ST. ULRICH / SEEG


ZUR THEOLOGIE 
UND ÄSTHETIK
DES RAUMES 



Gottes Sein blüht gesellig 
Dreieinigkeit?
  Entwarf diese Denkfigur
die unausdenkbare Gottheit
als Gemeinschaft,
vibrierend, lebendig, 
beziehungsreich?


Kurt Marti - Die gesellige Gottheit, 1989 (Auszug)

DREIFALTIGKEIT

DIE DREIHEIT -  transzendentale Ebene

DIE VERMITTLER -  vertikale Ebene

DER TRINITARISCHE GLAUBE
       - erhellend oder verdunkelnd, vermittelnd oder abgrenzend?

MARIA UND DIE FRAUEN

Der Gottessohn und Menschensohn
 (noch nicht bearbeitet)

Die Betonung des Hl. Ulrich
(noch nicht bearbeitet)

 

Im Raum erfahren wir das offenen Geheimnis

 

Die Dreiheit -  transzendentale Ebene

 

Betritt man die Pfarrkirche und begibt sich zur Mittelachse, dann kann man einen lichten, strahlenden Raum voll heiterer Gelassenheit, einen  Raum  im festlichen Jubel erfahren. St. Ulrich stellt ein hervorragendes Beispiel des süddeutschen Rokoko (Spätbarock) des  18. Jahrhunderts dar.  

Dieser Raum, seine Gestaltungselemente, seine bewegten Formen und zarten Farben, weisen aber auch auf ein anspruchsvolles theologisches Programm hin, das sich lohnt,  näher betrachtet zu werden.  Schönheit und Wahrheitssuche,  Ästhetik und Theologie sind zu einer Einheit verschmolzen. Wie es aber gelang, diese Beziehungen in der Gestaltung dieses Kirchenraumes für den Betrachter einsichtig und erlebbar zu machen, darauf hinzuführen ist meine Absicht.

Im Raum der Pfarrkirche St. Ulrich in Seeg wird vor allem die Theologie des Gottesbildes der Dreieinigkeit in anschaulicher Weise entfaltet. Durch die verschiedenen Darstellungen der entfalteten Einheit, der Dreifaltigkeit, 
wird "Der Eine", "der Unbegreifliche",  das "Göttliche Geheimnis" anschaulich nachspürbar. Die Beziehungen und Bewegungen zwischen den Personen des  Geheimnisses werden vielfältig offenbar gemacht.

Bereits der Blick
nach Betreten der Kirche zeigt in der Zentralperspektive drei Altäre. In der Glorie, dem Ausgang des Hauptaltares,  ist das Auge Gottes, als Symbol für Gott Vater, dem Schöpfer, in der Mitte des Strahlenkranzes zu finden.  Am linken Seitenaltar ist strahlenumkränzt das Lamm Gottes , Symbol des Sohnes, am rechten Altar die Taube, als Zeichen für den Heiligen Geist dargestellt.  Bei allen drei Altären gehen von den zentralen Symbolen Strahlenkränze aus. Dieses gemeinsame Gestaltungselement  macht die lebendige Beziehungen der drei göttlichen Personen besonders deutlich.

Die Entfaltung der Dreieinigkeit  findet sich exemplarisch  auch im  Hauptfresko und in den Altarbilder der beiden Seitenaltären wieder, so dass es gerechtfertigt ist zu sagen, dass der Trinitätsgedanke als theologisches Programm die Raumgestaltung prägt.

 



















Entwurf des Hauptfreskos 
von Johann Baptist Enderle (1770) 
Ulm - Museum 
(Ausschnitt der Trinität mit Maria)

 

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Eindrucksvoll ist in den drei Altären der DREIEINE, als der  sich dreifach Entfaltende, symbolisiert.

 

Altar des Sohnes

Altar des Vaters

Altar des Geistes

Symbole
im Auszug

Lamm

Auge im Dreieck

Taube

Dargestelltes Heilsgeschehen: 

Taufe Jesu am Jordan
durch Johannes


Trinität


Hl. Maria mit Jesuskind

Hl. Ulrich  
als Fürbitter


Maria mit dem Jesuskind 
als Mittlerin

Jesus am Kreuz (Tabernakel)
Herz Jesu

 

Krönung Marias
inmitten vieler Heiliger

Trinität 


Hl. Josef mit Jesuskind

Zugeordnete Statuen:

Hl . Josef  -  Hl. Joachim

Hl. Anna  -  Hl . Afra (innen)

Petrus  -  Paulus

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Beschreibung der Kirche und der Altäre von Christoph von Schmid, 

Kaplan in Seeg von März 1795 - Dezember 1796 
schreibt in seinen Erinnerungen über die Seeger Kirche.

