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RAUM |
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Einheit Die
Eins Stille Licht Nicht-Nichts Weder - Noch Einfalt Geöffnetes Sein Mythos des Paradieses Augenblick der Geburt Das Ewige im Werden
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Mit allen Augen sieht die Kreatur das Offene Nur unsre Augen sind wie umgekehrt und ganz um sie gestellt als Fallen, rings um ihren Ausgang. [...] Wir haben nie, nicht einen einzigen Tag, den reinen Raum vor uns, in den die Blumen unendlich aufgehn. Immer ist es Welt und niemals Nirgends ohne Nicht: das Reine, Unüberwachte, das man atmet und unendlich weiß und nicht begehrt. Duineser Elegien Die achte Elegie In der Stille zwischen den Tönen, in der Leere zwischen den Formen, in den Träumen zwischen dem Wachen, kann die Grenze erfahrbar werden. Gelänge es das Dazwischen zuzulassen, sich in das Dazwischen fallen zu lassen, die Grenzen zur Einheit öffneten sich und uns könnte geschenkt werden, was längst verloren geglaubt. Erkennbar ist für uns, daß alles mit Allem verbunden ist, daß im Geflecht des Seins bereits geringste Veränderungen, die Richtung im Ganzen beeinflussen, daß die Wirklichkeit offen ist für unendliche Möglichkeiten. Und daß dies für uns erfahrbar ist, gibt bereits Werte für unser Sein, auch wenn uns Maß und Ziel des Ganzen noch verschlossen bleiben. Die Gestalt der Einheit ist im Werden. |
Wir haben nie "den reinen Raum vor uns". Das Wort meint nicht den physikalischen Raum, der den Dingen; auch nicht den psychischen, der den Akten und Gefühlen zugeordnet ist; ebensowenig den geistigen, in welchem der Sinn auf- leuchtet. Vielmehr den Ort des Einfachhin-Seienden, den Ort einfachhin, in dem alles Eines ist - und ebendamit den Zustand, in welchen das "Hiesige" gelangt, sobald es die Bewegung "hinüber" vollzieht; die Freiheit vom Hier oder Da. [...] Wir aber sind so gefesselt, daß wir diese Unendlichkeit - die Überzähligkeit" des "Erlebnisses" - für gewöhnlich nicht bemerken. Nur in bestimmten flüchtigen Erfahrungen werden wir vorübergehend inne, worum es geht; [...] Dann wird diese Fülle näher zu Gefühl gebracht, und durch jede Bestimmung erwächst dem Offenen ein weiterer Name. Es ist das "Reine", von keinem Begehren noch Gebrauch Befleckte .. Das "Unüberwachte, das man atmet und unendlich weiß" [...] Das Kind hat eine ursprüngliche Beziehung zum Offenen. In seiner frühesten Zeit lebt es ganz in der auf dieses zugehenden kreatürlichen Bewegung. [...] Es lebt blinkend ins Offene hinaus, und ist eben damit wahrhaft innerlich, atmend, in Allem seiend. [...] Sobald man aber "nah dem Tod" ist, oder dieser schon begonnen hat, sieht man ihn nicht mehr, sondern "starrt hinaus", ins Offene. Dann ist der Mensch nur noch Kreatur [...] wir kehren [dem Freien] den Rücken und wenden uns "der Schöpfung", dem raum- zeitlichen Konkreten zu. Von seinem Licht sehen wir bloß "die Spiegelung", den geheimnisvollen Abglanz auf den Dingen; es selbst schauen wir nie, denn nicht irgend ein Ding, sondern wir selbst stehen im Wege. [...] Umgewendet
zu sein gegen die große Wesensrichtung; Beobachtender zu sein, der vor
den Gestalten steht und sie untersucht; Begehrender, der die Dinge will
und greift; immer "gegenüber zu sein / und nichts als das" -
das ist die Eingeschlossenheit des Daseins und das ist
"Schicksal".
über die achte Elegie in "Rainer Maria Rilke - Deutung des Daseins"
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