Licht-Blick-Licht-Zeichen

Bilder von TAM                                    

Einblick

Farbzeichen

 

Das reine Licht wirft seine Einfachheit als eine Unendlichkeit von Formen auseinander und gibt sich dem Für-sich-sein zum Opfer dar, daß das Einzelne das Bestehen an seiner Substanz sich nehme. (HEGEL)

 

"Im naturwissenschaftlichen Denken ist es ein naturwissenschaftlicher Fehler, das Höhere (etwa das Differenziertere oder das Umfassendere) so zu behandeln, als sei es von der Struktur des Niederen. Im philosophischen Denken ist es ein philosophischer Fehler, Dualismen absolut zu setzen; nur das Eine ist absolut. Der methodische Ansatz, beide Kurzschlüssigkeiten zu überwinden, ist in der Philosophie der Einheit der Natur die Kreisbewegung, die die beiden Teilansätze als 'Halbkreise' zusammensetzt.

Geschichtsphilosophisch haben wir es mit der Doppel- 'Entdeckung' der europäischen Neuzeit, dem Objekt und dem Subjekt, zu tun. Das neuzeitliche Subjekt ist herausgelöst aus den Ordnungen, die wir in der Neuzeit objektive Ordnungen nennen. Das neuzeitliche Objekt ist herausgelöst aus dem Sinn, den wir in der Neuzeit als eine subjektive Sinngebung ansehen. Diese Herauslösung des Einzelnen aus seinem Zusammenhängen bedeutet wachsende Freiheit, wachsende Komplexität, geschichtliche Veränderung. 

Für den, der die Einheit dieser Vielheit noch zu denken vermöchte, würde sie eine neue Art von Einheit bedeuten."

 

Carl Friedrich von Weizsäcker in Zeit und Wissen (S. 1109)

Durchblick

Nordblick

Jaroslav Seifert:              Der Traum        
 (Nobelpreisträger gestorben mit 84 Jahren in Prag)

Als Kind und auch als Junge
hatte ich einen sonderbaren Traum.
Ich habe ihn bis zum heutigen Tage.
Voll erdrückender Bangigkeit ist er
und gleichzeitig erregend
mit seiner Hoffnung.


Ich suche einen Schlüsselbund,
den Schlüsselbund,
der alle Schlösser öffnet,
die Tür zum Wohlergehen
und das Tor zum Paradies.
Aber es sind keine Nachschlüssel,
sie sehen ihnen nicht einmal ähnlich.

Sie knirschen nicht in den Schlössern,
sie sind nicht aus hartem Stahl,
aus keinem Metall.
Das birgt ihr Geheimnis.


Nach dem Erwachen lachte ich immer über mich.
Wie kann es so etwas geben?
Aber jetzt weiß ich, sie sind.
Und es sind ihrer drei.
Einer ist der Friede zwischen den Völkern,
einer der Friede von Mensch zu Mensch,
einer der Friede der Seele.

Wären sie doch zu finden!


Seelenfrieden

Berglichter

Innenblick

Feinblick 

Prag im Feinblick

Blaulichter





Fluchtlicht



Vladimir Jankelevitch (gest. 1985) hatte gerade seine Dissertation über die "Odyssee des Bewusstseins in der letzten Philosophie Schellings" abgeschlossen, als in Deutschland die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Das Leben erscheint ihm in einem neuen Licht. Wie eine verzweifelt Hoffnung erscheint ihm sein Hohelied der Unschuld und Einfachheit, der Aufrichtigkeit und Offenheit. "Alles ist einfach, wenn das Herz dabei ist." Aber wo schlägt diese Herz? Das "Beinahe-Nichts", wird sein großes Thema. Es ist weder Etwas noch einfach Nichts. Es ist, wie ein Blitz oder Funke, ein erscheinendes Verschwinden und verschwindendes Erscheinen, das begrifflich nicht festgestellt werden kann, sondern in seinem plötzlichen Auftauchen "das Herz schlagen lässt".
Die grenzenlose Erfahrung, dass es Deutsche waren, die das jüdische Volk als solches ausrotten wollten, hat ihn in eine entsetzliche Verzweiflung getrieben. Er hatte die deutsche Kultur geliebt und musste sehen, wie dieses "gutmütige" Volk zu einem Volk von "tollwütigen Hunden" wurde. Die lichtundurchdringliche Bösartigkeit ließ auch sein eigenes Denken dunkel werden. "Die Verzeihung ist in den Todeslagern gestorben". 

Das Verzeihen. Essays zur Moral und Kulturphilosophie, Suhrkamp 2003

 





ZWIELICHT

Es waren vor allem die Romantiker, die den goldenen Schnitt auf ein Podest stellten. 
Im Angesicht der bedrohlichen Kluft zwischen Natur und Kultur sahen sie in 
der geometrischen Relation eine Brücke, welche die Natur, die Kunst 
und die Psychologie miteinander verband .                               
 

 



" Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden"                               

"Wir haben nicht das Recht, das Nichtsein künftiger Generationen wegen des Seins der jetzigen zu wählen oder auch nur zu wagen." 

Hans Jonas - geboren am 10. Mai 1903                                                                    >>zur Neun   >>hans-jonas-zentrum

                                       Jedes Lebewesen reitet auf dem Wellenkamm eines ständigen Austausches

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