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WISSENSCHAFTEN |
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DARM | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| GEHIRN
Gehirn
und Internet Gehirn
und Ich Wie
entsteht Wahrnehmung?
Manifest der Gehirnforscher Wie frei ist der Mensch? |
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| GENOM Chromosomen DNA Replikation und Translation Gen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SONNEN UND STERNE | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| STRING - THEORIE | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URKNALL Entwicklung des Kosmos Dunkle Energie Genesis | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Gesamtheit der genetischen Information eines Organismus In jeder Zelle ist das vollständige Genom repräsentiert. Deshalb ist es möglich Genanalysen in Blutproben, Schleimhautabstrichen, Haarwurzeln usw. durchzuführen. |
In allem ist Zahl und Maß |
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Linearer DNA-Faden, in gestreckter Form etwa 1 – 10 cm – in jedem Zellkern (5-10 µm) sind 46 Chromosomen (Diploider Satz) verpackt; Der haploide Satz enthält 23 Chromosomen, davon 22 Autosomen und ein Geschlechtschromosom; entweder X (weiblich) oder Y (männlich). Im diploiden Satz bedeuten XX (Frau), XY (Mann);
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DNA
Acid |
Langes lineares Polymer aus vier verschiedenen Nukleotiden (Adenin, Thymin, Guanin, Cytosin) , welches aus zwei antiparallelen Strängen besteht. Die Paarung beider Einzelstränge erfolgt über Wasserstoffbrücken. Chemische Grundlage der genetischen Information von jedem Lebewesen (Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen). Diese ist in der unterschiedlichen Reihenfolge der Basen A, G, C, T festgeschrieben. Die daraus entstehende „genetische Sprache“ mit vier Buchstaben bedingt letztlich die Diversität der Schöpfung. Zwischen einer pflanzlichen, tierischen oder menschlichen DNA gibt es keine fundamentalen Unterschiede. Deshalb ist es auch ohne weiteres möglich, beispielweise menschliche DNA-Fragmente in eine pflanzliche einzubauen oder umgekehrt. In menschlichen Zellen ist die DNA einerseits im Kern und ein kleiner Anteil in den Mitochondrien (Zellorganelle – Kraftwerke der Zellen)
Die DNA differiert von Mensch zu Mensch geringfügig und bildet damit auch die Grundlage der biochemischen Individualität.
Neueste Erkenntnisse (Quelle: DIE ZEIT Nr. 25 / 2008)
Die Erbinformationen sind nicht in jeder Zelle dieselbe. Schon länger bekannt sind die Abweichungen, bei denen ein Baustein gegen ein anderes ausgetauscht wurden, die SNPs. Zwei Menschen unterscheiden sich in rund sechs Millionen SNPs.
Die Vorstellung, dass ein einzelnes Gen etwa für eine Krankheit verantwortlich ist, trifft in den seltensten Fällen zu. Gene auf unterschiedlichen Abschnitten der DNA wirken auf komplexe Weise zusammen. . . . Der weitaus größte Teil des Genoms galt lange Zeit als sinnloser evolutionärer Schrott ('JunkDNA'). Inzwischen hat sich herausgestellt, dass . . . sich in ihm der gesamte hochkomplexe Steuerungsapparat verbirgt, der die Aktivität der Gene reguliert und koordiniert. Die wichtigste Steuerungsaufgabe hat das System der microRNA-Gene. Es steuert alle grundlegenden biologischen Prozesse wie die Zellspezialisierung, die Immunabwehr oder die Alterung. Seine Defekte werden als eine Hauptursache für die Entstehung von Krebs und viele chronische Krankheiten angesehen.
"Unzutreffend ist auch . . ., jedes Gen existiere in der Regel nur zweimal im Erbgut (einmal im väterlichen, einmal im mütterlichen ererbten Satz der Chromosomen). In Wahrheit unterliegen zahlreiche Erbinformationen einem Vervielfältigungsprozess und existieren in bis zu 16 Kopien im Zellkern. . . . Verschärft wird die Brisanz der Befunde durch die Entdeckung, dass die CNV-Muster (copy number variants) im Erbgut keineswegs stabil sind, die Kopienzahl der Gene kann sinken oder steigen, selbst die Körperzellen eines einzelnen Menschen unterscheiden sich voneinander. Unter der Wucht der Befunde zerbröselt nun die Idee, das Genom stelle eine naturwüchsige Konstante das, einen fixierten Quellcode des Menschen."
