ORTS -

ERKUNDUNGEN                   3

IM SÜDWESTEN
DEUTSCHLANDS

VON THEODOR ALBERTUS MAGNUS FREY


7
TAGE


21 STATIONEN


St. Stephan in Mainz mit den wunderbaren Chagallfenstern

I

1

SCHEPPACH - ALLERHEILIGENKIRCHE - PFARRKIRCHE 

2

GÜNZBURG - STADT UND FRAUENKIRCHE

3

ULM - STADT

4

ULM - KONZERT IM STADTHAUS / EROS

II

5

ULM - MÜNSTER

6

SCHWÄBISCH GMÜND - STADT

7

SCHWÄBISCH GMÜND - KIRCHEN

III

8

MARBACH - LITERATURMUSEUM

9

LUDWIGSBURG - SCHLOSS UND STADT

10

STUTTGART - STADT - LIEDERHALLE / ELIAS

IV

11

BRUCHSAL

12

HEIDELBERG

13

SPEYER - STADT

V

14

SPEYER- DOM

15

WORMS - DOM

16

WORMS - STADT /JÜDISCHER FRIEDHOF



VI

17

BAD - KREUZNACH - BRETZENHEIM

VII

18

MAINZ - STADT

19

MAINZ - STEPHANSKIRCHE

20

MAINZ - KIRCHEN MIT ENDERLE FRESKEN

21

FRANKFURT - STADT

 

IV/12   HEIDELBERG

  Im Schatten der Burg und der Marienstatue eine Begegnung mit Dieter Borchmeyer, dem

Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und Ordinarius für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Heidelberg,

dem im Bus bei der Fahrt in die Altstadt sein Hut runterfiel.

Eine seiner Veröffentlichungen: Tragödie und Öffentlichkeit. 
Schillers Dramaturgie im Zusammenhang seiner ästhetisch-politischen Theorie und die rhetorische Tradition. München 1973 (Wilhelm Fink)

 

 

IV/13  SPEYER - STADT    


  Aussicht vom Zimmer des Bistumshauses St. Ludwig 



Der Jakobspilger und die Schwester unterwegs in der Maximillianstraße, der mächtigen vom Auto befreiten Hauptachse vom Altpörtel (Stadttor) zum Dom, wahrlich eine "via triumphalis". 

"Macht Euch auf nach Speyer" heißt es in Goethes "Götz von Berlichingen", und es lohnt sich. Eine Stadt, die alte Zeiten ahnen lässt und zum Verweilen einlädt. Hier das um 1700 erbaute Hohenfeldt'sche Haus, dem zeitweiligen Wohnsitz der in Kaufbeuren im Ostallgäu geborenen Schriftstellerin Sophie La Roche (1730 - 1807), der Großmutter der Geschwister Bettina und Clemens von Brentano; auf ihre Einladung wohnten auch Schiller und Goethe zeitweilig in diesem Haus. Anlässlich ihres 275. Geburtstages wurde 2005 eine Gedenkstätte im Sophie-La-Roche-Haus eröffnet. 

Aus: Ostallgäu - Einst und Jetzt Hrsg: Aegidius Kolb OSB und Ewald Kohler (1984)

"Zu ihren Lehrern zählten der Philosoph Jokob Brucker und Giovanni Ludovico Bianconi, fürstbischöflichlicher Leibarzt in Augsburg, mit dem sie sich verlobte. Die Heirat mit dem katholischen Italiener scheiterte an ihrem protestantischen Vater. Später verlobte sie sich in Biberach mit Christoph Martin Wieland. Schließlich ging sie mit Georg Michael Laroche, einem natürlichen Sohn des kurmainzischen Hof- und Staatsministers Graf Anton Heinrich von Stadion, eine Vernunftehe ein. . . . Der junge Goethe war Gast und Briefpartner der zeitweise berühmten Dichterin, deren 'Geschichte des Fräulein von Sternheim" zum großen Teil ihr eigenes Leben widerspiegelte. . . . Für die Zeit der Empfindsamkeit wurde dieses Buch zu einer Offenbarung. Durch Sophie von Laroche fand Goethe die Gefühlssprache für seinen 'Werther'. Im 13. Buch von 'Dichtung und Wahrheit' setzte er ihr ein Denkmal: ' Sie war die wunderbarste Frau, und ich wüßte ihr keine andere zu vergleichen . . .'"



