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1
Die Welt ist endlich;
die der Dinge, die des Menschen, und die des Schaffens.
Sie steht ganz und gar in Grenzen, und es ist ein Trug, sich darüber mit
Unendlichkeitsbegriffen hinwegzutäuschen.
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2
Dieses gleiche
Dasein enthält aber überall einen Charakter der Unbedingtheit - wie es
sich in den Werken der Wahrheit, des Guten, der Freiheit und Wertordnungen
ausdrückt.
Dieser Charakter kann aus der
endlichen Wirklichkeit nicht abgeleitet werden - es ist aber eine
Ausflucht, über sie eine ideelle, unwirkliche, reine Gültigkeitswelt
aufzubauen, die im Leeren hängt.
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3
Es muß
erkannt werden, daß dieses Dasein nicht in sich steht und nicht aus sich
heraus Sinn haben; daher auch ein Menschenwerk nicht aus der eigenen
Wirklichkeit heraus aufgebaut werden kann.
Der Ausdruck für diese Tatsache bildet der Begriff der Schöpfung:
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4
Es gibt eine
Wirklichkeit, die als Wirklichkeit absolut ist und keiner Begründung bedarf.
Diese Wirklichkeit ist in sich selbst gültig; hat den Charakter der Wahrheit,
der Freiheit, der Sittlichkeit. Sie heißt "Gott".
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5
Die Welt ist durch
Gott in ihrer Wirklichkeit geschaffen und in ihrer Gültigkeit begründet.
Derselbe Gott ruft den Menschen an und begründet ihn dadurch als Person.
Er vertraut ihm die Welt an und fordert von ihm Rechenschaft, was er damit
macht. Die Weise, wie er das erfährt, heißt "Gewissen".
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6
In
diesem Bezug des lebendigen Gottes; des Menschen, der durch Ihn als Person
begründet ist und der Schöpfung, die Werk Gottes ist, bewegt sich die
Existenz des Menschen. In ihm tut er sein Werk.
Ethik
- 1087 |
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DER
GEGENSATZ
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| "Meine
Gedanken kommen mir im Gehen. Sie kommen selbst und entfalten
sich. Ich muß ihnen Raum schaffen, sie hüten und durch
Aufmerksamkeit rufen. Es ist anstrengend; inwendig , im
Lebendigen"
Tagebucheintragung vom
11.7.1953
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GUARD
- INI
SCHAU
- MANN
Schauender
Wächter am Tor zum Geheimnis
Mann des
Auges
Im
Dialog der Augen vermählen sich mens und cor
Austausch
(commercium) als Hochzeitsnacht der Erkenntnis(connubium)
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"Manchmal
ist es so ... Als ob die Wände dünner würden ... Auch die Wände
meines eigenen Seins; und hin und wieder einmal habe ich gefühlt,
wie es wäre, wenn ich wüßte, was mit mir gemeint ist ..."
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| Behalten |
"Es
war mir allmählich klar geworden, daß ein Gesetz besteht, wonach
der Mensch, wenn er 'seine Seele' behält, daß heißt, in sich
selber bleibt und als gültig nur annimmt, was ihm unmittelbar
einleuchtet, das Eigentliche verliert. Will er zur Wahrheit und
zum wahren Selbst gelangen, dann muß er sich hergeben. |
Hergeben |
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Vom Allgemeinen
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"Die
einen kommen von der konkreten Wirklichkeit und dringen allmählich
ins Allgemeine vor. Andere müssen in der umgekehrten Richtung
gehen, und zu denen gehört der Schreiber. Erst im Laufe vieler
Jahre hat er von den Ideen zu den Dingen gefunden, zum konkreten
Menschen, zur Geschichte - freilich hat das alles dann auch eine
besondere Tiefe bekommen." |
zum
Konkreten
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Logiker mit
seiner ausgebildeten Begabung zur Intuition
Distanzierte
Schau
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Orientierungs-
und Glaubenskrise des Studenten
Kulturkrise
Anfangs der 20er Jahre
Tod seiner
Freunde Karl Neundörfer
und Maria Knoepfler in Jahresfrist
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Moderner,
schuldgetriebener
und wesensunruhiger
Dialektiker
Demütige Bejahung der
"zufälligen" Endlichkeit und Zerbrechlichkeit, der
faktischen Geschichtlichkeit und tragischen Schicksalsverwobenheit
des Daseins.
"Weg zu Gott ist dem
Menschen der Mensch - die Menschen, die ihm zugewiesen sind ...
Auch das Schicksal ist dem Menschen Weg zu Gott."
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Männliche
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Weibliche |
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Das
Licht ist für ihn jene Wirklichkeit,
in welcher konkrete Gestalt in den Zustand der Verklärung gehoben
wird, ohne den geschichtlichen Umriß zu verlieren. Licht ist
jenes Erlebnis, in dem Herz und Geist zusammenkommen und zu
lebendiger Glut werden.
