METAPHYSIK DER TRINITÄT

Seiten über Gott - Welt - Mensch    

            von Theodor Frey

 

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Experimente zur Gestaltwerdung

 

                                            
  
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     IN

  DER

  EINHEIT

DES GEISTES 

 IST DIE SELIGKEIT ALS FÜLLE DES FÜHLENS

ZUGLEICH DIE FÜLLE DES DENKENS

IM DENKENDEN SCHAUEN

DER ABSOLUTEN WAHRHEIT

UND DIE ERFÜLLUNG

DES STREBENDEN UND HANDELNDEN WOLLENS

ALS VOLLKOMMENES GUT

UND VOLLKOMMENE GÜTE

DER LIEBE.

 

 


THEODOR HAECKER
METAPHYSIK DES FÜHLENS




In jedem menschlichen Akt und Erlebnis wirken alle drei Eigenheiten, Denken, Fühlen  und Wollen mit. S. 58

Die drei Eigenheiten des Geistes sind auf sich eifersüchtig trotz aller ihrer intimsten Verschlingungen, trotz alles ihres unlöslichen Ineinander. Auch alle diese Werte, die das Fühlen sehen soll, werden vom Intellekt gesehen, aber allerdings nur im Fühlen, nur durch das Medium des Fühlens. Das Fühlen ist nicht selber ein Organ des Intellekts, aber es ist gegenüber solchen Werten eine conditio sine qua non ihrer Erkenntnis. S. 59/60

[Das Fühlen] erkennt nicht selber als reines Fühlen, aber kombiniert mit dem Intellekt, schafft es eine spezifische Erkenntnis ästhetischer, ethischer oder religiöser Werte. Es gibt sicherlich allerhand Talente, Begabungen und Fähigkeiten, die bunt gemischt sind aus den drei Eigenheiten des Denkens, Fühlens und Wollens und oft die seltsamsten Resultate ergeben, so daß oft Menschen versucht werden zu sagen, der Wille erkenne oder fühle, oder der Intellekt fühle oder wolle, oder das Fühlen wolle oder erkenne. Aber ich glaube, das sind jeweils Täuschungen oder Irrtümer, hervorgegangen aus der Dreifaltigkeit der geistigen Einheit aus Denken, Fühlen und Wollen.  S. 60/61




 




EDITH STEIN

Potenz und Akt

"Zwischen der Aufnahme der Welt mit dem Verstand und der Gestaltung der Welt durch den Willen steht die innere Auseinandersetzung der Person mit der Welt im Gemüt." S. 122

"Dieser Drei'klang' steht in innerm Zusammenhang: Die innere Auseinandersetzung hat eine gewisse äußere Entgegennahme zur Voraussetzung, das willentliche Ausgreifen eine gewisse innere Auseinandersetzung." S.131


Dazu siehe auch die Ausführungen von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
Lehrstuhl für Religionsphilosophie, Technische Universität Dresden

Martin Heidegger, der große Herausforderer des Religiösen im 20. Jahrhundert und Kommilitone Edith Steins, hatte 1929 in dem Aufsatz Vom Wesen des Grundes den Selbstüberstieg als dem Denken nicht nur zugehörig, sondern im Denken immer schon vollzogen gekennzeichnet. Gemeint ist allerdings ein Übersteigen nach "Innen", dem Denken selbst zugeschlagen als seine erste, selbstursprüngliche Bewegung. Edith Stein spricht von einem Übersteigen, das dem Denken als echtes Gegenüber und deswegen als Befreundetes zukommt, als "Innen" und "Oben", ebenso tief vertraut wie anziehend-rätselhaft fern. Wo Heidegger jedes Aufsteigen in sich selbst zurückmünden lässt, formuliert Edith Stein ein dreifaches Ankommen: bei sich, bei der Welt, beim Grund.

 

RAHNER - VON BALTHASAR

Rahner hat er sich dafür ausgesprochen, auf den Personbegriff zur Kennzeichnung der göttlichen Hypostasen zu verzichten. Stattdessen solle man besser von den „drei distinkten Subsistenzweisen“ sprechen, in denen der eine Gott auf den Menschen gnädig zutrete. Mysterium salutis Bd. II, 385-393

Von Balthasar hat dagegen die Anwendbarkeit des Personbegriffs auf den dreifaltigen Gott stets verteidigt und gleichzeitig die Perichorese [vollständige gegenseitige Durchdringung, die zu einer Einheit ohne Verschmelzung führt] der göttlichen Personen zur Sprache gebracht. Theologik Bd. II, 1985, 117-138  Auch er will nicht tritheistisch denken, aber hat die Einsicht etwa Richards von St. Viktor aufgegriffen und festgehalten, daß es in Gott, der er nicht nur zur Welt, sondern auch in sich Liebe ist, eine wahre Vielfalt von Personen gibt, die freilich auf göttliche Weise geeint sind.

