ELEMENTE

BEWEGUNGEN

BEZIEHUNGEN


GESTALTEN


VON 
ERSTEN 

&

LETZTEN 
SÄTZEN
EXPERIMENTE ZUR GESTALTWERDUNG

 

   SEITEN ÜBER GOTT, WELT, MENSCH                                                 VON THEODOR ALBERTUS MAGNUS FREY

 

ÜBERBLICK

Aus "GRUPPEN BILD MIT DAME" 
von Heinrich Böll

Aus "SCHNEE" 
von ORHAN PAMUK

Aus "ALBERTUS MAGNUS - Ausgewählte Texte" 
Hrsg: von ALBERT FRIES

Aus "DE PROFUNDIS" 
von JOSEF BERNHART

Aus "DIE GESCHICHTE DER SCHÖNHEIT" 
herausgegeben von UMBERTO ECO

 


Aus "GRUPPEN BILD MIT DAME" 
von Heinrich Böll

Der Erste: "Weibliche Trägerin der Handlung ... ist eine Freau von achtundvierzig Jahren; sie ist 1,71 groß, wiegt 68,8 kg (in Hauskleidung), liegt also nur etwa 300 - 400 Gramm unter dem Idealgewicht; sie hat zwischen Dunkelblau und Schwarz changierende Augen, leicht ergrautes, sehr dichtes blondes Haar, das lose herabhängt; glatt, helmartig umgibt es ihren Kopf. "

Die Letzten:
"Ihr Kommentar ist platter als Druckerschwärze erlauben sollte: 'Es ist sie selbst, sie ist es, die da aufgrund noch zu klärender Reflexionen sich selbst erscheint.' Immerhin bleiben da die 'noch zu klärenden Reflexionen', und es bleiben düstere, wenig Gutes versprechende Gewitterwolken am Hintergrund: Mehmets Eifersucht und seine inzwischen bekundete Abneigung gegen Gesellschaftstanz."

Heinrich Theodor Böll 
Geboren am 21.Dezember 1917 in Köln

"Harte Herzen brechen leichter"

 

Illustrator Celestino Piatti

Gestorben am 17. Dezember 2007 


 

 



Aus "SCHNEE" 
von ORHAN PAMUK

Der Erste: " Die Stille des Schnees, dachte der Mann, der gleich hinter dem Busfahrer saß. Er hätte zu dem, was er in seinem Inneren empfand, 'die Stille des Schnees' gesagt, wenn dies der Beginn eines Gedichtes wäre."

Der Letzte:
"Ich setzte mich, blickte zwischen den Schneeflocken auf die ins Orange spielenden Lichter der letzten Häuser in der Vorstadt, die heruntergekommenen Zimmer, in denen ferngesehen wurde, den dünnen, zitternden feinen Rauch, der aus niedrigen Schornsteinen auf schneebedeckten Dächern aufstieg, und begann zu weinen."

 


 


Aus "ALBERTUS MAGNUS - Ausgewählte Texte" 
Hrsg: von ALBERT FRIES

Die Ersten: " 'Albert pflegte zu sagen: Das wissen wir, soweit wir es wissen; denn wir alle wissen nur wenig.' (Meister Eckhart in einer Pariser Universitätspredigt aus dem Jahre 1294)  - Wir übernehmen also von den Alten, was sie richtig gesagt haben. - Die Lehre Platons (d.h. die neuplatonische Lehre, daß aus dem Einen nur Eines hervorgehen könne) soll, soweit möglich, ihre Gültigkeit behalten, bis vielleicht einmal jemand kommt und sie richtig deutet."

Die Letzten:
"Dem Anklopfen wird als Entsprechung das Öffnen [der Tür] verheißen, d.h. der Zugang zur beständigen inneren Ruhe; denn das vollendete Glück ist der ganz friedvolle Zustand in der Vereinigung mit dem vollkommenen Gut, in dem jeder Wunsch erfüllt ist. Die Tür zu jenem Zustand ist die Entdeckung der Gegenwart Gottes, die nicht angewiesen ist auf die Nachbildungen Gottes im Menschen als dem Ebenbild Gottes und in den anderen irdischen Geschöpfen als den Spuren Gottes. Das Schreiten durch diese Tür ist schließlich das Innewerden des höchsten Gutseins Gottes. ... Das Tor ist eng; denn es ist schwer, die Feinde zu lieben, keinen Menschen zu richten, sich nur nach dem Einen Notwendigen Ziel auszustrecken, nichts anderes zu lieben als Christus, und ähnlichen Forderungen"

 

1200 (?)  in Lauingen an der Donau; †  15. November 1280 in Köln

hier mehr  . . .

 

 

 

Aus "DE PROFUNDIS" 
von JOSEF BERNHART

Die Ersten:
"Nach dem ersten mosaischen Gebot vom Halten zu Jahwe verlangt das zweite, man solle den Namen Gottes nicht mißbrauchen. Wir Abendländer hören aus diesem Wort des Dekalogs vielleicht einen anderen Sinn heraus als den ursprünglich gemeinten, aber es ist ein guter, tiefer Sinn: schleife das Geheimnis nicht im Alltag herum, stoße das Heilige nicht hin und her unter den Lappalien des Menschlichen, denn es ist etwas anderes als die Zeitung, das Wetter oder das Geschäft."

Die Letzten:
Wir sind nicht von der Tragik der Welt erlöst, sondern hinein erlöst in ihre volle Gültigkeit vor Gott. Erst dann, wenn dies erkannt ist, fassen wir die Herrlichkeit des Auferstandenen. Er ist auferstanden, aber mit Wunden. Mit Wunden, aber mit verklärten."


 

 

 

Aus "DIE GESCHICHTE DER SCHÖNHEIT" 
herausgegeben von UMBERTO ECO

Der Erste:
"Schön" ist - neben "anmutig", "hübsch" oder auch "erhaben", "wunderbar", "prächtig" und ähnlichen Wörtern - ein Adjektiv, das wir oft benutzen, um etwas zu bezeichnen, das uns gefällt. Es scheint, so gesehen, als wäre das, was schön ist, identisch mit dem, was gut ist . . ."

Der Letzte: "Unser Erforscher der Zukunft wird das von den Massenmedien des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus verbreitete ästhetische Ideal nicht mehr identifizieren können. Vor der Orgie der Toleranz, vor dem totalen Synkretismus, vor dem absoluten und unaufhaltsamen Polytheismus der Schönheit wird er kapitulieren müssen."