"Ich bin, was da ist. Ich bin alles, was ist, was war, und was seyu wird,
kein sterblicher Mensch hat meinen Schleyer aufgehoben.
Er ist einzig von ihm selbst u. diesem Einzigen sind alle Dinge ihr Daseyn schuldig."

Im Essay Schillers "Die Sendung Moses" aus 1790 stehen drei Sätze der ägyptischen Gottheit,
die Beethoven abgeschrieben hat, unter Glas hat rahmen lassen und auf seinen Schreibtisch stellte.

 


Schluß des Heiligenstädter Testaments von 1802 

ich nebst meiner Kunst, daß ich durch keinen selbstmord mein Leben endigte – lebt wohl und liebt euch; – allen Freunden danke ich, besonders fürst Lichnovski und P[r]ofessor schmidt – die Instrumente von fürst L.[ichnowsky] wünsche ich, daß sie doch mögen aufbewahrt werden bey einem von euch, doch entstehe deswegen kein Streit unter euch, sobald sie euch aber zu was nüzlicherm dienen können, so verkauft sie nur, wie froh bin ich, wenn ich auch noch unter meinem Grabe euch nüzen kann – so wär’s geschehen - mit freuden eil ich dem Tode entgegen – kömmt er früher als ich Gelegenheit gehabt habe, noch alle meine Kunst-Fähigkeiten zu entfalten, so wird er mir troz meinem Harten Schicksaal doch noch zu frühe kommen, und ich würde ihn wohl später wünschen – doch auch dann bin ich zufrieden, befreyt er mich nicht von einem endlosen Leidenden Zustande? – Komm, wann du willst, ich gehe dir muthig entgegen – lebt wohl und Vergeßt mich nicht ganz im Tode, ich habe es um euch verdient, indem ich in meinem Leben oft an euch gedacht, euch glücklich zu machen, seyd es –

Heiglnstadt
am 6ten october

1802                                                          Ludwig van Beethowen

 

 

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BEETHOVEN
IN WIEN
         


SYMPHONIEN:      I       II      III       IV       V       VI       VII      VIII      IX     

FIDELIO       MISSA SOLEMNIS


Geburtsdatum unbekannt  - getauft am 17. Dezember 1770 in Bonn - gestorben am 26. März 1827 in Wien

Ich murre nicht ! Das Maß der Leiden steht bei dir.
In des Lebens Frühlingstagen
 Ist das Glück von mir geflohn !
Wahrheit wagt ich kühn zu sagen,
Und die Ketten sind mein Lohn.
Willig duld’ ich alle Schmerzen,
Ende schmählich meine Bahn;

aus  Fidelio

 




 



 



BEETHOVEN IN WIEN HEILIGENSTADT

 





 






















 








Symphonie Nr. 4 B-Dur

Raminta Serksnyte: "Fires"

(Uraufführung)

Symphonie Nr. 5 c-Moll

Symphonieorchester des BR 
unter der Leitung von Mariss Jansons

18. 5. 2012

 

Romain Rolland über die Zeit der Entstehung der 4. und 5. Symphonie

"Beethoven unterbrach plötzlich die Arbeit an der c-moll-Symphonie, um in einem Zuge . . . die IV, Symphonie herunterzuschreiben. Das Glück war ihm erschienen: im Mai 1806 verlobte er sich mit Therese von Brunswick.  Sie hatte ihn seit langem geliebt, seit der Zeit, das sie als kleines Mädchen bei ihm Klavierstunden genommen hatte."

Therese Brunsvik versus Josephine Brunsvik als Beethovens "unsterbliche Geliebte"?

guten Morgen am 7ten Juli – [wahrscheinlich 1812]

schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir meine Unsterbliche Geliebte, hier und da freudig, dann wieder traurig, vom Schicksaale abwartend, ob es unß erhört – leben kann ich entweder nurganz mit dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen in der Ferne so lange herum zu irren, bis ichin deine Arme fliegen kann, und mich ganz heymathlich bey dir nennen kann, meine Seele vondir umgeben in’s Reich der Geister schicken kann – ja leider muß es seyn – du wirst dich fassenum so mehr, da du meine Treue gegen dich kennst, nie eine andre kann mein Herz besizen, nie –nie – O Gott warum sich entfernen müßen, was man so liebt, und doch ist mein Leben in V.[ien]so wie jezt ein kümmerliches Leben – Deine Liebe macht mich zum glücklichsten und zumunglücklichsten zugleich – in meinen Jahren jezt bedürfte ich einiger Einförmigkeit Gleichheitdes Lebens – kann diese bey unserm Verhältniße bestehn? – Engel, eben erfahre ich, daß die Postalle Tage abgeht – und ich muß daher schließen, damit du den B. gleich erhältst – sey ruhig, nurdurch Ruhiges beschauen unsres Daseyns können wir unsern Zweck zusammen zu lebenerreichen – sey ruhig – liebe mich – heute – gestern – Welche Sehnsucht mit Thränen nach dir –dir – dir – mein Leben – mein alles – leb wohl – o liebe mich fort – verken[ne] nie das treusteHerz deines Geliebten

L.

ewig dein ewig mein ewig unß

 

     




FIDELIO

 

 

 

 






v






EROICA

Symphonie Nr. 3, Es-Dur; op. 55, "Eroica"



Die Partitur war Anfang 1804 vollendet und trug den Titel "Symphonie grande, intitolata Bonaparte".

Nachdem Papst Pius VII. die Salbung vollzogen hatte, krönt Napoleon am 2. Dezember 1804 sich und seine Gemahlin Josephine Beauharnais in der Kirche Notre-Dame zu Paris.

Beethovens Reaktion auf diese Nachricht hat sein Schüler und Vertrauter Ferdinand Ries übermittelt.

