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TAGEBUCHEINTRAG
am 25.
Februar 1920
"An
einen Künstler:
einen
Christus universalis malen, -
ein
Herz, in dem sich die Welten bewegen und
fortsetzen." |
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Teilhard
hat in seinem Werk den Bezug zu den Künsten - soweit
ich es derzeit überschaue - nur am Rande angesprochen.
Aber es finden sich auch immer wieder Hinweise, dass in
seinem Denken das Ästhetische durchaus einen Bedeutung
hatte. Abgesehen von seinen Texten, die oft bewegend,
sprachmächtig, und schöpferisch sind, stelle ich mir
die Frage: „Wo finden sich in seinem Werk Bezüge zu
den Künsten und zu Künstler? Wo und in welchem
Zusammenhang hat er sich auf diese bezogen . Ich glaube,
das Thema "Teilhard und die Künste"
aufzugreifen, wäre eine lohnende und eine wichtige Ergänzung. Für
Hinweise zu dieser Thematik wäre ich sehr dankbar.
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Tagebucheintrag
5. Februar 1917
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An
Marguerite:
"...
die Liebe zum göttlichen Willen ist eine einfache Form,
die nach Stütze und einer Achse verlangt; die Liebe ist
vereinend, doch in sich selbst stationär. - In
der Richtung der natürlichen Vervollkommnung der
Seelen, die durch das vereinte Bemühen aller
Wissenschaften, aller Ästhetik und alle Moral erreicht
wird [hier
scheint das Wahre, Schöne, Gute auf ! ],
muß der Weg und das dynamische Feld gesucht werden,
durch die das totale menschliche Bemühen in
seiner Substanz koordiniert wird."
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In
seinem Werk "Christus in der Materie"
(Geschrieben vor dem Gefecht von Douaumont im ersten
Weltkrieg 1916) verfaßte Teilhard
im Kapitel "Das Bild" eine
Hymne an die Schönheit der Welt und an die Schönheit Christi.
Ich
sehe immer mehr, dass Teilhard eigentlich die gesamte, sich
erfüllende Schöpfung als ein großes Kunstwerk (als
ein Drama, als einen großen Gesang, als eine Diaphanie)
betrachtete.
"Wenn
es erlaubt ist, ein geheiligtes Wort neu abzuändern,
dann würden wir sagen, daß nicht das Erscheinen,
sondern das Durchscheinen Gottes im Universum das
große Geheimnis des Christentums sei. 0 ja, Herr,
nicht nur der Strahl, der durchdringt. Nicht Deine
Epiphanie, Jesus, sondern Deine Diaphanie.
(Der
Göttliche Bereich, Olten und Freiburg 1962, S. 155)
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Bekenntnis:
Was Teilhard gerne möchte
Tient-tsin,
12. Oktober 1926 (Aus: Brief an eine Marxistin S.
57ff.)) |
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Da
mir leider weder die Musik noch die Dichtung, noch auch
[und das bedauere ich vor allem] das Talent oder die
Kunst des Romanschriftstellers gegeben ist, habe ich
bisher Entspannung gesucht in allen möglichen
philosophisch-literarischen Essays, von denen ich Ihnen
bisher nur einen winzigen Teil zeigen konnte.
...
Das
einzige Buch, das ich schreiben möchte, das ich
schreiben muß, wäre nicht das Buch Chinas, sondern das
'Buch der Erde'. ich möchte endlich sprechen, wie ich
denke, ohne mich zu kümmern, was zugelassen wird, mit
der alleinigen Sorge, so getreu wie möglich das zum
Ausdruck zu bringen, was ich in mir wie eine Stimme oder
ein Lied brausen höre, die nicht von mir, sondern von
der Welt in mir sind. Ich möchte aussagen, was ein man
denkt, der endlich die Scheidewände und die Decken der
kleinen Länder, der kleinen Gesellschaften, der kleinen
Sekten durchstoßen hat, und nun über allen diesen
Kategorien auftaucht und sich als Kind und Bürger der
Erde entdeckt.
...
