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MÜNCHEN - BOGENHAUSEN ST. GEORG |
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WEHRLE I DELP I SPERR I v. LEONROD |
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Hermann
Joseph WEHRLE, Karl Adolf Kreuser wurde in seiner Jugendzeit tief geprägt von der Verhaftung und Ermordung des Jesuitenpaters Alfred Delp, der in den 40er Jahren Kaplan in St. Georg war. Delp war ein Freund seiner Eltern. Kado, wie ihn seine Freunde nannten, war beteiligt an der Errichtung des Denkmals der Jünglinge im Feuerofen vor dem Friedhof. Kreuser setzte sich für die Errichtung eines Waisenhauses in Polen und sammelte Spenden für soziale Projekte. Karl Adolf Kreuser ist 2008 im 80. Lebensjahr verstorben. Auf dem Nachttisch lag ein Heft über Alfred Delp, der ihn bis zum Tod begleitete und wohl ihm auch in den letzten Stunden Trost und Zuversicht spendete.
Jesuitenpater
Karl Adolf Kreuser am
14.9.2004
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Dann aber setzte ein ungemein intensives Ringen ein um seinen eigentlichen geistlichen Weg: Kloster Ettal, Präfekt im Canisiuskonvikt in Ingolstadt, Noviziat im Benediktinerkloster in Scheyern. Nach seinem Austritt begann er am 1.9.1938 als Erzieher am weltlichen Schülerheim der Städtischen Oberschule Marktbreit in Unterfranken. Hier zeichnete er sich vor allem dadurch aus, daß er versuchte, den Schülern christlichen Geschichtsunterricht zu geben und es beharrlich vermied, von den »Idealen der Gegenwart« zu sprechen. Es dauerte nicht lange, da mußte er die Schule und das Heim verlasssen und siedelte zur Wiederaufnahme des Theologiestudiums an die Ordenshochschule der Missionsbenediktiner von St. Ottilien in Oberbayern über. Als dieses Kloster im April 1941 aufgelöst wurde, bewarb sich Wehrle um Aufnahme ins Priesterseminar in Freising und zog dort am 1. Mai 1941 ein. Nach seiner Priesterweihe am 6. April 1942 wirkte er zunächst für kurze Zeit im Priesterseminar in Freising. Dann folgten Kaplansjahre in den Pfarreien St. Elisabeth in Planegg und in Heilig Blut in München - Bogenhausen. Seine Tätigkeit umfaßte nicht nur eine sehr umfangreiche Beichtvatertätigkeit. Er äußerte sich auch immer wieder zu zeitgeschichtlichen Fragen und stand in engem Kontakt mit dem Jesuiten Alfred Delp. Trotz angeschlagener Gesundheit hörte W. eifrig die Beichte und da kam es am 13. Dezember 1943 zu jenem unter dem Siegel der Verschwiegenheit geführten Gespräch mit Ludwig Freiherr von Leonrod über das Problem des Tyrannenmordes, das ihm und dem Freiherrn bald das Leben kosten sollte. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde W. am 18. August 1944 verhaftet, um im Prozeß gegen Freiherrn von Leonrod auszusagen. Nun wurde Wehrle selbst mit in das Geschehen vom 20. Juli 1944 hineingezogen. Aus dem vertraulichen Gespräch unter dem Beichtsiegel mit Leonrod konstruierte das Gericht, daß Wehrle Kenntnis von einem Plan zur Ermordung Hitlers erhalten und darüber keine Anzeige gemacht habe. Er wurde zum Tode verurteilt und am 14. September 1944 in Berlin-Plötzensee durch den Strang hingerichtet. Mit Recht geht Wehrle in die Geschichte des Beichtgeheimnisses ein, da Leonrod, um sein eigenes Leben zu retten, von diesem Gespräch in letzter Minute Mitteilung gemacht hatte." Lit.:
B.M. Kempner, Priester vor Hitlers Tribunalen, München 1967, 453-458; - Quelle: Ekkart Sauser in Biographischs-Bibliograhisches Kirchenlexikon
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