"Angesichts
der Flut dieser noch weithin mysteriösen Befunde ergeht es den
Genforschern ganz ähnlich wie Kosmologen, die seit einigen Jahren nach
der geheimnisvollen "dunklen Materie" im Universum forschen.
Auch die Biowissenschaftler rätseln nun über the dark matter of the
genome, die dunkle Materie des Erbguts."
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Gene
(30
000 bis 35 000) |
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Replikation,
Transkription, |
Als Informationsspeicher dient die DNA nur dann, wenn die Information einerseits weitergegeben (Replikation), andererseits aber auch genutzt werden kann (Transkription). Die Replikation erfolgt nicht fehlerfrei. Ausgeklügelte Reparaturmechanismen verhindern eine Akkumulation von Fehlkopien. Man rechnet eine Mutation auf drei Zellteilungen; ein Gen durchschnittlicher Größe wird in 200 000 Jahren von einer Mutation betroffen. Damit sich eine Mutation auf die Nachkommen auswirkt, muß sie in der Keimbahn stattfinden. Diese Mutationshäufigkeit bildet die Grundlage der Evolution. Mit Erstaunen stellen wir fest, wie die systematischen Sequenzvergleiche der Eiweiße mit der gleichen Funktion in der ganzen belebten Natur zu neuen entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhängen führen.
Das
Ablesen der Information (Transkription) erfolgt im Organismus
zeitlich und räumlich) hochspezifisch. Er führt zu einem komplementären
Abbild des kopiertes DNA-Segments in Form einer einsträngigen mRNA
(messenger RNA).
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Früher:
Erbfaktor |
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Frage
an den
Sind die
grund-
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Die
Spannung zwischen der Drei und der Vier |
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Je mehr - notwendigerweise bruchstückhaftes - Wissen wir über die Leistung des Gehirns zutage fördern, desto mehr erkennen wir, wie komplex und vielgestaltig es arbeitet. Das Gehirn besteht aus fünfzig Milliarden Neuronen, Nervenzellen, die alle irgendwie miteinander verbunden sind und ein Ja oder ein Nein senden können. Allein die sich daraus ergebenden Kombinationen und Permutationen sind größer als die Anzahl von Atomen im Universum. Das erweckt Ehrfurcht. |
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"Die Regeln in diesem ganz speziellen Organ kann [ Henry ] Markram [Der 1962 in Südafrika geborene Markram leitet im schweizerischen Lausanne das Blue Brain Project – den Versuch, mithilfe eines Supercomputers das Gehirn naturgetreu zu simulieren. ] in faszinierenden Metaphern beschreiben. Im Gehirn sieht er zum Beispiel eine »ideale Demokratie« verwirklicht: »Jede Nervenzelle ist einzigartig, und ein und dasselbe Signal wird von tausend Nervenzellen auf tausend unterschiedliche Arten verarbeitet. Doch zugleich respektieren sich die Neuronen vollständig und gleichen permanent ihre Interpretationen miteinander ab – ganz anders als eine menschliche Gesellschaft, in der einer sagt, er habe recht und alle anderen unrecht.« Da schwingt sie wieder mit, die Vision vom großen Ganzen, das alle Teile vereint und zugleich in allen Teilen enthalten ist. Zugleich sei das Gehirn aber auch die »totale Autokratie«: Denn Entscheidungsprozesse werden meist von einzelnen Neuronen (oder Neuronengruppen) eingeleitet, deren Impulse sich kaskadenartig im Gehirn verbreiten. »Der Unterschied zur Gesellschaft ist, dass im Gehirn der König in jeder Millisekunde wechselt.« Denn nur wer gerade über die meiste Information verfügt, hat Entscheidungsgewalt; doch schon im nächsten Moment wird der Neuronenkönig zum »Straßenkehrer«, und andere Nervenzellen geben die Richtung vor." . . . "Anders als in einem Computer werden im Gehirn Informationen multidimensional, nichtlinear und in permanenter Rückkopplung ausgetauscht. Es gleiche einem schwirrenden Bienenschwarm, der ständig seine Form, Zusammensetzung und Arbeitsverteilung ändere, sagt Markram. »Mir wurde klar, dass man, um diese Komplexität zu verstehen, eine völlig neue Sprache entwickeln muss.« Jahrelang sammelte er wie ein Besessener weiter Daten und suchte in Diskussionen mit Informatikern und Physikern nach dieser neuen Sprache. Viele Gespräche enttäuschten ihn, die meisten Forscher dächten zu statisch, sagt er. Mit vereinfachten Modellen aber will er sich nicht zufrieden geben, für ihn führt kein Weg an einem echten Verständnis der komplexen Hirndynamik vorbei." |
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Der
Arzt Felix Tretter führt in
der SZ vom 9.9.2008 aus: Weiteres
zu diesem Thema . . .
