elemente |
|
tam |
beziehungen |
|
bewegungen |
gestalten |
|
seiten von theodor frey |
||
|
|
DER NEUE
MÜNCHNER RING
|
|

RHEINGOLD
|
AUS
DEM VORSPIEL
UND ERSTE SZENE
|
![]() ![]() |
|
FLOSSHILDE Des
Goldes Schlaf |
|
(Mit muntrem Gekreisch fahren die beiden auseinander. Flosshilde sucht bald die eine, bald die andere zu erhaschen; sie entschlüpfen ihr und vereinigen sich endlich, um gemeinschaftlich auf Flosshilde Jagd zu machen. So schnellen sie gleich Fischen von Riff zu Riff, scherzend und lachend. Aus einer finstern Schluft ist währenddem Alberich, an einem Riffe klimmend, dem Abgrunde entstiegen. Er hält, noch vom Dunkel umgeben, an und schaut dem Spiele der Rheintöchter mit steigendem Wohlgefallen zu.) |
|
ALBERICH |
|
FLOSSHILDE |
|
ALBERICH |
|
FLOSSHILDE |
|
WELLGUNDE |
|
FLOSSHILDE |
|
ALBERICH |
|
FLOSSHILDE |
|
FLOSSHILDE |
|
ALBERICH |
|
FLOSSHILDE |
|
(Woglinde und Wellgunde lachen) |
|
ALBERICH |
|
DIE
DREI RHEINTÖCHTER |
|
ALBERICH |
|
(Er macht sich mit verzweifelter Anstrengung zur Jagd auf; mit grauenhafter Behendigkeit erklimmt er Riff für Riff, springt von einem zum andern, sucht bald dieses, bald jenes der Mädchen zu erhaschen, die mit lustigem Gekreisch stets ihm entweichen. - Er strauchelt, stürzt in den Abgrund hinab, klettert den hastig wieder in die Höhe zu neuer Jagd. - Sie neigen sich etwas herab. Fast erreicht er sie, stürzt abermals zurück und versucht es nochmals. - Er hält endlich, vor Wut schäumend, atemlos an und streckt die geballte Faust nach den Mädchen hinauf.) |
|
ALBERICH |
|
(Er verbleibt in sprachloser Wut, den Blick aufwärts gerichtet, wo er dann plötzlich von dem folgenden Schauspiele angezogen und gefesselt wird. Durch die Flut ist von oben her ein immer lichterer Schein gedrungen, der sich an einer hohen Stelle des mittelsten Riffes allmählich zu einem blendend hell strahlenden Goldglanze entzündet: ein zauberisch goldenes Licht bricht von hier durch das Wasser) |
|
WOGLINDE |
|
WELLGUNDE |
|
FLOSSHILDE |
|
(Mit immer ausgelassenerer Lust umschwimmen die Mädchen das Riff. Die ganze Flut flimmert in hellem Goldglanze) |
|
ALBERICH |
|
DIE
DREI MÄDCHEN |
|
WELLGUNDE |
|
WOGLINDE |
WELLGUNDE |
|
FLOSSHILDE |
|
WELLGUNDE |
WOGLINDE |
|
WELLGUNDE |
|
WOGLINDE |
|
ALBERICH |
|
ALBERICH |
|
(Er reisst mit furchtbarer Gewalt das Gold aus dem Riffe und stürzt damit hastig in die Tiefe, wo er schnell verschwindet. Dichte Nacht bricht plötzlich überall herein. Die Mädchen tauchen dem Räuber in die Tiefe nach) |
|
FLOSSHILDE |
|
WELLGUNDE |
|
DIE
DREI MÄDCHEN |
(Die Flut fällt mit ihnen nach der Tiefe hinab. Aus dem untersten Grunde hört man Alberichs gellendes Hohngelächter. In dichtester Finsternis verschwinden die Riffe; die ganze Bühne ist von der Höhe bis zur Tiefe von schwarzem Wassergewoge erfüllt, das eine Zeitlang immer nach abwärts zu sinken scheint. - Allmählich sind die Wogen in Gewölk übergegangen, welches, als eine immer heller dämmernde Beleuchtung dahinter tritt, zu feinerem Nebel sich abklärt. - Als der Nebel in zarten Wolken sich gänzlich in der Höhe verliert, wird im Tagesgrauen eine freie Gegend auf Bergeshöhen sichtbar. Wotan und neben ihm Fricka, beide schlafend, liegen zur Seite auf blumigen Grunde)
|
|
|
WALKÜRE GÖTTERNOT Reingold Siegfried Götterdämmerung
|
|
|
7.Mai 2003 Siegmund Seiffert Hunding Rydl Wotan Tomlinson Sieglinde Meier Brünnhilde Schnaut Fricka Lipovsek Zubin Mehta David Alden
|
|
|
|
|||||
|
BEZIEHUNGEN |
|||||
|
Wagners gigantische Geschichten von Sex und von Gewalt - was zugleich heißt: von der Sexualität der Gewalt und von der Gewalt der Sexualität - beschreiben seine eigenen Qualen. Das wäre nicht besonders interessant, wenn es nicht auch die Beschreibung seiner gesellschaftlichen Welt wäre und unserer. Die Faszination von Wagners Werk besteht bis heute darin, daß es solche Beziehungen offenlegt. Und zwar so, daß man sie verstehen kann, ohne es aussprechen zu müssen: das sind wir selbst, begreifen wir, und schließen vor Erregung die Augen. Dieter Schickling |
|||||
|
|
Wir hörten einem Team von Weltklasse-Solisten zu. Waltraut Meier hat betörend wohllautende Momente, Gabriele Schnaut singt, mit bemerkenswert perfekter Durchsichtigkeit und müheloser Kraft. Die ernorme Lyrizität des Peter Seiffert fügte sich sehr zur innigen und durchsichtigen Aura, die Zubin Mehta gerade im ersten Akt rückhaltlos herstellt. Wenn Sieglinde sich da besinnt, den "Klang" der Stimme des Bruders als Kind gehört zu haben - dann tauchen Methas Orchester und das gedämpfte erste Horn uns magisch zart in die Tiefe träumerischen Erinnerns. Ein herzbewegender lyrischer Wagner-Moment. Joachim Kaiser - SZ |
||||
|
Wagner an seinen Freund Röckel 1854 "Wir müssen sterben lernen, und zwar sterben, im vollständigen Sinn des Wortes, die Furcht vor dem Ende ist die Quelle aller Lieblosigkeit, und sie erzeugt sich nur da, wo selbst bereits die Liebe erbleicht ... Wodan schwingt sich bis zu der tragischen Höhe, seinen Untergang - zu wollen. Dies ist Alles, was wir aus der Geschichte der Menschheit zu lernen haben: das Notwendige zu wollen und selbst zu vollbringen. ... Wodan ist nach dem Abschied von Brünnhilde in Wahrheit nur noch ein abgeschiedener Geist: seiner höchsten Absicht nach kann er nur noch g e w ä h r e n lassen, es gehen lassen, wie es geht, nirgends aber mehr bestimmt eingreifen, deswegen ist er nun auch 'Wanderer' geworden: sieh Dir ihn recht an! Er gleicht u n s aufs Haar; er ist die Summe der Intelligenz der Gegenwart, wogegen Siegfried der von uns gewünschte, gewollte Mensch der Zukunft ist, der aber nicht durch uns gemacht werden kann, und der sich selbst schaffen muß durch u n s e r e V e r n i c h t - u n g ." |
|
||||

