Eine Seite von Theodor Frey

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  SCHALL-RIAUCOUR
  



  



 Grab Nr. 170   


   seit Ende 12. Jhrh. Adelsfamilie aus dem Rheinland, ursprünglich Schall zu Bell, seit 1770 Schall-Riaucour. 1745 Reichsgrafenstand

Um 1770 heiratet Carl Theodor von Schall die Tochter des Grafen Andreas von Riaucour. 

Durch Heirat mit Henriette Gräfin Riaucour kamen die Schall zu Bell in die Oberlausitz. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Familie in ein Sammellager auf  Rügen deportiert, das Schloss wurde 1945 enteignet. Die Mitglieder der Familie flohen nach Bayern und in das Rheinland.

 

 

Heidemarie von Schall-Riaucour schrieb ein Buch über Franz Halder:

Aufstand und Gehorsam. Offizierstum und Generalstab im Umbruch; Leben und Wirken von Generaloberst Franz Halder, Lindenbaum Verlag, Beltheim-Schnellbach 2006

 

Marie-Gabrielle Gräfin von Tattenbach war die Tochter von Gottfried Graf von Tattenbach und Marie Gräfin von Quandt zu Wykradt und Isny. Sie heirate Karl Graf Schall-Riaucour in 1939. 

 

 

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  ALFRED KÖSSLER
  (Kößler)
  


  
(1908 - 1971)
  


   STEFANIE KÖSSLER
   (Kößler)

    (1925 - 2011)


 Grab Nr. 171   


  

 

 

 

Stefanie Köss(ß)ler, geb. Renninger
1925 - 2011

 

 

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Hermann Proebst
  




 
1904 - 1970


   Grab Nr. 172   


  Mehr über Hermann Proebst . . .

  Hermann Proebst und Sigi Sommer . . .


Publizist mit viel Gespür für historische Hintergründe wie für tagespolitische Zusammenhänge, denen er als Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung immer wieder bedächtig nachgegangen ist

Wie hat er schon als Student die Kulturlandschaft um Wasserburg am Inn beschreiben können! Später so oft entscheidende geistesgeschichtliche Situationen des 19. Jahrhunderts erzählend geschildert! Mit der Feder in der Hand ist er am Schreibtisch in der SZ-Redaktion gestorben.


Aus: Norbert Lieb - St. Georg in München-Bogenhausen

 

Sein Werk über München:  Denk ich an München, ein Buch der Erinnerungen 


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THEISSING Hermann

 (1883 - 1957)


 
THEISSING Dora

 (1896 - 19..)

  


 
THEISSING Elisabeth

 (1923 - 2000)




  



   Grab Nr. 173   


  


 



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Ziersch Hans Joachim

  (1913 - 1995)


   Grab Nr. 174   


  


 



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  Seidenberger Ernst

  (1877 - 1957)

  


  Seidenberger Clara

  (1886 - 1956)

  


  Seidenberger Luise

  (1906 - 1986)

  


  Neumaier Heinz 

  (1910 - 1985)


  Neumaier Inge

  (1920 - 2009)


   Grab Nr. 175   

  

  


Justizrat Dr. Ernst Seidenberger ,geboren in Nürnberg, hatte zwei Töchter und war seit 1903 als Anwalt in München zugelassen. "In den zwanziger Jahren war er Syndikus des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller. 1938 wurde er zum 'Konsulenten' degradiert, das war die damals amtlich vorgeschriebene Bezeichnung für die wenigen noch zugelassenen jüdischen Rechtsanwälte, die nur mehr jüdische Mandanten vertreten durften. 1942 wurde er zum Arbeitseinsatz in einer Fabrik gezwungen, dann nach Theresienstadt deportiert. Seit 1946 war er wieder in München als Anwalt zugelassen und wurde in den Vorstand der Rechtsanwaltskammer gewählt."

Quelle: Die Wahrheit ist oft unwahrscheinlich - Thomas Theodor Heines Briefe an Franz Schoenberner aus dem Exil  (S. 354)

 

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Joseph Amberger


  (1831-1904)


Maria Amberger


  (1834 - 1916)


Alois Glas


  (1880 - 1968)


Ursula Glas


  (1888 - 1976


Waltraud Gleissner


  (1948 - 1972)


Dr. Franz Gleissner


  (1911 - 1992)


Karin Gleissner


  (1916 - 2000)


Marianne . . .


  (1914 - . . .)


Franz Gleissner (Gleißner)


  (1946 - 2013)



Grab 176


Mehr über Dr. Franz Gleissner 1911 - 1992, ein Politiker der CSU . . .

 

  Franz Gleißner (1946-2013) war Pate des Projektes "Aktiv gegen Wohnungs-losigkeit". Einer dieser Schützlinge war Herrn Nadim Ilias Kheder. "Es ist eine kleine Erfolgsgeschichte, die beide miteinander verbindet. Nadim – mit 17 nach Deutschland gekommen -  hat mit Unterstützung seines ... Paten nicht nur Deutschkurse besucht und die Hauptschule mit guten Noten geschafft, sondern inzwischen auch einen Ausbildungsplatz in seinem Traumberuf gefunden. Selbst das Aufstehen zu nachtschlafener Zeit – nämlich um 2 Uhr früh - hat seine Freude am Bäckerhandwerk nicht gemindert."  

Quelle: muenchen.de

 

 

 

 


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  HANS SCHERER
  


 
(1904  - 1978 )


  
HILDE SCHERER


 
(1906 - 1979)

 
Grab Nr. 177    



  Eintrag beim
Kath. Männerfürsorgeverein

  

 

Hans Scherer, in Bogenhausen geboren, gehörte zu den Wiederbegründern von "Neudeutschland" in München. Als erfolgreicher Kaufmann (Hindelang KG) und Grandseigneur brachte er kontroverse Diskussionen mit seinem münchnerischen Humor auf den Punkt. Sein Lebenswerk war die "Katholische Männerfür- sorgeverein", den er 1950 zusammen mit seinem ND-Bundesbruder Adolph Mathes gründete. Seinen Namen trägt eine stationäre Einrichtung für die Wiedereingliederung von Männern in Oberschleißheim.

 

 




 

 

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  Roeckl
  




  



   Grab Nr. 178  


  


Roeckl Handschuhe im Münchner Stadtmuseum

Annette Roeckl führt den 1839 gegründeten Handschuhladen ( Roeckl Handschuhe & Accessoires GmbH - Isartalstraße) in der sechsten Generation. Ihr jüngerer Bruder Stefan führt die Roeckl Sport-Handschuhe GmbH.





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  Hans Lietzau
  




  1913 - 1991



   Grab Nr. 179  


  Lietzau war verheiratet mit der Schauspielerin Carla Hagen, die den künstlerischen Nachlass ihres Mannes nach dessen Tod der Berliner Akademie der Künste als Schenkung überließ um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. (Quelle:  Wikipedia)


 

"Er war ein Vulkan"


"Lietzau durfte wollen, weil er konnte. Er war einer der bedeutendsten Regisseure (und zum Widerspruch reizend wie kaum ein anderer), den das deutsche Theater hervorgebracht hat. "

Helmut Griem

 

Aber zum guten Ende wurden seine letzten zehn Lebensjahre in München eine wunderbare "Spätlese" dieses außerordentlichen Mannes.

 

Er begann wieder am Residenztheater 1980 mit Strindbergs Vater und dem Lear, beide Male mit Martin Benrath in der Hauptrolle.

 

Inzenierungen an den Münchner Kammerspielen:

 

1981     Maria Magdalena von Friedrich Hebbel

1987     Onkel Wanja von Anton Tschechow

1988     Der Theatermacher von Thomas Bernhard ;  (gesehen)

1989     John Gabriel Borkmann von Henrik Ibsen

1991     Der blaue Boll von Ernst Barlach (gesehen) Bühne: Jürgen Rose; Licht: Max Keller

 

Helmut Griem über die Proben zu Onkel Wanja:

 

" Fazination, Leidenschaft des Denkens, Vertreibung von Pathos und Sentimentalität, Verhinderung von trendigem Brimborium, Durchdringen und Versinnlichen der Sprache, liebevoll-kritische Betrachtung der Stück-Figuren - herrliche, nie langweilige Proben, und wieder die Beschwörung der Grundlagen des Schauspielers: das Handwerk, das Können, das Metier, etwas, das heute bei den meisten jüngeren Regieheroen als altväterlicher Quatsch beiseite geschoben wird."

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  Werner Kreindl
  




  1927 - 1992



   Grab Nr. 180   


  mehr in wikipedia >




Kurzbiografie von Stephanie D'heil

Werner Kreindl wurde am 20. Oktober 1927 im oberösterreichischen Wels (Salzkammergut) als Sohn eines Polizeibeamten geboren; seine Mutter stammte aus einer Weinbauernfamilie. Der junge Werner wuchs im benachbarten Vöcklabruck auf, interessierte sich schon früh, für alles, was mit dem Theater zusammenhing und wirkte schon in der Volksschule bei Schüleraufführungen mit. Später besuchte er das Realgymnasium. machte sein Abitur und musste dann zunächst seine Pläne, Schauspieler zu werden wegen des 2. Weltkrieges "begraben". Er wurde zum Wehrdienst einberufen und erlitt noch gegen Ende des Krieges als Granatwerfer-Richtschütze einen Kopfschuss, von dem er sich jedoch wieder erholte. Nach Kriegsende begann Kreindl in Wien ein Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaften und gehörte 1946 zu den Mitbegründern eines Studententheaters. 1948 brach er das Studium ab, da er unbedingt auf der Bühne stehen wollte, und nahm ein Engagement in Graz an. Weitere Stationen seiner Theaterkarriere wurden dann unter anderem das Burgtheater in Wien sowie die Theater in Bonn, Darmstadt, München, Berlin und Hamburg.

