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VIELE GLIEDER |
EIN LEIB |
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Flash-Tip:
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Eingegangene Beiträge |
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Netzwerktheoretiker der Antike - Heraklit |
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Kann und sollte sich EUROPA auf die christlichen Werte berufen? In einem
provozierenden Artikel sind in der Süddeutschen Zeitung vom
24./25.4.04 Thesen vertreten worden, die zur Diskussion
herausfordern. |
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Eingegangene Beiträge dazu: |
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Ernst
Reif
Die
Parteien zur Europawahl zu den Werten der Gemeinschaft
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Heraklit
Alles fließt, alles ist im Fluss
Nur
Fragmente sind uns überliefert von Heraklit, kleine verdichtete Aphorismen,
die ihren Sinn nicht sofort entfalten.
Der Dunkle, der Rätselhafte wird er genannt. Er lebte einfach
und zurückgezogen. Obwohl aristokratischer Herkunft, lehnte er die Angebote
der Mächtigen für politische Ämter ab. "Ich forsche mir selber
nach", setzte er dagegen.
Er
war der erste Philosoph, der Vorgänge der äußeren Natur nach Innen, ins
Seelische projizierte. Auch dort gilt: "Du kannst nicht zweimal in den
gleichen Fluss steigen".
Die Verbindungen, die Heraklit vor 2500 Jahren zwischen Natur
und Psyche knüpft, finden heute Anerkennung in der Wissenschaft.
"Das Denken steigt und steigt nicht
in das gleiche Gehirn - es ist das gleiche Gehirn, aber es bildet neue
Zellen. Es ist gleich und nicht gleich", sagt der Hirnforscher
Detlef Linke.
"Man
könnte Heraklit als den ersten Netzwerktheoretiker des Gehirns und
Nervensystems ansehen, wenn er sagt, dass die Spinne in ihrem Netz die
Gegenden aufsucht, an denen etwas passiert und dass die Seele ähnlich in
die Körperregionen wandert, in denen beispielsweise eine Verletzung
ist", so Linke. "Heraklit beschreibt die Unendlichkeit der
Verbindungen der Neuronen vorausgreifend, wenn er sagt, die Wege der Seele
sind unendlich."
"Der
Seele Grenzen kannst du nicht ausfinden, auch wenn du gehst und jede Straße
abwanderst; so tief ist ihr Sinn", sagt Heraklit. Er sieht in der
Natur, was Neurologen heute im Gehirn entdecken. Unendliche Verbindungen,
organisiert in komplexen Strukturen, die sich jedoch der wissenschaftlichen
Logik, der "Vielwisserei", so Heraklit, entzieht. Er nennt diese
komplexe Struktur "logos", eine Vernunft, deren verborgene Ordnung
für ihn das Feuer symbolisiert.
"Der
Mensch findet sein Maß im Vergehen, darin, dass die Dinge vergehen müssen
- wie Heraklit sagt, im Feuer, das die Dinge verzehrt", interpretiert
Linke die Worte des Philosophen. "Vermessenheit ist deswegen mehr zu löschen
als Feuersbrunst, denn vergehen müssen die Dinge ohnehin."
Werden
und Vergehen: "Die Sonne wird jung Tag für Tag, entzündet sich und
verlischt." Der dunkle, rätselhafte Seher Heraklit verweist uns immer
wieder auf die naturhafte Ordnung der Dinge. Sein philosophisches Vitamin:
im Fluss bleiben, säen und ernten.