"Es ist, als höre
der Stoff auf, nur Stoff zu sein; als gewinne der Geist
Gestalt, daß er geschaut werden kann ... Stoff und Geist stehen
da nicht unvermittelt nebeneinander, sondern es gibt etwas, daß
eine Brücke zwischen ihnen bildet, das Licht ... Es ist kein
'Vergleich', sondern Wahrheit schlechthin, wenn manche geistliche
Erlebnisse als Lichterfahrungen beschrieben werden, oder wenn das
Johannesevangelium geradezu sagt: 'Gott ist Licht' ... Verklärung
ist die Erfüllung dessen, was 'Leib' heißt ... In solchen Spätnachmittagstunden
schaut man wie ein Unterpfand dieser Hoffnung."
Tagebuch. Im Engadin, in:
In Spiegel und Gleichnis, 105.
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Bruckner
Beginn der
VII. Symphonie
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Damit
berühre ich wohl das Tiefste,
was
im Begriff der
Mitte
und.
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des
Maßes
liegt:
Unser
Menschendasein steht in einem
schwebenden
Bereich.
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Mit
unserm ganzen Sein und Leben
sind
wir gleichermaßen
frei-schwebend.
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Über uns geht es in's
unmöglich Große,
wo wir verschlungen
werden.
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Unter
uns in's
ungreifbar Kleine,
wo wir keinen Fuß
mehr fassen.
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Nach allen Seiten hin
in das Unmaß,
wo die Einheit zerreißt.
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Nach innen
aber lockt
ruhendes
Gleichgewicht,
darin die
Spannung einschläft.
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Menschliches
Dasein
hat
sein Geheimnis darin,
daß
es schwebend ist
zwischen
all
diesen Un-Möglichkeiten.
Und
sein tiefstes Ethos,
sich
in der Schwebe zu halten.
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Es
darf
nicht
zu leicht werden,
muß
Gewicht wahren,
sonst
zergeht es
in's
Grenzenlose.
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Es
darf
nicht
ausstürmen
in
das Maßlose, sondern
muß
Zucht halten,
geschlossen
bleiben.
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Es
darf
nicht
lasten,
muß
leicht bleiben,
sonst
sinkt es in die Tiefe,
zerfällt
in's Einzelne.
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Es
darf sich
nicht
niedersetzen,
sich
selbst zur Genüge,
sondern
muß
in
immerwährendem
Vorübergang
bleiben.
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Das
alles bedeutet:
Es
muß schweben können.
Damit
wird das Streben nicht verneint.
Vielmehr
wird es eben dadurch
als
menschliches Streben begründet.

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| PASSIV |
AKTIV |
| LASSEN |
TUN |
| GELASSENHEIT |
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| POTENZ |
AKT
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| DAUER |
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| RUHE |
BEWEGUNG |
| GESETZ |
STROM |
| STAND |
SPRUNG |
| BEZIEHUNGEN |
BEWEGUNGEN |
| BAU |
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| GEWORDENE
GESTALT |
LEBENDIGE
GESTALT |
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| FESTIGKEIT |
FLÜSSIGKEIT |
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TUN |
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RAUM
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ZEIT
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Die
Mitte |
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Das
Wort [ die Mitte] bedeutet auch nicht soviel wie Innerlichkeit.
Sondern ‘Mitte’ als Herzpunkt des Lebens; als Beziehungspunkt
lebendiger Gestalt; als Ausgang und Rückkehr schwingender
Bewegung. Jedes Lebendige hat seine Mitte. Und es gibt wohl auch
eine für die Gesamtheit des Lebendigen; kann sie wenigstens
geben, wenn diese in der richtigen Haltung stehen und ihre Mitten
bezogen sind auf ein Letzt-Gemeinsames.
Jenes
Leben ist recht, das eigene Mitte hat und darin steht. Von ihr her
und zu ihr hin lebt. Vielleicht haben wir neu zu lernen, was es
heißt, eine Mitte zu haben und in ihr zu stehen; nicht an ein
Draußen preisgegeben, nicht bloß ein Fetzen zu sein, sondern
geordnete Ganzheit, mittenbezogene Eigenwelt, aus deren Innerem
wir wirkend hinausstreben, und erfüllt dahin heimkehren; von wo
aus wir Ding und Mensch entgegentreten, als Eigene, eigenen
Wortes, eigener Forderung, eigener Tat und der Treue fähig.
[Mitte
ist] nichts Starres [sondern] etwas Schwebendes. Entschwindet,
wenn einer sie definieren will, und steht sofort klar im Gemüt,
wenn es sich auftut, in der rechten Weise ist und lebt.[...]
