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Rundblick vom Kalvarienberg aus vom Westen über Norden nach Osten




























FÜSSENER KALVARIENBERG

Die Gestaltung des Kalvarienbergs ist dem Stattpfarrer von St. Mang, Johann Baptist Graf (1802-1882), zu verdanken. Er stand mit der Allgäuer Erweckungsbewegung um J.M. Sailer, J.M. Feneberg und Christoph von Schmid in Verbindung. König Maximilian II uns sein Frau Königin Marie von Bayern pilgerten mit ihren Söhnen Ludwig und Otto auf den Kalvarienberg. Ludwig II. betete am Karfreitag 1880 in schwarzer Kleidung an allen 14 Stationen. 









 


 



























Der hl. Magnus besiegt den Drachen bei Roßhaupten
Franz Georg Hermann (um 1720/21)







Der Tod des hl. Magnus 
Franz Georg Hermann (1720)



















Johann Jakob Herkomer (1652 in Sameister  - 1717) hatte viele Jahre in Oberitalien die Bearbeitung des echten Marmors und die Freskomalerei studiert und damit die besten Voraussetzungen für die Gestaltung des Areals. 










In einem durchsichtigen Kreuz befinden sich Reliquien des hl. Magnus. Magnusstab - Knochensplitter  - Kelch - Brustkreuz







Franz Xaver Seelos (*1819 in Füssen; †1867 in New Orleans) war ein deutscher Redemptoristen Missionar, der 1843 in die USA auswanderte und dort bis zu seinem Tode wirkte. Am 9. April 2000 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.





 










HEILIG GEIST SPITALKIRCHE












SAMEISTER






SAMEISTER

Das Taferngut zu Sameister bei Roßhaupten wurde 1639 von Balthasar Herkomer gekauft. Dieser war der Vater des dort 1652 geborenen Barockbaumeisters Johann Jakob Herkomer.
 
Hier zum Bezug zu Seeg im Allgäu . . .

Die Kapelle Mariä Sieben Schmerzen ist bereits in wesentlichen Formen typisch für das spätere Werk Herkomers (vgl. etwa St. Mang in Füssen): dreiteilige Halbkreisfenster, rundbogiges Portal, Anlehnung an Andrea Palladios Villa Rotonda. Die Kapelle ist gewestet. Die Kuppel auf Pendentifs trägt eine Laterne. Im Dreiecksgiebel über dem Eingang das Wappen des Augsburger Fürstbischofs Johann Christoph von Freyberg.

Stuck und Fresken wurden 1692 von Herkomer geschaffen. Im Chor ist die Verherrlichung des Kreuzes und der Marterwerkzeuge, die Himmelfahrt Christi und Pfingsten abgebildet; in der Kuppel Krönung Mariä und Heilige (Namenspatrone der Eltern und Geschwister Herkomers). In den Zwickeln die vier Evangelisten. In den Kreuzarmen Grisaillen mit freudensreichen und schmerzensreichen Szenen aus dem Leben Mariä und Christi sowie typologische Bezüge zum Alten Testament und Gemälde der Frauen am Grab und Kreuzabnahme.

Der Altar, gefasst von Marmorsäulen, zeigt die Heilige Familie, die Heiligen Sebastian und Antonius von Padua. Neben der Türe Büsten der Brüder Johann Jakob und Isaak mit Hammer, Meißel, Zirkel Richtschnur, Palette und Pinseln.

Herkomer fand selbst in der Kapelle seine letzte Ruhestätte.

Quelle: Wikipedia






 






 




 









 

 







 

 

 

 

 



 

 




Heinrich Heine

Beine hat uns zwei gegeben ...

Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
wollte nicht, dass an der Scholle
unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
genügte uns ein einzges Bein.

Augen gab uns Gott ein Paar,
daß wir schauen rein und klar;
um zu glauben, was wir lesen,
wär ein Aug genug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
daß wir schauen und begaffen
wie er hübsch die Welt erschaffen
zu des Menschen Augenweide;
doch beim Gaffen in den Gassen
sollen wir die Augen brauchen
und uns dort nicht treten lassen
auf die armen Hühneraugen,
die uns ganz besonders plagen,
wenn wir enge Stiefel tragen.

Gott versah uns mit zwei Händen,
dass wir doppelt Gutes spenden;
nicht um doppelt zuzugreifen
und die Beute aufzuhäufen
in den großen Eisentruhn,
wie gewisse Leute tun –
(ihren Namen auszusprechen
dürfen wir uns nicht erfrechen –
hängen würden wir sie gern,
doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
manche sind auch unsre Gönner,
und man macht aus deutschen Eichen
keine Galgen für die Reichen.)

Gott gab uns nur eine Nase,
weil wir zwei in einem Glase
nicht hineinzubringen wüßten,
und den Wein verschlappern müßten.

Gott gab uns nur einen Mund,
weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppelmäulig wär,
fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
muß er schweigen unterdessen,
hätt er aber Mäuler zwei,
löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehn
uns der Herr. Vorzüglich schön
ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
so er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören –
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
und Hämorrhoidal-Musik
von dem großen Meyerbeer,
schon ein Ohr hinlänglich wär! –

Als zur blonden Teutolinde
ich in solcher Weise sprach,
seufzte sie uns sagte: Ach!
Grübeln über Gottes Gründe,
kritisieren unsern Schöpfer,
ach! das ist, als ob der Topf
klüger sein wollt als der Töpfer!
Doch der Mensch fragt stets: Warum?
Wenn er sieht, dass etwas dumm.
Freund ich hab dir zugehört,
und du hast mir gut erklärt,
wie zum weisesten Behuf
Gott den Menschen zweifach schuf
Augen, Ohren, Arm´ und Bein´,
während er ihm nur ein
Exemplar von Nas und Mund –
doch nun sage mir den Grund:
Gott, der Schöpfer der Natur,
warum schuf er einfach nur
das skabröse Requisit,
das der Mann gebraucht, damit
er fortpflanze seine Rasse
und zugleich sein Wasser lasse?
Teurer Freund, ein Duplikat
wäre wahrlich hier vonnöten,
um Funktionen zu vertreten,
die so wichtig für den Staat
wie fürs Individuum,
kurz fürs ganze Publikum.
Zwei Funktionen, die so greulich
und so schimpflich und abscheulich
miteinander kontrastieren
und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gemüt
muß sich schämen, wenn sie sieht,
wie ihr höchstes Ideal
wird entweiht so trivial!
Wie der Hochaltar der Minne
wird zur ganz gemeinen Rinne!
Psyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
er verwandelt sich beim Scheine
ihrer Lamp – in Mankepiß.

Also Teutolinde sprach,
und ich sagte ihr: Gemach!
Unklug wie die Weiber sind,
du verstehst nicht, liebes Kind,
Gottes Nützlichkeitssystem,
sein Ökonomie-Problem
ist, dass wechselnd die Maschinen
jeglichem Bedürfnis dienen,
dem profanen wie dem heilgen,
dem pikanten wie langweilgen, -
alles wird simplifiziert;
klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen,
damit schafft er seinesgleichen.
Auf demselben Dudelsack
spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche,
fiedelt auf derselben Bratsche.
Durch dieselben Dämpfe, Räder
springt und singt und gähnt ein jeder,
und derselbe Omnibus
fährt uns nach dem Tartarus.

 






 









DER LECH (Foto von Helga Heinz Füssen)