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ST. ULRICH / SEEG |
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DREIFALTIGKEIT |
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DER
TRINITARISCHE GLAUBE |
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Der
Gottessohn und Menschensohn |
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Die Betonung des Hl. Ulrich |
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Im Raum erfahren wir das offenen Geheimnis |
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Betritt man die Pfarrkirche und begibt sich zur Mittelachse, dann kann man einen lichten, strahlenden Raum voll heiterer Gelassenheit, einen Raum im festlichen Jubel erfahren. St. Ulrich stellt ein hervorragendes Beispiel des süddeutschen Rokoko (Spätbarock) des 18. Jahrhunderts dar. Dieser Raum, seine Gestaltungselemente, seine bewegten Formen und zarten Farben, weisen aber auch auf ein anspruchsvolles theologisches Programm hin, das sich lohnt, näher betrachtet zu werden. Schönheit und Wahrheitssuche, Ästhetik und Theologie sind zu einer Einheit verschmolzen. Wie es aber gelang, diese Beziehungen in der Gestaltung dieses Kirchenraumes für den Betrachter einsichtig und erlebbar zu machen, darauf hinzuführen ist meine Absicht. Im
Raum der Pfarrkirche St. Ulrich in Seeg wird vor allem die Theologie des
Gottesbildes der Dreieinigkeit in anschaulicher Weise entfaltet. Durch die verschiedenen Darstellungen
der entfalteten Einheit, der Dreifaltigkeit,
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Entwurf des
Hauptfreskos
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Eindrucksvoll ist in den drei Altären der DREIEINE, als der sich dreifach Entfaltende, symbolisiert. |
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Altar des Sohnes |
Altar des Vaters |
Altar des Geistes |
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Symbole |
Lamm |
Auge im Dreieck |
Taube |
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Dargestelltes Heilsgeschehen: |
Taufe Jesu am Jordan |
Hl. Ulrich
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Krönung
Marias |
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Zugeordnete Statuen: |
Hl . Josef - Hl. Joachim |
Hl. Anna - Hl . Afra (innen) |
Petrus - Paulus |
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Beschreibung
der Kirche und der Altäre von Christoph
von Schmid, |
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Auf dem Choraltare sind noch vier Engel von
Nebst der Hauptkirche befinden sich in der Pfar-
Ueberdies haben die frommen, eifrigen Pfarr-
Und da hat Pfarrer Feneberg die schöne An- |
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In hervorgehobener Weise wird die Thematik der Dreifaltigkeit im Deckel des Taufsteines aufgegriffen. Zum strahlenden Dreieck mit der Taube reicht das leere Kreuz empor.
Und als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss. Und der Geist Gottes kam auf ihn herab wie eine Taube. Dazu erklang eine Stimme aus dem Himmel: "Du bist mein Sohn, dich habe ich lieb, an dir habe ich Freude
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Wie am linken Seitenaltar wird die Taufe Jesu durch Johannes am Jordan dargestellt. Jesus steht im Wasser, Johannes der Täufer steht auf den Felsen am Land. |
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Eine Dreifaltigkeitskapelle gebaut um 1706 findet sich auf dem Sulzberg. Diese gilt es bei Gelegenheit genauer zu betrachten. |
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Der
Trinitätsgedanke prägt besonders auch das
Hauptfresko von Johann Baptist Enderle. Hier sind
drei Ebenen zu unterscheiden. Die Ebene der Transzendenz (oberer Teil) mit der
Darstellung der Trinität in der Einheit. Die mittlere Ebene der
Vermittlung durch und in Maria. So wird die
Trinität in eine "Quaternität" erweitert und das
weibliche Element einbezogen. Die Seeschlacht von Lepanto und die
Schau des Papstes Pius sind in der unteren, weltlichen Ebene zu
finden.
