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 FRIEDHOF VON ST. GEORG
 
IN MÜNCHEN BOGENHAUSEN


GRÄBER IM WESTEN
Nr. 56 - 67

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BOGENHAUSER FRIEDHOF

    Plan der Gräber

Westteil >

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  Eitel Friedrich Mann
  



 
(1910 - 1960)


   Elisabeth Mann




   Grab Nr. 54     


   

   


Inschrift

"Fürchte die nicht, denn ich
habe dich erlöst, Du bist mein +++


"Zum ersten Mal sah man dort [1961: Norddeutsche Küsten-Fahrt] Frau Elisabeth Mann, Hauptgesellschafterin der Zündapp-Werke und Witwe des plötzlich verstorbenen Chefs dieser Firma , Dr. Eitel-Friedrich Mann "Es ist das Vermächtnis meines verstorbenen Mannes, dass Zündapp im Motorradsport wieder den alten Platz einnimmt Ich werde dafür sorgen, dass es so ist".

Quelle: Meisterdinger

" Es war die Idee des Firmengründers Fritz Neumeyer*, die Zündapp-Werke GmbH durch den Übergang vom Zweirad auf das Volksvierrad, den Kleinwagen, aus der Geldklemme herauszuführen. Neumeyer, hat eine Schwäche für den- Volks-Automobilismus, seit er in den dreißiger Jahren zusammen mit Porsche an den erstens Volkswagen-Prototypen herumkonstruierte. Diese ersten Modelle wurden in Neumeyers Nürnberger Zündapp-Werk gebaut.

Als Neumeyer 1956 - nach Ausbruch der großen Absatzkrise - sich nochmals in den Volks-Automobilismus flüchtete, tat er das mehr im Zorn als in Schöpferfreude. Er wollte seinem Mitgesellschafter- und Schwager Dr. Eitel-Friedrich Mann beweisen, daß sich die Depression mit einer "forschen Konstruktionsidee" überwinden lasse. Der alte Porsche-Mitarbeiter ließ sich einen Kleinwagen einfallen, dessen Motor in der Fahrzeugmitte unter einer zentralen Sitzbank liegt, so daß Fahrer und Mitfahrer in dem .Janus" genannten Liliput-Auto Rücken an Rücken sitzen müssen. Die Fahrgäste müssen also nach hinten blicken."

Quelle: Der Spiegel 49/1958

 

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  Wolfgang Bächler
  
Pseudonym: Wolfgang Born



 
(1925 - 2007)


   Grab Nr. 55    


   Ein Nachruf . . .

      1975 Tukanpreis der Stadt
         München

      1979 Schwabinger Kunstpreis

      Nachlass  in der Monacensia

 



"Ich bin”, hat er einmal geschrieben, "ein Sozialist ohne Parteibuch, ein Deutscher ohne Deutschland, ein Lyriker ohne viel Publikum ... kurzum ein unbrauchbarer, unsolider, unordentlicher Mensch, der keine Termine einhalten und keine Examina durchhalten kann und Redakteure, Verleger und Frauen durch seine Unpünktlichkeit zur Verzweiflung bringt."

1956 heiratete er die Französin Danielle Ogier, mit der er von 1956 bis 1966 anfangs in Paris, später im Elsass lebte. 1967 kehrte er nach München zurück, wo er wieder als Journalist arbeitete.



    Der Nebel
          

     

    Der Nebel ist unersättlich.

    Er frißt alle Bäume, die Häuser,

    die parkenden Autos,

    die Sterne, den Mond.

    Der Nebel rückt näher,

    unförmig gemästet,

    wird dicker und dicker,

    drückt gegen die Mauer,

    leckt an den Fenstern mit feuchter Zunge,

    mit grau belegter,

    frißt alles,

    frißt dich.



    Wolfgang Bächler, 1925 in Augsburg geboren, war bereits als Student jüngstes Gründungsmitglied der Gruppe 47 und zählte zur jungen literarischen Avantgarde der Nachkriegszeit. 1950 erschien sein Romandebüt "Der nächtliche Gast" sowie der Gedichtband "Die Zisterne", der ihm viel Anerkennung seitens seiner Zeitgenossen eintrug. Darunter Gottfried Benn und Thomas Mann, der ihn einen Dichter mit "viel echter Lebensinbrunst" nannte. Große Aufmerksamkeit erregte Wolfgang Bächler 1972 mit seiner im Halbschlaf aufgezeichneten Traumprosa "Traumprotokolle. Ein Nachtbuch", die er in Zeiten schwerer Depressionen aufzeichnete. Von 1967 bis zu seinem Tod 2007 lebte Wolfgang Bächler in München. Im Jahr 1995 erwarb die Monacensia sein persönliches Archiv. Sein lyrisches Oeuvre erschien im Frühjahr 2012 beim S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. , hg. von Katja Bächler und Jürgen Hosemann.

