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Pluralismus und Vereinheitlichung 
(nach Gershake - "Der dreieine Gott")

 

Die Menschheit zerfällt in einen variationsreichen Pluralismus verschiedenster Lebensformen:

politisch: in zahlreiche Staaten und gesellschaftliche Gruppen mit unterschiedlichen, ja gegenläufigen Interessen

kulturell: in verschiedene Kulturräume mit nicht nur je besonderer Geschichte und Tradition, sondern auch mit den unterschiedlichsten Normsystemen, Brauchtümern und Gewohnheiten, Wahrheitsvorstellungen und ästhetischen Horizonten

religiös: in die mit den einzelnen Kulturen aufs engste verbundenen variabelsten Religionen und religiösen Praktiken, aber auch in den Pluralismus verschiedenster Realisationen innerhalb ein und derselben Religion

wissenschaftlich: in einen Wissenschaftspluralismus, in dem die verschiedenen Grundlagentheorien und Methodenparadigmen unversöhnt nebeneinander Anspruch auf Geltung erheben.





In einer solchen Menschheit, der auch Grund ist für Antagonismen, Streit, Krieg, lebt dennoch heute wie zu allen Zeiten die Sehnsucht nach Versöhnung, Einheit, Frieden und verwirklicht sich ein lebhaften Engagement für dieses Ziel.

Ja es gibt geradezu gegenläufig zur Entdeckung und zur Praxis des Pluralismus eine rapide fortschreitende Vereinheitlichung der Weltzivilisation und Weltkultur.

In diesen Prozeß auf Einheit hin ist auch das Christentum ganz und gar verwickelt. Denn die Idee der Einheit ist tief in die Geschichte des Glaubens eingetragen, der von der Schöpfung aller in einem Adam, vom einheitsschaffenden Handeln Gottes und von der Erlösung im einen neuen Adam sowie der Vollendung aller in dem einen "Gott alles in allem" weiß. So ist Einheit nicht 'irgendein Thema, sondern das Leitmotiv des Ganzen'.

Wie verhält sich der im Glauben gründende Einheitsprozeß zum politischen und kulturellen Bemühen um eine einheitliche Weltzivilisation und Weltkultur? Die Antwort wird sich an der Frage entscheiden, wie die Relation der angezielten Einheit zum Vielen und Vielfältigen ist. Wird das Viele und Vielfältige dabei eingeebnet, oder ist es integriert in die intendierte Einheit?

Transkulturalität oder Multikulturalität

Heute werden ganze Kulturen infiziert von dem, was über uns via Satellit, Kabel und Video [Internet] herfällt, von westlichem Kulturkonsum amerikanischer Prägung....

Die weltweite ökonomische Interdependenz und die damit gegebene Durchrationalisierung des Lebens und der auf Universalität hin tendierende weltweite Verwaltungsapparat sind die neuen Gleichmacher.

Besteht damit die Gefahr, dass statt der Vielfalt, die ja ein Reichtum ist, am Schluss Uniformität, Langeweile, oder ödes Einerlei entsteht?

Oder kündigt sich in den neuen transkulturellen Gebilden eine neue Vielfalt an, die nicht mehr von kultureller Tradition her begründet ist, sondern die sich aus der Vielfalt unterschiedlicher Lebensformen und Lebensstile ergibt?

Steht ein türkischer Unternehmer einem deutschen nicht sehr viel näher als einem türkischen Hilfsarbeiter; dieser aber einem deutschen Arbeiter näher als einem türkischen Intellektuellen?

Kommen die Unterschiede nicht mehr durch das Nebeneinander klar abgegrenzter Kulturen zustande, sondern bilden sich im Durcheinander und Miteinander unterschiedliche Lebensformen?

Besteht nicht die Gefahr, daß diese neue "Vielfalt" geprägt ist von Macht, Geld, Ansehen und Bildung und ist dies dies vom christlichen Glauben in Frage zu stellen (1 Kor 1, 26 f) ?

