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 II. Symphonie 

 

  Vom Suchen zum Finden


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"Man findet Gott nicht, wenn man in der Welt bleibt, 
man findet Gott nicht, wenn man aus der Welt geht. 
Wer mit dem ganzen Wesen zu seinem Du ausgeht 
und alles Weltwesen ihm zuträgt, 
findet ihn, den man nicht suchen kann."

Martin Buber

theodor  frey

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VIER

THEMEN DER VIER                                       GRUNDTEXT                                                     KOMMENTIERUNGEN

  Die Zahl Vier

   Kreis im Dreieck

  Ich und Gott

   Wort

   Gelb, Rot, Blau mit Weiß

   Suchen

   Was bedingt mich?

   Rückbindung

   Sein aus dem Anderen

   Gedächtnis

   Gottesfurcht

   Die Offenbarung des Vaters

 

II. Symphonie   1. Satz                                    

Vom Suchen zum Finden 

SUCHEN

GRUNDTEXT                                                                                                                        


 

 

Das Ich sucht im Geflecht von Tun, Empfinden und Denken ein Viertes, etwas, das die drei Seiten des Elements Ich zu binden vermag, das Orientierung gibt in einem Anderen. Kenn ich auch die Seiten des Ichs, fehlt doch das, was sie zueinander binden könnte.

  



Das Ich ist für das Ich die Mitte des Daseins, das spürt, daß die Mitte des Seins woanders ist. Diese Mitte wird gesucht im Einen, das dem Ich den Zugang zum Urgrund und Zielgrund seiner Dreiheit erhoffen läßt.

 

 



Mit dem Bewußtsein des eigenen Ichs entstanden in unzähligen Entfaltungsprozessen Erfahrungen einer ursprünglichen Einheit. Angestoßen durch die Triebe, werden, im Sehen, Hören, Spüren, Schmecken und Riechen, im Not - wendenden Tun des Daseins und im denkenden Ordnen, Gestalten der Einheit immer neu gesucht. Und suchen wir die äußerste Nähe, so zeigt sich auch der Weg zur innersten Weite.   

 

Das Ich ahnt dann den Klang, das Wort, das Licht, die uns aus der Mitte  entgegenkommen. Das Zusammenfallen des Getrennten wird uns angekündigt. Im Ich  ist die Hoffnung verankert, im Strudel des Daseins nicht verloren zu gehen. Aus dieser Hoffnung werden Darstellungen in Gestik, in Bildern, in Tönen. Es werden Sprachen, als Gestalten, die wir im Denken sind. Und auch im fortwährenden Experimentieren, in den Regeln der Wenn - Dann Beziehungen, geschieht ein stetiges Eindringen in die gesuchte Gestalt.

 

In allem bilden wir das Nicht - Verfügbare, das uns Bedingende in uns nach und geben ihm Namen, Namen, die das Unauslöschliche bannen, das Unfaßbare festhalten möchten, Namen, die unsere Sprachen dafür kennen. Ich gebe ihm den Namen, der mir in meiner Sprache überliefert wurde: Gott.

 

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KOMMENTIERUNGEN

   Die Zahl "Vier"

Vier ist gerade. Sie ist die erste zusammengesetzte Zahl und damit die erste Nicht- Primzahl nach der Eins.

Die Besonderheit der 4 ist, dass sowohl 2 + 2 = 4 als auch 2 * 2 = 4 und somit 22 = 4 gilt.

Der  Vier-Farben-Satz, dass vier Farben ausreichen, um alle Flächen auf einer Landkarte so einzufärben, dass nirgends gleichfarbige Flächen aneinanderstoßen, wohingegen drei Farben dafür nicht genügen.

Eine weitere Besonderheit der Vier ist die Unmöglichkeit, eine algebraische Gleichung höheren Grades als vier mit Hilfe von Wurzelziehen sowie einfacher arithmetischer Grundoperationen aufzulösen.

Quelle: Wikipedia

 




   Ich und Gott

"Gewiss ist Gott 'das ganz Andere'; aber er ist auch das ganz Selbe: das ganz Gegenwärtige. Gewiss ist er das Mysterium tremendum, das erscheint und niederwirft; aber er ist auch das Geheimnis des Selbstverständlichen, das mir näher ist als mein Ich.

Wenn du das Leben der Dinge und der Bedingtheit ergründest, kommst du an das Unauflösbare, wenn du das Leben der Dinge und der Bedingtheit bestreitest, gerätst du vor das Nichts, wenn du das Leben heiligst, begegnest du dem lebendigen Gott."

Martin Buber (in: Das gute Leben, hg. von Richard Reschika, Verlag Herder 2011)

 




 


Das Wort                                        Aus " Das Gebet des Herrn" von Romano Guardini

Ein Gebilde aus Klang ist das Wort, eine Schwingung der Luft, eine Bewegung der Lippen und der Kehle. Aber damit ist erst das Äußerlichste bezeichnet. "Wort" ist etwas Vielgeschichtetes.

                                 Es ist ein Leib, der auch eine Seele, einen Geist hat.

"Geist" ist darin die Bedeutung, die in dem Klanggebilde gemeint wirt; das Wesen, der Sinnzusammenhang, was die Menschen gedacht und im Worte ausgedrückt haben. "Seele" ist darin, was vom Herzen her schwingt und innerlich im Worte webt . . . In dieser Einheit des Leibhaftigen und Geistigen trägt jedes Wort etwas Allgemeines, das überallhin gilt; etwas Besonderes, das sich enger vorbehält - bis zu jenem Letzten, welches ganz aus dem Einzelnen kommt und macht, daß dieses Wort das des Sprechenden ist und keines Anderen.

Welch flüchtiges Gebilde ist ein solches Wort! Jetzt ist's noch nicht . . . nun spreche ich es, und es ersteht . . . gleich ist es verklungen und nicht mehr da . . . Besinnen wir uns aber genauer, dann verhält es sich doch wieder nicht so. Die Worte "Baum" oder "Buch" oder "Freundschaft" gab es ja doch bereits, als ich sie noch nicht sprach! Ich habe sie nicht geschaffen; sie waren schon da, als ich noch nicht war. Ich habe sie gelernt, von den Eltern und Lehrenden. Die Worte und ihr Zusammenhang, die Sprache, sind nicht nur etwas, das der Einzelne als Ausdruck seines Inneren aus sich heraussetzte, sondern wesende Gebilde; Gestalten voll Sinn, in denen das Sein redet; Formen, in welche unser Dasein hereingerufen wird, damit es darin sich versteht und selbst Gestalt gewinnt. Wir bilden die Worte, und sie bilden uns. Wir sind unsere Sprache, und wieder ist's, als stünde sie in sich selbst, träte uns entgegen, bestimmte uns. Sie bildet eine Welt, eine Ordnung des Daseins, in welche der Einzelne hineingeboren wird, in der er sich bewegt. Sie umfängt ihn, durchwirkt ihn, bildet ihn. Bis ins Innerste reichen die Worte. In ihnen sprechen wir nicht nur, sondern wir denken schon in ihnen.

 

 

theodor  frey

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