Dabei ist interessant und für mich ohne Erklärung, dass das Altarbild des Hauptaltars, demjenigen entspricht, das jetzt am rechten Seitenaltar zu finden ist.

     
"Die Kirche zu Seeg ist so groß, als für eine
Pfarrei von mehr als 2000 Seelen nöthig ist und
auch sehr schön. Die drei Altarblätter, auf deren
Lehrreiches Sailer, als er am Kirchweihfeste da
predigte, aufmerksam machte, sind dadurch den Pfarr-
angehörigen noch merkwürdiger geworden.
Auf dem
Seitenaltare rechts
zeigt Maria ihr göttliches Kind, 
den zu unserem Heile Mensch gewordenen Sohn
Gottes, und weiter unten erblickt man den heiligen
Ulrich, der sein Bisthum Augsburg und auch die 
Pfarrei Seeg dem obersten Hirten Jesus Christus
empfiehlt und ihm die Herzen aller dahin gehörigen
Christen übergibt. Auf dem
andern Seitenaltare
links
erblickt man Jesus Christus, wie er von
Johannes getauft und zu seinem heiligen Berufe,
die Menschen zu lehren und selig zu machen, ein-
geweiht wird und wie der Himmel sich über ihm
aufthat, von dem die Stimme der Vaters erscholl:
"Dieser ist mein geliebter Sohn."
Auf dem Hoch-
altare
erscheint Jesus Christus in der Herrlichkeit
des Himmels von seinen Aposteln und Heiligen und
Völkern aus allen Jahrhunderten und Himmels-
strichen umgeben, eine Herrlichkeit, zu der auch wir
bestimmt sind.

     Auf dem Choraltare sind noch vier Engel von
schöner Bildhauerarbeit mit Kreuz, Anker und zwei
Rauchfässern, die auf Glaube, Hoffnung, Glut der
Liebe und Weihrauch des Gebethes hindeuten.

     Nebst der Hauptkirche befinden sich in der Pfar-
rei noch zwei kleinere Kirchen etwa eine Stunde
weit in Lengenwang und Rückholz. Bei jeder ist
zur Aushülfe in der Seelsorge ein Geistlicher an-
gestellt.

     Ueberdies haben die frommen, eifrigen Pfarr-
angehörigen nächst ihrer Wohnungen noch viele
kleine Kapellen erbaut; in eilf derselben darf auch
Messe gelesen werden, damit alte Leute, denen der
Weg in die Kirche zu weit wäre, doch hier dem
heiligsten Opfer beiwohnen können.

     Und da hat Pfarrer Feneberg die schöne An-
ordnung getroffen, daß bei jeder heiligen Messe nach
dem Evangelium ein Ausspruch desselben oder
ein Wort oder eine That eines Heiligen, dessen
Name auf den Tag traf, den Anwesenden gesagt 
wurde."

 

In hervorgehobener Weise wird die Thematik der Dreifaltigkeit im Deckel des Taufsteines aufgegriffen. Zum strahlenden Dreieck mit der Taube reicht das leere Kreuz empor. 

 

 

Und als Jesus aus dem Wasser stieg,

sah er, wie der Himmel aufriss.

Und der Geist Gottes kam auf ihn herab

wie eine Taube.

Dazu erklang eine Stimme aus dem Himmel:

"Du bist mein Sohn,

dich habe ich lieb,

an dir habe ich Freude

 

 



Taufsteindeckel von Peter Heel (1725) 

Wie am linken Seitenaltar wird die Taufe Jesu durch Johannes am Jordan dargestellt.  Jesus steht im Wasser,  Johannes der Täufer steht auf den Felsen am Land.

Eine Dreifaltigkeitskapelle gebaut um 1706 findet sich auf dem Sulzberg. Diese gilt es bei Gelegenheit genauer zu betrachten.