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| Wie frei ist der Mensch? |
"Wir tun nicht was wir wollen, sondern wir wollen was wir tun." Zahlreiche Experimente haben zu diesem Ergebnis geführt. Diese gehen so weit, dass es schon gelungen sei, einer Versuchsperson mittels eines Reizes in einer bestimmten Hirnregion dazu zu zwingen, den Arm zu bewegen, und die Versuchsperson ist anschließend der sicheren Überzeugung, sie habe den Arm aus freien Willen bewegt. Zwei wesentliche Grundlagen des Freiheitsbegriffs sieht Roth (Hirnforscher der Uni Bremen) hierdurch widerlegt: Zum einen der Glaube "Ich bin es, der das tut". Zum anderen das subjektive Gefühl einer Wahlmöglichkeit: Ich könnte auch anders handeln, wenn ich es wollte". Das Ich wurde im Gehirn nirgendwo gefunden, wohl aber ein Mechanismus, der sämtliche scheinbaren Willensakte vollständig determiniert. Wie reagieren Geisteswissenschaftler auf diese Provokation? .... Wilhelm Vossenkuhl (Philosoph Uni München): "Der Mensch ist so frei, wie er sich machen kann." "In den Theorien der Philosophiegeschichte wurde Freiheit nicht als Behauptung einer empirischen Tatsache begriffen, sondern als Postulat oder Norm. Die Experimente sind schon dadurch eingeschränkt, dass sie nur Minimalhandlungen untersuchen - die Freiheit, eine kleine Handbewegung zu machen -, nicht aber die komplexen Handlungsentscheidungen zwischen widersprüchlichen Gründen und Motiven, mit denen sich die Philosophie von der privaten Lebensplanung bis zur Staatstheorie beschäftigt. " Klaus Lüderssen (Strafrechtler Uni Frankfurt) Für unser Rechtssystem sind die Entdeckungen der Hirnforschung jedoch dramatisch. ... Verbrecher wird man weiterhin bestrafen können, auch bei einem neuronal determinierten Tatverlauf, nur wird die Begründung dann nach Art des Maßregelrechts ausfallen müssen und insbesondere mit der "Gefährlichkeit" des Täters argumentieren. Er warnt vor der Überbewertung der experimentellen Resultate: "Wissen wir schon genug?" Zwischen den bisherigen experimentellen Resultaten und den "großen Thesen" der Hirnforschung über den Freiheitsbegriff liege eine Erklärungslücke. die mit vielen unzureichend reflektierten Annahmen gefüllt sei." Gerhard Roth (Hirnforscher Uni Bremen) "Auch und gerade indem sie das Gehirn als deterministische Maschine begreift, eröffne die Hirnforschung Möglichkeiten, die Freiheit im wohlverstandenen Sinn zu vergrößern. ... Im Unterschied zu allen Tieren ist das menschliche Gehirn zur langfristigen Handlungsplanung fähig. Es kann sich unzählige Alternativen vorstellen und ihre Konsequenzen gegeneinander abwägen. Auch wenn dieser Prozess des Abwägens determiniert ist, bedeute es einen Gewinn an Freiheit, sich mit der Frage "Hast Du auch alles gut durchdacht?" die Menge der Alternativen, die in den Entscheidungsprozess eingehen, zu vergrößern. Frei fühlen wir uns, wenn die bewussten und die unbewußten Teile unseres Gehirns zur selben Entscheidung konvergieren."
