Zeilberger, Heinz

* 20.10.1925 in München

Zernik, Harald

* 30.07.1928 in München

Ziegler, Hannelore * 14.12.1929 in München

Ziegler, Manfred

* 30.06.1928 in München

ZUM SEITENANFANG


Bewohner des jüdischen Sammellagers in Berg am Laim, Aufnahme 1942, Fotograf: unbekannt. 
Hintere Reihe v. links: Charlotte Koch, Hanni Schmidt, Clara Schwalb, Judith Hirsch, Ilse Nussbaum
Vordere Reihe v. links: Rolf Heufeld, Werner Grube, Bernhard Schmidt, Ernst Grube

Auszüge aus einem Brief von Judith Hirsch (im Bild 4. v.l.) an ihren Freund Erwin Weil:

"München, den 19.8.42

" . . . In Berg am Laim wird es jetzt sicher ganz nett werden... In Lohof ist es furchtbar. Ich bin jetzt ausser meiner Arbeitszeit noch 5-6 Stunden unterwegs. Abends falle ich grad ins Bett, so müde bin ich. Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange, denn lange kann ich es nicht mehr mitmachen. Harry, Kurt und 2 Schwalbmädels gehen morgen zum Baden. Dies muß aber alles heimlich gehen, denn wir haben Ausgehverbot und dürfen nur in beschränktem Maße ausgehen. Nicht in die Stadt und nur 1-2 Stunden in den Wald, hier in der Nähe. So echt Zuchthaus.
Furchtbar ist das. Wir sind jetzt 170 Personen.  . . .  Esther habe ich nochmals gesehen, und zwar im Zug. Der Zug, der nach Theresienstadt fährt, fährt nämlich durch Lohof, und da bin ich nochmals an der Schranke gestanden. Nun ist die letzte Freundin auch noch von mir gegangen... Heute regnets mal wieder. Die Leute sprechen schon wieder von Evakuierung. Ob das wohl wahr ist?... Briefe darf man noch schicken, nur keine Päckchen und Geld. Sigi und Hans Ney haben mir auch geschrieben, und muß es dort überhaupt furchtbar sein. Sie haben alle Hunger und nichts zum Anziehen, und jetzt kann man gar nichts mehr schicken. Von den Leuten aus Theresienstadt hat man überhaupt noch nichts gehört. Was mit denen ist, weiß auch kein Mensch... Viele Grüße und Küsse sendet Dir Deine Judith"

Judith Hirsch, Charlotte Koch, Clara Schwalb, Werner und Ernst Grube überlebten den Holocaust, Hanni Schmidt, Ilse Nussbaum, Rolf Heufeld, Bernhard Schmidt wurden in Auschwitz ermordet.

Quelle:  Berg-am-Laim-Kalender
Hier mehr über Judith Hirsch . . .

 

ZUM SEITENANFANG

 

 

ZUM SEITENANFANG

HILDEGARD HAMM-BRÜCHER

 

"Die 50er Jahren in meiner Erinnerung die unerfreulichsten der 60 Jahre Bundesrepublik, weil die Demokratie noch nicht akzeptiert wurde. Man wollte zwar ungefähr dahin, aber die Bürger identifizierten sich nicht damit. Viele hatten ihre Sozialisation ja im Dritten Reich erhalten, das konnte man auch nicht erwarten, dass sie sich rasch zu Demokraten mauserten. Es kamen auch viele Nazis wieder hoch: Denken Sie nur an den Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, Hans Globke, den Adenauer als Staatssekretär ins Kanzleramt holte. Die Nazizeit wurde noch nicht aufgearbeitet - das war für mich als Enkelin mit jüdischer Großmutter und Verbindung zum Widerstand der Studenten der 'Weißen Rose' deprimierend zu erleben, wie man 'auf Zehenspitzen' ging, nur um sich nicht wirklich mit ehemaligen Nazis anzulegen."

Quelle: Münchner Merkur 2./3. 5. 2009 Interview mit Alexander Weber

 

 

 

 

 

ZUM SEITENANFANG