eine seite von theodor  frey





V
O M

O F F E N E N

G E H E I M N I S



 
Das Werk möchte 
aus vielen Einzelelementen 
zu immer 
größeren Gestalten der Einheit
in  ihrer Komplexität finden.

Menschliches Leben, Zeitverlauf, zudem auch künstlerische Form: alles das wird überhaupt erst vorstellbar, erkennbar, wenn sich irgend etwas geregelt wiederholt. Nur: Kann es in Wirklichkeit reine Wiederholungen überhaupt geben? ‘Niemand steigt zweimal in denselben Fluß’, befand schon ein alter Grieche ebenso unwiderleglich wie banal. [...] Je länger man Musik hört und über sie nachdenkt, desto klarer wird dem Gefühl wie dem Verstand, daß es eine identische Wiederholung nicht geben kann. Kehrt derselbe Charakter wieder, dann ist es nicht mehr ganz derselbe! Zeit verging. Neuheit verging. Das zweite Mal müßte die Tongestalt, um lebendig zu wirken, entweder eine Spur dringlicher oder eben ein wenig schwächer erklingen, als beim ersten mal. [...] [Gott] verspricht reumütig: ‘Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Same und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.’ (Ungeheuerlich, wie rhythmisch, wie vokal-bewußt musikalisch Luther das übersetzt hat bis hin zur Kadenz ‘Tag und Nacht’).

Kaiser Joachim, Die Wiederholung in SZ Nr. 48/1996 


Zur Diskussion gestellt aus:

Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität

"Ich schlage vor, alle Gedanken oder Handlungen als rational zu bezeichnen, die das adäquate Funktionieren und Wachstum des Ganzen, von dem sie einen Teil bilden, fördern, und als irrational alles, was dazu tendiert, das Ganze zu schwächen oder zu zerstören. Es ist klar, daß nur die empirische Analyse eines Systems zeigen kann, was daran rational beziehungsweise irrational ist."

Und dazu seine Anmerkungen:

Wenn auch diese Verwendung des Begriffs "rational" nicht der heutigen herkömmlichen philosophischen Terminologie entspricht, beruht sie doch auf westlicher Tradition: Für Heraklit war logos (was mit dem lateinischen ratio zu übersetzen ist) ein dem Universum zugrunde liegendes, orgaisatorisches Prinzip, was damit zusammenhängt, daß im allgemeinen Sprachgebrauch seiner Zeit logos so viel wie "Proportion" bedeutete. Auch bei Heraklit heißt "dem Logos folgen" soviel wie "wach sein". Aristoteles benutzt logos im Sinne von Vernunft in einem ethischen Kontext. Thomas von Aquin spricht von einem appetitus rationalis (von einer "rationalen Begierde" und unterscheidet zwischen der Vernunft, die sich mit Handlungen und Taten beschäftigt, und der Vernunft, die sich ausschließlich mit dem Wissen befaßt. ... Whiteheads These ist es, daß es "die Funktion der Vernunft ist, der Lebenskunst zu dienen".


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der aus dem Leben überall da hervorbricht, 
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Friedrich Schiller

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