    Rudi Spring vertonte seinen Liedzyklus "So nah in der Ferne".

    Quelle: Monacensia

 

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  Gustav Blank




 
(1881 - 1963)

 
   Ilse Blank



  
(1901 - 1987)


   Grab Nr. 56    


   


 


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   Wolfram Gaertner


  
(1913 - 1989)

   
    Agnes   
    Gaertner-Huniken


   
(1918 - 2008)

   
    Jörg Gaertner


   
(1943 - 2016)


   Grab Nr. 57    


   zur Internetseite der Gaertnerklinik . . .


 

 

Dr. med. Wolfram Gaertner gründete 1953 als Familienbetrieb die Klinik für die Fachbereiche Hals-Nasen-Ohren Heilkunde und plastisch-ästhetische Chirurgie.

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  Ernst Hürlimann
  




 
(1921 - 2001)


   Grab Nr. 58    


   


 

Hürlimann * 15.11.1921 in Oberstaufen im Allgäu geboren
Sohn von Luis und Josefine Hürliman - Schmelzkäsewerk - Schweizer Abstammung
Volksschule in Oberstaufen
Realgymnasium  in Bad Tölz und ab der 2. Klasse Realgymnasium im Internat bei den Maristen in Kempten. 

Im Allgemeinen ein durchschnittlicher Schüler was die Noten anbelangte, sehr sportlich beim Lernen unter dem Motto "Er könnte, wenn er wollte"

Um ein Notabitur zu erreichen - als Schweizer - Meldung zum Schweizer Militär, jedoch von der deutschen Behörde Ausreise verweigert, was ihm nur lieb war.

Wollte erst Medizin studieren, wurde aber von seinem Zeichenlehrer überredet einen Beruf zu ergreifen wo er sein Zeichentalent nutzen kann.

1940 mit Notabitur in der Tasche nach München

Zunächst ein Semester als einziger Mann unter 40 Damen in der Blocherer Schule, danach Beginn des Architekturstudiums.

Nach dem Vordiplom ein Jahr an die ETH Zürich und dann wieder München. 1947 die Diplomhauptprüfung mit "sehr gut" bestanden

Schon während der letzten zwei Semester bei Prof. Vorhölzer - neben E.M. Lang - der später sein bester Freund und Weggenosse wurde - als Assistent für Entwerfen tätig.

1947 erste Zeichung bei der SZ

Seit 1954 Mitarbeiter Bayerischen Fernsehen 

Gestorben 24.02.2001

Quelle: teilweise Verwendung der Daten von hier . . .


Hier der Kommentar von Ernst Hürlimann zur " bauma"  -  Messe 
(erschienen bereits 1971)


Gell, Wally - wennst an Wunsch hast, sagst as fei!

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  Oskar Maria Graf 




 
(1894 - 1967)


   Grab Nr. 59    
Bild     





   Weitere Informationen unter www.oskarmariagraf.de






Ausschnitt einer Zeichnung von Michael Mathias Prechtl


Der Fährmann auf seinem Grabstein

Geboren  22.7.1894 (Berg am Starnberger See)

Gestorben 28.6.1967 (Mount Sinai Hospital New York)

Beigesetzt 28.6.1968 (Beisetzung der Urne auf dem Bogenhausener Friedhof in Anwesenheit der Witwe Dr. Gisela Graf und des Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel)

Hans-Jochen Vogel mit Oskar Maria Graf

Hanns Vogel, geboren 1912 auf der Schwanthalerhöhe, Münchner Turmschreiber, charakterisiert Oskar Maria Graf als "Revoluzzer in Lederhosen"  im bayerischen Hausbuch des Jahres 2000:

 

 "In Oskar Maria Graf hatte sich eine rare bayerische Spezies entwickelt, 'Bayer und Vagant' ... Vagant ist er mit Wollust und von Haus aus. Dann war es auch das bittere Los, das ihn in die Rolle des Weltfahrers zwang, über den Thomas Mann meinte: 'Oberbayern hat keinen echteren, in der vom Schicksal erzwungenen Ferne keinen treueren Sohn.'
Der Fluchtweg vor dem Dritten Reich und die Emigrationsstationen haben Graf 1933 gerade noch rechtzeitig zu einer Vortragstournee über die Grenze nach Österreich geführt. Von Wien aus hat er in einem flammenden Protest, als man in Deutschland landauf, landab die Bücher mißliebiger Autoren ohne die seinen verbrannte, gerufen: 'Verbrennt auch mich!' Er zog sich damit den Unwillen der neuen Machthaber und die Ausbürgerung zu.
Dabei hatte Graf früher im Schwabinger Lokal 'Osteria Bavaria' [siehe Schellingstraße] sogar mit Hitler debattiert und hier das Abgründige von dessen Politik gespürt. Der Braunauer hatte übrigens die Bauerngeschichten von Graf seinerzeit sehr gelobt.
Über die Tschechei schlug sich der Dichter dann nach Rußland und schließlich nach den USA durch und lebte dort mit einer Fremdsprache, nämlich mit Bayerisch. ...
Die letzte Reise in die Heimat machte dieser Homo Bavaricus, dieser stiernackige Riese mit dem breiten Bauernschädel 1967. Am 28. Juni dieses Jahres hatte er in New York seinen letzten Schnaufer getan. Seine Asche wurde im Bogenhauser Friedhof in München beigesetzt. Und wie ein Epilog muten seine versöhnlichen Verse an:"