Im Hintergrund ist auf dem oberen Bild die lutherische Dreifaltigkeitskirche zu sehen, die zwischen 1701 und 1717 von J.P. Graber erbaut wurde. Hier ein Blick ins Innere:




Und hier noch die Sequenz des 2. Aktes aus Goethes "Götz von Berlichingen":

Brautvater
Wohl, ich musst’ ihm zwanzig erlegen. Und da ich sie ihm hingezahlt hatte, in seinem Gartenhaus, das prächtig ist, im großen Saal, wollt’ mir vor Wehmut fast das Herz brechen. Denn seht, eines Haus und Hof steht gut, aber wo soll bar Geld herkommen? Ich stund da, Gott weiß, wie mir’s war. Ich hatte keinen roten Heller Reisegeld im Sack. Endlich nahm ich mir’s Herz und stellt’s ihm vor. Nun er sah, dass mir’s Wasser an die Seele ging, da warf er mir zwei davon zurück und schickt’ mich fort.

Brautvater
Was sollen wir tun?

Götz

Macht Euch auf nach Speyer, es ist eben Visitationszeit, zeigt’s an, 
sie müssen’s untersuchen und Euch zu dem Eurigen helfen.

Bräutigam
Denkt Ihr, wir treiben’s durch?

Götz
Wenn ich ihm über die Ohren dürfte, wollt’ ich’s Euch versprechen.

Selbitz
Die Summe ist wohl einen Versuch wert.

 

  Der spätgotische Bossweiler Altar in der Seminarkirche St. Ludwig mit der ungewöhnlichen Anordnung des Heiligen Geistes auf dem Kopf von Maria und einer Stallkonstruktion, die an den Scheppacher Stall von J.B. Enderle erinnert.

                        

V/14   SPEYER - DOM

Ein majestätischer Aufgang über den Königschor zur Vierung

Das seltene Fest des 40-jährigen Bischofsjubiläums kann am Sonntag, 29. Juni 2008, in München der aus der Pfalz stammende Kardinal Friedrich Wetter (80) feiern: Genau vierzig Jahre zuvor, am Fest Peter und Paul des Jahres 1968, war dem damals erst 40-jährigen Theologieprofessor im Dom zu Speyer durch die Weihe das Bischofsamt übertragen worden, das er 14 Jahre als Speyerer Bischof und 26 Jahre im Erzbistum München und Freising ausübte.

Der erste von drei Bischöfen, die im 20. Jahrhundert von Speyer aus als Erzbischöfe nach München berufen wurden, war Michael Faulhaber (1911-1917). Der 1869 in Klosterheidenfeld am Main geborene Unterfranke lehrte vor seinem Wechsel nach Speyer als Professor für alttestamentliche Exegese und biblische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Straßburg. 1917 erhielt Faulhaber den Ruf nach München. 

Michael Faulhaber und der Nationalsozialismus 
auf den Seiten von Herbert Huber

"Keine erschöpfende Ausarbeitung sondern eine Betrachtung anhand verschiedener Lektüren"


Joseph Wendel, 1901 im saarpfälzischen Blieskastel geboren, wechselte 1952 auf den erzbischöflichen Stuhl von München und Freising.

 

 

V/15   WORMS - DOM


V/16   WORMS - STADT - JÜDISCHER FRIEDHOF

VI/17   BAD KREUZNACH - BRETZENHEIM

Die Felseneremitage bei Bretzenheim
Einsiedelei, Felsenkloster und Wallfahrtsort vom frühen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

"Das Echo der richtigen Töne" - so die Schlagzeile des Berichtes in der SZ vom 4.2.2005 über den Besuch von Horst Köhler in Israel.

