EINE SEITE VON THEODOR FREY

DAS JAHR 
IN DER SEEGER KIRCHE 
ST. ULRICH

OSTERN

Er sah und glaubte 
(Joh 20, 1-9)

1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. 3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 4sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. 5Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. 6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. 8Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. 9Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Grabstätte des Künstlers Otto Kobel auf dem Seeger Friedhof

"Ich bin die Auferstehung und das Leben"

 

Nicht im Großen, aber im Ganzen

Ein erregender Artikel von Sabine Rückert in der ZEIT Nr. 16/2009

Hier ein paar Auszüge: 

"Das Prinzip des Lebens ist zunächst das Prinzip Angst. Vor den vielen kleinen Verlusten. Und vor dem einen großen. Fürchtet Euch sehr - lautet die Botschaft der Zeitungen. Ein bisschen Sicherheit herzustellen ist unser täglich Brot. . . . [Der Mensch bemerkt nicht], wie er den Mörtel rührt zur Zementierung der bestehenden Verhältnisse und der ihn umgebenden Mauer aus Ansprüchen.  . . .  Durch die schiere Angst vor der Verarmung, der Erkrankung, dem Verlassenwerden und dem Untergang, durch das starre Festhalten an eigenen Bedürfnissen und alten Ordnungen hat sich der Tod in mein Leben geschlichen. Eine Art geistiger Tod, der mitten in der Geschäftigkeit von mir Besitz ergreift und der mich verfaulen lässt, während ich noch atme.
Beim Herantasten anletzte Einsichten in eine angstfreie Existenz helfen mir die Parameter, denen die Materie gehorcht, nicht weiter.  . . . Dazu Brauche ich Symbole, Bilder und Geschichten, . . . die mich aus meiner Determination reißen und mir helfen, größer zu werden, als ich bin. . . .
Es ist eben nicht so, dass ein rationale Mensch . . . die biblischen Geschichten nicht verstehen könnte. . . . . Nur dem aufgeklärten Geist erschließen sie sich überhaupt. Nur wer bei nüchternem Verstand ist, kann sie ertragen und glauben. Würden wir die Bibel und ihre Wundergeschichten eins zu eins wörtlich nehmen, wir fielen zurück in die Zeiten der Finsternis und der selbst verschuldeten Naivität. . . . Wenn ich sage, ich glaube an die Auferstehung, meine ich nicht die historische Bejahung, das physikalische Für-real-Halten, eines widernatürlichen Vorgangs. Diese Frage stellt sich mir ebenso wenig wie die nach dem jüngsten Tag. . . . Jetzt und hier will ich mir bloß den Himmel ein bisschen offen halten. Und in dem hellen Strahl, der durch den Spalt herausfällt, ändert sich für mich die Welt. Nicht im Großen, aber im Ganzen. . . . Aus dem Blick, den ich auf meine Umgebung werfe, sickert die mich durchströmende Transzendenz in meinen schundbeladenen Alltag und verleiht ihm Würde und Dynamik.
Und was ist dynamischer als das christliche Bild von der Auferstehung? Von der Auflehnung gegen das höchste und böseste Naturgesetz? . . . Christen sind Protestleute gegen den Tod in all seinen Varianten: Sie bieten der Bedeutungslosigkeit, der Depression, der Feindseligkeit, der Feigheit, der Inhumanität, der Selbstsucht die Stirn. "

 

 



Steck einen
Stern auf 
deinen 
Wanderstecken

Dein Kindsein
liegt dir noch
voraus

Greife 
nach deiner Rose 
über dem
Stacheldraht

Brich auf!
Entgegen kommt
dir dann das Ziel.


 

EIGENE GESTALTUNG DER THEMATIK

Auferstehung (TAM) 

 

ÜBERBLICK             I              NÄCHSTER SONNTAG             I            VORHERGEHENDER SONNTAG