 


Und doch wird einmal in den düstren Zeiten
ein klarer stiller Friede wahr.
Und mitten im verzagten Hoffen
verspüren wir die Angst entgleiten
und starren sprachlos und betroffen,
weil es so einfach war.
Es ist wie ein Erschrecken tief im Innern
vor so viel zähem Unverstand.
Wir sehen uns von allen Seiten
umstellt, wenn wir uns bang erinnern,
wie sich der Mensch aus Nichtigkeiten
den Feind nur selbst erfand.
Von unsern Wimpern lösen sich die Tränen, weil
Freude mehr ergreift als Schmerz,
und über unsre Lippen zittert Weinen,
denn alle Wirrnis, alles dunkle Sehnen
will uns auf einmal leicht erscheinen
und überwältigt schlägt das Herz.


 

Ausschnitte aus seinem Buch: 
"Wir sind Gefangene - 
Ein Bekenntnis"

 

" Eine große, ganz große Veränderung mußte kommen, etwas, das mich ganz aus den Geleisen des Jetzigen herausriß.
So begann ich in München meine Arbeit. Sie war mir mehr Nebending, Mittel zum Zweck.
Schorsch besuchte eine Malschule, hatte sich ein Atelier eingerichtet und hielt sich Modelle. Die bestahlen ihn, nützten ihn aus und führten Schlachten in seinem Atelier auf. Ich kam selten. Meine Arbeit dauerte ziemlich lange. Von abends elf bis andertags zwei Uhr nachmittags und oft noch länger. In meinem Zimmer angekommen, setzte ich mich hin und schrieb Novellen, bis ich einschlief. Die Verbindung mit den Anarchisten bestand nicht mehr. Ich hatte keine Zeit."

 

" Er nahm mich nun jeden Abend mit in den Simplizissimus, und dort lernte ich eine Unmenge Leute kennen. Maler, Kabarettisten, verkrachte Existenzen, begabte Zuhälter, Säufer, Kokainisten und Gelegenheitskokotten, Schieber und Studenten, kunstgewerbliche Mädchen und pazifistische Dichter. Jeder schlug sich auf seine Art durchs Leben. Von Ethik, Menschheit und Kunst diskutierte man, von Seifen und Schieberwaren, die waggonweise angeboten wurden. Man pumpte untereinander. Klatsch, Geschäft, Erotik, fixe Ideen, Morphium und Kokain gab es hier. Jeder war der Richter über den anderen, freilich sprach er nur seine Meinung aus und erwartete nichts weiter, als daß man ihm zuhörte. Man schwamm sozusagen durch die Zeit und klammerte sich an seine Nichtigkeiten.

Ab und zu bezahlte irgendeiner für alle, weil er auf ein Mädchen vom Kabarett scharf war, dann zog die ganze Gesellschaft nach Schluß, schwerbepackt mit Wein und Schnaps, auf ein Atelier, tobte, tanzte, trank und diskutierte. Das alles gefiel mir ausnehmend und im übrigen -  man mußte doch in der Gesellschaft, die Kunst machte, bekannt sein und Bescheid wissen. Das war für mich soviel wie ein literarischer Anfang.

Dieses Leben kostete Geld, und Tag für Tag trug ich nun Sachen auf das Leihamt, um dabei zu sein."

 

"Überhaupt schien es jetzt mit der Schriftstellerei etwas besser zu werden. In den Münchner Neuestes Nachrichten erschien zum Beispiel ein Artikel, in welchem ich ein Kriegserlebnis schilderte. Am übernächsten Tag kam an derselben Stelle eine Berichtigung von einem Professor Oskar Graf, daß er nicht identisch sei mit dem Verfasser, und ich bekam von der Redaktion einen Brief ... meinen Namen zu ändern. Ich hieß von jetzt ab Oskar Graf-Berg. Das gefiel mir nicht, aber man mußte doch entgegenkommend sein.

