FRIEDRICH SCHILLER

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DIE ICH SEHEN
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DIE RÄUBER   1781/1782
KABALE UND LIEBE   1784
DIE VERSCHWÖRUNG DES FIESCO ZU GENUA
DON KARLOS  
1787
WALLENSTEIN  
1799
MARIA STUART   1800
TURANDOT  1802

 

 



SCHILLERDENKMAL IN MARBACH







MARIA STUART

FRIEDRICH SCHILLER

Auschnitt aus Foto von Thomas Dashuber

RESIDENZTHEATER MÜNCHEN
Anna Schudt 

 Juliane Köhler

Regie  

Amélie Niermeyer

Bühne

Alexander Müller-Elmau



DIE GESCHICHTE VON RÜDIGER SAFRANSKI

Maria Stuart, in Schottland geboren, in Frankreich katholisch erzogen und mit dem künftigen französischen König verheiratet, war nach dem frühen Tod ihres Mannes in ihr schottisches Königreich zurückgekehrt. Als Urenkelin Heinrichs VII. konnte sie legitime Ansprüche auch auf den englischen Thron erheben. Das mußte zur erbitterten Feindschaft mit Elisabeth, der englischen Königin führen. Marias Regierungszeit in Schottland endete im Aufruhr. Man warf ihr vor, ihren Liebhaber zum Mord am zweiten Ehemann angestiftet zu haben. Maria flüchtete sich nach England, wo man sie, auf Veranlassung Elisabeths, sogleich verhaftete. Sie wurde zuerst des Gattenmordes angeklagt, aber nicht verurteilt. Doch sie blieb in Haft. Erst als man ihr eine Verschwörung gegen die englische Krone glaubte nachweisen zu können, wurde sie zum Tode verurteilt. Nach einigem Zögern unterzeichnete Elisabeth das Urteil, das daraufhin ungesäumt am 18. Februar 1587 vollstreckt wurde.

Quelle:  Rüdiger Safranski  Friedrich Schiller  S. 473

Die Flugschrift enthält einen vier Wochen nach der Hinrichtung aus England übermittelten Bericht und  gibt den Standpunkt der englischen Politik wieder, ohne die vorbildlich gefaßte Haltung Marias in ihren letzten Stunden zu schmälern. Der drastische Titelholzschnitt betont, anders als der Wortlaut der Flugschrift, wohl im Hinblick auf ein sensationsgieriges Publikum, den grausamen Charakter des Geschehens.
Als Maria Stuart 1587 hingerichtet wurde, stand für die Verbreitung dieser Nachricht noch keine periodische Presse (Zeitung) zur Verfügung. Von herausragenden Ereignissen, wie Kriegshandlungen, fürstlichen Festen, Kometenerscheinungen, Mißgeburten und dergleichen, berichteten einzelne Flugschriften, die auf den Wegen des Handelsverkehrs rasche Verbreitung fanden und durch Vorlesen und Ausrufen auch die große Menge der Analphabeten erreichten.

Quelle:  Universität Mannheim 

DAS THEATERSTÜCK


"Was man scheint, hat jedermann zum Richter; 
was man ist, hat keinen."


Fasziniert vom Schicksal der laut Zeitzeugen schönen und leidenschaftlichen Maria Stuart, plante Schiller bereits nach der Beendigung von ‚Kabale und Liebe’ ein Drama über die schottische Königin. Für ihn bestand die Herausforderung bei der Bearbeitung des Stoffes darin, „dass man die Katastrophe gleich in den ersten Szenen sieht, und, indem die Handlung des Stückes sich davon wegzubewegen scheint, ihr immer näher und näher geführt wird.“

Schillers Trauerspiel beginnt drei Tage vor Maria Stuarts Hinrichtung. Es erzählt von der Eingekerkerten und ihrem Versuch, das bereits verkündete Todesurteil abzuwenden. Währenddessen ringen verschiedene politische Lager, entweder um die Befreiung oder die baldige Hinrichtung der Gefangenen. Elisabeth I., von diesen Kräften umgeben, schwankt. 
Ein Befreiungsversuch und ein Mordkomplott schlagen fehl. Letztlich unterschreibt Elisabeth die Hinrichtungsurkunde und Maria Stuarts Kopf fällt.

Schillers Königinnendrama stellt die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Moral, beschreibt den Einfluss von ganz privaten Gefühlen und Interessen auf Politik. Darin drückt sich eine tiefe Skepsis Schillers gegenüber der Möglichkeit moralischen, politischen Handelns aus, zu der nicht zuletzt die Pervertierung der Französischen Revolution beigetragen hat. Es sind dies Zweifel, die uns heute, in anderer Form, wie Abwendung von Politik, in Demokratiebeschimpfung und vor allem als Angst wieder begegnen.


