Eine Seite von Theodor Frey

GRÄBER, EPITAPHE,
TAFELN 

an der Kirche St. Georg 


räume &
zeiten

musik &
spiel

denker & gedanken

tun &
lassen

 

                                          suche auf meinen seiten          http://www.theodor-frey.de                                               

    Plan der Gräber

Westteil >

Ostteil >


Die Gedenktafeln und Gräber

an und in der Kirche 











 


  Denkmal an die 
  Gefallenen der
  Weltkriege


  Grab Nr: K1  

zum Plan > 
  


 



Seitenanfang >







  
Familiengrab Kaffl


   
Grab Nr: K2  

zum Plan >

 

 



Ziegelfuhrwerk

"In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gerät das Ziegeleiwesen im Münchner Osten in einen fieberhaften Aufschwung. Bogenhausen deckt mit seinen Produktionen den Backsteinbedarf Münchens größtenteils ab. Aus ehemaligen Bauern wie Rheinberger, Mayerbacher, Heitmayr, Hirner, Seidl, Roth, Selmayr, Kaffl, Schmidt, Graßl und Reifenstuel werden die 'Ziegelbarone'."

Quelle: Nordostkultur 

Seitenanfang >




  
LAMONT
 
   
Tafel an der südlichen
    Kirchenseite   


   
 K3  

zum Plan >

   
   
Zum Grabmal  
  von Johann von  
  Lamont
  

                                           

 





  
Familiengrab Selmayr


   
Grab Nr: K4  

zum Plan >

 

 



Seitenanfang >



 


  Epitaphe und Tafeln


K5  

zum Plan > 
  

 


  Epitaphe und Tafeln


  K6  

zum Plan > 
  

 

 


  Epitaphe und Tafeln


 K7  

zum Plan > 
  

 

 


  Epitaphe und Tafeln


 K8  

zum Plan > 
  

 

Seitenanfang >



 


  Johann Georg von Soldner
  



  (1776 -  1833)


  
Grab Nr: K9  

zum Plan >
 


   
zur Historie 
der Sternwarte
>



Soldner Bild

Soldner stammte aus Mittelfranken und hatte seine astronomische Ausbildung bei Bode in Berlin erhalten. Dort war auch seine erst über 100 Jahre später in ihrer Bedeutung erkannte Arbeit "Über die Ablenkung eines Lichtstrahls von seiner geradlinigen Bewegung, durch die Attraktion eines Weltkörpers, an welchem er nahe vorbeigeht" entstanden, die ihn zu einer Art Vorläufer Einsteins werden liess. Ab 1805 hatte er die Vermessung des damals noch preussischen Fürstentums Ansbach geleitet, bevor er 1808 als Trigonometer bei der in München gerade neu gegründeten Steuervermessungskommission eingestellt worden war. Hier hatte er in den folgenden Jahren die theoretischen Grundlagen für die bayerische Landesvermessung gelegt, als deren Vater er angesehen wird. U.a. auch wegen dieser Verdienste wurde ihm später der persönliche Adelstitel verliehen. 

Gedenkstein für Soldner vor dem Vermessungsamt im Lehel 

 

 


Seitenanfang >




 


  Denkmal für die
  Widerstandskämpfer


  Grab Nr: K10  

zum Plan > 
  

   
   Alfred Delp
S.J.

   Herman Josef Wehrle

   Ludwig Freiherr von Leonrod

  
Franz Sperr  

   Widerstand und St. Georg in Bogenhausen

   Bücherverbrennung 1933 in München



 

 

  Alfred Delp S.J.

  


   Grab K 10    


    "Im Angesicht des Todes"  




 

In der Süddeutschen Zeitung vom 18.7.2014 veröffentlichen Wolfgang Hardtwig (Professor für Neuere Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin - er arbeitet  an einer Biografie Eduard Hamms, dessen Enkel er ist) und Manuel Limbach (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn -  er promoviert über den Sperr-Kreis) einen Aufsatz über den Sperr-Kreis:

"Wahrscheinlich ist dem Sperr-Kreis  [das] Treffen Sperrs mit Stauffenberg zum Verhängnis geworden. Kurz nach dem Attentat wurden zunächst Otto Geßler, Franz Sperr und Anton Fehr verhaftet, Eduard Hamm folgte am 2. September 1944. Geßler wurde in der Haft schwer gefoltert, kam aber mit dem Leben davon vermutlich auch deshalb, weil Eduard Hamm beim Verhör im Gefängnis an der Lehrter Straße eisern schwieg und mit einem Sprung aus dem Fenster im 3. Stock den Freitod wählte."