Einige Zeit später traf ich einen Bekannten aus dem Künstlerkreis des Simplizissimus, den Maler Carlo Holzer. Der erzählte mir, daß ganz Schwabing der neue Name nicht gefalle. Holzer war ein Mann, dem sozusagen Stefan George in Fleisch und Blut übergegangen war.  ... Der Mann war für Klangwirkung. Er blieb tiefsinnig auf der Straße stehen, faßte sich an die gefurchte Stirn, dachte nach und sagte auf einmal: 'Oskar Graf-Berg? Das ist profan! Heiß dich doch einfach Oskar Maria Graf.' Das Wort 'Maria' sprach er bedächtig breit und bedeutend aus, so als habe er das Tiefsinnigste von der Welt aufgefunden.

'Oskar - Maria - Graf', wiederholte er getragen.

'Mensch! Schnieke! Oskar Maria Graf' rief ich sofort begeistert, 'das ist praktisch. Jetzt, wenn ich Mist schreibe, heiß' ich Oskar Graf-Berg, und wenn ich was gescheites fertigbring', nenn ich mich Oskar Maria! Sehr fein! Ausgezeichnet!' Ein wenig verduzt über solch nüchterne Auffassung, lächelte der Maler und ging."

 



Begegnungen Thomas Mann und Oskar Maria Graf

Es begann im Herzogpark

Die beiden so unterschiedlichen Männer hatten sich in München kennen und schätzen gelernt: 1927 in der Villa der Manns in der Poschingerstraße im Herzogpark.  

Mann über Graf

"Hm, ein höchst merkwürdiges Buch. Sehr, sehr sonderbar! - Meine Frau hat sich in Davos daran gesund gelacht. Ich muss sagen, ein starkes, bedeutsames Buch"


Oskar Maria Graf wollte damals nur eine Unterschrift des prominenten Schriftstellers bekommen, ging aber mit einem riesigen Lob für seine 1922 erschienene Autobiografie "Frühzeit" wieder nach Hause. Thomas Mann und seine Frau Katia hatten an Grafs Stegreifgeschichten über seine Kindheit und den ersten Weltkrieg einen Narren gefressen.

Manns Kritik macht Graf salonfähig

1927 hatte Graf unter dem Titel "Wir sind Gefangene" seine autobiografischen Erinnerungen um etliche Seiten ergänzt. Mann würdigte das über 700-seitige Opus in der Frankfurter Zeitung höchst differenziert und machte damit den Proletarier Graf in der literarischen Welt salonfähig.

 

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Das Zimmer von Oskar Maria Graf in 34 Hillside Avenue, Washington Heights, New York City, nachgestellt einer Fotographie um 1950, zu sehen im Münchner Stadtmuseum, bei der Ausstellung "Typisch München"

 

Mein Zimmer

"Was ich im Laufe der Zeiten liebgewann, das hängt verstreut an meinen Zimmerwänden: Tolstoi und Goethe, Lincoln und Lenin, ein Bild von Marx, von Masaryk und Thomas Mann, drei Aquarelle (Wiesen, Berge, Wolken drüberhin), dazwischen ohne Drum und Dran und dennoch wie das Krönende schlechthin, hängt meine Mutter, und mit ihr vollenden sich gleichsam nach geheimnisvollem Sinn Zusammenhänge, die mir erst nach schweren Jahren und wie durch einen Zufall offenbar geworden sind.  - Denn manchmal, wenn ich grübelnd oder sehr zerfahren in meinem Zimmer auf und nieder gehe und zerquält nach Worten ringe, eine klare Ordnung im Geschehen suche, wird das, was ich bisher für einen Wandschmuck hielt, zu einer in sich ruhenden und beispielhaften Welt, aus der mein Herz den größten Trost gewinnt. - Mein Blick fällt unverhofft auf so ein Bild, und langsam rührt mich eines Menschen Leben an, in seinem Glück, in seiner Lust und seinem Fluche, und wenn es sich zutieft entblättert und entschält, erglänzt es als ein Geheimnis aller Menschenmühen. - Doch nie erschöpft es sich in seinem Werk, in einem Buche, weil es zu vielgesichtig ist und unaussprechlich bleibt. Es mag wohl sein, daß manchmal einer es erfühlt und überwältigt zittert wie in innerstem Erglühen, wenn er sein Denken bis zum Grund der Gründe treibt, wie ich in manchem Anflug starker Freudigkeit. Dann wird es mir erst ganz bewußt: Nicht hohle Schemen und bildgewordne Zeugen der Unsterblichkeit sind all die Männer, die von meinen Wänden schauen. Ihr tiefstes Wesen ist dem Leben einverleibt wie jede Wiese, jeder Berg, die Wolken hoch im Blauen. Und auferlegt ist jedem jene schwere Fruchtbarkeit der Mutter, die nur geben kann und niemals nehmen und sich erfüllt als das Verschenkende in jeder Zeit. -  In solchen Augenblicken will mir manchmal scheinen, als sei in meinem Zimmer etwas von dem reinen Zusammenklang von Menschsein und hoher Ewigkeit.


