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gilt
auch für die Seeger Kirche: Der göttliche daumen war eingefärbt über und über mit licht"
Kann
man prägnanter sagen,
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Greipl wies darauf hin, dass in der Zeit des 18. Jahrhunderts mit den Rokokobauwerken der bedeutendste Beitrag Bayerns und Schwabens zur Kunstgeschichte gelungen ist. Die Epoche ist von europäischen Bedeutung und die Seeger Ulrichskirche stellt eines der Hauptwerke dar. Sie ist eine große, eine in der ersten Reihe stehende Kirche dieser Zeit. Er schilderte die vielfältigen Probleme, die mit einer Restaurierung hinsichtlich der Substanzerfassung, der Statik, des Zustandes des Stucks und den zu ziehenden Folgerungen aus den aufgefundenen Farbschichten verbunden waren, um dann darauf einzugehen, wie diese Kirche viele Sinne - nicht nur über die Augen, sondern - über Musik und Glocken die Ohren , über den Weihrauch auch den Geruchssinn - anspricht. Er machte deutlich, dass die Welt um 1750 eine andere war. Zu dieser Zeit war Licht, vor allem ein lichter Raum für das Erleben der Menschen etwas seltenes. Für die einfachen Gläubigen, die in dunklen, gedrückten Räumen lebten, war deshalb der Gottesdienst in der hellen, heiteren Kirche ein Gegenstand des Staunens, eine tiefe Erfahrung. Sie war eine Wahrnehmung, die uns in unserer Zeit der Überfülle, die ja auch eine Überfülle von Licht hervorbrachte, verloren zu gehen droht. Greipl plädierte, dass wir mit Erfurcht und Bescheidenheit mit dem Werk unserer Vorfahren umgehen. Johann Jakob Herkomer und Johann Baptist Enderle haben diesen Raum für Gott und für die Augen der einfachen Menschen im 18. Jahrhundert, nicht für die Gebildeten und für die Kunsthistoriker von heute, geschaffen. Greipl würdigte die eindrucksvolle Persönlichkeit von Pfarrer Alois Meisburger, der ein kenntnisreicher und tatkräftiger, manchmal auch eigensinniger und schlitzohriger Partner war.
Er
kennzeichnete die Kirche als ein ausgezeichnetes Beispiel, in dem sich
Funktion und Raum, Kunst und Architektur verbinden. Abschließend dankten der Kirchenpfleger Xaver Kiderle und Bürgermeister Manfred Rinderle den vielen Menschen, die in unterschiedlichster Art und Weise - von den Reinigungsfrauen bis zu den Geldgebern - dieses großartige Seeger Gemeinschaftswerks gemeistert haben. Umrahmt wurde der Festakt von besinnlich-beschwingter Saitenmusik und einer Ausstellung über die Restaurierungsgeschichte. Die Restauratoren haben ein Meisterwerk vollbracht. |
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PONTIFIKALAMT ZUR WIEDERERÖFFUNG |
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Nach dem feierlichen Einzug unter den Klängen der restaurierten Orgel sang die Gemeinde mit der Harmoniemusik, die im Altarraum postiert war, das Lied "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit . . . Ein Lied passend zum Advent, das mich aber auch an die Theoästhetik, die HERRLICHKEIT, von Hans Urs von Balthasar erinnerte. Die Bedeutung der Schönheit zur Erfahrung des Göttlichen, die Öffnung des göttlichen Geheimnisses zu uns, fand in dieser Eröffnung seinen treffenden Ausdruck. Das Lied war auch deshalb sehr gut gewählt, da die Musik aus dem Jahre 1704 stammt, also der Zeit, in der Johann Jakob Herkomer die Pläne für die Kirche erstellte. Welches Lied könnte die Lage der Seeger Kirche treffender beschreiben, als "Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land . . . ", so die Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Frau Annemarie Mayer, in ihren Grußworten, in denen sie die Verdienste von Pfarrer Meisburger und Pfarrer Ganal, aber auch der ganzen Pfarrgemeinde hervorhob. Danach erfüllte die Musik des 18. Jahrhunderts den Raum. Sehen und Hören, Hören und Sehen verbanden sich. Die Lichter des Raumes glänzten ein Spur heller als Mozarts "Kyrie - Andante maestoso - Più andante" gespielt vom Seeger Kirchenchor mit Orchester eindrucksvoll erklang. Die