"Köhler geht ans Pult und beginnt zu reden. Er macht den Mund auf, und die Laute klingen wie Deutsch, ergeben aber keine deutsche Worte. Köhler redet Hebräisch, lange, nicht bloß eine kleine Grußformel. Die Simultanübersetzerin ist so baff wie alle im Saal, und es bleibt stumm auf ihrem Kanal im Köpfhörer. Ariel Scharon und Schimon Peres schauen sich an auf der Regierungsbank, Parlamentspräsident Rivilin wirft Köhler einen anerkennenden Blick zu. Keiner wusste von Köhlers Coup. Die Idee ist so einfach und so überwältigend."

In der SZ ein Bild aus der Gedenkstätte Jad Vaschem mit dem Ort Langenlonsheim, bei Bad Kreuznach und darunter auch Gmünd und verdeckt wohl Bad Kreuznach. In Bretzenheim, Teil der Verbandsgemeinde Langenlonsheim, befindet sich die Gedenkstätte an das ehemalige Kriegsgefangenlager. 

 

 

VII/18   MAINZ - STADT 

Die Reliefs am Gutenberg Denkmal in Mainz erinnerten mich an den in Seeg/Hitzleried geborenen Balthasar Lipp (Geburtsdatum unbekannt - 1623) . Er wurde in Frankfurt zum Buchdruckermeister ausgebildet. "Dort lernte er auch den bekannten Musikverleger Nikolaus Stein kennen, der gleichzeitig mit Lipp im Hause des kaiserlichen Bücherkommissars Valentin Leucht verkehrte und mit dem er später geschäftlich verbunden war."

Seit 1594 lebte er in Mainz, machte sich 1598 selbständig und wohnte in einem Haus am Flachsmarkt. 1601 erhielt er das Bürgerrecht und zog in die Marktgasse. Seine Druckerei blieb am Flachsmarkt im Haus "Zur Wetterschellen". Vermutlich war es Lipp gelungen, die Druckerei von Johannes Gutenberg zu erwerben. Allein diese Druckerei war mit dem Recht ausgestattet, Gesellen und Magister hervorzubringen, die Besitzer waren gesetzliche Bücherzensoren und alle Gesellen wurden bei der Mainzer Universität als "akademische Mitbürger" angesehen". Er wurde auch Mitglied des Mainzer Stadtrates.

Lipp nannte sich nun Lippius. 1598 war er "als Reichsdrucker mit dem Abdruck über den "Abschied der Römisch-kaiserlichen Majestät und der gemeinen Stände auf dem Reichstag von Regensburg" beauftragt. Mehr als 150 seiner Druckerzeugnisse können noch heute festgestellt werden, die meisten sind wissenschaftliche Werke, viele lateinisch."

Lippius hatte auch Zweigdruckereien in Höchst und Aschaffenburg. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau 1609, erhielten die Verwandten in Seeg 1300 Gulden. 1613 heiratete er die reiche Witwe Apollonia Wetzel. Aus beiden Ehen gingen keine Kinder hervor.

(Quelle: Pia Böck, Seeg, wie es war - wie es ist, S. 214 ff.)  

Ein Beispiel für ein heute angebotenes Werk, dass Lippius druckte:
Serarius, Nicolaus: 
Moguntiacarum ab ititio usque ad reverendissimum et illustrissimum hodiernum Archiepiscopum, ac Electorum, Dominum D. Ioannem Schwichardum, libri quinque, Moguntiae 1604.

Moguntia (Mainz), Balthasar Lippius, 1604. Fünf Bücher in einem Band. 16 Bl., 980 S., 14 Bl. Mit 7 ganzseitigen Kupfertafeln, mehreren Kupfern im Text, Titelvignette sowie Kopf- und Schlussvignetten der fünf Bücher. 

Fünfteiliges Werk zur Geschichte der Erzdiozöse, der Erzbischöfe und der Stadt Mainz von den Anfängen bis zur Amtsperiode des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Johann Schweikhard von Kronberg (1604 – 1626).

Nicolaus Serarius' (1555 – 1609) Geschichte der Stadt und der Erzdiözese Mainz kann als Hauptwerk des Philosophen, Theologen und Historikers gelten. 