Oskar Maria Graf

 

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  Heinz Schulze-Varell
  



 
(1907 - 1985)


   Grab Nr. 60     


   

   


Modedesigner

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  Marianne Schmid
  

 
(1917 - 1984)


   Ludwig Schmid




   Grab Nr. 61     


   

   


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  Armin Eichholz
  




  
(1914 - 2007)
 


Grab Nr. 62   
   




  Zum Tod von Armin Eichholz: Im Hintergrund immer das große Lachen - Merkur Online

  

 

 

Armin Eichholz, Journalist, Autor, Theaterkritiker

"Armin Eichholz fand dagegen den "Ernst des Lebens" immer recht komisch. Und die Literatur auch. Die gedruckte und die gespielte. Die war sein Metier. Zuerst unter Erich Kästner bei der "Neuen Zeitung". Dann zwanzig Jahre als Feuilletonchef des "Münchner Merkurs". Und schließlich als Theaterkritiker für die WELT. Denn er war vor allem ein leidenschaftlicher Theatergänger."

Quelle:  Armin Eichholz (1914-2007), Satiriker in WELT-online

 

Schule des Sehens

"Nicht verschwiegen sei des Beobachters Beobachtung an sich selber: wie die Sehgewohnheit sich allmählich hinbequemen kann zum Ungewohnten. So werden die zunächst befremdlichen Zeichen im Bühnenbild und die Rituale im Spiel bei einiger Konsequenz vertraut. Sie werden in ihrer ästhetischen und sonstigen Funktion erkennbar, und man weiß: was soll es bedeuten ( und was nicht)!
Eingestanden auch, wie ärgerlich es sein kann, derart in die Schule des Sehens genommen zu werden. Zumal wenn der persönliche Gewinn erst einmal ausbleibt und Verluste empfunden werden. Vor allem Wendt und Dorn haben da für München (endlich) die großen Zumutungen präsentiert. Sie haben dabei vom Zuschauer dasselbe verlangt wie Goethe vom Leser: er muß 'sich produktiv verhalten, wenn er an irgendeiner Production theilnehmen will!'"

 Quelle: Theater für München - Süddeutsche Verlag - Beitrag von Armin Eichholz - Szenen einer Ära S. 13


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Erna Baumbauer
  

  (1919 - 2010)
 


Grab Nr. 63    
   




   Ihre Agentur

   Wikipedia



 

ERNA BAUMBAUER

8. Januar 1919 in München
 † 30. Januar 2010 in München

"Erna Baumbauer, diese gestandene Bayerin ohne Allüren, ist die Mutter des Intendanten Frank Baumbauer, der zuletzt an den Münchner Kammerspielen wirkte, jener Bühne, die sie so sehr liebte - aber sie war auch für ihre Künstler eine Mutterfigur. Liebevoll nannten sie sie "die große Baumbauer" und "die Nummer eins". Als eine "große mütterliche Freundin" bezeichnete sie Ulrich Tukur, und der Schauspieler Ulrich Mühe erhob sie in seiner Dankesrede anlässlich des Bayerischen Filmpreises 2006 voller Respekt sogar zur 'Königin von Bayern'."

Quelle: SZ vom 1.02.2010 - Christine Dössel

 Wegbegleitung von Gundi (Ellert) und Frank (Baumbauer) 

 

 


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  Martha Dreesbach
  



 
(1929 - 1980)


   Grab Nr. 64     


   

   


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  Vogel Rudolf
  



 
(1900 -  1967)


   Vogel Peter
  


  
(1937 -  1978)


   Vogel Friederike



  
(1914 - 2000)


   Grab Nr. 65    


  Mehr über Rudolf Vogel . . .

  Mehr über Peter Vogel . . .





Rudolf Vogel war der Vater des Schauspielers Peter Vogel.
Peter Vogel war mit Gertraud Jesserer verheiratet und war der Vater von Michael und Nikolas Vogel. Nach der Trennung, bis kurz vor seinem Suizid, war er mit Erika Pluhar liiert.


Quelle: Wikipedia


"Rudolf Vogel war ein Sohn von Alfred Walter von Heymel, (die Ähnlichkeit ist unverkennbar!) dem Mitbegründer des Insel-Verlags. Im Haus in der Leopoldstraße 4 in München Schwabing wurde die Literatur- und Kunstzeitschrift 'Die Insel' gestaltet. In diesem herrschaftlichen Haus wurde im Jahre 1900 Fasching gefeiert. "Und Heymel himmelte . . . einen besonderen Engel an, der willig und freiwillig gibt, was der Galan sucht. So kommt der Engel in gesegnete Umstände und wird am 10. November von einem Buben entbunden, der einmal ein begnadeter Schauspieler werden soll."