"Rahner sieht mit Chalcedon besonders auf das ‘Unvermischtsein'  der beiden Naturen in Jesus von Nazareth und betont das Sterben des Menschen Jesus. Die ‘rein-chalcedonensische' Christologie und Soteriologie sagt nicht: Gott selbst lebt und stirbt im Leben und Sterben Jesu von Nazareth, sondern:  der gnädige, sich mitteilende und erlösende Gott nimmt den lebenden und sterbenden Jesus, der als solcher an der Seite aller den gleichen Weg gehenden Menschen steht, in besonderer Weise an, so daß in ihm Gottes Selbstmitteilung an die Welt irreversibel geschichtlich greifbar wird .

Neuchalcedonismus - Hans Urs von Balthasar: Nicht nur Jesus in seiner Menschheit tut oder leidet, "sondern ebendarin auch der mit Jesus geeinte Logos Gottes. Gerade dadurch seien wir gerettet und erlöst, daß nicht nur der Mensch Jesus, sondern auch der göttliche Logos in ihm unser Geschick und unseren Tod erleidet ."

Quelle: DIE TRINITÄTSTHEOLOGIE KARL RAHNERS - Referent:Ottmar Strüber

 

"Wenn unter diesen göttlichen Dreien nur eine verletzt wird, werden es die anderen zwei auch. Sie gehören zusammen, diese großen theologischen Drei - numero deus impare gaudet, Gott hat Lust an der Dreizahl.

Sie sind die drei mystischen Bäume, welche die Gnade Gottes selber für den Menschen gepflanzt hat, mit den Wurzeln ineinander im paradiesischen Erdreich, gespeist von den Wassern des Lebens, von deren Früchten die Menschen essen sollen, auf daß sie zum ewigen Leben genesen, nachdem sie die Sünde gegessen haben und des Todes gewesen sind;
sie sind die drei Pfeiler des geistlichen Lebens, an denen und auf denen der Mensch selber mitarbeiten kann zu seinem Heile;
sie sind die drei Kräfte, die eins werden müssen, um das zage und zuckende Herz des Menschen fest zu machen;
sie sind die drei geistlichen Hebel, wiederzuheben den gefallenen Adam;
sie sind die drei Tore, über denen der Stern steht, durch die der Mensch eingeht in das Reich;
sie sind die drei Quellen, deren wachsende Ströme enden im ewigen Meere, das nur Liebe ist;
sie sind drei wie Wasser und Wein und Blut, numero deus impare gaudet."

Theodor Haecker , Opuscula, S. 403

"Eine Tiefe ruft eine andere Tiefe nach."

TRINITÄTSSYMBOLE  IN DER DREIFALTIGKEITSKIRCHE IN MÜNCHEN



EST OMNIBUS UNUS

Albertus Magnus
LIBELLUS DE UNITATE INTELLECTUS CONTRA AVERROISTAS

"Igitur iste cum sit separatus, communis est omnibus, unus in se existens. Igitur nec per illum cadit in numerum id quod remanet post mortem hominum. Igitur nullo modo cadit in numerum, et sic unum et idem est, quod remanet ex omnibus separabile et secundum naturam incorruptibile.

Beistand in der Nacht

 

Gefunden in einem Schwabinger Atelier
 Leider ist mir der Name des Künstlers nicht mehr bekannt
 

Zwischen Abheben und Absturz (TAM)

Der Glauben an die Dreifaltigkeit/Dreieinigkeit Gottes stellt aus meiner Sicht eine Gradwanderung dar. Auf der einen Seite die faszinierende Möglichkeit für uns Menschen ein Gottesbild zu finden, dass GOTT, WELT UND MENSCH in einen engen und sinnvollen Zusammenhang bringt. GOTT VATER als der Geber des in der Welt auch durch uns Möglichen, GOTT SOHN als der auch mit seiner Schöpfung Werdende, GOTT GEIST als der, der die Schöpfung zu einer Neuschöpfung, auf ein Ziel hin weitet. Gott ist damit das "eine und offene Geheimnis", das uns in den Perspektiven der Entfaltung näher fassbar, offenbar werden kann.