Auf dem gesamten Fresko ist das Heilsgeschehen in vertikaler Sicht dargestellt. Der Blick in die Höhe und in der folgenden Darstellung zeigt dies in schöner Anschaulichkeit. Im geöffneten Himmel (Kreis als Symbol der Einheit) sind in einer Dreiecksbeziehung Gott als Geist (Taube), als Vater (thronender Weltenherrscher mit Zepter und einer Glorie in Form eines Dreiecks) und als Sohn (Jesus Christus mit Kreuz) dargestellt. Die Engel bilden den Rand dieser transzendentalen Sphäre. Von Christus ist eine Beziehung zu erhöhten Maria erkennbar. Sie sind einander zugeordnet. Die Verlängerung der Kreuzesbalken führt neben Maria auch zur unteren weltlichen Ebene, zu den kirchlichen und weltlichen Würdenträgern. Vermittler
der göttlichen Macht beim Eingreifen in die Weltgeschichte ist ein
kleiner, lieblicher Engel, der den Blitz auf die türkischen
Schiffe schleudert. Papst,
Kaiser und andere Würdenträger eilen schnellen Schritts aus einer barocken Festung ins
Bild und schauen in die tobende Schlacht. Im gesamten Kirchenraum sind kaum bedrohliche, erschreckende Motive zu finden. So bleibt er ein Raum des Jubels und der Schönheit.
Entwurf des Hauptfreskos von Johann Baptist Enderle (1770) Ulm - Museum
Foto von Heinrich Scherbaum jun. Hauptfreskos von Johann Baptist Enderle
- Ausschnitt der Trinitätsszene mit Maria
Am Altar des Sohnes ist ausgehende von der Kindheit Jesu (rührendes "Mutter- Kind Bild") , sein Lebensweg mit Josef, dem Zimmermann, seine Wirkungsgeschichte nach der Taufe am Jordan bis zu seinem Tod (Lamm Gottes) dargestellt.
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Der Trinitätsgedanke ist auch auf der Altartafel, in der Darstellung der Aufnahme Marias in den Himmel, zu finden. Die Farbgestaltung ist sehr ähnlich wie im Hauptfresko der Kirche gewählt. Auf dem Tafelbild ist bei Gott Vater im Gewand auch die vierte Grundfarbe "Grün" zu finden.
Ausschnitt aus dem oberen Drittel
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An jedem der drei Altäre ist das Heilgeschehen in Bezug auf die Offenbarung des Geheimnisses in unserer Welt erfahrbar gemacht. Von
besonderer Bedeutung im Bildprogramm ist die Stellung Marias als
Mittlerin und Fürsprecherin bei Gott. Dadurch wird die
Trinität in eine "Quaternität" erweitert sowie das
weibliche Element einbezogen. Ein vom Licht des Kindes durchflutetes Fresko der Anbetung der Hirten von Johann Baptist Enderle in einer viergegliederten Stuckfassung findet sich im südlichen Oratorium. Hier bietet es sich an, über Maria als die den göttlichen Personen am nächsten stehende "Vierte", als Mittlerin der Inkarnation Jesu, nachzudenken. Dieses Bild erinnert mich an die Pastoralmesse des Domkapellmeisters des Bistums Augsburg, Karl Kempter (* 1819 in Limbach bei Günzburg, † 1871 in Augsburg). Komponierte etwa 100 Jahre nach der Gestaltung des Seeger Kirchenraumes,
geht diese Musik in ihrer gelassenen, harmonischen Feierlichkeit,
mit den süddeutschen Rokokokirchen geradezu eine ideale Symbiose ein. In Seeg erklang in meiner Kindheit
zur Weihnachtszeit diese Messe häufig.
So hat sich der Klang der Musik mit dem Klang des Raumes für mich zu einer
prägenden Einheit verbunden, die mir noch heute die Seele zum offenen
Geheimnis öffnen kann. |
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Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall, und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht.
O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl. In reinlichen Windeln das himmlische Kind, viel schöner und holder als Engel es sind.
Da liegt es – ach Kinder! – auf Heu und auf Stroh; Maria und Joseph betrachten es froh; die redlichen Hirten knien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn, Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin; ein Körblein voll Früchte, das purpurrot glänzt, ein schneeweißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.
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erhebet die Händlein und danket wie sie! Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freu’n, stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!