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Die Vermittler des Geheimnisses - vertikale Ebene

Das Hauptfresko von Johann Baptist Enderle

Der Trinitätsgedanke prägt besonders auch das Hauptfresko von Johann Baptist Enderle. Hier sind drei Ebenen zu unterscheiden. Die Ebene der Transzendenz (oberer Teil) mit der Darstellung der Trinität in der Einheit. Die mittlere Ebene der Vermittlung durch und in Maria. So wird die Trinität in eine "Quaternität" erweitert und das weibliche Element einbezogen. Die Seeschlacht von Lepanto und die Schau des Papstes Pius sind in der unteren, weltlichen Ebene zu finden.  


hier mehr zur Geschichte der Zeugung des Siegers der Seeschlacht von Lepanto 
Don JUAN
D'AUSTRIA  (Johann von Österreich) . . .

 

Auf dem gesamten Fresko ist das Heilsgeschehen in vertikaler Sicht dargestellt. Der Blick in die Höhe und in der folgenden Darstellung zeigt dies in schöner Anschaulichkeit.

Im geöffneten Himmel (Kreis als Symbol der Einheit) sind in einer Dreiecksbeziehung Gott als Geist (Taube), als Vater (thronender Weltenherrscher mit Zepter und einer Glorie in Form eines Dreiecks) und als Sohn (Jesus Christus mit Kreuz) dargestellt.  Die Engel bilden den Rand dieser transzendentalen Sphäre.

Von Christus ist eine Beziehung zu erhöhten Maria erkennbar. Sie sind einander zugeordnet. Die Verlängerung der Kreuzesbalken führt neben Maria auch zur unteren weltlichen Ebene, zu den kirchlichen und weltlichen Würdenträgern.

Vermittler der göttlichen Macht beim Eingreifen in die Weltgeschichte ist ein kleiner, lieblicher  Engel, der den Blitz auf die türkischen Schiffe schleudert.  Papst, Kaiser und andere Würdenträger eilen schnellen Schritts aus einer barocken Festung ins Bild und schauen in die tobende Schlacht. 
Sie stehen dem Schlachtgetümmel horizontal gegenüber.
Die Kriegsutensilien sind dekorativ und friedlich  als Gegengewicht,  in dunkleren Farben gehalten,  in der rechten Ecke drapiert. 

Im gesamten Kirchenraum sind kaum bedrohliche, erschreckende Motive zu finden. So bleibt er ein Raum des Jubels und der Schönheit. 

 

Entwurf des Hauptfreskos von Johann Baptist Enderle (1770) Ulm - Museum

Foto von Heinrich Scherbaum jun.

Hauptfreskos von Johann Baptist Enderle - Ausschnitt der Trinitätsszene mit  Maria 


Nicht willkürlich ist auch die farbliche Gestaltung des Freskos gewählt. Enderle wählte für Maria die Farbe blau. Weiter im Hintergrund ist Jesus Christus mit wallendem roten Gewand dargestellt. In den Hintergrund ist Gott Vater in zarten gelblich Töne und im Zentrum die weiße Taube, als Symbol des Geistes gerückt. Um den Kreis der Einheit werden dunklere grauschwarze Töne eingebunden. So ist der Kosmos der drei Grundfarben mit Weiß und Schwarz hier entfaltet.

 



Foto (Ausschnitt) Heinrich Scherbaum jun.


Gottvater mit Glorie in Form eines Dreiecks 
als Hinweis auf die Trinität



Altar des Sohnes (linker Seitenaltar)

Am Altar des Sohnes  ist ausgehende von der Kindheit Jesu (rührendes "Mutter- Kind Bild") , sein Lebensweg mit  Josef, dem Zimmermann, seine Wirkungsgeschichte nach der Taufe am Jordan bis zu seinem Tod (Lamm Gottes) dargestellt.

 

 

Der Altar des Geistes (rechter Seitenaltar)

früher evtl. Hochaltar
siehe Beschreibung von Christoph von Schmid

Der Trinitätsgedanke ist auch auf der Altartafel,  in der Darstellung der Aufnahme Marias in den Himmel,  zu finden. Die Farbgestaltung ist sehr ähnlich wie im Hauptfresko der Kirche gewählt. Auf dem Tafelbild ist bei Gott Vater im Gewand auch die vierte Grundfarbe "Grün"  zu finden. 

 

Ausschnitt aus dem oberen Drittel

 

 

Die Betonung Marias und der Frau

An jedem der drei Altäre ist das Heilgeschehen in Bezug auf die Offenbarung des Geheimnisses  in unserer Welt  erfahrbar gemacht.

