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Symphonie
fantastique
(1830)
Episode
de la vie d’un artiste - „Episoden aus dem Leben eines Künstlers“-
op. 14
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Berlioz
bezeichnete sein Werk auch ausdrücklich als drame musical
(„musikalisches Drama“) und gliedert es folgerichtig in fünf
Sätze analog zu den fünf Akten des klassischen Dramas.
Das Leitmotiv (idée fixe), das Motiv der Geliebten,
wird in den Sätzen, die einzelnen Szenen zugeordnet sind,
verarbeitet.
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TAM
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Die
einzelnen Sätze
(Quelle:
Wikipedia)
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Träumereien,
Leidenschaften (Rêveries, Passions)
Largo (c-Moll, 4/4-Takt) - Allegro agitato e
appassionato assai (C-Dur, 2/2-Takt)
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Ein
junger Musiker begegnet einer Frau, die vollkommen seinem
Ideal entspricht. In der Seele des Künstlers erscheint sie
immer in Verbindung mit einem musikalischen Gedanken (das
Leitmotiv, idée fixe). Zu Beginn verzehrt sich der
Verliebte nach seiner Geliebten (Langsame Einleitung,
thematisch selbständig). Im Allegro-Teil wird dann die
Geliebte strahlend eingeführt (monothematische
Sonatenhauptsatzform). Verschiedene Stimmungen der
Verliebtheit werden durchlebt.
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Ein
Ball (Un Bal)
Allegro non troppo, (A-Dur, 3/8-Takt)
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Der
Verliebte findet die Frau auf einem Ball wieder. In der Musik
wird die idée fixe in einen Walzer eingebettet. Zunächst
freut er sich über das Wiedersehen, bald aber merkt er, dass
die Geliebte ihn nicht zu beachten scheint. Die fulminante
Tanzmusik jedoch fährt ungetrübt fort.
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Szene
auf dem Lande (Scène aux champs)
Adagio (F-Dur, 6/8-Takt)
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Der
Satz beginnt mit einem Dialog zwischen dem Englischhorn und
der Oboe als zwei Hirten, die sich unterhalten. Dann wird jäh
unterbrochen für die idée fixe, die Geliebte tritt
wieder auf. Der Verliebte bekommt schmerzliche Zweifel, ob sie
ihm treu sei. Einer der Schäfer nimmt die Anfangsmelodie
wieder auf, der andere antwortet nicht mehr. Sonnenuntergang,
warnendes Grollen des Donners (dargestellt durch die
Cluster-Akkorde von vier Pauken), Einsamkeit, Stille.
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Der
Gang zum Richtplatz (Marche au supplice)
Allegretto non troppo (g-Moll, 2/2-Takt)
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Nachdem
er die Gewissheit erlangt hat, dass seine Liebe verschmäht
wird, nimmt er Gift und versinkt in einen tiefen todesähnlichen
Schlaf. Ihm träumt, er habe seine Geliebte gemordet, er sei
zum Tode verdammt und werde zum Richtplatz geführt. Ein bald
düsterer und wilder, dann wieder brillanter und feierlicher
Marsch begleitet den Zug. Die idée fixe wird erst kurz
vor Fall des Fallbeils zitiert.
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Hexensabbath
(Songe d'une nuit du Sabbat)
Larghetto
(c-Moll, 4/4-Takt) - Allegro (Es-Dur, später C-Dur, 6/8-Takt)
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Der
Verliebte findet sich auf einem Hexensabbat wieder, gellendes
Gelächter ist deutlich zu hören. Auf einmal wird die idée
fixe mehrmals in einer sehr verzerrten, gemeinen Variation
wiedergegeben, zunächst von der schrillen Es-Klarinette, dann
stimmt das Orchester mit ein: Die einstige Geliebte tritt als
Hexe auf und wird von den anderen Hexen freudig begrüßt.
Danach läuten die Totenglocken und leiten eine Parodie des Dies
irae, des Jüngsten Gerichts aus der katholischen
Totenmesse ein. Schließlich mischen sich beide Melodien zu
einer höllischen Orgie.

