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GENIE
IM SCHATTEN
GESTALTWILLEN
UND TRAGIK EINES LEBENS
"Balthasar
Riepp wird am 22. November in der Stiftsstadt Kempten den Eltern
Michael Riepp und Maria Mayr geboren. Der Vater Balthasars ist ein
Bediensteter an der fürstäbtlichen Residenz zu Kempten. Der Fürstabt
Rupert von Bodman ermöglicht dem Jungen, dessen künstlerisches Talent
mehr und mehr auffällt, eine grundlegende Ausbildung bei dem Hofmaler
Franz Benedikt Hermann.
Anschließend folgte eine Lehrzeit bei dem renommierten Künstler Jacob
Carl Stauder. 1725 begab sich der Junge Balthasar auf eine zweijährige
Studienreise nach Italien, welche von dem Kemptner Stiftskapitular
Anselm Reichlin von Meldegg (späterer Fürstabt) finanziert wurde. Etwa
1728 nahm der Junge Künstler seine Arbeit in der Werkstatt des
Reuttener Malers Paul Zeiller auf. 1735 wurde Balthasar nun
selbst ein Mitglied der berühmten Malerfamilie, als er die älteste
Tochter (Maria Anna) des Meisters Paul Zeiller ehelichte.
Bald wurden die Werke des jungen Malers, der einen sehr
temperamentvollen Malstil beherrschte, weit über die Grenzen des Außerfern
hin bekannt und so war es bald er selbst, der den Lehrlingen die Kunst
des Malens bei brachte. Nicht weniger als fünf Schülern ermöglichte
er eine Ausbildung.
1740 erhielt Balthasar Riepp das Bürgerrecht in Reutte. Kurze Zeit
darauf verstarb jedoch sein einziges Kind. Dieser Schicksalsschlag führte
zu einer exzessiven Alkoholsucht und in deren Folge zum Scheitern
der Ehe mit der Zeillertochter Maria Anna. Für die Reuttener Bevölkerung
wurden die Lebensumstände des Alkoholkranken immer unerträglicher und
so wuchs der Druck auf ihn, doch einem Wohnortwechsel zuzustimmen und
den Ort baldigst zu verlassen.
In einer Notunterkunft in der nahen Stadt Vils lebte der ehemals
angesehene Künstler in total desolaten Verhältnissen und sank immer
tiefer in die Trunksucht. Vermutlich aus dem Wissen seiner eigenen Not,
verhielt sich Riepp gegenüber den Mittellosen so freizügig, dass er
bald darauf selbst zu ihnen zählte.
Am 2. August 1764 endete das zuletzt unglückliche Leben des Balthasar
Riepp in dieser Notunterkunft in Vils. Diesem Leben, welches aus
vielen Höhen aber vermutlich noch mehr Tiefen bestand, entsprangen fast
350 künstlerische Werke."

Literatur:
Josef Mair, Der Maler Balthasar Riepp (1703-1764). Hommage zum 300.
Geburtsjahr, Reutte (Ehrenberg-Verlag) 2003
Seine Werke finden sich in:
Vils
St. Anna Kirche ist romanischen Ursprungs, sie diente den Herren
von Hohenegg als Burgkirche. Das Altarblatt ist von Balthasar Riepp.
Tirol Haus mit Fresken von
Balthasar Riepp
Oberstdorf
- Kempten-Heiligkreuz - Altstädten - Marktoberdorf - Ottobeuren
Untermaiselstein
Seeg
Chorfresko - Schlacht auf dem
Lechfeld (signiert mit Riep)
Altarblatt am südlichen Seitenaltar ( Krönung Marias durch Jesus,
umgeben von den Aposteln und Heiligen)

TRIUMPH
UND GLORIE DER IMMACULATA - 1745 [1740?] (258
x 134)
( Krönung Marias durch Jesus, umgeben von den Aposteln und Heiligen)
Altarblatt
am südlichen Seitenaltar in St. Ulrich in Seeg
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Der
heilige Leopold (rechts) ist eine Übernahme der "Glorie
des Hl. Leopold aus dem Hauptkuppelfresko der ehemaligen
Schlosskapelle Rosenau von Paul Troger (1698-1762). Das Konzept
zeigt hier wie dort im Hintergrund "die Lerchenfahne",
den Engel mit dem Kirchenmodell des Stiftes Klosterneuburg.
Links
der Papst sowie der Hl. Ignatius von Loyola.

"Leopold
IIII. wurde schon bald nach seinem Tode als "der
Fromme" bezeichnet, sein Grab in Klosterneuburg
wurde zur Wallfahrtsstätte und eine Reihe erbaulicher Legenden,
darunter auch die berühmte "Schleierlegende",
entstanden. Seit dem 14. Jahrhundert strebten die Habsburger
eine Heiligsprechung des Markgrafen an, die 1485 nach
entsprechenden Bemühungen Kaiser Friedrichs
III. tatsächlich erfolgte. 1663 wurde Leopold III. der
Heilige zum Landespatron von Österreich ob und unter der Enns
erklärt und verdrängte damit den Hl. Koloman.
Vermutungen
und Spekulationen über die Herkunft des Adler-Wappens begannen
schon im 15. Jahrhundert und reichen bis in unsere Zeit. Im 16.
Jahrhundert deuteten die Humanisten die Vögel als auffliegende
Lerchen und führten das Wappen auf die römische Legio X
alaudarum (lat. alauda = die Lerche) zurück. Diese 10. Legion,
die in Vindobona lag, führte Lerchen als Feldzeichen. In der
Renaissance und im Barock stellte man die Vögel daher oft auch
als Lerchen dar. Besonders die Wissenschaft des 18. Jahrhunderts
erging sich in gelehrten Deutungen, vor allem aber stritt man
darüber, ob es sich nun um Adler oder um Lerchen handelte."
Quelle |
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Füssen
am Lech - Augsburg - Biberach - Großaitingen - Donauwörth -
Ziemetshausen
Welden
Die Fresken im Chor, an der
unteren Emporendecke und in den Anräumen des zweiten Obergeschosses
schuf Johann
Baptist Enderle (1758/59).Das
große Langhausfresko stammt von Riepp, dessen Entwurfskizze sich in
Privatbesitz erhalten hat. Das Werk zeigt die hl. Thekla in ihrer Verklärung.
Um die Kirchenpatronin sind weitere Heilige angeordnet, so etwa die hll.
Barbara, Katharina, Cäcilia und Agnes.
Quelle:
Außenferner Portal |