|
DAS
JAHR |
|
|
|
5. FASTENSONNTAG IM JAHRESKREIS (A) Ich
bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben In
jener Zeit 3sandten
die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist
krank. 4Als
Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen,
sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes
verherrlicht werden. 5Denn
Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. 6Als
er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort,
wo er sich aufhielt. 7Danach
sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
17Als
Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
20Als
Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb
im Haus. 21Marta
sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder
nicht gestorben. 22Aber
auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
23Jesus
sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24Marta
sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung
am Letzten Tag. 25Jesus
erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich
glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, 26und
jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst
du das? 27Marta
antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn
Gottes, der in die Welt kommen soll. 33bJesus
war im Innersten erregt und erschüttert. 34Er
sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und
sieh! 35Da
weinte Jesus. 36Die
Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! 37Einige
aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann
nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
38Da
wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine
Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. 39Jesus
sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen,
entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der
vierte Tag. 40Jesus
sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die
Herrlichkeit Gottes sehen? 41Da
nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach:
Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42Ich
wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich
herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich
gesandt hast. 43Nachdem
er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
44Da
kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden
umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus
sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!
45Viele
der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus
getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.
|
|
|
|
|
WEITUNGEN |
Hinweis
auf das wundervolles Werk: Rüdiger Görner über dieses Fragment (Ausschnitt) : Quelle "Soll
man die Toten ruhen lassen, den Verstorbenen Seligkeit zusprechen? Darf
man an ihre Erweckung glauben? Oder hat die Auferstehungstheologie nicht
etwas zutiefst Unseliges? Im Neuen Testament gilt sie als die gesteigerte Wundertat Jesu, die Auferweckung des Lazarus. Man kann sie als das Vorspiel zur Auferstehung oder Selbsterweckung von Jesus deuten. Das elfte Kapitel des Johannes-Evangeliums bezeichnet eine unerhörte Begebenheit: Die Kraft des Glaubens kann den natürlichen Lauf der Dinge beeinflussen. Martha, die glaubensstärkste der beiden Schwestern des verstorbenen Lazarus, identifiziert sich bereits so sehr mit der Lehre des Jesus von Nazareth, daß sie zu wissen glaubt, ihr Bruder werde "auferstehen wird in der Auferstehung am Jüngsten Tage". Aber Jesus überbietet diese eschatologische Sicht noch, indem er diese Hoffnungsperspektive in die Gegenwart holt und sich selbst, sein Hiersein mit unaufhörlichem Leben gleichsetzt: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben." . . .
. . . Auch
der "Lazarus" ist so vollendet oder unvollendet wie Schubert
"Unvollendete". Gehen wir einmal davon aus, daß der zweite Teil
dieser musikalischen Kontemplation abgeschlossen war, dann bleibt als
gewichtigster Umstand zu bedenken, daß Schubert den dritten, den
Erweckungsteil vermutlich mit voller Absicht nicht vertonte. Schuberts
musikalische Arbeit an der "Lazarus"-Thematik betonte dessen
Klage und die Klage über seinen Tod.
Dabei vergeht das eine im anderen und ersteht neu. So gehört, wäre Schuberts "Lazarus" auch das klingende Sinnbild jener faszinierenden, aber letzlich unergründlichen Symbiose von Sprache und Musik, vorgetragen als vielstimmige Elegie und früherer Schwanengesang, als Kaddisch und Aufforderung, den Spuren des Lazarus nachzuhören, und sei es, um zu verhindern, was später Heines Lazarus für sein eigenes Ende prophezeien sollte: "Keine Messe wird man singen,/Keinen Kadosch wird man sagen,/Nichts gesagt und nichts gesungen/Wird an meinen Sterbetagen."
|
|
EIGENE
ZEICHNUNGEN ZUR THEMATIK |
|