Ist überhaupt ein zukünftiger 'common sense' denkbar, offen für westliche Rationalität und buddhistische Meditation, Hindu-Mystik und afrikanische Spontanität, dazu marxistischen Atheismus, die Frömmigkeit eines Sadat, eines Buber und auch die christliche Botschaft? Wahnsinn scheint eine solche Idee; Feuer und Wasser verbinden sich nicht. (Kulmann, Rhythmus)

An all dem zeigt sich: Einheit und Vielheit sind nur zu versöhnen, wenn Vielheit sich begreifen darf als Aspekt, integraler Teil oder Verwirklichung einer sie selbst in sich bergenden Einheit. 

 

 

WELTKONFERENZ DER ETHNOTHERAPIEN

 

 

Auch dieses Jahr findet wieder eine Weltkonferenz 

 vom 7.-9. Oktober 2005 statt 


Veranstalter

Institut für Ethnomedizin - ETHNOMED e.V.
Melusinenstr. 2
D-81671 München


Näheres unter: www.institut-ethnomed.de


 

Informationen zur Konferenz in 2004


8.-10.Oktober 2004 in der Ludwig-Maximilians-Universität München
Weltkonferenz der Ethnotherapien - Vergehen, Sein & Werden


Ziel dieser Konferenz ist der Austausch zwischen authentischen traditionellen Heilern, Schamanen, aufgeschlossenen Wissenschaftlern und Vertetern moderner Therapiemethoden. Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen eine Vielzahl von Ethnotherapien kennenzulernen und zu erfahren und sich vertieft damit auseinanderzusetzen - ein zukunftsweisendes Experiment in Theorie und Praxis.
Es haben sich viele traditionelle Heiler, Schamanen und Stammesvertreter zu Vorträgen, Ritualen und Heilungszeremonien gemeldet, so dass diese Konferenz sicherlich außergewöhnliche Flexibilität von allen Beteiligten erfordert. Vergleichbar einem Ritual, wie etwa der Drehtanz der Sufis, werden über die drei Tage auch Körper und Sinne vereinnahmt.
Unsere indigenen Gäste wie z.B. Old Lady White Thunder Bird Woman (Assiniboine-Cree, U.S.A.), Aida Kakosyan und David Khatchaturyan (Armenien), Odongo Ogembo (Kenya), Guo Shuyun (China), Tarun Prajapati (Indien), Grandfather LittleCrow (Crow, U.S.A.), Hariramamurthi (Indien), Maile Ngema Lama & Parbati Rai (Nepal), insgesamt 53 Vertreter verschiedenster Kulturen, kommen aus 15 Ländern. Es wird eine spannende Begegnung, bei der die Vertreter dieser Völker bedeutsame Botschaften für uns mitbringen.
Die Vertreter der nordamerikanischen Indianer machen sich auf den Weg zu uns "Weißen" um uns ihre Gesetze und Wege zu Gesundheit und Heilung zu überbringen und die drohende Zerstörung der Erde zu verhindern. Die Referenten aus Indien zeigen Wege zur Überwindung des mechanistischen, körperbezogenen Denkens zu einer ganzheitlichen Gesundheit unter spirituellen Aspekten.
Unsere Gäste suchen die Verbindung, die Synthese zwischen ihrem traditionellen Heilungsansatz und unserer modernen Medizin. Es ist also an der Zeit diesen Völkern zuzuhören, aus ihren Botschaften zu lernen. Es ist an der Zeit, dass unsere Wissenschaft und Wirtschaft ihre Perspektive ändert und ihre Dienste für das Überleben der ursprünglichen Völker einsetzt, statt die alten Kulturen zu gefährden und die Umwelt zu zerstören.
Wissenschaftler und Therapeuten aus der Medizin, Psychotherapie und Pädagogik arbeiten an der Integration interkulturellen Wissens für eine ganzheitliche Behandlung und Heilweise in ihren Praxen, Zentren und Kliniken und der Öffnung des Blicks auf den Menschen als Ganzes.
Nur durch einen intensiven Austausch, durch das Erleben von anderen Kulturen und Heilungsansätzen kann sich Verständnis entwickeln und eine fruchtbare Synthese entstehen.