"Es ist höchste Zeit, den Hauptakteuren und auch den unauffällig gebliebenen Mitgliedern des Sperr-Kreises Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. . . . Im Sperr-Kreis findet sich ein breites Spektrum an Formen von Widerständigkeit und Resistenz und anderen Verhaltensmöglichkeiten, von der bloßen, wenn auch niemals risikofreien Abwehr der ideologischen und menschlichen Zumutungen im eigenen, überschaubaren Verantwortungsbereich bis zur hochriskanten, staatstheoretisch reflektierten Vorbereitung des Übergangs vom Nationalsozialismus zu einer neuen freiheitlichen politischen Ordnung. Heimatlich-regionale und nationale Wertvorstellungen verbanden sich mit bürgerlichem Verantwortungsbewusstsein und einem in manchen Fällen sehr ausgeprägten christlich fundierten Entsetzen über die Inhumanität des Nazi-Regimes."

 

 


   Epitaph
  Gräfin
  Maria Josepha
  Francisca Johanna
  von Toerring



   
  










 

 

 


   Im Inneren und
   Vorzeichen



   
  
















 

 

 

 

 



WEHRLE   I   DELP  I   SPERR   I  v. LEONROD

Hermann Joseph WEHRLE, 
Der 45 jährige wurde noch am Tage der Verurteilung in eine der Todeszellen des Gefängnisses in Berlin-Plötzensee gebracht. Dort wurde er in einem Gefängnisschuppen durch den Strang ermordet. Seine Asche wurde über Kanalisationsgewässer, sogenannte Rieselfelder, verstreut. Wehrle, ein Verwandter des selig gesprochenen Paters Rupert Mayer, gehört zu den mehr als 700 Frauen und Männer, die in das deutsche Martyrologium der Blutzeugen des Glaubens im 20. Jahrhundert aufgenommen worden sind. Anlässlich des 60. Todestages feiert der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, am 14.9.2004, dem Fest der Kreuzerhöhung, in der Pfarrkirche Heilig Blut um 18.30 Uhr einen Gottesdienst. Im Bogenhausener Friedhof fand am gleichen Tag eine Gedenkfeier statt. Dabei sprach der Jesuitenpater Karl Adolf Kreuser (Kado), der besonders Pfarrer Delp, aber auch Kaplan Wehrle noch als Jugendlicher kannte. Eindringlich erzählte er von seinem Charisma. Zukünftig sollen an den Jahrestagen der vier Widerstands kämpfer ähnliche Gedenkveran staltungen stattfinden. 

Karl Adolf Kreuser wurde in seiner Jugendzeit tief geprägt von der Verhaftung und Ermordung des Jesuitenpaters Alfred Delp, der in den 40er Jahren Kaplan in St. Georg war. Delp war ein Freund seiner Eltern. Kado, wie ihn seine Freunde nannten, war beteiligt an der Errichtung des Denkmals der Jünglinge im Feuerofen vor dem Friedhof. Kreuser setzte sich für die Errichtung eines Waisenhauses in Polen und sammelte Spenden für soziale Projekte.  Karl Adolf Kreuser ist 2008 im 80. Lebensjahr verstorben. Auf dem Nachttisch lag ein Heft über Alfred Delp, der ihn bis zum Tod begleitete und wohl ihm auch in den letzten Stunden Trost und Zuversicht spendete. 

Jesuitenpater Karl Adolf Kreuser am 14.9.2004 
bei der Gedenkveranstaltung
an der Gedenkstätte

 


WEHRLE, Hermann Joseph, Priester und Märtyrer,
* 26.7. 1899 in Nürnberg, + 14.9. 1944 in Berlin-Plötzensee


"Nach seiner Jugend, einem Hilfs- und Militärdienst trat Wehrle am 10.12. 1918 ins Priesterseminar in Fulda ein. Dort begann er sein Theologiestudium. ... Es folgten Studien der Philosophie und der kath. Weltanschauung in Frankfurt, ein Studienaufenthalt in der Schweiz und schließlich die Promotion in Geschichte. Er wurde tätig als Journalist und Referent, als Nachhilfelehrer und Mitarbeiter in der Stadtbibliothek zu Frankfurt, mit großem Idealismus wirkte er in der Una-Sancta-Bewegung, vorab in Verbindung mit dem berühmten Benediktiner Hugo Lang aus St. Bonifaz zu München.