Von besonderer Bedeutung im Bildprogramm ist die Stellung Marias als Mittlerin und Fürsprecherin  bei Gott. Dadurch wird die Trinität in eine "Quaternität" erweitert sowie das weibliche Element einbezogen.
Dabei bleibt aber immer deutlich, dass Maria, als Mittlerin,  nicht zur Trinität des "Alleinen"  gehört.

Ein vom Licht des Kindes durchflutetes Fresko der Anbetung der Hirten von Johann Baptist Enderle in einer viergegliederten Stuckfassung findet sich im  südlichen Oratorium. Hier bietet es sich an, über Maria als die den göttlichen Personen am nächsten stehende "Vierte", als Mittlerin der Inkarnation Jesu, nachzudenken. Dieses Bild erinnert mich an die Pastoralmesse des Domkapellmeisters des Bistums Augsburg, Karl Kempter (* 1819 in Limbach bei Günzburg, † 1871 in Augsburg). 

Komponierte etwa 100 Jahre nach der Gestaltung des Seeger Kirchenraumes, geht diese Musik in ihrer gelassenen, harmonischen Feierlichkeit,  mit den süddeutschen Rokokokirchen geradezu eine ideale Symbiose ein. In Seeg erklang in meiner Kindheit zur Weihnachtszeit diese Messe  häufig. So hat sich der Klang der Musik mit dem Klang des Raumes für mich zu einer prägenden Einheit verbunden, die mir noch heute die Seele zum offenen Geheimnis öffnen kann. 


 



















 

 


GLORIA IN EXCELSIS DEO 

„Ihr Kinderlein kommet“ von Christoph von Schmid


Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’!

Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall,

und seht, was in dieser hochheiligen Nacht

der Vater im Himmel für Freude uns macht.

 

O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,

seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl.

In reinlichen Windeln das himmlische Kind,

viel schöner und holder als Engel es sind.

 

Da liegt es – ach Kinder! – auf Heu und auf Stroh;

Maria und Joseph betrachten es froh;

die redlichen Hirten knien betend davor,

hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

 

Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn,

Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin;

ein Körblein voll Früchte, das purpurrot glänzt,

ein schneeweißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.

 


O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,

erhebet die Händlein und danket wie sie!

Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freu’n,

stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

 

O betet: Du liebes, du göttliches Kind.

Was leidest du alles für unsere Sünd’!

Ach hier in der Krippe schon Armut und Not,

am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.

 

Was geben wir Kinder, was schenken wir dir,

du Bestes und Liebstes der Kinder dafür!

Nichts willst du von Schätzen und Freuden der Welt –

ein Herz nur voll Unschuld allein dir gefällt.

 

So nimm uns’re Herzen zum Opfer denn hin;

wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn –

und mache sie heilig und selig wie dein’s,

und mach sie auf ewig mit deinem nur eins.

 

Das Gedicht ist als Weihnachtsgedicht für den Schulunterricht entstanden. Wann es entstand ist nicht gesichert, wahrscheinlich in Nassenbeuren, wo Schmid nach seiner Kaplanstelle in Seeg von 1791 - 1795 Kaplan war. Gedruckt wurde es erstmals 1811. Die Melodie stammt von Johann Abraham Schulz, Komponist aus Lüneburg und zuletzt Hofkapellmeister in Kopenhagen. 

(Quelle: Ingrid Metzner, Pressereferentin der Stadt Dinkelsbühl, in der SZ )

Maria, modisch frisiert,  in einem vom Licht erleuchteten, zart changierenden Gewand 






Verkündigung - Medaillon der Westempore von 1690

 




Die apokalyptische Frau 


Das Fresko aus dem 17. Jahrhundert (Ende) zeigt noch nicht die Eleganz de
s 18. Jahrhunderts.

Beeindruckend ist aber, wie der Maler aus der Weltkugel, über die Schlange des Paradieses mit Apfel,
 und die Mondsichel zu den Füßen, die Heilsgeschichte bis zur Taube des Geistes schwungvoll gestaltete.

Bilder der Frauengestalten des Alten Testaments und der fraulichen Engel
(dazu sind die entsprechenden Fotos noch zu besorgen)

Allegorie der Demut von J.B. Enderle

Hier mehr zu den Darstellungen von Maria . . .

 

 

 

Der trinitarische Glaube
- erhellend oder verdunkelnd, vermittelnd oder abgrenzend?

