DAS JAHR
IN DER SEEGER PFARRKIRCHE
ST. ULRICH

EINE SEITE VON THEODOR FREY

"Sternenhimmel" 
Ausschnitt aus den Mariendarstellung unter der Westempore "Flucht nach Ägypten"

Anbetung des Kindes von
Johann Baptist Enderle (Ausschnitt)
an der Decke des südlichen Oratoriums



6. Januar

Erscheinung des Herrn

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen (Mt 2, 1-12)

1Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem 2und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.3Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. 4Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. 5Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: 6Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. 7Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. 8Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. 9Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. 10Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. 11Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. 12Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

 

Die Bedeutung des Wortes Betlehem ist im Hinblick auf die Symbole, die das Leben Jesu begleiteten, sehr interessant: bet ist das Wort für „Haus“,  lahm steht im Arabischen für „Fleisch“, im Hebräischen dagegen für „Brot“, in manchen Dialekten auch für „Fisch“.

.Im chargierenden Gewand Marias sind die weißen, roten und blauen Töne auf meisterlichste gespiegelt. Eine durchlichtete Darstellung, die ihresgleichen sucht. Maria zeigt sich mit einer auch nach unseren Vorstellungen eleganten Frisur. 

Der  Sternenhimmel auf dem Fresko unter der Westempore, gibt einen Eindruck, über die Faszination, die der Lauf der Sterne auf diejenigen ausübte, die wissen wollten, was die Welt im Innersten zusammenhält. 

 



J.B. Enderle hat in der Kirche Allerheiligen in Scheppach die Anbetung der Könige dargestellt. 
Sie sind wohl kurz nach den Seeger Fresken um 1770 entstanden.





 

WEITUNGEN

Eugen Biser über diese Szene

Gott für uns - Predigten zum Lesejahr B  (Seite 40)

"Die Freude über den Anblick des Sterns wird überstrahlt von der, sich am Ziel der langen Suche zu wissen. Altem Brauch gehorchen lassen sie ihren Huldigung die allbekannten Gaben folgen: Gold, Weihrauch und Myrrhe, aus denen auf die Dreizahl der Besucher geschlossen wurde. Die ausdeutende Tradition aber sah in diesen Gaben symbolische Hinweise: im Gold auf das Königtum des Kindes, im Weihrauch auf seine Gottheit und in der Myrrhe auf seine Leidbestimmung."

 

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EIGENE ZEICHNUNGEN ZUR THEMATIK

Ausschnitt aus der Zeichnung: "Wo ist der neugeborene König?" (TAM) 

 

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