Quelle: Rudolf Reiser - Alte Häuser - Große Namen - München - S. 162






Vogel Rudolf mit Romy Schneider

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  Eduard Baumbauer
  

 
(1879 - 1960)


  Maria Baumbauer
  

 
(1891 - 1980)


 
Ellen, Margot, 
   Helga, Helmut



   Grab Nr. 66     


   

   


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 Walter Sedlmayr
  




 
(1926 - 1990)


   Grab Nr. 67    


   Mehr über Sedlmayr . . . 

 

Der Sohn eines Tabakhändlers und einer Hausfrau.
Notabitur 1945 am Schwabinger Giselagymnasium.

Schauspieler an den Münchner Kammerspielen
. 

Spiele in einigen Filmen
von  Rainer Werner Fassbinder (u.a. Händler der vier Jahreszeiten, Angst essen Seele auf) mit. 

Sedlmayr lebte im Spannungsfeld zwischen seiner Homosexualität und seinem gutbürgerlichen Image als bayerischer Volksschauspieler. 

 

Aus seinem Buch: 
"Alles nicht so wichtig" mit Zeichnungen von Josef Oberberger, Rosenheimer Verlagshaus 1984 

"Mein Gott, haben wir als Kinder ein schönes sorgloses Leben gehabt! Wenn man die ersten zehn Lebensjahre an den Klapperstorch, den Osterhasen und das Christkind glauben darf, zweimal im Jahr nach Maria-Eich und einmal nach Altötting kommt, Amerika von Karl May kennt, Venedig nur als Fotografie, Spanien als Mandarine und Afrika von der Völkerschau auf'm Oktoberfest, dann ist die Welt zwar sehr klein, aber überschaubar.
. . .
Neid auf andere Kinder gab es kaum, vielleicht mehr Sehnsüchte und Wünsche, möglicherweise mehr Phantasie. Wenn ich jetzt vielleicht auch die Soziologen enttäusche: ich war kein unglückliches Kind.
Ich halte es für eine Ausrede, wenn behauptet wird, daß man alles mitspielen muß. Wer zwingt uns denn? Die Familie? Die Nachbarn? Oder zwingt vielleicht die Furcht, etwas zu verpassen - einen Genuß, ein Wohlgefühl, ein Abenteuer?
Das schönste Abenteuer ist Zufriedenheit. Das heißt nicht, mit allem einverstanden sein, alles richtig finden. Ich meine aber, man sollte seine Möglichkeiten, seine Fähigkeiten bestimmen und dann versuchen, damit zu leben." 
(Seite 146 f. )



Sedlmayr über das Filmen mit Genies

"Dann ist das Genie aufgetreten, sehr ungewaschen und sehr schlecht gelaunt. Hat Blumen auf den Tisch verlangt und was zu trinken. Dann war Pause, bis die Blumen da waren.
Eine Muse hat einen Arm voll Märzenbecher gebracht, und zwei Musen haben dann die Blumen in einer Bratrein arrangiert. Die Blumen waren endluch fertig, aber dann war Mittagspause. Nachmittags war das Genie dann besserer Laune, aber die Blumen auf dem Tisch waren Scheiße, sie wurden entfernt. Die Bratrein haben's vergessen. 
Um 4 Uhr war's dann endlich soweit, daß gedreht werden sollte, aber da war die Hauptdarstellerin weg. Sie war bei einem Englischkurs, weil sie nach Hollywood auswandern wollte. Um halb sechs war sie dann aus Hollywood da. Ich hab erfahren, was ich in meiner Rolle zu sagen hatte, nämlich nichts. Ich sollte die Hauptdarstellerin nur anstarren und sie zurück. Drei Minuten lang. Die Szene wurde von einem Kritiker als besonders genial beschrieben. Der fand auch so toll, daß in einer Ecke verwelkte Märzenbecher herumgelegen sind, und besonders symbolisch war für ihn die leere Bratrein auf dem Tisch."
(Seite 75f. )

 





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   GULLAN 
   KENNEWEG
  

 
( )

 
Grab Nr. 68   



  
 

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  Peter de Mendelssohn
  




 
(1908 - 1982)
 


Grab Nr. 69    
   




   Biographie

   Fertig mit Berlin?,  
     
Roman (1930, Reclam/2002)

   Das zweite Leben  
     
Roman (1936 - 38) mit
      autobiographischen Zügen

 










* 1. Juni 1908 in München; †  10. August 1982 in München; (Pseudonym: Carl Johann Leuchtenberg) war Schriftsteller, Historiker und Essayist
Sohn eines Goldschmieds. Wächst in der Künstlersiedlung Dresden-Hellerau auf.
Redakteur
1933 Emigration nach England 
1946-48 mit Hilde Spiel in Berlin
Nach dem 2. Weltkrieg Pressechef der Britischen Kontrollkommission in Düsseldorf
Berichterstatter bei den Nürnberger Prozessen
Redakteur in Berlin
1970 Rückkehr nach München