Krönungsmesse war auch deshalb das passende Werk, da sie ihren Namen auf die „Krönung“ eines wundertätigen Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche Maria Plain im Jahre 1751 zurückzuführen ist. Zum 28. Jahrestag soll die Messe ebendort uraufgeführt worden sein. Die Krönung Marias ist in der Seeger Kirche z.B. auch am rechten Seitenaltar dargestellt. Wahrscheinlicher erscheint aus heutiger Sicht aber, dass die Uraufführung am Ostersonntag 1776 im Salzburger Dom erfolgte. J.B. Enderle stellte sein faszinierendes Deckenfresko im Jahre 1770 fertig. Die Lesungen waren aus Jesaja 2, 1-5 mit der eindringlichen Textstelle: "Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen." sowie aus dem Brief von Paulus an die Römer, in dem es heißt: "Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus Christus an und sorgt nicht so für euren Leib, dass die Begierden erwachen." Kräftiger als sonst kam mir das anschließende dreifache Halleluja vor. Die "Frohe Botschaft" war aus Mt. 24,37-44: "Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet." Bischof
Mixa sprach in der Predigt die anwesende Prominenz persönlich an. Bist Du
wirklich bereit Thomas Goppel, Theo Waigel ... Walter Mixa, bist Du, Du ,
Du wirklich bereit? Und es folgte das ehrliche Eingeständnis, dass
die Bereitschaft sich auf das Kommen des Menschensohnes einzustellen,
nicht sehr groß ist. Er verwies auf den Kirchenraum und bezeichnete ihn
als einen "Festsaal des Glaubens, der Freude und Glücksgefühl
atmet" um dann aber
gleich darauf hinzuweisen, dass an erster Stelle
das Bereithalten stehen sollte. Die heutige Kirche unterliege großen
Herausforderungen und gefordert sei, wachsam zu sein. Er nahm dann Bezug
auf das Deckenfresko von Balthasar Riepp, das die Schlacht gegen die
Ungarn 955 vor den Toren Augsburgs zeigt, und stellte die Frage.
"Welche Entwicklung hätte Europa genommen, wenn Ulrich nicht
gehandelt hätte? Sind wir bei den heutigen Entwicklungen wachsam genug?
Ulrich griff die Ungarn nicht an, sondern verteidigte die
abendländische Kultur. Nur wenige Jahrzehnte später nahmen die Ungarn
dann das Christentum an (Am Weihnachtsfest des Jahres 1000 ließ
sich Stephan mit einer von Papst Silvester II. übersandten Krone zum
"Apostolischen König" krönen und wurde so zum Begründer des
christlichen Königreiches Ungarn). Und wieder fragte Mixa: Wie halten wir es heute? Er stellte heraus, wie wichtig der interreligiöse Dialog ist, stellte aber auch die Frage, ob das Christentum heute den Herausforderungen ausreichend begegnet. Zum Schluss nahm er auf das Segelschiff des Seeger Wappens Bezug. So ein Schiff aus Glaube, Hoffnung und Liebe sollten die Christen sein. Nach den Fürbitten, die Gläubige aller Alterstufen vorbrachten, sang der Kirchenchor das dreigliedrige Credo Allegro molto - Adagio - Tempo I aus der Krönungsmesse. Im Laufe der Messfeier wurde vor der Wandlung noch das Sanktus Andante maestoso - Allegro assai, und das Benediktus Allegretto - Allegro assai und danach das Agnus Dei Andante sostenuto - Allegro con spirito eindrucksvoll vorgetragen. Weitere
musikalische Elemente waren das Lied "O Heiland, reiß die Himmel
auf, herab, herab vom Himmel lauf. . .". Bei diesem
Pontifikalamt, in diesem Raum, in dem man sich dem Himmel ein
stückweit näher fühlte, bekamen diese - den Himmel öffnenden Worte - einen
besonderen Klang. Während der Kommunion stimmte die Harmoniemusik
Seeg den adventlichen Choral "Tochter Zion ..." an. Beendet
wurde der Gottesdienst mit dem Loblied, aller Loblieder "Großer Gott
wir loben dich" und ich hatte den Eindruck, dass die ganze Gemeinde
aus vollem Herzen für das gelungene Werk der Restaurierung sang. Ein
bewegender Tag, der sicher vielen lange in Erinnerung bleiben wird und
für Seeg ein historisches Ereignis darstellt. |
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AUSSCHNITT EINES FOTOS AUS DER ALLGÄUER ZEITUNG VOM PONTIFIKALAMT AM 2.12.2007
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