Bericht in der SZ (Mai 2004) |
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| Gehirn und Internet |
... Es ist kaum vorstellbar, dass Milliarden von Siliziumtransistoren eigene Gedanken entwickeln, dass Datenkabel, Funknetze und Mikroprozessoren zu einer Art Leben erwachen. Ein einzelner Computer ist und bleibt so dumm wie ein Stück Fleisch, weil seine starre Struktur keine Evolution zulässt. Das Denken braucht Chaos im Bauplan. Doch was, wenn Computer wie Nervenzellen verflochten werden? Mit weit mehr als einer Milliarde verknüpfter Computer müsste das Internet als Gehirn längst eine Art Embryonalstadium erreicht haben. Die Zahl der Maschen übertrifft die eines Echsenhirns um das tausendfache, und wird in zwei Jahren etwa der einer Katze gleichkommen. In ihrer Gesamtheit bilden all die Computer dieser Welt mittlerweile ein Netz, dessen Morphologie weit mehr einem Gehirn ähnelt als es sich unterscheidet. So wie das Hirn ist auch das Internet nicht zentral gesteuert. Es organisiert sich über lokale, selbstorganisierende Hierarchien. Physiker am CERN, wo vor zehn Jahren Hypertext und das Word Wide Web, http und www, erfunden wurden, arbeiten schon an der nächsten Stufe der Dezentralisierung. Unter dem Stichwort "Grid-Computing" soll künftig nicht nur Informationen verteilt werden, sondern auch Rechenleistung. Daten aus der Peripherie, etwa den Sinneszellen fließen nicht gebündelt durch das Gehirn. Es ist vielmehr erstaunlich, wie das Gehirn unzählige, zerhackte Informationshäppchen synchronisiert und zu sinngebenden Paketen verschnürt. Eine ähnliche Logik liegt auch der Urgrammatik des Internets zugrunde, dem sogenannten Internet-Protocol (IP). Jede E-mail, jedes Digitalbild, jedes Musikstück wird in Häppchen gehackt auf vielen Wegen durchs Netz gepumpt. Erst kurz vor der Ankunft beim Empfänger werden die Stücke - wie im Gehirn - zusammengeführt. Weite Teile des Gehirns arbeiten redundant. Menschen können ihre Intelligenz bewahren, nachdem sich eine Stange durch den Schädel gebohrt hatte. Auf ganz ähnliche Weise widersteht auch das Internet physischer Zerstörung. Es hat während der Anschläge im September 2002 auf verblüffende Weise seine Immunität gegen mechanische Einschnitte bewiesen. Die wohl bedeutendste Eigenschaft des Gehirns ist jedoch die Plastizität. Das Geflecht der Nervenzellen ist kein starr verdrahtetes Netzwerk, das mit der Geburt angelegt und fortan mit Informationen gefüllt wird. Neuronen, vor allem der Großhirnrinde, sind bis ins hohe Alter fähig, ja geradezu süchtig danach, ständig neue Verknüpfungen einzugehen. Jeder elektrische Impuls, den eine Gedanke in die Nervenstränge des Gehirns trägt, lassen die Axone und Dendriten wuchern und neue Bindungen suchen. Auf ähnliche Weise ist das Internet eine Netzwerk, dass seine Physis ständig den äußeren Anforderungen anpasst. Betreiber gefragter Webseiten müssen die Kapazitäten ihrer Leitungen erweitern, um das Nutzerinteresse bedienen zu können. Die beliebteste Suchmaschine, Google, sortiert ihre Trefferlisten unter anderem nach der Häufigkeit, mit der Webseiten verlinkt sind. Das führt zu einer Selbstverstärkung. In seinem Buch: "Der Beobachter im Gehirn" schreibt der Frankfurter Hirnforscher Singer: "Denkbar ist geworden, künstliche Systeme zu konzipieren, die ähnlich unserer Gehirne einen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen, sich vorwiegend selbst organisieren und auf diese Weise einen Komplexitätsgrad erreichen, der weit über das hinausgeht, was wir gegenwärtig planend strukturieren und analytisch durchdringen können. Solche Systeme wären dann in der Lage, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und mit Initiativen aufzuwarten, die nicht mehr vom Konstrukteur antizipierbar sind. Schon jetzt sollten wir darüber nachdenken, wie wir mit solchen Systemen umgehen sollen". Was der exzellente