"Ist er auch nichts anderes wie ein gewöhnlicher Mensch? Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen, er wird sich nun höher wie alle anderen stellen, ein Tyrann werden!"
Als Widmumgsträger wurde daraufhin Fürst Franz Joseph von Lobkowitz eingesetzt, in dessen Palast die erste Aufführung stattfand.

 

Zur Beschreibung  der Symphonie und Analyse der Sätze ...

Zur Kritik des Konzertes der Münchner Philharmoniker unter Christian Thielemann von Joachim Kaiser ...






GEWALT UND LEIDENSCHAFT

KRITIK VON JOACHIM KAISER : Christian Thielemann dirigierte Beethovens "EROICA"

 

"Wagt ein Weltklasse-Orchester wie die Münchner Philharmoniker unter seinem mit Recht hoch geschätzten Chef Christian Thielemann Beethovens "Eroica" - Symphonie, dann findet nicht nur ein mehr oder weniger interessantes Konzert statt. Sondern dann stehen die Möglichkeiten, vielleicht auch die Grenzen eines Zeitalters auf dem Spiel. Denn Beethovens "Dritte"...doch, abgesehen von der extrem über die Grenzen des Instrumentalen hinausdrängenden "Neunten", seine kühnste symphonische Schöpfung sein. Diejenige mit der ungeheuerlichsten seelischen Spannweite zwischen grandiose-revolutionären Fülle im Kopfsatz, Trauermarsch-Totenbeschwörung, ja  Symphonischer Dichtung im Adagio, Jagd-Witz im Scherzo und Menschwerdungs-Mythos im oft unterschätzten Finale ... Jeder Beethovianer weiß, welche Gewalten da Furtwängler beschwor, wie glühend Bernstein den langsamen Satz als Mirakel begriff, wie seltsam fern dieses Schicksals-Werk doch Sergiu Celibidaches mystisch-brucknernahen Zen-Empfindungen stand, wie schlank und modern Karajan Beethovens Spannungen beizukommen suchte ...

 



Symphonie Nr. 9






"Mariss Jansons sieht in Beethoven keinen pathetischen Titan, dessen Werke emphatisch in den Raum gewuchtet werden müssten. In der neunten Symphonie [Herkulessaal am 30.10.2009] bleibt er ... gelassen und unprätentiös. Die Musik bekommt Zeit zum Atmen, die rhythmischen Elemente werden milde betont, aber nicht überbewertet.

Romantisierende Ruhezonen dürfen sein (Adagio), das Chor-Finale besitzt grandiose Überzeugungskraft, auch ohne effektgierige Kraftakte. Ein solides Solistenquartett mit dem kanadischen Bass Gerald Finley an der Spitze und der von Michael Gläser einstudierte BR-Chor garantierten eine Aufführung, die die tradierten Interpretationsfloskeln der Vergangenheit durch zeitgemäße Emotionen ersetzte."

Volker Boser in der AZ

 

 

TOTENMASKE
 abgenommen am 28. März 1827




Dem Manne muß die Musik Feuer aus dem Geist schlagen.
Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie .  .  . Wem meine Musik sich verständlich macht, der muß frei werden von all dem Elend, womit sich die andern schleppen.

ZU BETTINA, 1810

Höheres gibt es nichts, als der Gottheit sich mehr als andere Menschen nähern und von hier aus die Strahlen der Gottheit unter dem Menschengeschlecht verbreiten.

AN ERZHERZOH RUDOLF

 


 BEETHOVEN IM MUSIKZIMMER DER VILLA STUCK

 

 

CREDO

Fragen im 21. Jahrhundert

Beethovens inniges Bekenntnis

in der Missa solemnis

 

 

 

 VORFREUDE

 

 Beethovens "Missa solemnis" im Festspiel-Konzert

Am 27. Juli dirigiert Kent Nagano eine der berühmtesten Messen der abendländischen Musik: Ludwig van Beethovens "Missa solemnis". 
Neben dem Chor der Bayerischen Staatsoper (Einstudierung: Andrés Máspero) tritt ein Solistenensemble der Spitzenklasse auf:  Anja Harteros, Daniela Sindram, Jonas Kaufmann und Christof Fischesser.
Beethovens Meisterwerk vorangestellt ist eine Auftragskomposition, die den Ausklang der laufenden Spielzeit mit ihrem Beginn verklammert: composer in residence  Wolfgang Rihm, dessen Einakter  Das Gehege im vergangenen Oktober uraufgeführt wurde, hat für Kent Nagano und das Bayerische Staatsorchester den "Psalmus für Fagott" komponiert, eine Art Konzert für Fagott und Orchester. Der Solist ist Pascal Gallois.

Autograph: Beginn des Kyrie  

 

             

Von Herzen - Möge es wieder - zu Herzen gehen

 


Hochamt
, die feierliche Form der katholischen Messe (lateinisch Missa solemnis), besonders das unter Leitung des Diözesanbischofs zelebrierte

 

Der  Musikwissenschaftler Dieter Haberl "konnte belegen, dass Beethoven schon vor Neujahr 1787 aus Bonn abgereist sein muss, dass er auf dem üblichen Weg über Frankfurt am Main, Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Passau und Linz fuhr und Wien um den 14. Januar erreichte. Nach einem Aufenthalt von mehr als zwei Monaten muss er die Stadt spätestens am 28. März wieder verlassen haben. Außerdem ist er offenbar auf der Rückreise, aus welchem Grund auch immer, über München gefahren und hat dabei – wiederum aus unbekannten Gründen – noch einen Abstecher nach Regensburg gemacht."

Jan Caeyers, Beethoven -Der einsame Revolutionär, S. 84

 
   

 

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