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Pluralismus
und Vereinheitlichung
Die
Menschheit zerfällt in einen variationsreichen Pluralismus
verschiedenster Lebensformen: politisch: in zahlreiche Staaten und gesellschaftliche Gruppen mit unterschiedlichen, ja gegenläufigen Interessen kulturell: in verschiedene Kulturräume mit nicht nur je besonderer Geschichte und Tradition, sondern auch mit den unterschiedlichsten Normsystemen, Brauchtümern und Gewohnheiten, Wahrheitsvorstellungen und ästhetischen Horizonten religiös: in die mit den einzelnen Kulturen aufs engste verbundenen variabelsten Religionen und religiösen Praktiken, aber auch in den Pluralismus verschiedenster Realisationen innerhalb ein und derselben Religion wissenschaftlich: in einen Wissenschaftspluralismus, in dem die verschiedenen Grundlagentheorien und Methodenparadigmen unversöhnt nebeneinander Anspruch auf Geltung erheben. |
Wie verhält sich der im Glauben gründende Einheitsprozeß zum politischen und kulturellen Bemühen um eine einheitliche Weltzivilisation und Weltkultur? Die Antwort wird sich an der Frage entscheiden, wie die Relation der angezielten Einheit zum Vielen und Vielfältigen ist. Wird das Viele und Vielfältige dabei eingeebnet, oder ist es integriert in die intendierte Einheit? |
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Transkulturalität oder Multikulturalität |
Heute werden ganze Kulturen infiziert von dem, was über uns via Satellit, Kabel und Video [Internet] herfällt, von westlichem Kulturkonsum amerikanischer Prägung.... Die weltweite ökonomische Interdependenz und die damit gegebene Durchrationalisierung des Lebens und der auf Universalität hin tendierende weltweite Verwaltungsapparat sind die neuen Gleichmacher. Besteht damit die Gefahr, dass statt der Vielfalt, die ja ein Reichtum ist, am Schluss Uniformität, Langeweile, oder ödes Einerlei entsteht? Oder kündigt sich in den neuen transkulturellen Gebilden eine neue Vielfalt an, die nicht mehr von kultureller Tradition her begründet ist, sondern die sich aus der Vielfalt unterschiedlicher Lebensformen und Lebensstile ergibt? Steht ein türkischer Unternehmer einem deutschen nicht sehr viel näher als einem türkischen Hilfsarbeiter; dieser aber einem deutschen Arbeiter näher als einem türkischen Intellektuellen? Kommen die Unterschiede nicht mehr durch das Nebeneinander klar abgegrenzter Kulturen zustande, sondern bilden sich im Durcheinander und Miteinander unterschiedliche Lebensformen? Besteht nicht die Gefahr, daß diese neue "Vielfalt" geprägt ist von Macht, Geld, Ansehen und Bildung und ist dies dies vom christlichen Glauben in Frage zu stellen (1 Kor 1, 26 f) ? Ist überhaupt ein zukünftiger 'common sense' denkbar, offen für westliche Rationalität und buddhistische Meditation, Hindu-Mystik und afrikanische Spontanität, dazu marxistischen Atheismus, die Frömmigkeit eines Sadat, eines Buber und auch die christliche Botschaft? Wahnsinn scheint eine solche Idee; Feuer und Wasser verbinden sich nicht. (Kulmann, Rhythmus) An all dem zeigt sich: Einheit und Vielheit sind nur zu versöhnen, wenn Vielheit sich begreifen darf als Aspekt, integraler Teil oder Verwirklichung einer sie selbst in sich bergenden Einheit.
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WELTKONFERENZ DER ETHNOTHERAPIEN
Informationen zur Konferenz in 2004
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