Kann der trinitarische Glaube, den Glauben  an den "Einen Gott" eher erhellen oder  verdunkeln, kann er einen vermittelnden Beitrag zum Verständnis der Religionen leisten oder doch eher die Abgrenzung zementieren. 

Dazu gibt das hervorragenden Buch von Gisbert Greshake zum Thema "Der dreieine Gott - Eine trinitarische Theologie" eine umfassende Perspektive. Sein Resümee ist:

[Das]"trinitarische Gottesverständnis besagt, daß Gott nicht monarchisch alle Macht in sich beschlagnahmt und damit das Geschöpf entmächtigt und erniedrigt, sondern daß das "Alles" Gottes sich in trinitarischen Differenzen vollzieht, die auch für die Schöpfung Möglichkeiten und Raum zum freien Gegenüberstand in sich bergen, zum persönlichen Empfang des Wortes und zu aufrechter, freier Antwort, zum Beschenktwerden und Schenken."

Und A. Grötzinger schreibt in "Erzählen und handeln" (Studien zu einer trinitarischen Grundlegung der praktischen Theologie - S. 28) :

Die Isolierung des ersten Glaubensartikels [über Gott den Vater] überfordert die Menschen dadurch, daß sie ihnen letztlich einen fernen und unheimlichen Gott zumutet, der eher Angst, bestenfalls vorsichtige Distanz auf Seiten der Menschen provoziert als Vertrauen.

Die Isolierung des zweiten Glaubensartikels [über Gott, den menschgewordenen Sohn] stellt insofern eine Überforderung der Menschen dar, als dadurch die Person Jesu von Nazaret nur als Idealbild gezeichnet wird, hinter dem die konkreten Menschen in ihrem Handeln immer nur als Idealbild zurückbleiben können. Die Geschichte Gottes wird hier auf Kosten jeweils individueller Lebensgeschichte groß gemacht.

In dieser Hinsicht verfährt demgegenüber eine Isolierung des dritten Glaubensartikels [über Gott, den Heiligen Geist] eher umgekehrt, insofern dort die Menschen dadurch überfordert werden, daß ihnen ein permanenter pneumatischer Enthusiasmus abgefordert wird, der nur atemlos machen kann.

Indem die Trinitätslehre diesen Überforderungen zu wehren sucht, ist sie - vielen Vorurteilen zum Trotz - eine theologische Denkfigur, die konsequent an einer menschenfreundlichen Praxis interessiert ist ... Die Trinitätslehre will die Geschichte Gottes als eine Geschichte denken, die menschlicher Lebensgeschichte zugute kommt."



















 

 

 



JUAN D'AUSTRIA Don (Johann von Österreich),

span. Feldherr und Generalstatthalter der span. Niederlande,
 * 24.2. 1547 als unehelicher Sohn Kaiser Karls V. in Regensburg, † 1.10. 1578 in Bouge (bei Namur).
Während des Reichstages 1546 in Regensburg, bei dem es um die Einigung zwischen den verfeindeten Konfessionen ging, residierte Kaiser Karl V. in den Monaten April bis August - wie bereits bei den vorhergegangenen Reichstagen von 1532 und 1541 - in dem prunkvollen Gebäudekomplex ‚Zum goldenen Kreuz'. Hier lernte der damals 46jährige Kaiser, der bereits seit 1539 Witwer war, die dort arbeitende bürgerliche Barbara Blomberg (1527-1597), Tochter eines Gürtlers, kennen und zeugte mit ihr ein Kind. Nach der Geburt des Sohnes Johann - die exakt auf den Geburtstag Karls V. fiel - traf der Kaiser nie wieder mit der Mutter zusammen. Barbara Blomberg - sich der Bedeutung, die Mutter eines kaiserlichen Sohnes zu sein bewußt - führte ein ausschweifendes und unseriöses Leben. Nicht zuletzt aus diesem Grunde vermittelte der Kaiser eine Ehe mit Hieronymus Piramus (latinisiert, eigentlich Kegel), einem Beamten und Ritter aus seinem Gefolge. Mit dieser Vermählung - aus der zwei weitere Kinder hervorgingen - gewährte Karl V. seiner ehem. Geliebten zugleich eine jährliche Rente.

Quelle: Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon Bautz


Zur Seeschlacht von Lepanto hier mehr . . .

 

 

SEEG                                                        IM ALLGÄU

VON THEODOR
ALBERTUS MAGNUS
FREY

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