EINE SEITE VON THEODOR FREY

 Zur Salome von Richard Strauss auf meinen Seiten . . .

WAS BERÜHRT UNSERE SINNE?

DIE SINNLICHKEIT DES DARGESTELLTES UND DIE SINNLICHKEIT DER FORM

Unsere Beziehungen zur Natur, zur Nahrung, zum Körper, zum Tod, zum Schönen und Hässlichen ist die eine Seite des von Corinth dargestellten. Auf der andere Seite berühren uns seine Farben und  Formen und wie er sie zueinander in Beziehung setzt. Im Pinselstrich eines Lovis Corinth leben diese Sinnlichkeiten gemeinsam auf.

DIE FORMBESTIMMENDE UND FORMAUFLÖSENDE SINNLICHKEIT

Die "Treue" zum Ausgearbeiteten, zum Detail, wechselt mit informellen, abstrakten, formauflösenden Passagen. In diesen Wechselbeziehungen gelingt es ihm, sein gefühlsbetontes Erleben zu vermitteln.

Gerhard Gerkens
in "Die' literarischen' Themen im Werk von Corinth
(S. 31 des Katologs zur Ausstellung am 24.1. - 30.3.1986 in München)

"Besonders in der 'Elektra' herrscht jene fast aufdringliche Mischung aus urtümlicher, ungezügelter Leidenschaft und moderner Psychologie, und es ist sicher kein Zufall, daß gerade Corinth für die Oper von Strauss . . . das Titelblatt des Klavierauszuges entwarf; hier wird das grausige Geschehen in einer Ausdrucksweise vorgeführt, die genau dem Text und seiner orgiastischen Musik entspricht. Es wird kein Schleier über die fernen Ereignisse gezogen, sondern Entblößung getrieben, die schwarze, die blutige Leuchtkraft der Worte und Töne ist ganz Bild geworden. Hier gibt es keine erhabene Ruhe mehr, keine Reinigung von Schuld aus dem Geist der Tragödie, die Menschen bleiben befangen in ihren dumpfen Ängsten. Die Bildkomposition ist von der Ecke zur anderen damit angefüllt, einen Ausweg gibt es nicht. Und der Betrachter wird gleichsam in das Geschehen hineingezogen."

ZUM SEITENANFANG

 

CORINTH IN DER NEUEN PINAKOTHEK IN MÜNCHEN

 

ZUM SEITENANFANG



Lovis Corinth zog 1891 in das Haus Gieselastraße 7 in München Schwabing in dem auch der Schriftsteller Joseph Ruederer lebte. Corinth malte mehrmals Blicke aus dem Atelierfenster.

Quelle: Rudolf Reiser - Alte Häuser - Große Namen - München - S. 166

ZUM SEITENANFANG