Seit Mitte der 60er Jahre war Kreindl verstärkt für Film und Fernsehen tätig, wirkte in Hörspielen und Funklesungen mit. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte der Schauspieler 1958 in dem Streifen "Zwei Bayern in Bonn", im Verlaufe der Jahre folgten Rollen in Filmen wie beispielsweise "Engel, die ihre Flügel verbrennen" (1970), "Die Formel" (1980), "So weit das Auge reicht" (1980), "Geld oder Leber!" (1986) oder "Bei mir liegen Sie richtig" (1990), doch der Schwerpunkt seiner Arbeit für den Film lag beim Fernsehen. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Die Fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "Sonderdezernat K1" oder "Tatort" sah man Kreindl unter anderem 1967 in dem Mehrteiler "Nobile – Sieben Wochen auf dem Eis" sowie als Göring in dem Zweiteiler "Der Reichstagsbrandprozess". 1972 übernahm er in dem historisch-dokumentarischen Mehrteiler "Die Rote Kapelle" unter der Regie von Franz Peter Wirth die Rolle des "Großen Chef" und Spion Léopold Trepper oder war 1974 als Dr. Ezra Jennings in "Der Monddiamant" zu sehen. Ungeheure Popularität erlangte Kreindl ab 1978 als Hauptkommissar Karl Göttmann in der TV-Serie "SOKO 5113", eine Rolle, die er 150 Folgen lang bis zu seinem Tod 1992 spielte.

Werner Kreindl verstarb am 6. Juni 1992 mit 64 Jahren im österreichischen Wagrein an Herzversagen; er war zuletzt mit seiner Kollegin, der Schauspielerin Diana Körner verheiratet.

hier zur Seite von Stephanie D'heil über Kreindl . . . 
und zur Internetseite von Stephanie D'heil
 


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  Wilhelm Hausenstein
  




  1882 - 1957



   Grab Nr. 
181  


  

 

 

Foto


Wilhelm Hausenstein war ein universal gebildeter Mensch, der als Reiseschriftsteller, Kunstschriftsteller, -kritiker, -historiker und -soziologe zugleich Maßstäbe setzte, die unverändert gültig sind.  

Er wurde in Hornberg geboren, besuchte in Karlsruhe das Gymnasium und in Heidelberg die Universität und vertrat wie kaum ein anderer das, was im besten Sinne badisch ist - ohne provinzielle Enge, aber mit Scharfsicht und dem Scharfsinn dessen, der die Welt kannte und in der Fremde begriff, was die Heimat bedeutet. 
Er war, gerade als Badener, ein Brückenbauer zum Nachbarn: als Literat und als Diplomat hat er, und zwar unter großen Schwierigkeiten, nach 1945 die Partnerschaft mit Frankreich neu begründet. Und dies konnte nur gelingen, weil er schließlich auch ein vorbildlicher Mensch war, der seiner Überzeugung treu blieb, auch als es ihn, in finsteren Zeiten, fast das Leben kostete.


Lebte in der
Montegelasstraße 8, wo auch seine Tochter
Renée-Marie Hausenstein auf die Welt kam und in der Viktor-Scheffel-Straße 18.

Nach Wilhelm Hausenstein wurden benannt: 

1965 ein Promenadenweg in den Maximiliansanlagen in München

1972 das Neusprachliche Gymnasium an der Elektrastraße in München 

1982 die Grund- und Hauptschule in Hornberg

1982 eine Allee in Karlsruhe (ehem. Knielinger Allee)

1990 das Gymnasium in Durmersheim

 

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LEBENSDATEN von Wilhelm Hausenstein

1882

Wilhelm Hausenstein wird am 17. Juni 1882 in Hornberg im badischen Schwarzwald geboren; sein Vater ist großherzoglicher Finanzbeamter, seine Mutter die Tochter des "Bärenwirts" in Hornberg.

1891-1900

Humanistisches Gymnasium in Karlsruhe

1900-1905

Studium an den Universitäten Heidelberg, Tübingen, München:  Philosophie, klassische Philologie, mittlere und neuere Geschichte, Nationalökonomie. 
Promotion ("summa cum laude").

1906

Paris:  Vorleser der im Exil lebenden Königin Marie-Sophie von Neapel-Sizilien, Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich.

1907

Eintritt in die Sozialdemokratische Partei; intensive Mitarbeit in den Arbeiter-Lehrkursen und an den "Sozialistischen Monatsheften". Hierdurch wird die geplante Habilitation unmöglich gemacht. 
Freier Schriftsteller. Nachträglich Beginn des Studiums der Kunstgeschichte.

1908

Ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Holland, später auch Dänemark, Griechenland und Kleinasien.

1910

Erstes Buch: "Der Bauern-Bruegel" (erste deutsche Monographie über den Maler). 
Dann: "Rokoko. Französische und deutsche Illustratoren des 18. Jahrhunderts"; 
"Der nackte Mensch in der Kunst aller Zeiten und Völker", etc.

1915

Erste Begegnung mit Rainer Maria Rilke.

1916-1917

Mitglied der Pressesektion der Politischen Abteilung beim deutschen Generalgouverneur in Brüssel. 
Redakteur des "Belfried", Brüssel;  Beginn der Mitarbeit bei der "Frankfurter Zeitung". 
Hausenstein lernt in Brüssel seine spätere Frau, Margot Lipper, kennen. 
Intensive Studien zum Barock.

1918

Publizistische Tätigkeit:  "Frankfurter Zeitung",  "Münchner Neueste Nachrichten";  
Mitherausgeber des "Neuen Merkur".

1919

Austritt aus der Sozialdemokratischen Partei, weil sie ihm in einem gefährlichen Kompromiß mit der Rechten zu stehen schien. 
Heirat mit Margot Lipper, München;  Trauzeugen: Rainer Maria Rilke und Emil Preetorius. 
Bücher über den Isenheimer Altar, den Expressionismus in der Malerei und Paul Klee.

1922

Geburt des einzigen Kindes; nach Rainer Maria Rilke auf den Namen Renée-Marie getauft.

1923

Lunacarskij veröffentlicht in Moskau eine große Abhandlung über Hausensteins Arbeit, insbesondere seine Soziologie der Kunst.

1926

In der Sowjet-Enzyklopädie erscheint von Hausenstein ein großer Beitrag über das Barock. 
Hauptwerke:  "Kunstgeschichte",  "Rembrandt";  es folgen Monographien über Giotto, Fra Angelico, Carpaccio, etc.

1933

Auf Weisung der Müchner Staatspolizei fristlose Entlassung aus der Redaktion der "Münchner Neuesten Nachrichten".

1934-1943

Schriftleiter "Literaturblatt" und "Die Frau" der "Frankfurter Zeitung".

1936

Verbot, Bücher zu veröffentlichen. Einstampfung der "Kunstgeschichte", weil Hausenstein sich weigert, jüdische Künstler zu streichen und die Moderne im Sinne der Ausstellung "Entartete Kunst" zu verwerfen;  in dieser Ausstellung wird er als "entarteter Künstler" angeprangert.

1940

Übertritt vom Protestantismus zum Katholizismus.

1942

Emigration der Tochter nach Brasilien.

1943

Fristlose Entlassung aus der "Frankfurter Zeitung" wegen seiner jüdischen Ehefrau. Verbot jeglicher publizistischen Tätigkeit.

1944-1945

Vollzug der Deportation auf Weisung der Geheimen Staatspolizei unterbleibt in letzter Stunde aufgrund der voranschreitenden Auflösung. 
Arbeit an "Lux Perpetua" (Autobiographie), an Übersetzungen französischer Gedichte des 19. Jahrhunderts und anderen Büchern, die dann nach 1947 in dichter Folge erscheinen.

1945

Mitbegründer der "Süddeutschen Zeitung";  Mitarbeiter der "Badischen Zeitung", der "Neuen Zeitung", der Zeitschriften "Hochland", "Wandlung" und "Gegenwart".

1948

Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste;  1950 deren Präsident. 
Präsident der (deutsch-französischen) Schickele-Gesellschaft.

1949

Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz;  Ehrenmitglied der Academia Goetheana in Sao Paulo, Brasilien. 
Hebel-Preis des Badischen Staates.

1950

Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt;  Mitglied des PEN-Club.

Juli 1950

Konrad Adenauer beruft Hausenstein als Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland nach Paris.

1951

Chargé d'Affaires der Bundesrepublik Deutschland in Paris.

1952

Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband.

1953

Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Paris (ad personam).

1954

Literaturpreis der Stadt München.

1955

Grand Officier de la Légion d'Honneur als erster Deutscher in diesem Jahrhundert. 
Verleihung des Professortitels durch das Land Baden-Württemberg.

Mai 1955

Wilhelm und Margot Hausenstein kehren von Paris nach München und Tutzing zurück. 
Hausenstein arbeitet wieder als freier Schriftsteller; sein Werk umfaßt inzwischen etwa 80 Bücher und unzählige Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk.

1957

Wilhelm Hausenstein erliegt am 3. Juni einem Herzinfarkt und wird auf dem Friedhof von St. Georg in München-Bogenhausen begraben.