Hirnforscher nicht ausspricht: Ein solches, unkontrollierbares, selbstorganisierendes System existiert. Es ist das Internet. ... Möglicherweise wird der Mensch die eigene Gedankenwelt eines verselbständigten Datennetzes nicht einmal im Ansatz verstehen. Wie von einer fremdartigen, verwirrenden und doch intelligenten Masse wird die Menschheit umströmt sein. Ein seltsamer Daten-Ozean wird das sein, so wie ihn Stanislaw Lem in seinem Roman Solaris beschrieben hat. Ein verselbständigter, aber unkommunikativer, ja autistischer Ozean, ein den gesamten Planeten umwucherndes "Hirn-Meer". Patrik Illinger - SZ 2./3. 8.2003 - Auszug
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| Gehirn und Ich |
These von Thomas Metzinger (Philosoph - Universität Mainz): Das Ich hat keine Substanz sondern ist vielmehr nur ein nützliches Selbstmodell, das als Folge der Informationsverarbeitung im Gehirn entsteht. Das Ich ist eine Illusion. Viele Aspekte unseres Erlebens sind Fiktionen. Zum Beispiel gibt es keine Farben in der Welt, sondern nur Mischungen von Wellenlängen. Aber die Modelle dieser Gegenstände, die in unserem Gehirn entstehen, werden im bewussten Erleben farbig dargestellt. Auf ähnliche Weise macht sich ein Mensch, ein Tier und vielleicht einmal ein künstliches System ein inneres Bild von sich selbst. Das besteht nicht nur aus Farben und Formen, sondern auch aus Bauchgefühlen, dem Gleichgewichtssinn, Gedanken und Erinnerungen. Und dem hartnäckigen Eindruck, dass es einen Kern gibt, etwas, das über die Zeit hinweg identisch bleibt. ... Dies hat den Zweck, sich in der äußeren Welt zu orientieren, mit anderen bewussten Wesen zu kommunizieren und Aufmerksamkeit und Denken auf sich selbst als ein Ganzes lenken zu können. Dem Modell entspricht keine seelische Substanz - es ist vielmehr eine geschickte Art, den Informationsfluss zu organisieren. Die Seele hat keine beobachtbaren Eigenschaften. Der Begriff "Seele" kommt in der wissenschaftlichen Psychologie kaum noch vor. Denn es gibt einfachere und plausiblere Ideen für den dynamischen Mechanismus, mit dem wir die Sinneseindrücke zum Ich integrieren. Das Selbstmodell hat verschiedene Schichten: Eine räumliche Schicht, die ein inneres Bild des Körpers und seiner Bewegungen erzeugt; damit können wir uns orientieren. Eine emotionale Schicht, die uns Gefühle und Bedürfnisse zu Bewusstsein bringt und danach handeln lässt. Eine kognitive Schicht, die es uns erlaubt, unsere Gedanken als unsere eigenen Gedanken zu erleben. Und eine soziale Schicht: Unsere Selbstmodelle passen sich immer auch an die Umgebung an. Sie werden also nicht nur durch das Gehirn festgelegt, sondern indirekt auch durch die Kultur, in der wir leben.
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Manifest der deutschen Gehirnforscher
"Geist und Bewusstsein sind nicht vom Himmel gefallen, sondern haben sich in der Evolution der Nervensysteme allmählich herausgebildet" |
Kommentierung in der Süddeutschen Zeitung vom 22.10.2004 von Martin Urban
"Selbstverständlich wissen die seriösen Neurowissenschaftler, dass sie weit entfernt davon sind, zu verstehen, nach welchen regeln das Gehirn arbeitet, wie es die Welt abbildet, dass unmittelbare Wahrnehmung und frühere Erfahrung miteinander verschmelzen. Unser Gehirn arbeitet mit hochkomplexen neuronalen Netzwerken. Die Forscher betrachten sie als hochdynamisch, nichtlineare Systeme, die zwar mehr oder minder einfachen Naturgesetzen gehorchen, aber auf Grund ihrer Komplexität völlig neue Eigenschaften hervorbringen. ... Damit, dass man den Aufbau der Fugen von Johann Sebastian Bach versteht, verlieren diese nichts von ihrer Faszination, ihre einzigartige Schönheit kann man nicht erklären. Die seriösen Gehirnforscher wissen genau, dass sie ihre Grenzen überschreiten würden, wollen sie solcherart Erklärungen auf ihrem Felde auch nur versuchen."