TAM
16.
April 1830 - Berlioz schreibt an seinen Freund Humbert Ferrand:
"Lieber
Freund, seit meinem letzten Brief sind furchtbare Stürme über mich
hinweggegangen, mein Schiff har in allen Fugen gekracht, sich aber
schließlich wieder aufgerichtet. Böse Wahrheiten, unbezweifelbare
Entdeckungen haben mich auf den Weg der Genesung zurückgeführt; und
ich glaube, daß die Genesung so vollständig sein wird, wie dies meiner
zähen Natur nach möglich ist. Ich habe soeben meinen Entschluß durch
ein Werk besiegelt, das mich völlig zufrieden stellt, hier der Vorwurf
. . . .
Ich
gehe von der Annahme aus, ein Künstler mit lebhafter Phantasie . . .
sehe zum erstenmal die Frau, die sein Ideal an Schönheit und Liebreiz
verkörpert, und die sein Herz seit langem ersehnt. Er verliebt sich
wahnsinnig in sie. Eigenartigerweise taucht das Bild der Geliebten immer
in Begleitung eines musikalischen Gedankens vor seiner Phantasie auf,
und er findet in dieser Melodie den gleichen anmutigen und edlen
Charakter, den er dem geliebten Gegenstand andichtet: Diese doppelte
fixe Idee verfolgt ihn unausgesetzt; das ist der Grund, warum in allen
Sätzen der Symphonie die Hauptmelodie des ersten Allegro (Nr. 1) immer
von neuem hervortritt.

Nach
tausend aufregenden Wechselfällen faßt er einige Hoffnung; er wähnt
sich geliebt. Als er sich eines Tages auf dem Lande befindet, hört er
in der ferne zwei Hirten, die gemeinsam einen Kuhreigen singen: dieses
pastorale Duett versetzt ihn in eine köstliche Träumerei (Nr. 2). Die
Melodie kommt einen Augenblick durch die Motive des Adagio hindurch zum
Vorschein.
Er
wohnt einem Ball bei, doch der Tumult des Festes vermag ihn nicht zu
zerstreuen; wiederum ist er von seiner fixen Idee besessen, und die
geliebte Melodie läßt während eines glanzvollen Walzers sein Herz
erbeben. (Nr. 3).
In
einem Anfall von Verzweiflung vergiftet er sich mit Opium; doch das
Mittel tötet ihn nicht, sondern verursacht nur eine schreckliche
Vision: er glaubt, die Geliebte getötet zu haben, zum Tode verurteilt
zu sein und seiner eigenen Hinrichtung beizuwohnen. Gang zum Tode;
ungeheurer Zug von Henkern, Soldaten, Volk. Zuletzt erscheint die
Melodie wieder, gleich einem letzten Liebesgedanken, unterbrochen von
dem tödlichen Streich (Nr. 4).
Er
sieht sich umgeben von einer widerlichen Schar von Zauberern und
Teufeln, die zusammengekommen sind, den Hexensabbath zu feiern. Ihr Ruf
geht in die Ferne. Endlich kommt die Melodie; bisher har sie immer nur
graziös geklungen, jetzt aber erweist sie sich als triviales, gemeines
Dirnenlied. Es ist das geliebte Wesen, das zum Sabbath kommt, um dem
Leichenzug seines Opfers beizuwohnen - eine Kurtisane, die trefflich in
diese Orgie paßt. Nun beginnt die Zeremonie. Die Glocken läuten. Das
ganze Höllengezücht wirft sich zur Erde, ein Chor stimmt den
Totengesang, das gregorianische Dies irae, und die Vision
erlischt (Nr. 5).
Da
haben Sie den ausgeführten Plan dieser gewaltigen Symphonie. Ich habe
soeben die letzte Note davon geschrieben."

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