TEILHARD DE CHARDIN

1. MAI 1881       -       10. APRIL 1955

AKTUELLES

 

Pierre Teilhard de Chardin

Sinn und Ziel der Evolution

Ausgewählte Texte, bearbeitet und herausgegeben 
von Peter Gotthard Bieri

Shaker Media Aachen 2010, 204 S.

Format A5, Softcover ISBN 978-3-86858-521-6

"Dieses Buch ist der erstmalige Versuch, ein Hauptwerk Teilhards auf Wesentliches zu kürzen und in eine allgemein verständliche Sprache zu bringen. Es handelt sich um 16 Aufsätze aus dem Sammelband „Die Zukunft des Menschen". Diese Aufsätze sind von großer visionärer Kraft und gesellschaftlicher Brisanz. Sie gehen alle von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen aus und führen über die sozialwissenschaftliche und philosophische Ebene bis in spirituelle Höhen."

Die Webseite zum Buch: www.holisticevolution.net

 

 

 

Elke Hentschel

Pierre Teilhard de Chardin
Pierre Teilhard de Chardin

Synthese von Glaube und Naturwissenschaft aus der Sicht der Biographieforschung
  
Studien zu Religionspädagogik und Pastoralgeschichte, Bd. 8
 
Hamburg 2004, 304 Seiten
ISBN 3-8300-1528-3


Zur Verlagsankündigung
 
 

Als einer der kühnsten Theologen des 20. Jahrhunderts hat der französische Naturwissenschaftler und Jesuit Pierre Teilhard de Chardin erstmals Forschung und Anbetung zu einer Synthese gebracht, die sowohl der Theologie als auch der Naturwissenschaft neue Denkmodelle aufzeigt.

Jeder Mensch prägt im Laufe seiner wechselvollen Lebensgeschichte auch seine eigene religiöse Biographie. Vorliegende Studie zeigt an der konkreten Vita Pierre Teilhard de Chardins auf, wie kohärent Theologie und Naturwissenschaft in einer Biographie miteinander verwoben sein können und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Überbrückung der Kluft zwischen den Disziplinen und zum weiteren Ausbau der noch jungen Biographieforschung.

Besonderen Wert erhält die Studie durch die Präsentation des facettenreichen aktuellen Biographie-Forschungsstands von Soziologie, Anthropologie und Theologie, Entwicklungspsychologie, Geschichte, Biologie und Genetik. Es ergibt sich ein disziplinübergreifendes Selbstverständnis der Biographieforschung.

Dabei handelt es sich um eine höchst aktuelle praktisch-theologische Fragestellung. Vorliegende lebensgeschichtliche Untersuchung lässt erstmals ein biographisch-lebendiges Bild von der Dynamik einer Persönlichkeit, die dem Leser zugleich als "Sohn des Himmels" und als "Sohn der Erde" begegnet, gewinnen. Sie hebt prägende Elemente in dem seit Kopernikus anfanghaft, seit Galilei verstärkt und seit Darwin dramatisch angespanntem Verhältnis von Naturwissenschaft und Glauben ans Licht.

 

Teilhard de Chardin

 
Autor: Martin Leiner, Nikolaus Knoepffler, H. J. Brix
Erschienen bei: Vandenhoeck& Ruprecht, V&r Unipress
Einband: Gebunden, 2005. 124 S. 25 cm
ISBN: 3-899-71232-3
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 32,90 (inkl. 7% MwSt)


Eine Synthese von Evolutionstheorie und christlichem Glauben erscheint nach den Ergebnissen der Kosmologie und der Biologie heute weniger problematisch, als sie es noch vor mehreren Generationen war. Im 50. Todesjahr des großen französischen Paläontologen und Theologen Pierre Teilhard de Chardin informiert dieser Band aus interdisziplinärer Sicht über die aktuelle Diskussion der von ihm vorgelegten großen Synthese. Die verschiedenen Beiträge stellen Teilhard aus biologisch-paläontologischer Perspektive dar und beschreiben die Auseinandersetzungen der katholischen und evangelischen Theologie mit Teilhard. Zudem wird das Thema "Christus als Weltseele" behandelt. Den Band beschließt eine Darstellung aus der Sicht neuerer physikalischer Kosmologie.