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Aus seiner Kunstgeschichte für Jedermann (1928)

Es ist begreiflich, daß das Zeitalter, so wie es nun war, in seiner tiefen Verwirrung die erste Hilfe beim technischen Verstand erborgte: bei den Physikern, Geometern, Ingenieuren.

Malerei und Bildnerei machten sich die Formen der Mechanik zu eigen: Zylinder, Kugel, Kegel, Keil, Pyramide, Kubus, Quader.

Neben dem mechanischen Prinzip trat unvermittelt das Gegenteil dieses Prinzips auf - das religiöse, das metaphysische. Ja, es geschah sogar dies: die feindlichen Grundsätze standen nicht bloß nebeneinander, sondern sie wuchsen in der seltsamsten aller Vermischungen sogar durcheinander.

Man unterbrach den mechanistischen Aufbau; es blieben offene Seiten; es blieben Wunden; die Zusammenhänge wurden ins Ungewisse gehoben; die Grundlagen des Ganzen wurde problematisch - mehr: mystisch.

Mitten aus dem Technischen, mitten aus dem Mechanischen heraus fühlt sie sich plötzlich auf das Übersinnliche angewiesen; mitten in einer mechanistischen Vorstellung fühlt Kunst jählings ihre ewige Abhängigkeit vom ewig Unerklärlichen.

Der alte "Gegenstand" war und blieb aufgegeben; nicht so sehr absichtlich als schicksalhaft - es ist wichtig, daran immer wieder zu denken, damit törichte Vorwürfe und Forderungen da schweigen, wo ein Verhängnis ist.


Man wußte nicht genau, worin das Metaphysische bestand; man war ohne eindeutige Religiosität; aber man rettete die Ahnung, daß, wie das Leben, so die Kunst die wichtigsten Verknüpfungen im Jenseits habe. Man versehrte die natürliche Gestalt der Dinge um anzudeuten, daß der Bestand der Dinge nicht im Sinnlichen, sondern im Übersinnlichen verankert sei.

Und - ist denn nicht auch ohnehin wahr, daß die Dinge gestorben, zerstört, zerschollen, gesprengt sind? Wohl meinen wir, es gäbe noch unversehrte Welt. Ist dies aber nicht ein bloßer Schein? Ein erquickendes Phantom? Hat dieser Krieg und alles was dazu gehört, denn nicht dies ganz Europa in einen Trümmerhaufen, in ein Loch verwandelt?

Wenn die positive Religiosität fehlte, wo waren dann noch Möglichkeiten der Kunst? ... Weshalb sich nicht endgültig zum Verzicht auf jeden Gegenstand bekennen? Man kam dahin- Man verkündete die "absolute Form", die "absolute Farbe". Wassili Kandinsky ging in diese Region. Franz Marc und August Macke sind dahin gegangen; Paul Klee ging dahin; sogar der konservative Franzose Henri Matisse ist in den Grenzbezirken dieser Region gewesen. Es sollte nur noch darauf ankommen, Farben und Striche sich selbst bewegen zu lassen: nach Regeln des Verkehrs, die den Farben selbst, gewissermaßen dem Paarungstrieb der Farben, dem Kristallisationsgesetz für Striche, Linien, Umrisse innewohnen. Bewegung der Farben, Rhythmus, Maß, Ausbreitung - alles schien in Gesetzen jener bunten Gesellschaft, die man mit sammelndem Begriff "die Farbe" nennt, vorausbestimmt zu sein: dieser Verlauf des Roten, dieser Einwand des Grünen, dieser Takt des Gelben, dieses Flächenmaß des Blauen, dies Verhältnis zwischen dem Violetten und dem Orange, diese Ordnung der ganzen Palette.

Wohlan. Aber wo war schließlich das bewegende Element in allen diesen farbigen und zeichnerischen Gemengen?

Man meinte, ohne Gegenstand zu sein. In Wahrheit war nur die Mitte der Wahrnehmung verlegt. Die Sinne waren einwärts gewandert; das Auge lag in der Brust tief innen und war dort auf der Lauer; oder es wanderte im Blut umher und suchte, suchte.

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Wilhelm Hausenstein über Margot in einem Brief nach dem Krieg

"Sie ist eine großartige Frau. Wie hat sie mir geholfen, die scheußlichen Hitler-Jahre zu überstehen! In einem Grade geholfen, der sich gar nicht ausdrücken läßt. Wie hat sie meine Arbeit gefördert! Welche wohltätige, disziplinierende Kraft ist von allen ihren haargenauen moralischen und künstlerischen Unterscheidungen auf mich ausgeströmt."

Über Margot Hausenstein

Margot Hausenstein, geb. Alice Marguerite Kohn, wurde am 3. September 1890 in Brüssel geboren. "Sie wuchs nach dem frühen Tod des Vaters mit ihrem Bruder Alfred bei der Mutter in einem liberalen jüdischen Umfeld auf. Musik und Literatur standen im Mittelpunkt ihrer Erziehung. . . . 1914 heiratete sie ihren Jugendfreund Richard Lipper, der seit Kriegsausbruch in der belgischen Armee kämpfte. 1916 begegnete die 26-jährige Margot auf einem Gartenfest in Brüssel dem 34-jährigen Wilhelm Hausenstein. Verliebtheit gegenseitig, schrieb Margot kurz und bündig in einem handschriftlichen Lebenslauf. Sie nennt Wilhelm - in ihrer Muttersprache »Guillaume« - zeitlebens »Gilles«. Von Anfang an habe er sie an den melancholischen Pierrot von Jean Antoine Watteaus »Bildnis Gilles« erinnert. "

Am 3. Februar 1922 Geburt der Tochter Renée-Marie. Nach dem Tod von von Wilhelm Hausenstein am 3. Juni 1957, widmete sich seine Tochter dem Nachlass und beschäftigte sich mit der Lehre von Teilhard de Chardins. Von 1964 bis 1974 war sie als geschäftsführende Büroleiterin der "The Pierre Teilhard de Chardin Association of Great Britain and Ireland" tätig. 

Margot Hausenstein stirbt mit 106 Jahre in 1997 während eines Aufenthaltes in Kuba.

Quelle: Eva-Maria Herbertz, "Das Leben hat mich gelebt" - Die Biografie der Renée-Marie Hausenstein - edition monacensia 2012 S. 11 f.

 

Geburtshaus von Renée-Marie Hausenstein

Monteglasstraße 8 - Eckbau im barockisierenden Jugendstil

 

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Gustl Waldau

1871 - 1958




Hertha von Hagen


1876 - 1962

 

Gustl Waldau
(eigentlich Gustav Freiherr von Rummel)

und seine Gattin
gehörten viele Jahrzehnte dem Ensemble
des Bayerischen Schauspielhaus an.

 

 

Denkmal am Gustl Waldau Steg (Herzogpark)

 

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  Annette Kolb
  




  1870 - 1967



   Grab Nr. 183   


  




Wohnung in der Händelstraße 1 
im Nordosten des Bogenhausener Friedhofs. 



1903 Ölporträt von Hugo von Habermann,
 Mitbegründer der Münchner Secession 
und Nachbar der Kolbs

 

Georg Kolbe : Annette Kolb
Bronzekopf um 1919 
(Kunstmuseum Bern)



Foto SZ (bearbeiter Ausschnitt)

 

1960


Erich Kästner
(Grab 178) über Annette Kolb:

Aus der Gedenkrede zur PEN-Jahresversammlung am 19. April 1968 in Kassel

" Das Zuverlässigste, was ich über Mademoiselle Kolb zu sagen wüßte, wäre: daß sie eine Persönlichkeit war. Es ist nur schade, daß ich nicht zuverlässig zu sagen weiß, was eine Persönlichkeit ist. (...)

Niemand konnte sich der unwiderstehlichen Ausstrahlung erwehren. Keiner der Schriftsteller, auch wenn sie bedeutender waren als sie, und keiner der Staatsmänner, die sie traf. Wenn sie, auf ihren Stock gestützt, der Tür zuschritt, wo sie erwartet wurde, fühlte man sich durchaus an Friedrich den Großen erinnert. (...) Dabei wäre ihr der Vergleich mit Friedrich gar nicht recht gewesen. Denn ihr waren die Preußen von Herzen zuwider. Und man mußte schon ziemlich sympathisch sein, um, etwa als Sachse, nicht zum Preußen ernannt zu werden. Sie war bayrisch wie der Vater und Französin wie die Mutter. Das waren ihre Landesgrenzen und, bis zu einem gewissen Grade, überhaupt die ihr gezogenen Grenzen.#

Auf dem Kopf trug sie eine Toque. Und dieses randlose Hütchen trug sie, wenn man sie besuchte und sie sich gerade ausruhte, auch im Bett. Sie trug es, wenn sie nicht allein war, jederzeit, ob  sie  (...) in der Münchener Händelstraße auf ihrem geliebten Flügel ein bißchen Mozart vorspielte. Mozart in der Händelstraße. Nur ein paar Steinwürfe weit vom alten Bogenhausener Friedhof entfernt, wo sie nun begraben liegt, in der Nähe ihrer alten Freunde: Gustl Waldaus und Wilhelm Hausensteins. ...

Ich machte mir [die] These, da sie, soviel ich. August  weiß, nicht widerrufen worden ist, wenigstens als Hypothese zu eigen, und nur als solche möchte ich sie [...] verstanden wissen. Ihrzufolge war  Annette Kolbs Vater, der Königliche-Bayerische-Gartenbau- dirketor in München, ein Sohn des bayerischen Königs Max II. Joseph. Jeder kennt die nach ihm benannte Maximilianstraße. Jeder kennt das Maximilianeum, also das bayerische Parlament. Und jeder kennt sein Denkmal, das unterm Namen "Max Zwo" als Straßenbahnhaltestelle täglich Tausende von Malen in aller Munde ist. 1848, im Revolutionsjahr, wurde er der Nachfolger Ludwigs I., seines Vaters, der, unter anderem, wegen Lola Montez abdanken mußte.

