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EINE SEITE VON THEODOR FREY

VON TAM


Johann Baptist METZ über den Glutkern der Bibel und dem Friedensethos für eine pluralistische Weltöffentlichkeit

(Quelle:  DIE ZEIT, 15.04.2010 Nr. 16)

hier seine Kernthesen: 

Jesu erster Blick .  . . "gilt zunächst nicht der Sünde der anderen, sondern ihrem Leid. Diese messianische Leidempfindlichkeit hat nichts zu tun mit Wehleidigkeit, mit einem unfrohen Leidenskult. Sie hat aber alles zu tun mit einer biblischen Mystik der Gerechtigkeit: Gottesleidenschaft als Mitleidenschaft, als praktische Mystik der Compassion. " . . .

"Hat sich das Christentum – im Lauf der Zeit – zu ausschließlich als eine sündenempfindliche und zu wenig als eine leidempfindliche Religion interpretiert? Warum zum Beispiel tut sich die Kirche mit unschuldigen Opfern immer schwerer als mit schuldigen Tätern? Solche Fragen sind nicht rein spekulativ auszuräumen, auch nicht mit rein moralischen Appellen. Aber vielleicht mit einem kirchlichen Rechtsverständnis, das unter dem Primat einer rettenden Gerechtigkeit für die unschuldig leidenden Opfer steht." . . .

"Was ist es denn, das diese Welt in Frieden zusammenhalten kann? Der Satz von der elementaren Gleichheit aller Menschen, diese stärkste Vermutung über die Menschheit, hat ein biblisches Fundament. Seine moralische Wendung, in der er vom Christentum angenommen und mit der Botschaft der unzertrennbaren Einheit von Gottes- und Nächstenliebe, von Gottesleidenschaft und Mitleidenschaft verkündet wird, lautet etwa: Es gibt kein Leid in der Welt, das uns gar nicht angeht.

So verweist dieser Satz von der elementaren Gleichheit aller Menschen auf die Anerkennung einer Autorität, die allen Menschen zugänglich und zumutbar ist, auf die Autorität der Leidenden, der ungerecht und unschuldig Leidenden. Er zielt auf eine Autorität, die vor jeder Abstimmung und Verständigung alle Menschen, ja alle, ob religiös oder säkular, verpflichtet und die deshalb von keiner humanen, auf die Gleichheit aller Menschen pochenden Kultur und von keiner Religion, auch von der Kirche nicht, hintergangen und relativiert werden kann. Deshalb auch wäre die Anerkennung dieser Autorität jenes Kriterium, das den Religions- und Kulturdiskurs in globalisierten Verhältnissen orientieren könnte. Sie wäre schließlich die Basis eines Friedensethos für eine strikt pluralistische Weltöffentlichkeit."

 



SEHT, WELCH EIN MENSCH

ZWEI GESICHTER DES MENSCHENSOHNES/GOTTESSOHNES

 

 

 

 

Frank Martin - In Terra Pax - Nr. 8 Gottesknechtlieder

 






Manchmal stehen wir auf
Stehen wir 
zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana 
von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht 
auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen 
nicht aus.

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle
Ordnung
Vorweggenommen in ein 
Haus aus Licht.


Marie Luise Kaschnitz












 

 



 



 

 




 


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JOHANN BAPTIST ENDERLE