NICHT BEGRENZT WERDEN VOM GRÖßTEN 
UND DENNOCH EINBESCHLOSSEN SEIN VOM GERINGSTEN,
DAS IST GÖTTLICH.


DEN UNBEGREIFLICHEN IN ALLEM FINDEN

Die unter den einfachen Worten der geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola verborgene Theologie "gehört zu den wichtigsten Grundlagen des abendländischen Christentums der Neuzeit, ja ist in der Schultheologie der Kirche und der üblichen Praxis der Frömmigkeit noch gar nicht völlig eingeholt, sondern hat noch eine große Zukunft. " Die Übungen wollen "den Menschen eine radikale Unmittelbarkeit zu Gott erfahren lassen, die für Ignatius auch alles Christliche und Kirchliche letztlich trägt und umfaßt. Ignatius ist davon überzeugt, daß eine solche 'mystische' Unmittelbarkeit zu Gott wirklich möglich ist.". . .  "Aber diese Unmittelbarkeit zu Gott über alle Einzelwirklichkeiten der menschlichen Existenz hinaus bedeutet für Ignatius doch nicht (nur) eine mystisches Sichverlieren in der schweigenden Unbegreiflichkeit Gottes. Die ignatianischen Übungen sind vielmehr eine Logik der existenziellen Entscheidung, in der die Einmaligkeit des einzelnen Menschen und die Einmaligkeit des Willens Gottes über alle bloße Normativität allgemeiner Prinzipien hinaus zum Durchbruch kommt. Von seiner Freiheit in Gott und von Gott selbst her kehrt der Mensch zur konkreten Entscheidung, zur konkreten Aufgabe und Tat in dieser Welt zurück, vollzieht er den schöpferischen und erlösenden Abstieg der Liebe Gottes zu seiner Welt mit, um Gott nicht nur in seiner weiselosen Unbegreiflichkeit allein, sondern in allem zu finden."

Karl Rahner im Vorwort zu "Ignatius - Geistliche Übungen - Übertragung und Erklärung von Adolf Haas, Herder ,1966

Karl Kardinal Lehmann am 24. 4. 2009 bei den 1. Rahner Lectures in der Hochschule für Philosophie  in München im Gespräch mit Erzbischof Reinhard Marx. Karl Lehmann referierte über die Bedeutung Karl Rahners für die Zukunft.

 

EINFLÜSSE

Quelle der Rahner'schen Theologie ist die Spiritualität seines Ordensvaters Ignatius von Loyola, die sich nicht nur in den Ignatius-Interpretationen und seinen Auslegungen der ignatianischen Exerzitien zeigt.

Aufnahme des philosophischen Ansatzes des belgischen Jesuiten Joseph Maréchal, der - beeinflusst durch Maurice Blondel u. a. – die kantsche Fragestellung aufzunehmen und im Rahmen einer thomistisch geprägten Philosophie zu lösen suchte. Rahners Thomas-Interpretation „Geist in Welt“, in seiner Freiburger Studienzeit im Umkreis Martin Heideggers verfasst, steht hierfür. Hans Urs von Balthasar schrieb dazu 1964 „diese Synthese entsprach zudem ganz dem jesuitischen Genius einer anti-statischen, barocken Dynamik. Mit ihr hat Rahner den weiten Herzensschwung der Kirchenväter nachvollziehen können, bei deren Theologie und Spiritualität er zunächst einsetzt“.

 

GEBET

Eintauchen ins Unverfügbare
Eintauchen ins Unfassbare

Gib uns die Erkenntnis,
die sich im Alltag bewährt,
dass, wenn wir dich suchen
und nach dir verlangen,
der Geist der Ruhe,
des Friedens und der Zuversicht,
der Freiheit und der schlichten Klarheit
DEIN Geist ist,
und aller Geist der Unruhe und Angst,
der Enge und der bleiernen Schwermut
höchstens unser Geist
oder der der dunklen Tiefe ist.

Karl Rahner SJ

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MEDITATION ZUR KARWOCHE