  Auf dem Schillerplatz (hier zum Schillerdenkmal in seinem Geburtsort Marbach) 
steht seit 1967 der Fastnachtsbrunnen, 
der mit einer Vielzahl von Figuren Themen der Mainzer Fastnacht 
und der Stadtgeschichte aufgreift. 




 

 

VII/19   ST. STEPHAN - MAINZ

 

 

 

 

          

 




 

VII/20   MAINZ - AUGUSTINERKIRCHE 

Obwohl nicht durch Dokumente gesichert, zeigt ein Stilvergleich, dass der Stuck von  Andreas Henkel aus Mindelheim gestaltet wurde, der auch die Seeger Ulrichs Kirche ausstattete.

 


DISCIPULUS VERITATUS oder Was ist Wahrheit?
In diesem Ausschnitt ist die Vision des Heiligen Augustinus dargestellt, die sich ihm beim Nachdenken über das Geheimnis der Dreifaltigkeit eröffnete. Augustinus begegnet, als er am Meeresstrand entlang ging, einem Kind, das sich mühte, das Meer in ein Sandloch zu schöpfen. Als er die Vergeblichkeit dem Kind erklärte, ging es ihm auf, das sein Streben das Geheimnis der Dreifaltigkeit zu ergründen, ebenso vergeblich ist.

Die Darstellung der Dreifaltigkeit in der Mitte des Langhausfreskos,
die mich in seinem Aufbau, der Farbgestaltung
und den bewegten Gewändern
an das Fresko in Seeg erinnert.


Die mittlere der drei Szenen unter der Orgelempore, aus dem Leben des Patriarchen Jakob, der Traum von der Himmelsleiter (Gen 28,17). Ein Beispiel für die Souveränität der Bildgestaltung die Enderle erreicht hatte.


MALLEUS HAERETICORUM
Augustinus steht als "Ketzerhammer" vor den Häretikern. Ein lebhafter Disput scheint sich zu ereignen. Der sitzende Bärtige ist ein Motiv, das wohl auf Giambattista Tiepolo zurückgeht. (Vergleichbar mit Enderles Langhausfresko in Deisenhausen)

 

VII/20   MAINZ - KIRCHE ST. IGNAZ


ULM - Museum, Martyrium des hl. Ignatius, Aquarell - Entwurf für das Hauptfresko im Langhaus (1774)

1867/68 wurden die Bilder ausgebessert, 1902 war der Zustand so schlecht, dass sie durch Waldemar Kolmsperger komplett übermalt wurden. Wie der Vergleich (siehe oben) zeigt, wurden die Bildinhalte weitgehend beibehalten, jedoch die Gestaltung teilweise stark verändert. Im Kirchenführen wird darauf hingewiesen, dass große Teile der Fresken Enderles unter der Übermalung erhalten sind. Wäre es nicht lohnend die leichte Farbigkeit Enderles wieder aufleben zu lassen? Heute sind die Bilder stark gedunkelt.



In dieser Idylle konnten wir eine der Fotographien sehen, die den Zustand vor 1902 dokumentiert.

 

VII/21   FRANKFURT - STADT



 




Das Mahnmal, der gefesselte Mensch an der Paulskirche von
Hans Wimmer (hier mehr auf meinen Seiten), wurde am 24.10.1964 eingeweiht.
Auf dem Sockel werden 53 Konzentrations- und Vernichtungslager genannt, die von 1933 bis 1945 auch in den besetzten Ländern Europas eingerichtet wurden. Das Mahnmal steht für 11 Millionen Opfer; Menschen, die erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet, abgespritzt, vergaßt oder mit anderen Methoden ermordet wurden. 

  Günzburg - Denkmal für Janusz Korczak
  Worms  - Jüdische Friedhof
  Worms - Darstellung der Synogoge am Dom


Hier schließt sich der Kreis unserer interessanten Reise, auf der uns immer wieder die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte begegneten.

 


Rückfahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof - Auch ihm kann man ein paar schöne Seiten abgewinnen

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