Das 19. Jahrhundert war für die Wittelsbacher ein romantisches, kunstsinniges und gefährliches Jahrhundert. Otto, der jüngere Bruder Maximilians II., wurde König von Griechenland und 1962 gestürzt und vertrieben. Max II. ältester Sohn regierte als Ludwig II., wurde geisteskrank und starb im Starnberger See. Das war 1886. Sein jüngerer Bruder, seit 1972 geisteskrank, wurde, als König Otto I. trotzdem sein Nachfolger, freilich ohne auch nur einen Tag zu regieren, - sein Onkel Luitpold leitete die Regierungsgeschäfte als Prinzregent bis zu Ottos Tod 1913. Ein Überblick in Stichworten kurz und makaber. ...

Träfe das zu, dann erklärt sich manches noch einfacher und besser als bisher. Annettes selbstbewußtes Auftreten, ihr bayerischer Patriotismus, ihr antipreußischer Affekt, ihre monarchisch-katholische Dickköpfigkeit und auch die an Devotion und Hofknicks grenzende echte Verehrung im Umkreis des Adels und Hochadels. ...

Annettes Reise nach Israel wat ihre letzte vor der allerletzten gewesen. Niemand hatte ihr die gefährlich späte "Fahrt ins Heilige Land" ausreden können. Sie setzte ihren Willen auch diesmal durch. Womöglich hätte sie, ohne jenen Israel-Flug, die letzte kurze Fahrt von der Händelstraße 1 hinüber zur kleinen Bogenhausener Kirche mit dem grünen Zwiebelturm noch ein wenig aufschieben können.

Doch ich glaube nicht, daß ihr an einer Fahrplanverspätung gelegen war. Wer hundert Jahre alt wird, der weiß, vermute ich, die letzte Pünktlichkeit zu schätzen.


 

Joseph Breitbach (Urnengrab U4) schrieb das Nachwort "Die Schaukel".  Annette Kolbs Romane "vom Erstling 'das Exemplar' (1913) über 'Daphne Herbst' (1928) bis zu 'Die Schaukel' (1934) - leben von der Erinnerung an das München des Fin des Siècle und frühen 20. Jahrhunderts, sind Nachrufe auf das Lebensgefühl einer Epoche, die im Ersten Weltkrieg unterging". (Lothar Müller in der SZ 26./27. April 2008)

Annette Kolb beschreibt in ihrem Roman "Die Schaukel" (1934) München folgendermaßen (S. 190 f.)
"Jede Stadt ist anthropomorphistisch anzusehen. Sie hat ihr Gesicht, ihre Physiognomie, ihre Augen. Daher auch Schicksalen innerhalb ihrer Mauern diese, dort jene Möglichkeiten eigen sind. 
München ist stärker vielleicht als andere Städte im Banne seiner Luft und ihrer Spiegelungen, eine Stadt ohne Ost und West sozusagen, zwischen Nord und Süden eingekeilt, an der großen Straße wohl, dennoch abgelegen, Stadt der Träume und Beschaulichkeit, aber nicht der Witterungen, von seinem unterschobenen Bruder um seinen wahren Stammesbruder Österreich durch die Ereignisse gebracht."



 


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Zeichnung von Hans Wimmer -  - Annette Kolb am Klavier - 1967, ihrem Todesjahr

Annette Kolb wohnte in der Händelstraße 1 im Nordosten des Bogenhausener Friedhofs. Die Inschrift am Haus lautet: "In diesem Haus wohnte von 1961 bis 1967 die Schriftstellerin Annette Kolb"

Die Grabstätten von Hans Wimmer und Annette Kolb befinden sich auf dem Bogenhausener Friedhof in der östlichen Reihe. 


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  Jungel H.J.
  
  (1882 - 1970)


  Jungel Else
  
  (1897 - 1979)  



   Grab Nr. 184   


  


 



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  WERNER WUNDERLICH
  



 
(1930  - 1991 )

 
Grab Nr. 185   



  
hier zu einigen seiner Kreationen auf den Seiten des Münchner Stadtmuseums

Foto: Michael Doster (Ausschnitt)

geb.  3. 5 1930 in Weimar
gest. 25. 2 1991 in München


Deutscher Modeschöpfer; besuchte als 19 jähriger die Meisterschule für Mode in München und arbeitete nach erfolgreicher Abschlussprüfung als Assistent der Bühnen- und Kostümbildnerin Charlotte Flemming. Dort lernte er viele Leinwandstars kennen, die später treue Stammkundinnen in seinem Modesalon im vornehmen Bogenhausen in München wurden. Dazu gehörten Winnie Markus, Hannelore Bollmann, Romy Schneider, Nadja Tiller, Sonja Ziemann, Maria Schell, Hildegard Knef, Maria Sebaldt, Helen Vita, Lale Andersen, Gerlinde Locker, Ex-Kaiserin Soraya und die Begum.

Neben Theaterstücken und vielen Filmen, wie Trotta, Die Wahrheit über Rosemarie, Hula-Hopp Conny, Der lachende Vagabund, stattete Wunderlich auch Fernsehspiele und Serien, wie Laura, Das Erbe der Guldenburgs, die Shows der Tänzerin und Sängerin Margot Werner mit seinen eleganten Kreationen aus.

Mit viel Freude arbeitete er 1975 an der Meisterschule für Mode als Gastdozent um mit den Studierenden eine Kollektion zu gestalten. Die jungen Auszubildenden waren von ihrem Lehrer begeistert, der es klug verstand, ihnen mit Phantasie und Realitätssinn seine Ideen zu vermitteln. 

Durch die Ausstattung der Fernsehserien war es ihm in den schwierigen achtziger Jahren möglich, als so mancher Salon schließen musste, sein Geschäft zu retten. Sein Atelier blieb ein beliebter Treffpunkt. Seine letzte Präsentation der Saison 1990/91 war ein grandioser Erfolg. Eleganz und Originalität waren die herausragenden Merkmale von Wunderlichs Damenmode und vielen galt er vier Jahrzehnte lang als der Größte unter den deutschen Couturiers. Der große Modeschöpfer starb im Februar 1991 im Alter von nur 60 Jahren an einem Herzversagen.

Filme:

Hallo Fräulein! (1949)

Ehekarusell (1951)

Der lachende Vagabund (1958)

Der Raub der Gloria Nylon (1959)

Hula-Hopp, Conny (1959)

Das indische Grabmal (1959)

Der Tiger von Eschnapur (1959)

Ein Mann geht durch die Wand (1959)

Ich suche einen Mann (1966)

Ohrfeigen (1970)

Trotta (1971

Fernsehen:

Es geschah in Paris (1960)

Ein Berliner in Hamburg (1961)Laura (1962)

Margot bis Montag (1977)

Das Erbe der Guldenburgs (1987-1990)

Ausstellungen:

Münchner Stadtmuseumvom 10.6. bis 11.9.1994
„Werner WunderlichCouture ohne Diktat“

Münchner Stadtmuseumvom 22.1. bis 16.5.2010
„Mode sprengt Mieder“

Bücher:

„Werner Wunderlich - Eine fotografische Hommage“ von Michael Doster

Michael Doster - „REFLECTIONS“Galerie Cado Verlag

„Prominenz in Bogenhausen“Villen und ihre berühmten Bewohner

von Dorle GriblVolk Verlag

Quelle: Text und Foto des Grabes von Fritz Warz

Fritz Warz absolvierte von 1958 bis 1961 eine Schneiderlehre bei Werner Wunderlich.

 

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  HANFSTAENGL 
  


Ernst-Franz-Sedgwick
11.2.1887 - 6.11.1975
Erna     
31.10.1885 - 6.5.1981 (Sängerin)

Eynon 
24.11.1950 - 6.12.1987

Marjorie geb. Piera
26.6.1917 - 28.6.1991

Egon
3.2.1921 - 31.3.2007


   Grab Nr. 186    


  



Im Jahre 1889 begann Edgar Hanfstaengl die "Villa Hanfstaengl" in der Liebigstraße/Ecke Widenmayerstraße zu bauen, die um die Jahrhundertwende bekannter und beliebter Treffpunkt der Münchner Gesellschaft war.

So trafen sich hier die Komponisten Richard Strauss und Eugen d' Albert sowie dessen Schüler, der Pianist Wilhelm Backhaus, der Musiker und Violinvirtuose Pablo de Sarasate, der Pianist und Komponist Ferruccio Busoni, der Malerfürst Franz von Stuck und Thomas Mann.

Edgar Hanfstaengl übergab dann die Leitung des Verlags an seinen jüngeren Bruder Edgar II, der Anfang dieses Jahrhunderts das Haus errichtete. Der jüngere Bruder von Edgar II war Ernst ("Putzi") Hanfstaengl, der den Verlag während der Kriegsjahre weiterführte.
Als USA- und Englandkenner wurde dieser Auslandspressechef unter Hitler .

