EINE SEITE VON THEODOR FREY

Der Stadtkern von Mikulov (Nikolsburg) erstreckt sich über ein flaches Tal, das von drei Seiten mit Hügeln umgeben ist: an der Ostseite der Heilige Berg, an der Westseite der Schlossberg und an der Nordwestseite der Geißberg. Diese Anordnung zeigte sich als günstig für die Gründung einer landesherrschaftlichen Grenzburg mit einer unterhalb liegenden Siedlung, aus der sich im Laufe der Jahrhunderte die heutige Stadt entwickelt hat.

 

 

Das Haus "Zu den Rittern", entstand mach dem Stadtbrand von 1561 durch den Umbau einiger gotischer Häuser. Das Sgraffito zeigt Szenen aus dem Alten Testament.



 

















 

 



Die Kapelle des Hl. Sebastian steht auf dem Heiligen Berg, der ursprünglich Tanzberg genannt wurde.
Der Grundstein wurde 1623 gelegt.

 

 

 

 

 

Franz Seraph von Dietrichstein (1570 Madrid - 1636 Brünn)

Er prägte wesentlich den Charakter der Stadt und der Burg, und verwandelte sie in einen Spätrenaissance-Sitz. Das Bau- und Wirtschaftsgeschehen in Mikulov wurde seinen Vorstellungen untergeordnet, Mikulov zu einer repräsentativen Residenz zu gestalten.

Nachdem er die Kapuziner nach Mikulov gerufen und freigebig dotiert hatte, beschloss er im Jahre 1623 den Bau einer Loretto-Kapelle. Er kaufte daher am unteren Teil des Stadtrings ein Grundstück, das neben dem Kloster lag, und ließ dort die Loretto-Hütte errichten.

Kardinal Franz von Dietrichstein bemühte sich sein ganzes Leben lang darum, Mikulov in einen Wallfahrtsort zu verwandeln, zu dem Gläubige aus der weiten Umgebung pilgern würden. Die Aufgabe eines Wallfahrtsortes erfüllte offensichtlich schon im 14. Jahrhundert die Anhöhe gegenüber des Schlosses, der sog. Tanzplan. Als 1622 in Mikulov und seiner Umgebung die Pest wütete, legte der Kardinal auf dieser Anhöhe eine Kapelle mit freistehendem Glockenturm an, die er dem hl. Sebastian, dem Schutzheiligen gegen die Pest, weihte.

 

 

Das Schloss Lednice (deutsch Eisgrub) lEs wurde von den im 13. Jahrhundert kommenden Liechtensteinern errichtet und blieb bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Familie Liechtenstein. Nach Plänen des Architekten Georg Wingelmüller wurde das Schloss im Stil der Neugotik in den Jahren 1846 bis 1858 zum heutigen Aussehen umgebaut. Der französische Garten und der ausgedehnte Landschaftspark mit romantischen Bauten ergänzen den Komplex.

 

 




 

 

 

 

 

Schloss Valtice ( Feldsberg)

Feldsberg wurde an Stelle eines älteren, seit dem 13. Jh. im Besitz der Familie Liechtenstein befindlichen Schlosses im Barockstil Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut.  Die ursprünglichen Entwürfe stammen vom Architekten Giovanni Giacomo Tencalla, die Erweiterungen im hochbarocken Stil von Johann Bernhard Fischer von Erlach. Am sehenswertesten sind der Spiegelsaal, die Gemäldegalerie, die Schlosskapelle und der kleine Salon des Prinzen Karl. Viele Räume sind mit Deckenfresken geschmückt.

 

Tempora labuntur tactisque senescimus annis,
et fugiunt freno non remorante dies.


Die Zeit vergeht, unmerklich werden wir alt
und die Tage fliehen dahin, ohne dass ein Zügel sie hält.

Ovid, Fasti, 6,771f