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| Wie entsteht Wahrnehmung? |
Die Sinneseindrücke des Auges werden zunächst am Hinterkopf empfangen und verarbeitet. Vorne aber sitzt beim Menschen der "Homunkulus", vermutet Koch (California Institute of Technology - Pasadena). Mit diesem Begriff knüpfen sie an die Vorstellungen früherer Philosophen an, die ein kleines Männchen wähnten, das die "Maschine" Körper steuert und das eigentliche "Ich" darstellt. Der Homunkulus schaut aus dem vorderen Teil des Gehirns auf die überwiegend im hinteren Teil ankommenden Sinneseindrücke. Natürlich glauben die Forscher nicht an ein Männchen im wörtlichen Sinne sondern vermuten eine Art Zentrum im Gehirn. Doch bevor etwas bewusst wahrgenommen werden kann, müssen die einzelnen Aspekte eines Umweltreizes wie Farbe, Form oder Bewegung zu einer Gesamtwahrnehmung zusammengefügt werden. Diese Verbindung erfolgt über eine zeitliche Synchronisation der Nervenzellen, die die Aspekte in verschiedenen Arealen des Gehirns verarbeiten, sagt Wolf Singer (Max Planck - Institut - Frankfurt); er nennt die so verbundenen Neuronen-Ensembles "Koalitionen". Auszug aus SZ - 5.8.2003 - von Drach
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| DARM |
Mit keinem Organ treten wir auch nur annähernd so intensiv in Kontakt mit der Außenwelt wie mit der Darmschleimhaut. Entfaltet ergäbe sie eine Fläche von bis zu 400 Quadratmetern, kann also 200-mal so groß sein wie unsere äußere Hauthülle. Der Darm ist kein inneres Organ, sondern quasi eine eingestülpte Kontaktfläche zur Umwelt, in dem rund 70 Prozent der Immunzellen unseres Körpers lauern. Fresszellen in der Darmschleimhaut sorgen dafür, dass normalerweise keine Keime ins wirklich Innere des Körpers vordringen. Das Heer von etlichen Billionen von Bakterien im Darm spalten die Nahrungsbestandteile auf, die wir nicht oder nur sehr schwer verwerten können. Der Darm ist jedoch weit mehr als nur ein Abflussrohr. Längst ist erwiesen, dass der Magen-Darm-Trakt unser seelisches Erleben mitsteuert (nervöser Magen oder Darm). Heute weiß man, dass er von hundert Millionen Nervenzellen umgeben ist. In der Darmwand sind sie zu zwei komplexen Geflechten verwoben. Das so genannte Darmhirn führt weit gehend ein Eigenleben, schon weil es entwicklungsgeschichtlich älter ist als die Schaltzentrale im Kopf. Nicht umsonst fällen Menschen viele Entscheidungen "aus dem Bauch heraus". Das "Bauchgefühl", unsere Intuition, weiß meist schon einige Zeit vor dem Hirn, was zu tun ist, auch wenn der Kopf sich noch verbissen mit kühlen Argumenten, Ausflüchten oder eingefleischten Schuldgefühlen dagegen wehrt, SZ - 20.5.2003 - Walter Schmid
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| URKNALL |
Einen Baukasten mit nur 92 Elementen benötigt die Natur, um die komplexe Welt zu erschaffen. Diese Werkstoffe haben Sterne in ihrem Inneren erbrütet, dann bei ihrer Explosion ins Weltall versprüht, wo jüngere Sterne die Elemente weiter verarbeitet haben. Die erste Stern Generation kann direkt nach dem Urknall eigentlich nur aus Wasserstoff und Helium bestanden haben. Solche Urahnen der Sonne zu finden, ist eines der wichtigsten Ziele der Kosmologie. Der amerikanische Astronom Hubble hat 1929 aus der Tatsache, dass sich das gesamte Spektrum des Sternenlichts in Richtung seines langwelligeren Teils verschiebt (Rotverschiebung) die geniale Schlussfolgerung gezogen, dass die Geschwindigkeit einer Galaxie direkt proportional zu ihrer Entfernung von der Erde sein müsse. Das Verhältnis von Fluchtgeschwindigkeit zum Abstand nennt man seither Hubble-Konstante. Je genauer man