 

Mehr über den Kunstverlag von
Helmut Heß, Kunstverlag Franz Hanfstaengl, in: 
Historisches Lexikon Bayerns
 

 

Im Herzogpark Mauerkircherstraße 12  wohnte Erna Hanfstaengl. 
Sie lernte 1923 den Chirurgen Ferdinand Sauerbruch kennen, mit dem sie zeitweilig zusammenlebt.  "In den Münchner Gesellschaftskreisen munkelt man aber noch lange, dass die Hanfstaengl von Sauerbruch einen Sohn habe, den man allgemein Sauerstaengl nennt. " 
(Quelle: Rudolf Reiser Alte Häuser - Große Namen S. 268) 

Von Begegnungen in diesem Haus berichtet der Memoirenschreiber Karl Alexander von Müller in seinen Erinnerungen. 

"Kurzerhand veranlaßte ich also meine Schwester, in ihrer Wohnung in der Mauerkircherstraße ein kleines Essen zu geben, zu dem wir, außer Schachtleiter und Hitler, auch Helene Raff [sie war die Geliebte von Henrik Ibsen, Adolf Hildebrand und Paul Heyse] und Professor Karl Alexander von Müller baten."

Karl Alexander von Müller: Im Wandel der Welt, zitiert nach Rudolf Reiser Alte Häuser - Große Namen S. 268) 


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Ernst Franz Sedgwick 
("Putzi") Hanfstaengl

mehr über ihn hier . . .

In der SZ vom 28./29.4.07 schreibt Christoph Schwennicke über "Putzis Aufstieg und Niedergang" . Er berichtet über die Episode eines Beinahetreffens zwischen Churchill und Hitler und  charakterisiert Putzi Hanfstaengl.

"Hanfstaengl war eine schillernde Figur. Schon zu Zeiten des Münchner Putschversuchs 1923 geriet er in die unmittelbare Nähe Hitlers; er hielt den kleinen Mann für rhetorisch äußerst begabt. Bei Hanfstaengl im Hause fand Hitler auf seiner Flucht ... Zuflucht ... [hier mehr . . .].

Putzi war fortan ein Privater Alleinunterhalter Hitlers, der ihn immer wieder zum Klavierspiel ermunterte, weil es wiederum ihn ermunterte.  ... Hanfstaengl Hüne von Statur und Spross einer Münchner Kunstverleger-Familie, war ein weltläufiger Mann, parkettsicher, gefallsüchtig, eitel, belesen, offenbar auch charmant und mit Schlag bei den Frauen. Er stilisierte sich später als nazikritisch, und war doch einer der glühendsten Hitler-Verehrer in dessen frühen Jahren.  ...

Hanfstaengl ... hat irgendwann vor Ausbruch des Krieges eine innere Distanz zu dem Mann aufgebaut, den er nicht aufhörte, Herrn Hitler zu nennen, als alle nur noch vom Führer sprachen. bei Kriegsausbruch 1939 lebte er nach einer Flucht über die Schweiz in London und diente von 1942 an seinem Freund Roosevelt, den er aus seinen Studienzeiten in Harvard kannte - erst im Pentagon, dann im Weißen Haus, spezialisierte er sich auf die psychologische Kriegsführung gegen Hitler-Deutschland."

Literatur

  • Ernst Hanfstaengl, Hitler: The Missing Years;
  • Ernst Hanfstaengl, Zwischen Weißem und Braunem Haus: Memoiren eines politischen Aussenseiters; München R. Piper & Co Verlag 1970
  • Ernst Hanfstaengl, The Unknown Hitler: Notes from the Young Nazi Party;
  • Ernst Hanfstaengl, John Toland (Designer), Hitler
  • Peter Conradi, Hitler's Piano Player: The Rise and Fall of Ernst Hanfstaengl, Confidante of Hitler, Ally of FDR;

 

30 Zentimeter weiter rechts

Am 9. November 1923 marschierte eine Kolonne von rund 2000 Mann - darunter viele wie Hitler bewaffnet - vom Bürgerbräukeller zum Kriegsministerium in der Schönfeldstraße (heute Hauptstaatsarchiv).

"Am oberen Ende der Residenzstraße, als die Maschierer zum Odeonsplatz an die Feldherrnhalle kamen ... trafen sie auf den zweiter größeren Polizeikordon. 'Da kommens, Heil Hitler!' schrie ein Zuschauer auf. Dann ertönten Schüsse. Wer zuerst geschossen hat, wurde nie ganz geklärt, aber es war vermutlich einer der Putschisten. Danach folgte ein wilder, fast halbminütiger Schußwechsel. Als das Feuer eingestellt wurde, lagen 14 Putschisten und vier Polizisten tat am Boden. Unter den Toten war einer der Initatoren des Putsches, Max Erwin von Scheubner- Richter. ... Hätte die Kugel, die Scheubner-Richter tötete, 30 Zentimeter weiter rechts getroffen, wäre die Weltgeschichte anders verlaufen."

(Aus Ian Kershaw - Hitler 1889-1936 S. 265)

Am Ort des Geschehens heute wurde an dieses Geschehen mit Zeitdokumenten erinnert. Eine gespenstische Szenerie bei einfallendem Nebel. Der 9. November ein Schicksalstag der Geschichte.

Hier eine zusammenfassende Darstellung von Michael Brenner - jüdisches Leben in München.

 

 

 

Hitler, der sich seine linke Schulter ausrenkte wurde in Hanfstaengls Haus in Uffing gebracht, wo ihn die Polizei am 11. November aufspürte und verhaftete. "Laut Hanfstaengls später verfaßten Bericht, der auf Aussagen seiner Frau beruhte, sei Hitler bei der Ankunft in Uffing verzweifelt gewesen. Doch für Geschichten, die später kursierten, daß er vom Selbstmord abgehalten werden mußte,  fehlen die sicheren Belege." (Kershaw S. 266)

Helene Hanfstaengl (Frau von Ernst Hanfstaengl) schilderte in ihrem Tagebuch die Flucht Hitlers nach Österreich am Nachmittag des 9. November 1923. Als der Motor des Fluchtwagens bei Uffing streikte, geschah folgendes (Quelle SZ Nr. 260 S. 21): 

"Hitler und seine Gefährten stiegen aus und versteckten sich im Wald, während der Chauffeur den Defekt zu beheben suchte. Bald stellte sich heraus, daß man einen Mechaniker benötigen würde. Die drei Männer konnten es sich nicht leisten gesehen zu werden, da sich die Nachricht von den Ereignissen in München auch auf dem Lande wie ein Lauffeuer verbreitete. Sie versteckten sich im Wald. Hitler dachte an unser Haus und sobald es dunkel war, machten sie sich auf den Weg. Auf dem langen, mühsamen Marsch vermied man Hauptstraßen und wählte versteckte Pfade. Da wir einen Seiteneingang haben, blieb ihre Ankunft unbemerkt. Ich holte sie ins Haus, sperrte ab und führte sie in den ersten Stock. Hitler beklagte den Tod seiner Mitstreiter Ludendorff und Ulrich Graf, die, wie er glaubte, an seiner Seite gefallen waren. Graf hatte, als die ersten Schüsse fielen, Hitler mit seinem Körper geschützt, im Fallen seinen Arm ergriffen und dabei verletzt."  

[Am nächsten Tag] ... "Kurz nach 5 Uhr nachmittags läutete das Telefon. Es war meine in der Nähe wohnende Schwiegermutter, die uns, bevor sie unterbrochen wurde, hastig erzählte, daß bei ihr eine Hausdurchsuchung stattfinde. 'Jetzt ist alles verloren!' rief Hitler. Mit einer schnellen Bewegung ergriff er seinen Revolver, den er auf einem Schrank abgelegt hatte. Ich reagierte sofort, ergriff seinen Arm und nahm die Waffe an mich. 'Wie können Sie beim ersten Rückschlag aufgeben? Denken Sie an Ihre Anhänger!' Während er in einen Sessel sank, versteckte ich den Revolver in einem Behälter Mehl. Dann holte ich Papier und Füllfeder und bat ihn, solange noch Zeit wäre, Instruktionen zu verfassen - ein Blatt für jeden sollte genügen." . . .

 

1924 wurde Hitler zwar zu einer ehrenvollen, hotelähnlichen "Festungshaft" verurteilt, aber diese Verurteilung war ein Sieg.  Der Vorsitzende Geog Neithardt sympathisierte offen mit den Nationalisten. Er verharmloste den Marsch als "Propagandazug". Hitler durfte die Verhandlungen zu mehrstündigen Propagandareden nutzen: er sei kein Hochverräter , vielmehr kämpfe er gegen die Hochverräter und Novemberverbrecher von 1918. Das die Nazis vier Polizisten erschossen hatten, blieb im Prozess unerwähnt.