Auf der anderen Seite die Gefahr, dass wir in unsere menschlichen Perspektive GOTT zu eng zu fassen versuchen und den Aspekt des zwar offenen, jedoch bleibenden Geheimnisses des Gottesbildes verfehlen.  Besonders in GOTT dem SOHN erscheint mir im christlichen Nachdenken vielfach eine zu enge Sichtweise gegeben zu sein. Diese kann vermieden werden, wenn betont wird, dass GOTT SOHN sich in der Weltschöpfung und damit der Menschenschöpfung von Anfang an manifestiert und auch am Ende in der Wandlung der Schöpfung aufgenommen werden wird. Dann stellt sich aber die Frage nach dem Menschensohn/Gottessohn Jesus Christus. Jesus als "wahrer" Mensch zeigte uns Menschen eine Möglichkeit Gott im menschlichen Empfinden, Denken und Tun zu erfahren. Weil er dies in einer Radikalität und Überzeugungskraft tat, ist er als Mitschöpfer des werdenden Gottes uns so nahe. Ihn jedoch in seiner Person als einzigen GOTTESSOHN und als den einzig vollkommenen MENSCHEN zu sehen, birgt die Gefahr, das sich wechselseitig bedingende Gottesbild der Dreifaltigkeit/Dreieinigkeit zu verengen. Ohne diese Verengung würde ich auch bessere Möglichkeiten der Verständigung im Gottesbild mit anderen Religionen  sehen.

Gisbert Gershake schreibt in seinem Buch "Der dreieine Gott" auf Seite 208:

"Der 'Sohn' ist in der Rhythmik der Liebe 'Dasein als Empfang' [H.U. v. Balthasar], er ist aber in der Weise Entgegennahme der Gabe, daß er diese Gabe anerkennt und sie dadurch zurück-gibt, mehr noch: weiter-gibt."  Dies kann doch für uns gewöhnliche gelten, das Dasein als Gabe an- und weitergeben. Dann wird doch auch der Dreieine, der alles Umgreifende, auch durch uns.

Gershake schreibt weiter: " Vielmehr gewinnt die Gabe im Empfang Gestalt, konturierten Ausdruck, Manifestation ihrer inneren Möglichkeiten, kurz: wird sie wahrhaft das 'andere'. So und nur so als 'das andere', als Gegenüber, als Gegenbewegung ist das Empfangen Bild der Gabe, ist der Sohn Wort und Ausdruck des Vaters. Konkret bedeutet die Gegenbewegung des Sohnes 'Rückwendung in Dank, Verfügbarkeit, Hingabe'. ... Aber der Sohn ist nicht nur 'Sein im Empfang', 'Sein in der Rück-Gabe', er ist auch 'Sein in der Weiter-Gabe' (an den Geist) und damit Prinzip der Kommunikation (Logos) und darin noch einmal mehr 'Bild des Vaters'.

Diese Gedanken auf uns zu beziehen und uns als wenn auch noch so winzige Kinder des Dreieinen zu beziehen, könnte doch eine Möglichkeit sein, dem Gottesbild in unserer Welt eine wunderbare, vermittelbare, konkrete Ausgestaltung geben.

 

Gershake führ zur Menschwerdung Gottes auf Seite 322 aus:
"Wenn die Menschwerdung Gottes im letzten Ernst gemeint ist . . . , dann wird Gottes Sohn so wirklich , wahrhaft und gänzlich Mensch, daß nichts von ihm sich aus diesem Menschsein 'heraushält', so als ob er seither nur zum 'Teil' sein eigenes göttliches Leben als Mensch lebt und zum andern 'Teil' weiterhin das ewig-selige Leben der Gottheit führt. Gott nimmt unser menschsein wahrhaft und wirklich an, nicht nur als 'vorübergehende' Erscheinungsgestalt oder als ' 'partielle'  Teilhabe. Dann wäre die Menschwerdung ohne letzten Ernst, sie bliebe eine Episode gleich einer Theateraufführung, in der der Schauspieler zwar den König Lear spielt, zugleich aber 'weiß', daß eer in Wirklichkeit Werner Kraus heißt."

Interessant wäre es m. E. diese Grundaussagen auf die Rolle der Beziehungen Jesu zu Frauen auch im Hinblick auf die Sexualität zu spiegeln. Dazu siehe
die Predigt von Gottfried Liese.

tam

 

theodor frey

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