Die
Mitte ist des Lebens Geheimnis. Sie wird zerstört, sobald der
Mensch sich an die Besonderung verliert. Nicht schon, wenn er
in’s Besondere geht, seine eigene Art auswirkt. Aber wenn er
sich an diese Art verliert. Dann geht die Mitte verloren. Sobald
der Mensch die Besonderung, die er doch ist, für Gesamtheit erklärt.
Dann erstarrt die freie Mitte, um die das Leben schwingt.
Die
Mitte ist das Geheimnis des Lebens. Wo die Gegensätze zusammen
sind; von wo sie ausgehen; wohin sie zurückkehren.
Und
Maß. Eine doppelte Bedeutung hat das Wort. Einmal bedeutet es
Grenze. [...]
Gegensätzlichkeit
ist Begrenztheit. Die Lehre von den Todesbereichen zeigt, wie dem
Leben innere Schranken gezogen sind, die es nicht überschreiten
darf. So wird Gegensatzhaltung zur Maßhaltung, darin das Leben um
Grenze weiß und sie wahrt; zur Ehrfurcht und Besonnenheit.
Und
doch können wir diese Grenzen überwinden. Nicht dadurch, daß
wir sie verneinen; das wäre Unwahrheit. Auch nicht durch den
Versuch, über sie hinauszuschreiten; von Ethos der Gegensatzlehre
aus gesehen Frevel und Überhebung. Die einzige mögliche Überwindung
geht nach innen. Sie geschieht, wenn wir das Maß bejahen, aber es
umschaffen in die andere Bedeutung des Wortes: Maß ist Einklang,
rechtes Verhältnis. Bejahte Grenze wird zum inneren Verhältnis
der Kräfte. Wenn wir die Grenze bejahen, verzichten wir auf
Unendlichkeit. Wir gewinnen dadurch, was im Bereich des Endlichen
deren Äquivalent ist, wenn man so sagen darf: Die Sättigung des
Endlichen mit der ihm zugewiesenen Bedeutungsfülle, Vollendung.
MENSCHEN
HABEN AUS DER GESUCHTEN UND GEFUNDENEN
MITTE IHRER DREIHEIT HERAUS, DIESES LICHT GEOFFENBART. SIE
GEBEN UNS MAß. IN IHNEN IST DAS LICHT INS DASEIN GEKOMMEN, IN
IHNEN HAT DAS LICHT GELEBT, VON IHNEN IST DAS LICHT AUSGEGANGEN,
SIE WURDEN IN DAS LICHT HINEINGENOMMEN, DURCH SIE WURDE DIE NACHT
DES TODES ERHELLT.
Offenbarungsweisen
nach Guardini:
1.
Offenbarungen, die aus der Welt kommen und in ihr verlaufen
Der
Grund, aus dem sie entspringen, ist die Tiefe, die mit der
Innerlichkeit des Geistes bzw. der Person gegeben ist; oder die
des schöpferischen Menschen, der einen besonders unmittelbaren
Zusammenhang mit dem Wesen der Dinge hat; oder aber jene, die in
einer unmittelbaren religiösen Erfahrung liegt. [...] Grundsätzlich
ist sie jedem zugänglich und ihre Mitteilung ohne weiteres
verstehbar. Ihr Ursprung liegt im Innenbereich der Welt selbst -
ebenso wie sie nicht über den Weltbereich hinausführt.
2.
Offenbarungen, wie sie sich in der Geschichte des Alten und Neuen
Testamentes ausdrücken.
Ihr
Ursprung liegt in jenem Gott, der von der Welt unabhängig ist;
von ihr her unzugänglich und unergreifbar. Und zwar ist mit dem
Wort gemeint, daß Gott sich aus freier Initiative in die Welt
hinein kund tut. So
daß die Klarheit, die
da entsteht; das Wort, das vernommen; die Richtung, die gewiesen;
die Ebene, die begründet und die Existenz, die daraus geboren
wird, der Welt gegenüber wesentlich unabhängig sind. Sie
unterscheiden sich von den Inhalten der sonst geschichtlich sich
findenden Religionen nicht nur durch Grade der Reinheit, Tiefe,
Lebensmächtigkeit usf., sondern dadurch, daß in ihnen etwas
deutlich wird, das grundsätzlich anders ist als die Welt, auch
als deren religiöse Tiefe oder Höhe; und daher eine Befreiung
von der Welt, auch von ihrer Religiosität ermöglicht.[...] Woher
will man wissen, daß diese grundsätzliche Unterschiedenheit
besteht? Daß die anderen religiösen Lehren und Lebensformen
nicht auch über die Welt hinausführen? Oder daß die biblische
Offenbarung das wirklich tut und nicht in Wahrheit ebenfalls nur
eine Selbstentfaltung der unmittelbaren Religiosität ist?