Dann aber setzte ein ungemein intensives Ringen ein um seinen eigentlichen geistlichen Weg: Kloster Ettal, Präfekt im Canisiuskonvikt in Ingolstadt, Noviziat im Benediktinerkloster in Scheyern. Nach seinem Austritt begann er am 1.9.1938 als Erzieher am weltlichen Schülerheim der Städtischen Oberschule Marktbreit in Unterfranken. Hier zeichnete er sich vor allem dadurch aus, daß er versuchte, den Schülern christlichen Geschichtsunterricht zu geben und es beharrlich vermied, von den »Idealen der Gegenwart« zu sprechen. Es dauerte nicht lange, da mußte er die Schule und das Heim verlasssen und siedelte zur Wiederaufnahme des Theologiestudiums an die Ordenshochschule der Missionsbenediktiner von St. Ottilien in Oberbayern über. Als dieses Kloster im April 1941 aufgelöst wurde, bewarb sich Wehrle um Aufnahme ins Priesterseminar in Freising und zog dort am 1. Mai 1941 ein.

Nach seiner Priesterweihe am 6. April 1942 wirkte er zunächst für kurze Zeit im Priesterseminar in Freising. Dann folgten Kaplansjahre in den Pfarreien St. Elisabeth in Planegg und in Heilig Blut in München - Bogenhausen. Seine Tätigkeit umfaßte nicht nur eine sehr umfangreiche Beichtvatertätigkeit. Er äußerte sich auch immer wieder zu zeitgeschichtlichen Fragen und stand in engem Kontakt mit dem Jesuiten Alfred Delp. Trotz angeschlagener Gesundheit hörte W. eifrig die Beichte und da kam es am 13. Dezember 1943 zu jenem unter dem Siegel der Verschwiegenheit geführten Gespräch mit Ludwig Freiherr von Leonrod über das Problem des Tyrannenmordes, das ihm und dem Freiherrn bald das Leben kosten sollte. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde W. am 18. August 1944 verhaftet, um im Prozeß gegen Freiherrn von Leonrod auszusagen.

Nun wurde Wehrle selbst mit in das Geschehen vom 20. Juli 1944 hineingezogen. Aus dem vertraulichen Gespräch unter dem Beichtsiegel mit Leonrod konstruierte das Gericht, daß Wehrle Kenntnis von einem Plan zur Ermordung Hitlers erhalten und darüber keine Anzeige gemacht habe. Er wurde zum Tode verurteilt und am 14. September 1944 in Berlin-Plötzensee durch den Strang hingerichtet. Mit Recht geht Wehrle in die Geschichte des Beichtgeheimnisses ein, da Leonrod, um sein eigenes Leben zu retten, von diesem Gespräch in letzter Minute Mitteilung gemacht hatte."

Lit.: B.M. Kempner, Priester vor Hitlers Tribunalen, München 1967, 453-458; - 
U. von Hehl, Priester unter Hitlers Terror, Mainz 1984, 785; - 
Fr. J. Morschhäuser, Hermann Josef Wehrle (1899-1944); - Zeuge des Glaubens in bedrängter Zeit, St. Ottilien 1994.
Achimov, Gisela: Hermann Josef Wehrle - ein Lebensbild. Festschrift zum sechzigsten Todestag von Hermann Josef Wehrle. Fest Kreuzerhöhung 2004. Herausgegeben von der Kath. Pfarrei Heilig Blut, München-Bogenhausen.

Quelle: Ekkart Sauser in Biographischs-Bibliograhisches Kirchenlexikon

 

 

 

 



  
K11  

zum Plan >
 


Die Witwe von Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim, Hilde Mertz von Quirnheim, rief die Landeshauptstadt München in einem Antrag vom 28. April 1982 dazu auf, für ihren am 21. Juli 1944 ermordeten Mann ein sichtbares Zeichen zu setzen. Dieser war zusammen mit General Friedrich Olbricht, Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Oberleutnant Werner von Haeften im Hof des Berliner Bendler Blocks getötet worden. Im Juni 1988 wurde die Gedenktafel an der nordöstlichen Außenwand der Münchner Kirche von St. Georg angebracht. Der Text lautet: „Zum Gedenken an Oberst i. G. Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim. Er wurde am 25. März 1905 in München geboren und gab sein Leben für Freiheitund Recht in Berlin am 20. Juli 1944.“

