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TEILHARD DE CHARDIN 1. MAI 1881 - 10. APRIL 1955 |
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Verwendung des Artikels von Bernd Kettern
Das Werk ist wenig systematisch angelegt, wenngleich immer wieder um die großen Fragestellung der Beziehung von Gott und Universum kreisend, es ist mehr impulssetzend und zutiefst geprägt von einem eigenständigen Denken. Teilhards Schriften machen oft den Eindruck einer Mannigfaltigkeit. Er war kein Dogmatiker oder auch Philosoph und suchte auch nicht die intensive Auseinandersetzung mit ihm nahestehenden Autoren wie z.B. Bergson oder Blondel. Seine Fragestellung war zu verschieden: Wie kann der Christus der mittelmeerischen Kulturen der Christus des gesamten, evolutiv geprägten Universums sein? Das Denken Teilhards kreist um drei Grundkomponenten: Das Kosmische, das Christische, das Menschliche: Das Kosmische ist der Sinn für die universelle Totalität und Solidarität; das Christische findet er in der christozentrischen Frömmigkeit (Herz-Jesu-Verehrung), im Verständnis des christlichen Lebens als Dialogprozess mit Christus; das Menschliche zentriert sich in der evidenten Fähigkeit, das Einmütige in der Masse der menschlichen Kollektive zu finden. Innerster Kern seines Lebens wie Forschens war eine ausgeprägte Frömmigkeit. Sie verband sich für ihn zunächst mit einer kindlich geprägten Verehrung der Steine bzw. Mineralien. Diese erschienen ihm anfangs als Inbegriff des Beständigen, später aber dann als Zeichen von Veränderungsprozessen. Im Anschluß an die Theorie der Evolution entwickelte Teilhard einen neuen Anthropozentrismus: das »Phänomen Mensch« wurde ihm zum Mittelpunkt der Evolution. Nach der Kosmo- und Biogenese beginnt mit dem Menschen das Zeitalter der Noogenese (Geistwerdung). Dieses Zeitalter assoziert und personalisiert gleichzeitig die Individuen; sie bringen einen gesellschaftlichen Super-Organismus hervor - in solchen Vorstellungen zeigt sich eine Nähe Teilhards zu kommunistischen Idealen; bewegt von der Energie der Liebe konvergieren die menschlichen Bewußtseinszentren im Punkt Omega: er ist das Herz aller Zentren. Dem Christen offenbart sich diese Einigung der Welt als ihre Erschaffung wie Vollendung durch Gott in Christus. In diesem Sinne spricht Teilhard von einer Christogenese. Teilhard war vom naturwissenschaftlichen Charakter seiner Gedanken überzeugt. Indem er den Jesus der Evangelien mit dem Entwicklungsprinzip eines in Bewegung befindlichen Universums verband, betrachtete er Schöpfung, Inkarnation und Erlösung als Grundlagen der schöpferischen Union der Welt in Gott. Die Bedeutung Teilhards liegt in seinem Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Glaubenswahrheiten zu verbinden. Nach seinem Tod wurden viele Schriften aus dem Nachlaß erstmals veröffentlicht. Dies war der Beginn einer sehr intensiven und zugleich kontroversen Diskussion, die zur Zeit des 2. Vatikanischen Konzils ihren Höhepunkt erlebte. Zahlreiche Gesellschaften und Publikationsorgane sind bis heute bestrebt, das Denken Teilhards zu erschließen (z.B. Acta Teilhardiana. Studien und Mitteilungen der Gesellschaft Teilhard des Chardin; Etudes Teilhardiennes; Carnets Teilhard; The Teilhard Review; Revue Teilhard de Chardin). |
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Entdeckte Literatur |
Prof.
Dr. Paul Bolberitz |
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