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Geboren
20. September 1903 in Ehrenbreitstein/Koblenz "Joseph Breitbach liebte die Literatur - und kannte das Leben. Er stand der Kommunistischen Partei nahe und entfernte sich wieder von ihr, verließ Deutschland, nachdem die Nazis seine Schriften auf die Ehrenliste der verbotenen Bücher gesetzt hatten, gab 1937 in Paris seinen deutschen Pass zurück, schloss sich für die "Dauer des Krieges" der Fremdenlegion an und engagierte sich in der Rèsistance, wartete als Staatenloser bis 1945 auf seine Einbürgerung in Frankreich und führte danach, begünstigt durch ein beträchtliches Vermögen, die Existenz eines von Anpassungsdruck freien "homme de lettres". Breitbach war ein literarischer Magnet. ..Er traf alle bedeutenden europäischen Autoren - und jeder kannte ihn. Politisch verhielt sich Breitbach oft inkorrekt - und hatte eine diebische Freude dabei. Er konnte mit Widerspruch, nicht aber mit Unlauterkeit leben. In der Regel hing er sein Mäntelchen gegen den Wind - auf die Gefahr sich hin, sich in den Stürmen der Zeit zu erkälten. Auf die Frage, welches Werk der Weltliteratur er selbst gerne geschrieben hätte, würde er, der als seine Lieblingsbeschäftigung "das Entlarven" nannte, wohl Molières Tartuffe gewählt haben. Der "civis Rhenanomosellanus", wie er sich selbst nannte, war von einer Kultur fasziniert, in der Weinhändler Gesundheitsminister wurden, Kardinäle an den Konjunktiv glaubten, in politischen Kommuniquès, damit jeder sie sofort verstand, die Fabeln La Fontaines zitiert wurden, und ein großer Kenner Hölderlins, Pierre Bertaux, als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt, Chef der Suretè werden konnte. In Breitbachs 1978 gesammelten Feuilletons kann man diese Faszination heute nacherleben. Joseph Breibach war ein Mittler zwischen Erbfeinden, französischer Freund und deutscher Schriftsteller zugleich, Kerneuropa in einer Person." Wolf Lepenies in der SZ zum 100. Geburtstag
Stationen u.a.: Lehre als Verlagskaufmann. Schriftsteller. Journalist. Zeitweise Mitglied in der KP. Lebt seit 1929 in Frankreich. 1933 Verbot seiner Bücher in Deutschland. 1937 gibt er seinen deutschen Pass ab. 1939 Internierung in Frankreich. Arbeitet für den französischen Geheimdienst und hat Verbindung zur . 1945 erhält er die französische Staatsbürgerschaft. Ab 1961 wieder Wohnsitz in Deutschland. 1963 ausgedehnte USA-Reise. 1966 finanziert er die Gründung von "Quinzaine Littéraire". 1980 Herzoperation in Paris. Die Vaduzer Breitbach-Stiftung vergibt seit 1998 die z.Z. höchstdotierte Auszeichnung für deutschsprachige Schriftsteller, den Joseph-Breitbach-Preis. Arbeitsgebiete: Erzählung, Drama, Roman, Kritik Auszeichnungen/Ehrungen/Preise
(Auswahl):
Bundesverdienstkreuz (1962).
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