diese bestimmen kann, indem man kosmische Distanzen misst, desto genauer weiß man, wie lange die Welt bereits auseinander fliegt, wann also das Universum in einem Urknall entstanden ist. Bestätigt wurde diese Idee aber erst 1965, als eine weitgehend homogene "Hintergrundstrahlung" entdeckt wurde, die von allen Seiten die Erde beleuchtet, in Form von kaum noch wahrnehmbaren Mikrowellen der extrem niedrigen Temperatur von minus 270 Grad Celsius. Diese Strahlung ist ein Abglanz der Welt, rund 380 000 Jahre nach dem Urknall, als der zuvor trübe Himmel plötzlich aufklarte. So konnte sich dieses alte Licht auf den Weg in Richtung Erde machen. 1992 entdeckte man mit Hilfe des Satelliten Cobe, dass die Hintergrundstrahlung winzige Unregelmäßigkeiten aufweist. Sie spiegeln die Schwankungen in der Verteilung der Materie wider, aus denen im Laufe der Zeit die Galaxien entstanden sind. Im Frühjahr 2003 hat die Nasa-Sonde Map das bisher genaueste Bild dieses uns umgebenden alten Himmels geliefert. Und damit lässt sich die Frage nach der Mitte der Welt erneut angehen. Vor 13,7 Milliarden Jahren kam es zu jenem Urknall; die Nasa Wissenschaftler behaupten, man wisse dies nun auf ein Prozent genau. Dem widerspricht der Kosmologe Gerhard Börner vom Max-Planck-Institut. Zwar seien die Map-Messungen tatsächlich extrem genau. Doch hätten die US-Forscher sich auch auf den vorher bereits bestimmten Wert der Hubble-Konstanten verlassen müssen; und den kenne man so genau eben nicht. Börner rechnet mit zehn Prozent Ungenauigkeit, so dass das Universum 12 bis 15 Milliarden Jahre alt ist. Etwa zur Halbzeit, in der Mitte der seit dem Urknall bis heute vergangenen Zeit, vor rund 7 Milliarden Jahren, ist das Sonnensystem in der Milchstraße entstanden, in dem der Mensch zu Hause ist. Würde man die Geschichte des Universums im Film rückwärts verfolgen, dann zöge sich die Welt zusammen, aber es gäbe dabei keinen Punkt, keine Mitte, auf die hin sie sich zusammenzieht. So gesehen, läuft alles also wieder auf das hinaus, was die alten Griechen behaupteten- und was jeder von uns instinktiv zu spüren meint: Wo wir sind ist die Mitte. Denn auf einer Kugeloberfläche ist jeder Punkt in der Mitte. Freilich ist die Kugel des Universums unendlich groß und das Universum, die Kugeloberfläche, damit praktisch flach. Krümmungen, welche die Schwerkraft - wie wir dank Albert Einstein wissen - dem Raum zufügt, werden durch die darin waltenden Kräfte ausgeglichen. Martin Urban in der SZ 14./15.Juni 2003 |
Anfang | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Entwicklung
des Kosmos im Zeitraffer
nach Prof. Gerhard Börner |
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Reise zum Anfang der WeltDie Rolle der Dunklen Energie und der Dunklen Materie im Kosmos Von Gerhard Börner (Kosmologe am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München) Quelle: SZ vom 3.3.2004
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SONNEN
UND
STERNE |
Der australische Astronom Driver berichtete auf der Konferenz der Internationalen Astronomischen Union in Sydny, dass allein die erfassbare, derzeit mit Teleskopen zu erspähende, Sternenzahl 70 000 Millionen Millionen Millionen betrage. Das sind 70 Trilliarden oder ausgeschrieben eine 7 mit 22 Nullen. Obwohl es unvorstellbar viele Sterne gibt, gibt es unvorstellbar wenig Platz im All, wo Leben entstehen, geschweige denn überdauern kann. Hierfür braucht es nämlich eine exakt abgestimmte Wärmequelle: Eine Sonne, genau jene, die mittags über unseren Köpfen scheint. Sie bietet eine faszinierende Balance zwischen Leuchtkraft und Lebensdauer. Sie brennt so