| MUSICA VIVA |
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| VIVA MUSICA | ||
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HAMEL |
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„ Da ich davon überzeugt bin, dass jeder Mensch vom Geist Gottes erfüllt ist, bin ich außerstande, menschliches Leben zu vernichten."
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Werkbeschreibung unter Verwendung des Beitrages von Wolfgang Stähr im
Programmheft zum Konzert der Münchner Philharmoniker
am 2. 4. 2008 (Generalprobe) |
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Aus
Trümmergestein fügten die Menschen der Gemeinde einen Altar zusammen,
in dessen Rückseite sie die Worte Bereits 1 9 4 5 hatte Britten über ein Oratorium mit dem Titel „Mea Culpa“ nachgedacht, eine Art Totenmesse, die den Opfern von Hiroshima gewidmet sein sollte. 1 9 4 8 wollte Britten auf die Ermordung Mahatma Ghandis reagieren:
Beide Projekte kamen nie über das Stadium von Idee und Vorsatz hinaus, und so war Benjamin Britten dankbar und glücklich, als ihm der Auftrag aus Coventry doch noch die Möglichkeit eröffnete, jenes monumentale Werk zu schaffen. Britten wagte sich an eine Vertonung der Missa pro defunctis, der lateinischen Totenmesse. Die Texte der Liturgie und der Bibel böten dem Komponisten für seine Musik die großartigste Quelle der Inspiration. Britten verschränkte die Worte der Liturgie mit Gedichten des englischen Lyrikers Wilfred Owen, der, im Alter von 25 Jahren, in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs in Frankreich gefallen war. In Owens literarischen Zeugnissen fand Britten die Klage und die Verzweiflung, die bittere Ironie, aber auch die unstillbare Friedenssehnsucht eines Menschen, der durch die Hölle des Krieges gegangen war – ohne je seine humane Orientierung zu verlieren.
„Ich
befasse mich nicht mit Dichtung, mein Thema ist der Krieg und das
Mitleid, das er verlangt. Im Mitleid liegt die Poesie. Dennoch sind
diese Klagelieder für unsere Generation in keiner Weise tröstlich.
Vielleicht für die nächste. Warnen – das ist alles, was ein Dichter
heute zu leisten vermag.“ (Owen) „Die Gedichte müssen mit äußerster Schönheit, Intensität und Wahrhaftigkeit gesungen werden.“ (Britten)
Britten
verfolgte mit der Besetzung der drei Solopartien auch symbolische
Absichten. Die
Uraufführung sollte Angehörige jener drei Nationen zusammenführen,
die
unter dem Krieg am meisten gelitten hätten: einen Engländer, einen
Deutschen und eine Russin. (Dass Britten bei dieser Überlegung das
jüdische Volk außer Acht ließ, ist kritisch angemerkt worden.) |
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Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält; dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt, von Dauer. (Gandhi) |
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Den
Opfern des Krieges werden Stimme und Statur verliehen, mal leise und
verzweifelt, dann wieder mit dem Ausdruck der Verbitterung und Empörung
– bis hin zu jener quälenden Frage, die der frühe, sinnlose Tod
eines jungen Soldaten erzwingt und die unweigerlich an den
Aufschrei
des schmerzgebeugten Hiob denken lässt: Wozu der Mensch erschaffen sei,
wenn
solche Leiden ihn erwarteten, wenn er so grausam zugrunde gehen muss. Dem
Jubel des „Sanctus“ folgt die zweifelnde Frage des Dichters: Im „Offertorium“ vermag der Einspruch des Engels Abraham nicht abzuhalten, den eigenen Sohn zu töten – „und die halbe Saat Europas, einen nach dem anderen“. Aufs engste verwoben sind Tenorsolo und Chor im „Agnus Dei“: „Und nun leiden die Soldaten mit Ihm“, heißt es bei Owen, mit „Ihm“, der am Kreuz gestorben ist. „
…Doch die, welche mit größerer Liebe lieben,
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Musik, die in den Schlupfwinkeln diktatorischer Repression zu großer Eindringlichkeit und Ausdruckskraft findet
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steht
für "lebendige Begeisterung". Es ist ein von dem französischen
Philosophen Henri Bergson 1907 in seinem Werk L'évolution créatice
geprägter Begriff zur Bezeichnung einer die Evolution und biologische
Lebensprozesse steuernden schöpferischen Lebenskraft, die sich als
Wille zur Formbildung und Differenzierung manifestieren soll. Quatuor
Ebène
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WITOLD LUTOSLAWSKI 1913 -1994 |
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| Konzert für Violoncello
und Orchester (1969-1970)
mit Johannes Moser und dem Symphonieorchester des BR unter Welser-Möst
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Konzertausschnitte
verwendete ich um die Bilder der Gebirgsüberfahrt nach Konya,
"
Vom ersten Ton fesselte Mosers Konzentration, schuf er jene
Forschungsatmosphäre, in der sich das Selbstgespräch entfalten kann.
Moser spielte das nicht so sehr nachdenklich, gar klagend, sondern von
Beginn an mit eloquenter, offensiver Virtuosität und stets frischer
Klangfarbenphantasie. Das Orchester unter Welser-Mösts kundiger und
sorgfältiger Leitung ließ sich dementsprechend reizen und zum wilden
Kampf provozieren. . . . Am Ende steigt der Solist in höchste
deklamatorische Höhen. meist ist man nicht sicher, ob das in Triumph
oder in einer Frage endet. Bei Moser war es eindeutig ein Sieg."
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