Das
Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird
dein ganzer Körper hell sein. Wenn aber dein ganzer Körper krank
ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das
Licht in dir Finsternis ist, wie groß muß dann die Finsternis
sein!
Das
Licht Christi in seiner unvergleichlichen Einheit zum Ein-Leuchten
bringen.
GOTTESSOHNMENSCHENSOHN
GOTTESSOHNMENSCHENSO
GOTTESSOHNMENSCHEN
GOTTESSOHNMENSCH
GOTTESSOHNMEN
GOTTESSOHN
GOTTESSO
GOTTES
GOTTE
GOTT
GOT
GO
G
G
GO
GOT
GOTT
GOTTE
GOTTES
GOTTESSO
GOTTESSOHN
GOTTESSOHNMEN
GOTTESSOHNMENSCH
GOTTESSOHNMENSCHEN
GOTTESSOHNMENSCHENSO
GOTTESSOHNMENSCHENSOHN
Die
bahnbrechende Entdeckung Jesu aber bestand darin, daß sich dieser
Gott in ihm und dem, was sich ihm als sein innerster Persongrund
entschleierte, seit Ewigkeit erkannt, angenommen und geliebt
hatte. Aus solcher Tiefe kam die Stimme, die ihm in der Stunde
seiner Taufe versicherte: „Du bist mein geliebter Sohn, die habe
ich erwählt“ (Lk 1,11), und die ihm damit die erfüllende
Antwort verlangte auf seine Identitätsfrage gab. Doch diese
Antwort verlangte ihrerseits nach einer vollgültigen
Beantwortung. Und die gab Jesus, indem er Gott als erster im
Vollbewußtsein des Ausdrucks „Vater“ nannte. Mit dieser
Anrede „Abba - Vater!“ durchbrach er die Schweigemauer, die
sich zwischen dem unergründlichen Gottesgeheimnis und der
Menschheit erhob; mit dieser Anrufung überbrückte er den
Abgrund, der die Menschheit von dem unerreichbar fernen und
unbegreiflichen Gott trennte; mit diesem Zärtlichkeitswort
erschloß er den Zugang zum Herzen Gottes.
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Das
Wort
Aus " Das Gebet des Herrn" von Romano Guardini
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Ein
Gebilde aus Klang ist das Wort, eine Schwingung der Luft, eine
Bewegung der Lippen und der Kehle. Aber damit ist erst das
Äußerlichste bezeichnet. "Wort" ist etwas
Vielgeschichtetes.
Es
ist ein Leib, der auch eine Seele,
einen Geist hat.
"Geist"
ist darin die Bedeutung, die in dem Klanggebilde gemeint wirt; das
Wesen, der Sinnzusammenhang, was die Menschen gedacht und im Worte
ausgedrückt haben. "Seele" ist darin, was vom Herzen
her schwingt und innerlich im Worte webt . . . In dieser Einheit
des Leibhaftigen und Geistigen trägt jedes Wort etwas
Allgemeines, das überallhin gilt; etwas Besonderes, das sich
enger vorbehält - bis zu jenem Letzten, welches ganz aus dem
Einzelnen kommt und macht, daß dieses Wort das des Sprechenden
ist und keines Anderen.
Welch
flüchtiges Gebilde ist ein solches Wort! Jetzt ist's noch nicht .
. . nun spreche ich es, und es ersteht . . . gleich ist es
verklungen und nicht mehr da . . . Besinnen wir uns aber genauer,
dann verhält es sich doch wieder nicht so. Die Worte
"Baum" oder "Buch" oder
"Freundschaft" gab es ja doch bereits, als ich sie noch
nicht sprach! Ich habe sie nicht geschaffen; sie waren schon da,
als ich noch nicht war. Ich habe sie gelernt, von den Eltern und
Lehrenden. Die Worte und ihr Zusammenhang, die Sprache, sind nicht
nur etwas, das der Einzelne als Ausdruck seines Inneren aus sich
heraussetzte, sondern wesende Gebilde; Gestalten voll Sinn, in
denen das Sein redet; Formen, in welche unser Dasein hereingerufen
wird, damit es darin sich versteht und selbst Gestalt gewinnt. Wir
bilden die Worte, und sie bilden uns. Wir sind unsere Sprache, und
wieder ist's, als stünde sie in sich selbst, träte uns entgegen,
bestimmte uns. Sie bildet eine Welt, eine Ordnung des Daseins, in
welche der Einzelne hineingeboren wird, in der er sich bewegt. Sie
umfängt ihn, durchwirkt ihn, bildet ihn. Bis ins Innerste reichen
die Worte. In ihnen sprechen wir nicht nur, sondern wir denken
schon in ihnen.
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