" Ich hatte deutsche, russische, argentinische, dänische, englische, protestantische, jüdische, katholische Vorfahren und Verwandte.  . . . Meine Eltern begegneten einander nicht in der Tanzstunde, sondern in Schwabing, in der Kunstschule des hervorragenden Herrn von Debschitz.  Sie heirateten, als mein Vater kaum einundzwanzig und ein unbekannter, experimentierender Kunsthandwerker war, dessen merkwürdige Halsketten aus Eisendraht dem Münchner Architekten Richard Riemerschmidt den Ausruf entlockte: 'Da ist was dran!' . . . Mein Vater . . . wurde zum Mitbegründer des 'Deutschem Werkbundes' und Freund eines schwärmerischen, enthusiastischen und phantasiebegabten jungen Menschen halbrussischer Herkunft namens Wolf Dohrn, der der erste Geschäftsführer der neuen Vereinigung war. . . .  Von einer  Orientreise  brachte [mein Vater] eine Sammlung herrlicher alter türkischer Teppiche in die Wohnung in der Schwabinger Römerstraße mit, deren seltsame Namen ich als zweijähriges Bürschchen allesamt auswendig wußte. Als ein großer, strenger Herr meine Eltern besuchte, hieß mein Vater mich, ihm die Teppiche erklären. Ich tat's und der Mann zeigte sich befriedigt. Er hieß Stefan George. . . . Im Frühjahr 1910 verließen wir München. Ich sah meine Geburtsstadt erst sechszehn Jahre später wieder, in einem Augenblick, der dieser Geschichte eine entscheidende Wendung gab."

Marianne - Kindler Verlag München - S. 41 ff. 

 . . . an einem Frühlingstag des Jahres 1927 [fand ich mich in meiner Vaterstadt München wieder], die auch die Vaterstadt der Mann-Kinder war und die ich siebzehn Jahre lang nicht gesehen hatte. Meine ganze frühe Kindheitswelt, nur noch vom Hörensagen erinnert, stand urplötzlich wieder vor mir auf. Von Rechts wegen hätte meine Freundschaft zu Klaus, die zwanzig Jahre, bis zu seinem Tode währte, eine Kindheitsfreundschaft sein müssen. In unserer gemeinsamen Vaterstadt standen unsere Elternhäuser nicht weit voneinander [Franz-Joseph-Straße 2] , aber als Kinder wußten wir voneinander nichts.

. . . als Klaus und Erika mich im Frühjahr 1927 in ihr Vaterhaus in der Poschingerstraße führten . . . "

Marianne - Kindler Verlag München - S. 104 ff. 

Franz-Joseph-Straße 2, 3. Stock - Erste gemeinsame Wohnung von Katia und Thomas Mann  in den Jahren 1905 bis 1910. Die Kinder Klaus, Golo, Monika  und Erika  sind dort geboren. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1954 durch einen Neubau ersetzt.

Die Familie Mann zog 1910 um in den Münchener Herzogpark, zunächst in das Haus Mauerkircherstraße 13/II, ab Januar 1914 in das eigene Haus Poschingerstraße 1. Dort kamen noch die Kinder Elisabeth und Michael  zur Welt.

hier mehr . . .

Das von Mendelssohn am ausführlichsten behandelte Thema war aber der Lebenskreis der Familie Mann.  1975 erschien der erste Band seiner Thomas-Mann-Biographie unter den Titel Der Zauberer. Das Buch stellt Leben und Werk Thomas Manns bis 1918 dar.  Am Fortsetzungsband arbeitete Mendelssohn bis zu seinem Tod. Er gab auch die ersten fünf Bände Tagebücher und die ersten sechs der 20 Bände der Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns heraus.

 

Julien Duvivier, der große französische Regisseur drehte u.a. in Hohenschwangau bei Füssen den Film  "MARIANNE - MEINE JUGENDLIEBE" nach dem Roman "Schmerzliches Arkadien" von Peter de Mendelssohn. Darsteller waren Marianne Hold und Horst Buchholz, Friedrich Domin und Peter Vogel . Domin und Vogel fanden unweit der Grabstätte von Peter de Mendelssohn ihre letzten Ruhestätten.

 

Gefunden in PETER DE MENDELSSOHN Roman "DAS ZWEITE LEBEN", den er in London 1936 - 38 verfasste

"Zwei deutsche Großbanken brechen in der Krise zusammen! 

So lautete die Schlagzeile der Zeitung. Zwei der deutschen Großbanken hatten schließen müssen, über Nacht, ohne jede Warnung. Sie hatten ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können und waren vom Staat übernommen worden. Eine dritte hatte der Staat gezwungen, das Geschäft einzustellen, ehe der Krach unvermeidlich wurde.

'L' Allemagne déclare, qu'elle n'a plus le sou.'