Ich
weiß, ich werde als Tor angesehen, wenn ich diese Dinge
schreibe. Aber weshalb eigentlich? Sind es nicht die
Braven und die Gemäßigten, die blind sind. Wirklich,
wir führen eine beschränkte Existenz in einem Milieu,
das einen unermeßlichen Atem verlangen würde. All das
möchte ich in irgendeiner Form in ein Buch der Erde
einbringen. ... Ich möchte, daß es ebensosehr ein Werk
der Kunst sein wie
des Denkens. |
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Am
Sonntag, 10. April 2005, dem
50.
Todestag von Teilhard de Chardin, fand
in der Aula der Theologischen Hochschule Chur eine
Teilhard gewidmete Aufführung statt:
"Le
coeur de la matière"
Die Bilder sind von Maria
Hafner, die
Komposition von Matthias
Müller in 21 Teilen ensemble
zero: Rahel
Cunz (violin)
Daniel Pezzotti (violoncello)
Magda Schwerzmann (flutes)
Matthias Müller (clarinets)
Raul Diaz (horn)
Peter Waters (piano)
Jacqueline Ott Yesilalp (percussion)
 Zum
Buch "Nichts als das Ganze" der Zuger
Künstlerin Maria Hafner |
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André
Jolivet,
geboren
am 8. August 1905, er starb am 20. Dezember 1974 in Paris
Sein
Werk : Ascèses pour Clarinette (1967)
bezieht sich im III. Satz auf
Teilhard de Chardin
Jolivet
war zusammen mit Olivier
Messiaen und mehreren anderen jungen Komponisten ein Gründungsmitglied
von "La Jeune France", einer 1936 mit dem Ziel
gebildeten Gruppe, in der Musik wieder menschliche Belange in den
Vordergrund zu rücken. Jolivet übernahm nicht den Serialismus,
sondern strebte danach, Befreiung von den Fesseln der Tonalität
durch die Verwendung von Modi, neuen Modulationsformen und
harmonischer und rhythmischer Innovation zu erlangen Unter dem
Einfluß seines Lehrers, Edgar Varese, nutzte er auch die
verschiedenen Möglichkeiten der Musikinstrumente.
Es
besteht aus fünf kontrastierenden Sätzen, denen in der Partitur
jeweils ein Zitat aus Gedichten von Max-Pol Fouchet (1913—80)
(I, II und V), des algerisch-französischen Schriftstellers und
Dichters, der eng mit Albert Camus befreundet war, Pierre
Teilhard de Chardin (III) und Papyrus Insinger (IV) folgt. Die
Zitate lauten:
I
"So dass
das Geheimnis bleibt, schweigen wir sogar die Stille")
II
"Du
entspringst der Abwesenheit ... " (Max-Pol Fouchet)
III
"Materie,
dreifacher Abgrund der Sterne, der Atome und der Generationen
(Pierre Teilhard de Chardin)
IV
"Gott hat
die Träume geschaffen, um dem Schlafenden den Weg zu zeigen,
dessen Augen in der Dunkelheit sind"
(Papyrus Insinger)
V
"Oh Frau,
die nicht weißt, dass Du die Welt in Dir trugst"
) (Max-Pol Fouchet) |
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Tina
Davidson
"Hymn
of the Universe" von für Chor, Streichquartett,
Englischhorn und Schlagzeug
nach
Schriften von Pierre Teilhard de Chardin
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Georges
Lentz
(Komponist)
"Caeli
enarrant..." ('Die Himmel erzählen...' - Psalm XIX)
Georges
Lentz ist eine paradoxe
Erscheinung für seine Zeit und Generation. 1965 in Luxemburg
geboren, lebt er seit 1990 in Australien. Seine Musik wird
regelmäßig in Australien, Europa und den USA aufgeführt, doch
er nimmt nur selten Kompositionsaufträge an und zieht es vor,
oft über Jahre an einer kleinen Anzahl von Werken zu feilen.
Seine musikalische Sprache ist höchst individuell, und trotzdem
gelingt es dem Komponisten, in ihr Aussagen von großer Überzeugung
über die Natur des Universums zu vermitteln. Seine Technik
zeugt von höchstem Können, doch steht sie dabei immer ganz im
Dienste des geistigen Programms, das sein gesamtes Schaffen
durchzieht: fast alle bisherigen Werke gehören zur "Caeli
enarrant…“ betitelten Werkgruppe, eine
Anspielung an die Vision des Kosmos als Inbegriff Gottes im XIX.
