| SEEG IM ALLGÄU |
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VON THEODOR |
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ELEMENTE BEZIEHUNGEN |
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BEWEGUNGEN GESTALTEN |
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Die
Allgäuer Erweckungsbewegung |
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CHARAKTERISIERUNG
DER ZEIT UND DIE ROLLE |
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[Sailer]
stammte aus dem bairisch-schwäbischen Grenzgebiet um Aichach, kam aus
kleinsten Verhältnissen. Er hatte, wie damals fast jedermann im
katholischen Deutschland, bei den Jesuiten
studiert, war selbst ein paar Jahre Jesuit, ehe der Orden aufgehoben
wurde. ... Sein jugendlicher weltlicher und geistlicher Fürst, Clemens
Wenzeslaus aus dem Hause Wettin, wurde auf ihn aufmerksam, und Sailer wurde sein
Berater. ...
[Sailers] Hauptsorge galt nicht der kirchlichen Innenpolitik, sondern dem geistig-geistlichen Zustand; und der wiederum hatte seine Wurzeln in der Pädagogik - beziehungsweise ihrem Fehlen. Die Volksfrömmigkeit wucherte und trieb die krausesten Blüten und Früchte, ein Dschungel barocker Magie. Die Gelehrsamkeit an den sogenannten Hohen Schulen aber war festgerannt in dürrer, pseudoscholastischer Rechtgläubigkeit, in moralischen Geometerwesen der Kasuistik, im Memorieren langer Texte, in der sorgfältigen Vermeidung jedes eigenschöpferischen Gedankens. Sailer, der Bauernsohn, vertrat demgegenüber eine sehr einfache Idee. Die Idee nämlich, daß Theologie und gelehrte Spekulation nicht von der Seelsorge getrennt werden dürfen. Mit anderen Worten: Die Idee, daß das Christentum kein Lehrfach ist. [ Sailer hatte viele Schüler, die ihn sehr schätzten aber auch Neider]. Man muß einmal auszugsweise (mehr hält man ohnehin nicht aus] die offene und geheime Korrespondenz lesen, die damals zwischen den alten Knochenbenagern von Dillingen und der vorgesetzten Behörde in Augsburg gegen Sailer lief. Sie ist der Tiefpunkt, aber gerade dadurch auch der Prototyp der akademischen und geistlichen Intrige. Fast zehn Jahre lang dauerten diese Querelen, unübertreffliche Selbstzeugnisse geistiger, charakterlicher, spiritueller Impotenz, aber auch Zeugnisse jahrhundertealter Routine im Fertigmachen. ... Clemens
Wenzeslaus zögerte lang, seinen Schützling fallen zu lassen, die
Ratten wurden immer wieder zurückgescheucht. Aber dann, in den
neunziger Jahren, den Jahren der Revolution, kam die Chance der
Erzfeinde. Sie kam nicht im Überbau, sondern drunten, an der
materiellen Basis. Ihr
Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben Sailer
und noch mehr seine Freunde und Schüler wurden Förderer der neuen
Erweckungsbewegung, der christlich-katholischen, die mit Romantik und
Nazaarenertum eng zusammenhing. Rom war darüber gar nicht glücklich,
aber die aufgeklärte, aber die aufgeklärte, denncoh tyrannische
Obrigkeit ebensowenig. Sailer und die Seinen gerieten in die
'beobachtende Fahndung' von beiden. 'Mystik' warf man ihnen jetzt vor.
Mystik, das hieß, daß möglicherweise einige Gläubige (oder
Untertanen) den behördlichen Kategorien entzogen wurden. Und so lesen
sich denn die Rapporte, welche die Ingolstädter und, nach Verlegung
der Universität, die Landshuter Polizei nach München lieferte, kaum
erleuchteter als, zehn oder zwanzig Jahre früher, die Dillinger
Denunziationen.
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DER VORWURF DES MYSTIZISMUS |
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In seinem Werk "Versuche über Supernaturalismus und Mystizismus (1823), S. 408 schreibt Jakob Salat:
"Denn
ihn, meinen treuesten Universitätsfreund, konnte ich nimmermehr
vergessen, hatte ihn gleich die Mystik im letzten Jahr zwar mir nicht
entfremdet oder ganz entzogen, aber doch mehr zu diesem oder jenem
anderen hingezogen ... Ja, mir entstand die Besorgnis, selbst der
gesunde und kräftige Verstand eines Chr. schm. möchte dem Zauber der
Mystik in diesem Elemente ganz zu widerstehen nicht vermögen ... Was
vernahm ich nun zu Seeg im Allgäu, zwar nicht von ihm selbst, wohl aber
von seiner Umgebung und selbst aus dem Munde seines
liebeswürdigen Mitarbeiters, indes er [selbst] ebensowenig bestimmt
widersprach, als sbeistimmte? Der Mystizismus hatte sich bereits zum
Quietismus gestaltet: Das Ruhen in Gott (quiescere in Deo) oder, wie man
lieber sagte, 'im Herrn' war Losung; und indem man jenes praktische Wort
von dem Apostel Paulus 'Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in
mir', wie ein Theorema, wie einen wissenschaftlichen Satz ansah und
behandelte, entstand das bekannte Losungswort 'Christus in uns'. Daher
wurde die Selbsttätigkeit schlechthin abgewiesen. Jeder Rede dafür
setzte jener Fromme das 'Non resistere' (domino seu spiritui sancte) so
kräftig als herzlich entgegen; nur nicht widerstehen sei der Menschen
Sache, nur dies könne er bei einer guten Handlung oder einem guten
Werke; von der Selbst- oder Freitätigkeit (Willensstärke) hiebey
wollte er schlechterdings nichts wissen oder annehmen ... Daher drang
sich mir diesen Mystikern gegenüber die Bemerkung auf, ihr Geist sei
besser als ihr Buchstabe, ihr Leben besser als ihre Lehren (ihre Theorie
in diesem Punkte), da mir eben der schöne, sittliche Wandel derselben
so bekannt war und da ich ihre rastlose Tätigkeit in allen Zweigen der
Seelsorge, bei allem Gerede von dem Ruhen und der Untätigkeit, sah ...
Gleichwohl schied ich innig besorgt für den teuern Freund, er möchte
unvermerkt - in diesem Elemente, bei diesen Einflüssen - weiter in das
Labyrinth der Mystik hineingezogen und dann von dem Gewitter der
Inquisition, wozu oder wovon schon da und dort eine schwarze Wolke
aufstieg, getroffen werden. Ja, diese Besorgnis erfüllte und
beschäftigte mein Gemüt vornehmlich, während ich in mein ländliches
Pfarrhaus zurückwanderte."
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BEDEUTUNG SAILERS |
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PERSONEN IN DER ZEIT VON (1750 - 1850)
orientiert an Christoph von Schmid (1768-1854)

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ALLGÄUER HERRSCHAFTSGEBIETE 1802 |
Quelle: Alfred Weitnauer "Allgäuer Chronik |
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ELEGIE BEYM EINTRITT DES LETZTEN JAHRES DES
SCHEIDENDEN
18. JAHRHUNDERT
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Minerva. 1.Bd.,
1800
Held, H.v.,
[Vermutung: Gedicht von
Hans Heinrich von Held 1764 - 1842 ?]