So stand in der Zeitung, Deutschland erklärte, es besitze keinen Heller mehr. Das reich hatte jährlich rund zwei Milliarden an Reparationen und ungefähr den gleichen Betrag an Kriegsschulden aufgebracht, viele Jahre hindurch. Nun ging es nicht mehr.

Viele Tausende hatten anscheinend ihre kleinen Ersparnisse verloren; es schien zweifelhaft, ob sie schadlos gehalten werden konnten. Die auswärtigen Anleihen an Deutschland waren angeblich schwer gefährdet. er Reichsbankpräsident Dr. Luther kabelte an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Hoover, und bat ihn um ein einjähriges Moratorium für alle deutschen Anleihen und Schulden. Hoover gewährte das Moratorium. Als dies erreicht war, flog Dr. Luther nach Paris und London. In Paris und London nahm man ihn nicht gerade begeistert auf. Er hielt sich in keiner der beiden Städte lange auf, sonder flog zurück und brachte eine Regierungsverordnung heraus, des Inhalts, daß von nun an niemand, der sich in Deutschland aufhielt, monatlich mehr als einen bestimmten Betrag ins Ausland senden durfte. Es waren pro Kopf zweihundert Mark." (S. 46 - Ausgabe von 1948 - Krüger)

Mendelssohn bezieht sich auf die Ereignisse im Juli 1931. 

Hier die geschichtlichen Ereignisse. Quelle Wikipedia

"Schon am 14. Juli, nach dem auf die Bekanntgabe der Schließung der DANAT-Bank [Bankengemeinschaft Darmstädter-Nationalbank Berlin - zweitgrößte Bank Deutschlands] erfolgten allgemeinen Ansturm der Bankkunden, musste die Dresdner Bank jedoch der Reichsregierung ihre Illiquidität eingestehen. Insgesamt ist es daher verständlich, dass Brüning innerhalb der von staatlicher Seite initiierten Umstrukturierung und Sanierung auf einen personellen Wechsel in den Vorständen der einbezogenen Banken drängte. Aufgrund der weiter anhaltenden bzw. noch durch die Bankfeiertage verstärkten Vertrauenskrise und der unveränderten strukturellen Daten schränkte die Reichsregierung durch mehrere Notverordnungen den Zahlungsverkehr auch nach den Bankfeiertagen stark ein, um eine Wiederholung der Vorgänge vom 13. Juli zu vermeiden. Zunächst durften Auszahlungen und Überweisungen nur zur Begleichung von Unterstützungszahlungen, öffentlichen Abgaben sowie Löhnen und Gehältern geleistet werden. ... Schon am 15. Juli wurde der Handel mit Devisen auf die Reichsbank beschränkt. Mit der Einführung der Devisenbewirtschaftung kam die Reichsregierung im Wesentlichen auch einer Forderung der amerikanischen Federal Reserve und der Bank of England nach, die vor allem die Kapitalflucht für die Abnahme des Gold- und Devisenbestandes der Reichsbank verantwortlich machten. Am 18. Juli waren schließlich durch Notverordnung Devisenbestände der Reichsbank anzuzeigen und auf Verlangen an sie zu verkaufen. Zur besseren Kontrolle und Informationsbeschaffung schuf die Reichsregierung mit der Verordnung über die Bankenaufsicht vom 19. September das sog. „Kuratorium für das Bankgewerbe”, dem als ausführendes Organ ein Reichskommissar vorstehen sollte. Dieser hatte das Recht, Auskünfte über alle Geschäftsangelegenheiten anzufordern, Geschäftsbücher und Schriftstücke aller Art einzusehen und an den Sitzungen von Bankorganen teilzunehmen. . . . Da die Großbanken wegen der Wirtschaftskrise allgemein und der sich in der akuten Bankenkrise dramatisch zuspitzenden Kapitalabzüge hohe Verluste zu bewältigen hatten, sah die Reichsregierung sich genötigt, wie oben erwähnt mittels staatlicher Gelder die Eigenkapitalbasis der Kreditinstitute zu stärken und damit faktisch fast alle großen Geschäftsbanken zu verstaatlichen. So waren das Reich und die an der Kapitalrekonstruktion beteiligte Golddiskontobank 1932 zu 91 % an der mit der DANAT-Bank fusionierten Dresdner Bank, zu 70 % an der mit dem Barmer Bankverein zusammengeschlossenen Commerz- und Privatbank und schließlich zu 30 % an der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft beteiligt. Trotz dieser beherrschenden Stellung der öffentlichen Hand in der Eigentümerstruktur sahen sich die Kreditinstitute außer bei der teilweisen Ablösung bisher agierender Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder keinem großen Einfluss der Reichsregierung ausgesetzt. Nach 1933 wurden die Großbanken schrittweise reprivatisiert."

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Mendelssohn u. Julien Duvivier (1954J   -   Mendelssohn 21jährig   -  Filmkulisse am Alpsee/Hohenschwangau  -   Marianne Hold und Horst Buchholz