 

Kommentar von Wolfgang Neuefeind

Nach den ersten Bayerischen Landtagswahlen im Januar jenes Jahres ist am 21. II. 1919 Ministerpräsident (MP) Kurt Eisner ermordet worden. Unter seinem Nachfolger Johannes Hoffmann sind Regierung und Landtag vorübergehend nach Bamberg ausgewichen: dort wurde am 13. VIII. 1919 die sog. Bamberger Verfassung (die Verfassung des Freistaates) beschlossen. Aufgrund der Landtagswahl vom Juni 1920 löste die Regierung Ritter von Kahr die Regierung Hoffmann ab. Es folgten Regierungen unter den MPen Graf von Lerchenfeld und von Knilling; letzterer bestellte Ende September 1923 Ritter von Kahr zum Generalstaatskommissar, der als solcher Inhaber der vollziehenden Staatsgewalt gewesen ist und am 09. XI. 1923 die Bayerische Landespolizei vor der Münchener Feldherrnhalle auf die Hitler-Marschierer schießen ließ (das kostete ihn zehneinhalb Jahre später - im Juni 1934 - im Zuge der Röhm-Affaire das Leben: auch er wurde ermordet). Ab Juli 1924 regierte MP Heinrich Held (das sog. Held-Ministerium): bis 1933 konnten die Bürger des Freistaates die Bayerische Variante der "Goldenen Zwanziger" erleben (vgl. zu allem: Hubensteiner, Bayerische Geschichte, 5. Aufl., 1967, S. 363 ff)

 





 


 
Gebhardt Maria
  
  1889 - 1963



 
Gebhardt Joseph
  
  1887 - 1976



 
Endrös Wolfgang
  
  1914 - 2004



 
Endrös Alfred
  
  1950 - 1978



 
Endrös Gertraud
  
  1920 - 2010



   Grab Nr. 187   


  


 



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Wittmann Luitpold Max
  
  (1897 - 1998)



 
Wittmann Philomena
  
  (1849 - 1901)



 
Wittmann Pius
  
  (1873 - 1922)



 
Wittmann Walther
  
  (1905 - 1977)



 
Wittmann Louise
  
  (1904 - 1999)



   Grab Nr. 188   


  


 



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  Gruber 
  




  



   Grab Nr. 189   


  Die Gründer der Firma Stahlgruber


 


 


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  Kiesl Erich

  (1930 - 2013)
 


   Grab Nr. 190    









1978 bis 1984 Oberbürgermeister von München


Die Beerdigung wurde am 10. Juli 2013 von P. Karl Kern SJ (Kirchenrektor von St. Michael) im Beisein vieler Trauergäste gestaltet und musikalisch vom Ottobrunner Viergesang umrahmt. Bei der Grablegung erklang der Andachtsjodler. P. Kern wählte bei seiner Grabpredigt Wort aus dem Buch Hiob. Am Ende seiner Leidenszeit, sagt Hiob: „Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ (Hiob 1, 21) 


hier mehr auf Wikipedia >

 









Frühere Grabstätte an dieser Stelle

 


  Ritter - Lutz 

  (aufgelassen)

  


   Grab Nr. 190    




Grabstätte, die im September 2012 aufgelöst wurde

 


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Wittmann Albert
  
  (1875 - 1901)



 
Steub Hans Ludwig
  
  (1892 - 1976)



 
Steub Elfriede
  
  (1899 - 1986)



 
Steub Peter
  
  (..)



   Grab Nr. 191   


  


 



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   HELMUT FISCHER
   

 
  
(1926  - 1997)

 
Grab Nr. 192   



  Mehr über Helmut Fischer  . . .

  

Sein Lächeln an der Münchner Freiheit

geb. 15.11.1926 in München - Neuhausen
gest. 14.6.1997 an Krebs

Sich selbst bezeichnete er als "Gassenkind aus der Donnersberger Straße, renitent, anarchisch und schulfaul". An seine Schulzeit erinnerte er sich mit Grauen und erzählte stirnrunzelnd:
"Die Rupprecht-Oberrealschule hat mich 1939, nach der 7. Klasse, vorzeitig entfernt. Der Direktor riet mir zum Abschied, Schaffner bei der Straßenbahn zu werden." Die Mutter dagegen - einst Stummfilmpianistin im Kinopalast am Harras - hatte sich gewünscht, dass der Bub die Beamtenlaufbahn einschlägt. "Dann hast einen sicheren Posten und kriegst eine schöne Pension", sagte sie zum Filius. Doch der nahm stattdessen Unterricht bei Otto Falckenberg, weil er davon träumte, Schauspieler zu werden. Das wurde er dann auch - allerdings viele Jahre ohne Erfolg.

Ihren Monaco Franze, den Stenzen aus dem "Glasscherbenviertel", haben Helmut Dietl und Patrick Süskind dem Helmut Fischer auf den Leib maßgeschneidert. Und dabei auch genau erklärt, was ein Stenz ist. Denn ein Stenz soll eben kein "Strizzi" sein, ein Stenz ist permanent aktiv. Genauer gesagt ständig mit sich selbst und seiner Wirkung auf andere, vor allem natürlich auf das andere Geschlecht, befasst.

„Geh, Spatzl“ 

"A bißl was geht immer." 
             

  
Interview mit seiner Frau Utta, 
mit der er 45 Jahre verheiratet war

SZ: Wenn sie an der Münchner Freiheit vorbeigehen - blinzeln Sie da manchmal rüber zur Bronzebüste?

Da sitz'  ich ja sehr oft mit Freunden, und da seh ich die Skulptur von meinem Mann natürlich. Das ist auch sehr vertraut, weil er dort ja wirklich sehr oft saß. Das war unser Stammplatz.

"Im Jahre 1953 verkehrte Helmut Fischer gern im damals beliebten Schwabinger Lokal 'Siegesgarten'. . . Es war immer gerammelt voll, und beim Tanz hatte man sofort engen Körperkontakt, was vielen Schüchternen auf die Sprünge half. Eines Abends forderte Helmut Fischer ein hübsches Fräulein aus Leitmeritz in Sachsen zum Walzer auf. Sie hieß Utta Martin, hatte Tanz studiert und übernahm zu Fischers Überraschung ganz schnell die Führung . . . "

Quelle: Willibald Georg Eser - Helmut Fischer - S. 55

Aufgenommen am 8.10.2008 im Standl am Englischen Garten
Auch 11 Jahre nach seinem Tod ist er nicht vergessen!


Oase der letzten Bleibe

Am 11. Juli 1997 fand die Urnenbestattung auf dem Bogenhausener Friedhof statt. "Eine von Weinranken umklammerte alte Friedhofsmauer . . . läßt seine Besucher durch ein schmiedeisernes Tor in die Oase der letzten Bleibe eintreten. Nur ein kleine Häufchen engster Angehöriger und Freunde gab Fischer das letzte Geleit."

"Mit fortschreitenden Alter stellte ich fest, daß der Klettverschluß zur wichtigsten Erfindung des 20. Jahrhunderts wird."

Quelle: Willibald Georg Eser - Helmut Fischer - S. 79 - S. 144/145

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Der Helmut-Fischer-Platz an der Ecke Herzog-, Ranke- und Fallmerayerstraße 


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  DIEPOLD
  



  

   


   Grab Nr. 193   



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  GERD BRÜDERN


  
(1920 - 1968)
     

 
Grab Nr. 194   



  
Mehr zu Gerd Brüdern in Wikipedia . . .

Schauspieler und Regisseur

   Von 1952 bis zu seinem frühen Tod 1968 leitete er die Otto-Falckenberg-Schule

Elisabeth Wicki-Endriss lernte1977 den Schauspieler, Fotografen und Regisseur Bernhard Wicki kennen und trat unter anderem in seinen Filmen Sansibar oder der letzte Grund und Das Spinnennetz auf. 1995 heiratete sie Wicki.

Sie erzählt im Alpha-Forum des BR , dass sie in der Otto Falkenberg Schule die Prüfung abgelegt hatte. "Der Leiter damals war merkwürdigerweise Gerd Brüdern, ein Freund von Bernhard, wie ich viele, viele Jahre später erfahren habe. "

hier finden sie ein Bild von Gerd Brüdern zusammen mit Romuald Pekny in „Timon von Athen" von W. Shakespeare. Regie: Fritz Kortner. Kammerspiele, München, 1961

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Boeck Richard

  (1913 - 1994)

  


 
Boeck Erna

  (1924 - 2005)


   Grab Nr. 195   


  



  

 



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Herburger Karl

  (1892 - 1961)

  


 
Herburger Berta

  (1891 - 1976)

  


 
Herburger Berta Maria

  (1913 - 2009)

  


   Grab Nr. 196   


  


 



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Haßlauer Aenny

  (1901 - 1978)

  


 
Haßlauer Oskar

  (1902 - 1982)

  


   Grab Nr. 197   


  


 



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Großhauser Irmgard

  (1908 - 1966)


 
Großhauser Leonhard

  (1903 - 1999)


 
Großhauser Anna

  (1924 - 2000)


   Grab Nr. 198   


  


 



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Stengel  Rudolf


 ()


 
Stengel  Josef


 ()


 
Stengel  Berta


 ()

  
  Poehlmann Benno


  ()


  
  Poehlmann Erika


  ()



   Grab Nr. 199   


  


 

 



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   HORVATH
    


   HÖTZINGER
    


   RIES

 
Grab Nr. 200   



  
  


 

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Hegenberger Richard

  (1913 - 1985)

 
 


 
Hegenberger Elisabeth

  (1922 - 2006)

 
  


   Grab Nr. 201   


  


 



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Schwarz Josef

  (1890 - 1973)

 
 


 
Schwarz Fanny

  (1892 - 1982)

 
  


 
Mikus Christian

  (1914 - 1986)


 
Schmidt Thea

  (1921 - 1989)


 
Mikus Fanny

  (1918 - 1995)


   Grab Nr. 202   


  

 


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Schwarz Georg

  (1886 - 1939)

 
 


 
Schwarz Rudolf

  (1894 - 1943)

 
 


 
Schwarz Theodor

  (1889 - 1955)

 
 


 
Schwarz Anni

  (1886 - 1961)

 
 


 
Schwarz Magda

  (1894 - 1978)

 
 


 
Schwarz Berta

  (1899 - 1980)

 
 


 
Schwarz Marianne

  (1922 - 1995)

 
 


 
Schwarz Gertrud

  (1933 - 2008)

 
 


   Grab Nr. 203   


  


 



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Ziegler Hermann

  Ziegler Theresia
   

  
Charlotee von der Heyde
  


   Grab Nr. 204   


  


 



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Hugo von Wallis

  Magda von Wallis




  



   Grab Nr. 205   


  


 



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Vorstoffel Theodor

  Vorstoffel Franziska

  Hinkofer Josef

  Hinkofer Ingeborg

 
   Grab Nr. 206   


  


 

 



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STRAUSS - STUHLER
  


MICHAEL A. BORUTH
(1917  - 2010 )

 
Grab Nr. 207   



  

  

 

 

 

 

 

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   JOACHIM FERNAU
  


 
  
(1909  - 1988 )

 
Grab Nr. 208   



  Mehr über Joachim Fernau . . .