lange , dass Atome und Moleküle auf der Erde Zeit finden, sich zu komplexen organischen Verbindungen zu kombinieren. Und sie ist kühl genug, um nicht jedes Tröpfchen Leben spendenen Wassers sofort zu verdampfen oder gar zu atomisieren. Doch diese schmale Gleichgewicht ist nur ein zartes Bändchen zwischen zu heiß und kalt. Wäre der Abstand von der Erde zur Sonne nur zwei Prozent kleiner oder größer, so wäre Leben ausgeschlossen. Auf der Venus, dem nächsten Planeten in Richtung Sonne, ist es 450 Grad heiß, und 90 Atmosphären Überdruck machen jeden Ansatz von Leben zur Hölle. 97 Prozent aller Sterne im All sind wesentlich kleiner als die Sonne. Davon sind die meisten auch kälter und geben nur lauwarmes Infrarotlicht ab, aber fast keine sichtbare oder ultraviolette Strahlung. Die Lichtquanten dieser Gestirne sind daher kaum in der Lage Molekülverbindungen zu spalten, was für die Evolution der Lebensbausteine von grundlegender Bedeutung ist. Andere der kleinen Sterne sind zwar heiß, haben aber nur wenig Leuchtkraft. Lebensfähige Planeten müssten daher auf engen Bahnen um das Zentralgestirn kreisen, um ausreichend Energie zu tanken. Die Gesetze der Drehimpulserhaltung sorgen jedoch dafür, dass Begleiter auf engen Bahnen ihre Eigendrehung mit der Umlaufgeschwindigkeit um das Zentralgestirn synchronisieren. Das ist auch der Grund, warum der Mond immer dieselbe Seite zur Erde wendet. Ein Planet, der jedoch, der nur von einer Seite beschienen wird, ist ein unwirtlicher Ort. ... An der Grenze zwischen Hell und Dunkel müssten Winde blasen, gegen die irdische Orkane und Tornados wie sanfte Brisen wirken würden. Größere Sterne als die Sonne verstrahlen mehr Wärme, brennen dabei allerdings so schnell aus, das Moleküle in der Umgebung keine Zeit finden, sich zu verketten oder Organismen mit Erbgut und Stoffwechsel zu bauen. Berits eine Stern, de doppelt so schwer ist wie die Sonne, überdauert nur ein Zehntel der Zeit. Unsere Sonne bietet den idealen Ort im Kosmos für jene außerordentliche physikalische-chemische-biologische Eskapad, die sich Leben nennt. In der Klassifikation de Astronomen gehört sie gemäß ihrer Leuchtkraft und Temperatur zu den G-Sternen. Es müssen zudem Sterne aus der zweiten oder dritten Generation sein. Das heißt, Sterne, die sich aus den Staubresten ausgebrannter Vorgänger zusammen klumpen. Nur in der Asche ehemaliger Sterne finden sich schwere chemische Elemente wie Kohlenstoff, Silizium, Magnesium und Eisen, die nicht nur die Landmassen der Erde formen, sondern auch zentrale Elemente der Eiweißmoleküle lebender Organismen sind. Patrick Illinger in der SZ vom 22. 7. 2003 |
siehe auch
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Kosmische Symphonie Auf
der Bühne ist Brian Greene in seinem Element. ... Mit eindringlicher
Stimme Der
37-jährige Professor für Physik und Mathematik ist der eloquenteste
Vertreter Anders
als Stephen Hawking verzichtet Greene allerdings völlig auf
metaphysischen Manche
würden freilich einwenden, dass die String-Theorie selbst schon Dieses
poetische Bild hat nur einen Schönheitsfehler: ...
"Aber all seine harschen Urteile hat Glashow in den achtziger Jahren
getroffen, Zu
diesem Sinneswandel hat möglicherweise die Tatsache beigetragen, dass Mitunter
führt dieses Vorgehen zu bizarren Konsequenzen. Inzwischen
hat Greene sogar ein eingängiges Bild für Ähnlich,
meint Greene, könnten in der realen Welt zusätzliche Raumdimensionen ...
"Ich glaube zwar, dass die String-Theorie einmal in der Lage sein
kann, Eines
jedenfalls ist ihm schon gelungen: Mit seiner Vision von |
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