 



 


  Denkmal an die 
  Gefallenen des Krieges
  1870/1871


  Grab Nr: K12  

zum Plan > 
  



Seitenanfang >






Ehemalige Leichenhalle an der Nordseite des Friedhofs

 

 

 

 

 

Foto 1950

etwa an der Stelle des Grabes von Hans Knappertsbusch und Bernd Eichinger

Winfried Seipolt lebte mit zwei Mitstudenten der Theologie im Sommersemester 1950 in dieser Leichenhalle. Im linken Seitenbau war eine Kochgelegenheit und die sanitären Einrichtungen. In der Haupthalle haben die Studenten auf amerikanischen Feldbetten geschlafen .

Im Obergeschoß war ein Raum als Treffpunkt für die St. Georg Pfadfinder.

Es kam durchaus vor, dass in diesen Räumlichkeiten Feste mit 40 Leuten gefeiert wurde.

 

Aus einem Interview von Rosel Termolen für die SZ (1977) mit Prof. Ratzinger:

Ratzinger Kaplanzeit in der Pfarrei Heilig Blut begann 1951mit einer "Ausleihe". Er wurde nach Moosach weitergeschickt. ... Nach vier Wochen endlich Bogenhausen

"Prälat Blumenschein war ein Original, aber auch ein herausragender Seelsorger, der mit seiner schlichten Gläubigkeit die vorwiegend intellektuellen Mitglieder seiner Pfarrei mehr beeindruckte als er es mit intellektuellen Reden gekonnt hätte."

"Die Jugend in Bogenhausen war ungemein aktiv. Die Pfadfinder, die Pfarrjugend und die Heliand-Gruppe beschlagnahmten mich sofort. Sie hatten das alte Leichenhaus von St. Georg als Jugendheim ausgebaut - und wenn man sich's heute auch nicht mehr vorstellen kann: es war schön!"

Ratzingers Tageslauf war reichlich ausgefüllt. Sechs bis sieben Beichthören, sieben Uhr Messe, um acht Uhr Unterrichtsbeginn - denn Ratzinger war zugleich Religionslehrer an der Gebeleschule am Herkomerplatz. Es ergab sich auch, dass er am Sonntag bei der Frühmesse und beim Kindergottesdienst predigen musste:

"Was ich eigentlich nicht beabsichtigte: Die Erwachsenen fühlten sich von den Kinderpredigten oft mehr angesprochen als von den Ansprachen, die ich für die sorgfältig präpariert hatte."

Im Jahre 2000 führte Peter Seewald auf dem Montecassino einige Tage lang ein Gespräch mit Kardinal Ratzinger über den Glauben. Darin erinnert sich Ratzinger auch an seine Kaplanszeit in München. Seewald fragte, ob er sich vorstellen kann, dass auch ein Papst vom Zweifel oder gar vom Unglauben befallen wird?

"Vom Unglauben nicht, aber dass auch er unter den Fragen leidet, die das Glauben schwer machen, das sollte man sich schon vorstellen. Mir ist als Kaplan eine kleine Begegnung aus München unvergesslich geblieben. Mein damaliger Pfarrer Blumschein war mit dem Pfarrer der benachbarten evangelischen Pfarrei befreundet. Eines Tages kam Romano Guardini zu einem Vortrag, und die beiden Pfarrer konnten mit ihm reden. Ich weiß nicht, wie das Gespräch verlaufen ist, aber Blumenschein hat mir dann ganz entgeistert erzählt, Guardini hätte gesagt, es wird, wenn man älter wird, nicht leichter mit dem Glauben, sondern schwerer. Guardini mag damals so um die fünfundsechzig oder siebzig Jahre alt [Guardini war 1951/1952 - 66/67 Jahre alt] gewesen sein. Natürlich, das ist die spezifische Erfahrung eines Menschen, der an sich schwermütig war und viel gelitten hat. Aber, wie gesagt, ganz erledigt ist die Sache nie. Andererseits wird es irgendwie leichter, weil auch die Flamme des Lebens kleiner wird. Aber solange man unterwegs ist, ist man unterwegs."

 




    Plan der Gräber

Westteil >

Ostteil >


KONTAKT - theodor.a.m.frey@gmx.de

Impressum

seitenanfang

Anregungen, Hinweise und Reaktionen sind herzlich willkommen

seitenanfang