  


Joachim Fernau starb am 24. November 1988 in Florenz. Eine Woche später wurde er in München beigesetzt. Am 11. September 1999 wäre er 90 Jahre alt geworden. Unvergessen bleibt er als wunderbarer Autor, als Kenner und mutiger Deuter der Geschichte und, nicht zuletzt: als aufrichtiger und warmherziger Beantworter von Leserbriefen.

Autor: Michael Skasa - Kalenderblatt des Bayerischen Rundfunks

Dass der olle Goethe beim Labern echt gut drauf war, wenn er Girlies anbaggerte, teilt uns Karl Hoche in seinem "Info-Paper" über den dahingegangenen Geheimrat mit. "Goethe", lesen wir da, "war in Wirklichkeit ein enorm kaputter Typ, der alle Mühe hatte, einigermaßen auf dem Damm zu bleiben. Mit seinem ganz schön happigen Weinkonsum war er übrigens echt drogenabhängig. Seine große Gabe: er hatte oft ein wahnsinnig gutes feeling." 

Soweit dieser Auszug aus Hoches Goethe-Info. Sie hat bei ihrem Erscheinen in einer Zeitung vor 25 Jahren Zorn erregt: so unverschämt und platt dürfe man mit unserem Dichter nicht umgehen, eine Frechheit sei diese Rotzbengelei. Dabei hatte Hoche mit seiner knapp zwei Seiten lagen Kurzbiographie genau denen eins überbraten wollen, die mit solchem Jargon jede Tiefe an die Oberfläche zerren, um sie dort dann zum Geschwätz einzuebnen.

Einer der ärgsten Umwerter, denen alles, worüber sie reden, zum Geplapper wird, war Joachim Fernau. Zug um Zug, Jahr für Jahr nahm er sich ein Stück Historie vor, ein Land, eine Nation, einen Schluck Kulturgeschichte (möglichst deren pikante Ecken), las darüber drei, vier Bücher, schaute in ein, zwei Lexika und ließ das derart Überflogene nun wieder aus seinem Mundwerk aufs Papier fließen, wo's zu Büchern anschwoll - und diese Bücher wurden Bestseller, eins ums andre: "Rosen für Apoll" (über das alte Griechenland), "Disteln für Hagen" (über die treuen und mutigen Deutschen), "Cäsar lässt grüßen" (natürlich über die Römer), "Halleluja. Die Geschichte der USA" - und so weiter in zwanzig, dreißig Büchern. Bestseller alle.

Fernaus Kniff: nicht lang denken, nicht viel wissen, lieber drauflos reden und schreiben. Spontan, direkt, im Boulevardton. Einfach so dahergesprochen, plapperte es ihm in die Maschine, mit Witzen, kessen Lippen, Kalauern durchsetzt; wichtigster Trick: anachronistisch quatschen. Ob Römer, Hunnen, Amerikaner - alles war sprachlich der gleiche Ramsch, die Atmosphäre des Erzählens war stets das Vereinsfest irgendwo in der Lüneburger Heide: Und jetzt bringt unser Conferencier Joachim Fernau, gut gelaunt wie immer, ein neues Kapitel Weltgeschichte zu Gehör. Freuen Sie sich mit uns auf den Humoristen des heutigen Abends.

Und der flotte Jochen weiß etwa dies von der Reise unserer Nibelungen in Etzels Lande zu berichten - wo sie erst mal über die Donau müssen:
"Schöne Bescherung", heißt es nun, "sie führte Hochwasser. Das fängt gut an, dachte Hagen. Aber Gunther war besten Mutes, hobbelte seinen Mustang an, ließ die Picknickkörbe öffnen und sich selbst häuslich nieder." So läuft bei Fernau alles ganz easy: "Man war vergnügt", schreibt er, "vor allem Gernot ging büttenredend umher und tötete Hagen den Nerv."
Büttenreden ist freilich Fernaus eigenes Rezept, doch mag er auch auf Historiker und tausend andere nervtötend gewirkt haben, es bleibt das Phänomen, dass er mit seinem Quasselstil Millionen Leser fand, die glaubten, dergestalt endlich Geschichte kapiert zu haben, die es fabelhaft fanden, wie locker und unverstellt dieser Autor die Historie vermittle.

Und das ist nun der eigentliche Ärger; denn Fernau vermittelt nicht, er vermanscht und verramscht, ist statt leicht leichtfertig und dreht alle Fakten und Fabeln durch den Wolf seiner Schnodderei - so wird aus jeder Sphäre und jeder möglichen Atmosphäre immer nur der witzelnde Aufguss eines Conferenciers.
Dazu gehört, dass er häufig seine Leser anmacht mit Floskeln wie "Ja, liebe Leute" oder "das hätten Sie wohl nicht gedacht" oder "Nun, meine Damen und Herren, was meinen Sie?" worauf er weitere Scherzchen über Sokrates oder Amerika oder Hitler dahinstrullt. Über eine Million mal wurde allein sein Buch "Deutschland, Deutschland über alles" verkauft, nach wie vor heißt es, er habe endlich die Geschichte vom Podest geholt, sie anschaulich und genießbar gemacht. Nach wie vor ist das Unsinn. Er hat sie auf Stammtischniveau geholt und einen Eintopf aus ihr gerührt.
Wenn der Verlag etwa schreibt "bis zur letzten Seite glaubt man mit Fernau wirklich unter Römern gelebt zu haben", muss es richtig heißen: "Man glaubt, die Römer hätten bei Wuppkes in Bunzlau gelebt."

Seltsam entlarvend ist Joachim Fernaus Bekenntnis: "Meine Anschauung von der Welt ist, dass es keinen Unterschied gibt zwischen der Kreatur, die quatscht, und Tieren und Pflanzen."

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Familie Meyer
  


  



  



   Grab Nr. 209   


  


 

 



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Menshausen Fritz


  (1885 - 1958)


Menshausen Gerda


  (1906 - 2002)



Habrich Christa


  (1940 - 2013)




Grab 210

Studium der Rechtswissenschaft; seit 1919 im Auswärtigen Dienst; 1932 Legationsrat 1. Klasse; 1933 Vortragender Legationsrat; Vatikanreferent im Auswärtigen Amt; seit 1936 Botschaftsrat an der deutschen Vatikanbotschaft in Rom

Quelle: DBA II 877, 94; BHAD III, 222/223

Verschwörung gegen Adolf Hitler, eingefädelt im Vatikan am geheimsten Ort,  am Petrusgrab in den Grotten der Vatikan-Basilika - Die Historikerin Barbara Frale, die am vatikanischen Geheimarchiv arbeitet, hat Publikationen und Dokumente zu diesem Thema zusammengetragen. Dabei spielt auch Fritz Menshausen eine Rolle. 

Fritz Menshausen schickte einen Protestbrief an Kardinalstaatssekretär Luigi Maglione, in dem er schrieb: „Im Vatikan findet eine Verschwörung statt, und im Mittelpunkt steht Kaas  [frühere Zentrumspolitiker, der sich 1933 in den Vatikan flüchtete und in der Nekropole mit dem Münchner Anwalt Josef Müller, dem Ochsensepp, traf . 1939 begannen die ersten Grabungen für die Auffindung des Petrusgrabes.]  Der Vatikan verletzt die Neutralität mit den Engländern – wir wissen das!“ Klarerweise wies das Staatssekretariat das sofort zurück. Aber interessanterweise trägt das Dokument eine handschriftliche Notiz von Maglione, der schrieb: „Menshausen weiß alles“.

hier mehr von radio vatican . . .

 

Habrich wuchs im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit in einer in Gießen ansässigen Apothekerfamilie und zeitweise in Oberbayern auf. Später legte sie das Abitur an der Ricarda-Huch-Schule ab und studierte nach erfolgreicher Teilnahme an der Pharmazeutischen Vorprüfung in Darmstadt 1963 bis zum Staatsexamen 1966 Pharmazie an der Universität München. Sie schloss ein Studium der Medizingeschichte und Paläontologie an und promovierte 1970 zum Dr. rer. nat. mit einer Arbeit zur Apothekengeschichte Regensburgs.

1971 gründete sie in Gießen die Adler-Apotheke, die sie bis 2010 leitete. Ab 1972 erfüllte sie Lehraufträge an der Universität München, wo sie sich 1982 mit einer Arbeit zu „Untersuchungen zur pietistischen Medizin am Beispiel Johann Samuel Carls und seines Kreises“ habilitierte und fortan als außerplanmäßige Professorin Geschichte der Medizin und Pharmazie lehrte.