O betet: Du liebes, du göttliches Kind. Was leidest du alles für unsere Sünd’! Ach hier in der Krippe schon Armut und Not, am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.
Was geben wir Kinder, was schenken wir dir, du Bestes und Liebstes der Kinder dafür! Nichts willst du von Schätzen und Freuden der Welt – ein Herz nur voll Unschuld allein dir gefällt.
So nimm uns’re Herzen zum Opfer denn hin; wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn – und mache sie heilig und selig wie dein’s, und
mach sie auf ewig mit deinem nur eins.
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Das
Gedicht ist als Weihnachtsgedicht für den Schulunterricht entstanden.
Wann es entstand ist nicht gesichert, wahrscheinlich in Nassenbeuren, wo
Schmid nach seiner Kaplanstelle in Seeg von 1791 - 1795 Kaplan war.
Gedruckt wurde es erstmals 1811. Die Melodie stammt von Johann Abraham
Schulz, Komponist aus Lüneburg und zuletzt Hofkapellmeister in
Kopenhagen. |
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Maria, modisch frisiert, in einem vom Licht erleuchteten, zart changierenden Gewand |
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Bilder der
Frauengestalten des Alten Testaments und der fraulichen Engel |
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Allegorie der Demut von J.B. Enderle |
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Der
trinitarische Glaube |
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Kann der trinitarische Glaube, den Glauben an den "Einen Gott" eher erhellen oder verdunkeln, kann er einen vermittelnden Beitrag zum Verständnis der Religionen leisten oder doch eher die Abgrenzung zementieren. Dazu gibt das hervorragenden Buch von Gisbert Greshake zum Thema "Der dreieine Gott - Eine trinitarische Theologie" eine umfassende Perspektive. Sein Resümee ist: [Das]"trinitarische Gottesverständnis besagt, daß Gott nicht monarchisch alle Macht in sich beschlagnahmt und damit das Geschöpf entmächtigt und erniedrigt, sondern daß das "Alles" Gottes sich in trinitarischen Differenzen vollzieht, die auch für die Schöpfung Möglichkeiten und Raum zum freien Gegenüberstand in sich bergen, zum persönlichen Empfang des Wortes und zu aufrechter, freier Antwort, zum Beschenktwerden und Schenken." Und A. Grötzinger schreibt in "Erzählen und handeln" (Studien zu einer trinitarischen Grundlegung der praktischen Theologie - S. 28) : Die Isolierung des ersten Glaubensartikels [über Gott den Vater] überfordert die Menschen dadurch, daß sie ihnen letztlich einen fernen und unheimlichen Gott zumutet, der eher Angst, bestenfalls vorsichtige Distanz auf Seiten der Menschen provoziert als Vertrauen. Die Isolierung des zweiten Glaubensartikels [über Gott, den menschgewordenen Sohn] stellt insofern eine Überforderung der Menschen dar, als dadurch die Person Jesu von Nazaret nur als Idealbild gezeichnet wird, hinter dem die konkreten Menschen in ihrem Handeln immer nur als Idealbild zurückbleiben können. Die Geschichte Gottes wird hier auf Kosten jeweils individueller Lebensgeschichte groß gemacht. In dieser Hinsicht verfährt demgegenüber eine Isolierung des dritten Glaubensartikels [über Gott, den Heiligen Geist] eher umgekehrt, insofern dort die Menschen dadurch überfordert werden, daß ihnen ein permanenter pneumatischer Enthusiasmus abgefordert wird, der nur atemlos machen kann. Indem die Trinitätslehre diesen Überforderungen zu wehren sucht, ist sie - vielen Vorurteilen zum Trotz - eine theologische Denkfigur, die konsequent an einer menschenfreundlichen Praxis interessiert ist ... Die Trinitätslehre will die Geschichte Gottes als eine Geschichte denken, die menschlicher Lebensgeschichte zugute kommt." |
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VON THEODOR |
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ELEMENTE BEZIEHUNGEN |
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BEWEGUNGEN GESTALTEN |
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AKTUELLES
GESCHICHTE
ORT UND UMGEBUNG
MENSCHEN
PERSÖNLICHES