Quelle:  Thalia Theater Hamburg

 

Amélie Niermeyer    
INZENIERUNG AM RESIDENZTHEATER 
            GESEHEN AM 14.1.2007


"Großes Drama, großes Theater. Irgendwie auch große Show. Ein Mann am Synthesizer begleitet die Affekte musikalisch, mal den stillen Gesang der Elisabeth, mal das schottische Siegesgeheul der Maria oder das flippige Swing-Gefühl des Mortimer. Dass dies stumm und meist mit dem Rücken zum Publikum kein Geringerer tut als Gerd Anthoff, der erst am Schluss in die Rolle des Melvil schlüpft und Maria die Beichte abnimmt, ist wohl vor allem ein Freundschaftsbeweis Anthoffs gegenüber der Regisseurin, mit der er schon zu Zeiten ihrer Münchner Anfänge vor 17 Jahren zusammengearbeitet hat.

Das spricht für Niermeyer, die sich mit dieser Inszenierung ganz und gar als eine Frau der Schauspieler erweist. Sie bringt sie alle groß heraus. Ohne Scheu vor Affekt und Gefühl. Mit Mut zur Komik auch in der Tragödie. Nie "missbraucht" Niermeyer die Darsteller für ihr Konzept.  ...

Zwei Protagonistinnen, Anna Schudt und Juliane Köhler, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, prägen den Abend. Die großartige Anna Schudt ist eine starke, kraftvolle Maria. Schottlands abservierte und von den Engländern zum Tod verurteilte Königin, eine gerupfte Lebefrau in Cocktailfummel, Pelz und hohen Stiefeln, zwischen Hochmut und Demut. Dass ihr die Männer verfallen und sie ihnen - es ist halt so. Mit dem Victory-Zeichen beendet sie die berühmteste Szene des Dramas, die Begegnung der beiden Frauen im Park.  . . . Und Anna Schudt nimmt auf grandiose Weise den Dichter beim Wort. Um zum Ende, wenn es aufs Schafott geht, ganz in sich gekehrt, ganz bei sich zu sein. ...

"Ganz außer sich" gerät auch Juliane Köhler in dieser Parkszene. Hier verliert ihre sonst so beherrschte Elisabeth jede Kontrolle über sich. Wie zu einer großen Nummer steigt sie auf den Synthesizer und verausgabt sich in einer irren, das Fallbeil und den Henker markierenden Pantomime. Der Wettstreit der Weiber als brillanter Showdown. Juliane Köhler ist in ihrer kühlen Business-Schönheit eine immer wieder faszinierende Elisabeth. Was aber doch erstaunt, ist die Tatsache, dass Schauspielerin und Regisseurin ihr weniger Sympathie zugestehen, als es doch schon der historisch ungerechte Schiller tat."

 

Sabine Dultz im Münchner Merkur am 27.1.2006

WEITERE INZENIERUNGEN AM RESIDENZTHEATER 
von Amélie Niermeyer

Marivaux

Keun Irmgard

Ibsen

Kleist

Gombrowicz

Der Streit

Das kunstseidene Mädchen

Hedda Gabler

Der zerbrochene Krug

Yvonne, die Burgunderprinzessin

Juliane Köhler    Anne-Marie Bubke

Juliane Köhler

Juliane Köhler

Juliane Köhler     Michael Degen

Judith Hofmann    Tanja Schleiff

 

Maria Stuarda 
Oper – lyrische Tragödie – in drei Akten und vier Bildern von Gaetano Donizetti.  Als literarische Vorlage diente ihm das Drama von Friedrich Schiller. 
Uraufführung war am 30. Dezember 1835 am Teatro alla Scala in Mailand.

 

 

 

 

Regisseur Jens-Daniel Herzog inszenierte am Residenztheater recht vergnüglich und einleuchtend Schillers 'Turandot' von 1802. Aus den krassen Gegensätzen vor und hinter den Kulissen, der jugendversessenen, mediengeilen Glamourwelt und dem einfältigen, aufrichtigen Alten (Helmut Stange) zog diese Inszenierung ihre Spannung.

 




Er soll dir offen sein
Friedrich Schiller, Die Teilung der Erde



»Nehmt hin die Welt!« rief Zeus von seinen Höhen
Den Menschen zu. »Nehmt, sie soll euer sein!
Euch schenk ich sie zum Erb und ewgen Lehen –
Doch teilt euch brüderlich darein!«

Da eilt', was Hände hat, sich einzurichten,
Es regte sich geschäftig jung und alt.
 . . .

Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen,
Naht der Poet, er kam aus weiter Fern –
Ach! da war überall nichts mehr zu sehen,
Und alles hatte seinen Herrn!

. . .

»Wenn du im Land der Träume dich verweilet«,
Versetzt der Gott, »so hadre nicht mit mir.
Wo warst du denn, als man die Welt geteilet?«
»Ich war«, sprach der Poet, »bei dir.«

Mein Auge hing an deinem Angesichte,
An deines Himmels Harmonie mein Ohr –
Verzeih dem Geiste, der, von deinem Lichte
Berauscht, das Irdische verlor!«

»Was tun?« spricht Zeus, »die Welt ist weggegeben,
Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.
Willst du in meinem Himmel mit mir leben –
So oft du kommst, er soll dir offen sein.«

 

 

 



DIE VERSCHWÖRUNG DES FIESCO ZU GENUA

"Leben heißt träumen; weise sein . . . heißt angenehm träumen."

 
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua I, 6