Maßgeblich war sie an der Gründung und am Aufbau des 1973 eröffneten Deutschen Medizinhistorischen Museums in Ingolstadt beteiligt und von 1983 bis 2008 dessen ehrenamtliche Direktorin. Sie gestaltete im Außenbereich des Museums im Zuge der Landesgartenschau 1992 einen Arzneipflanzengarten, in dem 200 verschiedene Heilpflanzen teilweise in Hochbeeten wachsen, und ließ ihn rollstuhlgerecht ausbauen und mit Blindenschrift versehen. Zu ihrem 70. Geburtstag zeigte das Museum die Ausstellung Mit Sinn und Verstand. 1991 veranstaltete sie das in der Folge jährlich stattfindende „Symposium Medizinhistorische Museologie“, von 1990 bis 2004 war sie Präsidentin der „Association Européenne des Musées d’Histoire des Sciences Médicales“.. Mit Gartentipps war sie in der Sendung „Querbeet“ des Bayerischen Fernsehens zu sehen.

Nach ihrem überraschenden Tod wurde Habrich unter großer Anteilnahme am 17. September 2013 auf dem Bogenhausener Friedhof in München beigesetzt.

Quelle: Wikipedia

 

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  ERICH KÄSTNER
  



   (1899 - 1974)


  LUISELOTTE ENDERLE



   (1908 - 1991)
   


   Grab Nr: 211  

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  Zur Erich Kästner Bibliothek in Oberschwarzach . . .

 Zum Erich Kästner Museum in Dresden . . . 

 Nachlaß

Der Nachlaß Erich Kästners befindet sich zum größten Teil im Deutschen Literaturarchiv Marbach, das dem Erich Kästner Museum Dresden seinerseits, soweit urheberrechtlich vertretbar, Materialien v.a. zu den Schwerpunktthemen des Erich Kästner Museums, zur Verfügung stellen will. Aus dem Nachlaß der Lebensgefährtin Kästners, Frau Enderle, wurden dem Erich Kästner Museum vom Erich Kästner Kinderdorf in Oberschwarzach ein Anzug geschenkt sowie eine Schreibmaschine und ein Hut Erich Kästners als Leihgaben überlassen.



Das neu restaurierte Grab 
(Aufnahme 10.April 2011)


Es gibt nichts Gutes. 
Außer: Man tut es !

(Erich Kästner)



ERICH KÄSTNER
23. 2. 1899 – 29. 7.1974


Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

 


Wohnung in der Flemingstraße 52 im Herzogpark

Im Sommer 1981 gab Erich Kästners Sohn einem österreichischen Satiriker ein Interview, in dem er mitteilte, daß sein Vater nicht der Sohn von Emil Kästner, sondern vom Hausarzt der Familie, Sanitätsrat Dr. Zimmermann sei. Dieses Familiengeheimnis war bis dahin auf den Wunsch Erich Kästners, der es aus Liebe zu seiner Mutter gewahrt wissen wollte, auch von denen respektiert worden, die bereits eingeweiht waren.

Luiselotte Enderle

Literatur: rororo Bildmonograhien: Erich Kästner von Luiselotte Enderle

Gleich nach der deutschen Kapitulation zog es ihn nach München, das sich als Treffpunkt der Intelligenz im südwestdeutschen Raum entpuppte. Hier trafen sich Schauspieler, Chansoniers und Autoren, um noch 1945 das Kabarett “Die Schaubude” zu eröffnen – und Erich Kästner war dabei.

In München etablierte die amerikanische Militärregierung auch “Die neue Zeitung”, mit der die jahrelang gleichgeschalteten Deutschen wieder an Politik und Kultur herangeführt werden sollten. Kästner war als Leiter des Feuilletons beteiligt.


Luiselotte Enderle über die letzten Tage von Erich Kästner:

... Nach einer gründlichen eintägigen Untersuchung im Krankenhaus eröffnete der berühmte Spezialist dasselbe: Speiseröhrenkrebs. Er empfahl eine Klinikaufenthalt bei einem Art, der mit seinem Verfahren in solchen Fällen Erfolg gehabt habe. Ich bestellte dort ein Zimmer. Erich weigerte sich jedoch, hinzufahren. Auch das ruhige Zureden eines ärztlichen Freundes half nicht. 

Erich war sehr mager geworden. Von Suppe, Fleischbrühe, ein bißchen Tartar, Eis und Obstsäften kann kein Mensch gedeihen. Am 25. Juli verlangte Erich nach dem Hausarzt. Es war ihm so schwindlig. Um drei Uhr nachmittags wurde er ins Krankenhaus Neuperlach gebracht und sofort durch Tropfinfusion in die Armvene ernährt. Als ich ihn am 26. Juli besuchte, war er ungehalten über die Kanüle im Arm. Blödsinn! flüsterte er. Ich tröstete ihn: "Irgendwie mußt du wieder zu Kräften kommen!" Er schnaubte zweifelnd durch die Nase. Am 27. Juli hatte seine Gesichtshaut einen ganz zarten rosa Schimmer. Ich sage ihm, daß er etwas besser aussähe und daß er aushalten möge, damit er bald nach Hause kommen könne. Er lächelte ein wenig. Als ich am 28. kam, war es viel schlechter geworden. Er war unruhig und warf sich hin und her. Die Augen waren geschlossen. Einmal machte er die Augen auf. Wie zum Gruß bewegte er die Finger ein wenig. Dann schloß er die Augen wieder. Er lag nun ruhiger da.

Am 29. Juli 1974 früh rief das Krankenhaus an: Erich Kästner war an diesem Morgen 6 Uhr 35 gestorben. ...

Nach seinem Willen wurde Erich Kästner eingeäschert. Am 1. August, im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs. Es waren nur geladene Freunde und Bekannte anwesend. Die Beisetzung der Urne fand im kleinsten Kreis am 5. August statt auf dem romantischen kleinen Bogenhausener St. Georgs- Friedhof. Wir spielten ihm dabei ganz leise den Walzer aus dem "Rosenkavalier", wie er sich's einmal gewünscht hatte.

Heute morgen haben wir sein Grab bepflanzt. Mit rosa und rosalila Hortensien aus unserem Garten in der Flemingstraße. Denn er hat diesen Garten sehr geliebt. Hinter seiner letzten Ruhestätte steht, an der Straßenseite der Mauer, eine grünumrankte Laterne. Eine Laterne wie zu Hause in seinem Garten.

"Ein Tag ist zu Ende", schrieb ein Verleger und Freund des Hauses. "Sprechen wir nicht von Sonnenuntergang. Sprechen wir von dem, was im Italienischen 'Tramonte' heißt. Die Sonne ist nicht untergegangen. Die Sonne ist über die Berge entschwunden, aber sie ist da!"

Tramonte!               

13. August 1974 
Luiselotte Enderle

 


Titelblatt von Richard Seewald


Kästner über Drei,
die sich auch auf dem Friedhof wieder zusammenfanden!

Mayrhofen, 30. Juni 1945

"Mittags saßen wir auf dem sonnigen Giebelbalkon. Lotte hatte Streuselkuchen gebacken. Er duftete, weil er noch warm war, und schmeckte nach Kindheit. . . .Mitten im schönsten Streuselkuchen erhielten wir Besuch: Kennedy und einen englischen Presseoffizier. Es war Peter Mendelssohn! »Lange nicht gesehen!« sagten wir zwei wie aus einem Munde, und das war nicht übertrieben. Da er in Hellerau aufgewachsen ist, machte er sich, kaum daß er saß, sachverständig über den Kuchen her und verriet dem Amerikaner das sächsische Backrezept. Dann kamen, sehr bald, seriösere Gegenstände zur Sprache. Sie fragten, ob ich an einer Zeitung mitarbeiten wolle, die man plane. Sie werde, zunächst zweimal wöchentlich, in München erscheinen. Hausenstein und Süskind hätten schon zugesagt, und die Chefredaktion übernähme voraussichtlich der Herausgeber der Zeitschrift >Hochland<. ...

Dann geriet Mendelssohn ins Erzählen. . . . Als wir unsere Erlebnisse während des Luftkrieges austauschten, kamen traurige Dinge zur Sprache. Mendelssohn hat 1943, bei einem der letzten, verzettelten und strategisch effektiosen Angriffe auf London, ein Kind verloren. . . . Jetzt ist er, in zweiter Ehe, mit einer Österreicherin verheiratet."

 

 

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Feiler Max Christian

  Feiler Lilly


  


   Grab Nr. 212   


  


 

 



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HANNS ROTHMÜLLER
   (1898 - 1983)
GERTRUD ROTHMÜLLER
   (1912 - 1994)
WALTER ENGELHARD
   (1927 - 2014)


Grab Nr. 213

 

Juwelier Hanns Rothmüller

 


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   CARL JOSEF 
   HEMMERLE
  

   
(1893  - 1972 )


   FRED HUBBS    


  
(1899  - 1992 )


   ELEONORE HUBBS -  
   HEMMERLE


  
(1913  - 2003)

 
Grab Nr. 214   



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   CARL WERY
  
(Wery de Lemans) 

   
(1897  - 1975) 

   ERNA (Ernestine)
   FENTSCH-WERY
   
(1909  - 1997) 

 
Grab Nr. 215   



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Der einzige Halt, der dem schwerkranken, oft hoffnungslos verzweifelten Carl Wery geblieben war, war seine geliebte Frau Erna Fentsch-Wery, die als Schauspielerin, Drehbuch- und Romanautorin tätig war. Der Schauspieler Carl Wery starb am 14. März 1975 an einer Lungen- und Rippenfellentzündung in einem Münchener Krankenhaus. 

 

Aus der Zeitschrift "Hör Zu" Nr. 39/1961

 

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