Psalm. "Caeli enarrant…“ ist,
laut Georges Lentz, "ein Werkzyklus, der meine Faszination
für Astronomie sowie meine geistigen Überzeugungen, Fragen und
Zweifel widerspiegelt“. Man gewinnt den Eindruck, dass
diese Werke eine gewisse Verwandschaft mit der Gedankenwelt
christlicher Mystiker wie Meister Eckhart, Hildegard von Bingen,
Teilhard de Chardin
oder Thomas Merton haben. |
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Musik |
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Tagebucheintrag
am 27. März 1916
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"..Die
Musik führt nicht nur zum pantheistischen, heidnischen
Sichergießen." Die(se) Künste
[Musik und Dichtung - lt. Brief an Marguerite
Teillard-Chambon] regen lediglich in allgemeiner Weise die Seele
an, Schöneres und Größeres zu suchen.
Sie
sensibilisieren sie [die Seele] für das Ganze; sie 'kosmisieren'
sie , indem sie sie dazu drängen, sich im niederen Nirvana zu
verlieren, oder indem sie sie veranlassen, sich leidenschaftlich
dem großen Bemühen in Richtung der höheren Sphären zu
vereinen."
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Tagebucheintrag
am 2. Januar 1917
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"Weshalb
entsteht die pantheistische Empfindung so häufig angesichts der
Leere (Meer, Wüste, stellare Räume, Vergangenheit ...)
Ich
muß die verschiedenen kosmischen Empfindungen gruppieren und
zusammen studieren, so ... der von der Musik
gewiegte und angestachelte Elan des Seins.
...
Diese verschiedenen Empfindungen sind dadurch gekennzeichnet, daß
sie vom Ganzen, oder vom Unbestimmten, getragen sind ...
..
Unerbittlich kondensiert sich der Elan, unmittelbar das All zu
erreichen, zur Prosa menschlichen Bemühens und zum strengen
Gesetz der Entsagung .....
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Brief
an eine Marxistin - Peking 14. Februar 1927
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"Im
Grunde wollte ich nicht so sehr eine Theorie, ein System, eine Weltanschauung
verbreiten, sondern eine gewisse Lust, eine gewisse Wahrnehmung
der Schönheit, des Pathetischen, der Einheit des Seins.
genau das verursacht wahrscheinlich das Unverständnis, auf das
ich stoße. Ich versuche, diese Art ruhiger Trunkenheit, die das
Bewußtsein des tiefen Stoffes der Dinge mir verursacht, in
Begriffen von Theorien auszusagen [wie
ich es, wenn ich dazu fähig wäre, in Musikstücken tun möchte!];
doch diese Theorien gelten für mich in Wirklichkeit nur wegen
ihrer Resonanz in einem Bereich der Seele, der nicht der des
Intellektualismus ist. Diejenigen, die die tiefe Harmonie des
Universums nicht hören, die ich zu transkribieren versuche [sehr
viele hören sie auch glücklicherweise], suchen in dem, was ich
schreibe, ich weiß nicht welches eng logische System, und sie
sind verwirrt oder wütend. Im Grunde ist es nicht möglich, die
Wahrnehmung einer Qualität, eines Geschmacks direkt durch Worte
zu übermitteln.
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Wagner |
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Aus
dem Buch von Thomas Broch - Pierre Teilhard des Chardin -
1989:
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Man
wird "Teilhards Einheitsdenken nicht gerecht, wenn man es
nicht in erster Linie versteht als Schau, als intuitives,
existenzielles und zugleich 'sinnliches' Erleben, als
'psychologische Erfahrung', von welcher er selbst sagt, er würde
sie lieber in der Sprache der Musik als in theoretischer
Begrifflichkeit entfalten, und er wäre lieber ein 'Schatten
Wagners' ein 'Schatten Darwins' [Briefe an eine Marxistin
14.2.1927]. |
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