 

 

 

TEILHARD DE CHARDIN

"Seit Aristoteles hat man kaum aufgehört, die Gottes-'Modelle' vom Typ eines äußeren, von den Ursprüngen (von hinten - a retro) wirkenden ERSTEN BEWEGERS zu konstruieren. Seitdem in unserem Bewußtsein der 'evolutive Sinn' emergiert ist, ist es uns physisch nicht mehr möglich, etwas anderes als einen Gott, der der organische Erste Beweger der uns von vorn anzieht (ab ante) ist, uns vorzustellen oder anzubeten. Nur ein funktionell und totel 'Omega' seiender Gott kann uns von nun an zufriedenstellen. Wo aber sollen wir einen solchen Gott finden? Wer also wird der Evolution endlich Ihren Gott geben?"



Wie können wir uns vorstellen und hoffen, dass sich auf Erden die menschliche Einmütigkeit verwirklicht?

 

1950 (Paris) schrieb Teilhard de Chardin einen Essay mit diesem Titel.

 

Er fragt, ob es nicht trotz allen gegenseitigen Anscheins positive Anzeichen gibt, "dass die Menschheit als Ganzes tatsächlich auf dem Wege wirklicher Einmütigkeit ist." Gibt es "in der Erfahrung bereits definierbare und spürbare planetare Energien", "die unbezwinglich dahin streben, die bestürzende Vielzahl von Milliarden denkender Bewußtheiten einander näherzubringen und in sich zu organisieren"? 

Er beschreibt zwei Wirkformen, "die so universell in der uns umflutenden menschlichen Atmosphäre verbreitet sind, daß wir häufig Gefahr laufen, sie ebensowenig wie die Luft oder das Licht zu spüren- und die doch so einhüllend und nah sind, daß ihnen keine unserer Gebärden zu entgehen vermag."

 

a) Geographische Krümmung

 

Die menschliche Gruppe entwickelt sich auf der geschlossenen Kugeloberfläche der Erde. Die wachsende Menschheit führt dazu, "als ob sie auf einer sich ständig zusammenziehenden Erde wachse, was zu einem immer heftigeren Zusammendrängung in sich selbst führt. Das erste Ergebnis dieser furchtbaren ethnischen Kompression ist offensichtlich, daß sie unbezwinglich die Körper einander nähert. Doch diese Verdichtung des menschlichen Stoffes, so materiell sie auch in ihren Ursprüngen ist, hat tiefgreifende Folgen für die Seelen. Denn um vital, 'bequem', auf den um sie herum steigenden Druck zu antworten - um zu überleben und um gut zu leben -, reagiert die Vielzahl der denkenden Wesen auf natürliche Weise, indem sie sich wirtschaftlich und technisch bestmöglich in sich selbst anordnet. "- Und das führt sie schließlich dahin, sich um einen Grad mehr in sich zu reflektieren - also das über zu entwickeln, was am spezifischsten und höchsten menschlich in ihr ist." ...

"Durch das brutale Wirken der planetaren Kompression erwärmt und erhellt sich die menschliche Masse geistig."

 

b) Geistige Krümmung

 

"Zunächst denken, um zu überleben, dann leben, um zu denken: das erweist sich als das grundlegende Gesetz der Anthropogenese. Doch nachdem der Denkvorgang einmal ausgelöst ist, zeigt er ein außerordentliches Vermögen, sich gleich einem Organismus fortzusetzen und auszudehnen, den, nachdem er einmal entstanden ist, nichts mehr davon abhalten kann, zu wachsen, sich auszubreiten und alles mit seinem Netz zu umgeben."

"Das physische reflektierte Milieu, in das wir eingetaucht sind, ist von Natur aus so eingerichtet, daß wir in ihm nicht fortbestehen können, ohne voranzuschreiten; und daß wir in ihm nicht voranschreiten können, ohne uns einander zu nähern und ohne uns einander zu unterstützen. Als ob all unser individuelles Sich-Emporschwingen zu mehr Wahrheit im Innern einer geschlossenen geistigen 'Kuppel' ablaufe, deren Wände unsere Intelligenzen unerbittlich einander näher bringen!"