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THEODOR ALBERTUS MAGNUS FREY I SEITEN ÜBER GOTT, WELT UND MENSCH I EXPERIMENTE ZUR GESTALTWERDUNG |
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THEODOR
FREY |
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NORA
I BRAND - IBSEN |
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Wie sich der Sonne Scheinbild in den Dunstkreis Malt, eh' sie kommt, so schreiten auch den großen Geschicken ihre Geister schon voran. Und in dem Heute wandelt schon das Morgen! Schiller
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"Ich glaubte die Wahrheit sein Schönheit an sich" "Den Lebenseiligen hat Ibsen viel Aufmerksamkeit gewidmet, ihre Wege begleitet, ihre Schritte verfolgt und manches Mal versucht, in ihren Herzen und traurigen Seelen ein Licht anzuzünden. Das schreckliche Licht der Erkenntnis und das unerträgliche Licht der Wahrheit. So manche Figur starb in diesem Licht oder zog sich lichtscheu wieder ins Dunkel des Inneren zurück. Genau dahin hat Ibsen seine literarische Reise unternommen. Hier ruhen all seine Motive, tief im Inneren der vereinsamten Menschen sind sie bei ihm zu Hause." "Mit seiner analytischen Technik trat Ibsen mitten hinein in die historische Krise des modernen Dramas. Seine Weltbeschreibung schockierte und brachte Stürme gegen sich auf. Er brachte das Verdrängte zum Vorschein, die Kreuzungs- und Knotenpunkte irregewordener Lebens- und Familiengeschichten. " "Vor den 'Umrissen einer düsteren, in gleichmäßigen Regen getauchten Fjordlandschaft' sitzt man bei Ibsen in den schönen Stunden beisammen. Und dann beginnt ein jeder, von der Vergangenheit zu sprechen - immer mehr von der Vergangenheit als von der Gegenwart, denn alles liegt im Vergangenen beschlossen, scheinbar versiegelt und wird nun wieder wie ein dunkler Schatz gehoben. Dann wird die Zeit selbst sichtbar und die immer wieder so benannten 'langen Jahre' und das 'verpfuschte Leben'." Yvanne Gebauer in der SZ vom 9.10. 2006 bei der Vorstellung des Buches von Aldo Keel: Ibsen für Eilige, Aufbau Verlag, Berlin 2006. 221 Seiten
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Bisher gesehen EIN VOLKSFEIND HEDDA GABLER WENN DIE TOTEN ERWACHEN DIE FRAU VOM MEER BAUMEISTER SOLNESS BRAND
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Regie: Thirza Bruncken (2000) Elmar Goerden (2001) - Amelie Niermeyer (1995) Peter Zadek (1991) Thomas Langhoff (1989) Peter Zadek (1983) Thomas Langhoff (2006) |
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IBSEN NORA 18.1.2004 Schaubühne am Lehninerplatz Berlin in den Kammerspielen in der Maximilianstraße
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Bühne Jan Pappelbaum
Anne Tismer (Nora)
Jörg Hartmann (Rechtsanwalt Helmer)
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Artikel aus der Berliner Morgenpost Online vom 13.04.2003 Von
Reinhard Wengierek
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VOR SONNEN- UNTERGANG |
Ausschnitt aus einem Foto von Andreas Pohlmann |
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Helene - Julia Jentsch Hoffmann - Michael Neuenschwander Carl William - Murali Perumal Alfred Loth - Stephan Bissmeier Regie: Thomas Ostermeier Licht: Max Keller
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"Es
kann einem bei dieser überraschend dringlichen Version von
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Weblog Menschenrechte"Ein
gerechtes Ziel lässt sich nicht mit ungerechten Mitteln erreichen"
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Julia Jentsch und Stephan Bissmeier
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| Marie NDiaye Hilda | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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"Ein Kobold, ein Gespensterchen, ein zappliger Irrwisch - aber mit Nylonbeinen: eine oxydgebleichte Salontussi im Glitzermieder, wohlgefüllt mit apfelrundem Weiberfleisch, gemacht, die Männer zu kirren. Aber dann zischt und knurrt und faucht ihr Mundwerk, das aufklappend vorstößt, männliche Jammerlappigkeit kaltweg nieder. Das bebt und lodert und ballt die Fäustchen und schraubt sich in den Haß mit flatternder Bauchdecke, immer auf dem Sprung, - ja wohin? Aus sich heraus. Exaltation." So beschreibt Michael Skasa die hochbegabte Schauspielerin. |
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Onkel Wanja |
Deutsch von Werner Buhss |
Ein Theatersommerfest, so beschwingt, dass man federnden Schritts das Theater verläßt |
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Es
spielen Regie
Weitere Arbeiten von Barbara Frey am Bayerischen Staatsschauspiel Endspiel von Beckett Phädra von Racine |
Tschechow
Sunnyi Melles spielt Tschechow, zum esten Mal. Und zum ersten Mal steht sie damit, als Jelena auf der Bühne des Residenztheaters. Mit dem Herzklopfen, das ihr stets die "Symbiose mit dem Publikum" verursacht. Es ist ein Zusammentreffen von Neuem und Bekannten. Obwohl sie im Dornschen Theaterkosmos das letzte Mal in "Cymbelin" zu sehen war, in den Kammerspielen, bevor diese Ende 1999 wegen Renovierung geschlossen wurde, fühlt sie sich dem Ensemble zugehörig. Das hängt mit Dorn und Ruckhäberle zusammen, die den jetzigen Auftritt auch einfädelten, aber auch mit Kollegen, die sie von früher kennt. Thomas Holtzmann etwa, der nun ihren Professoren-Gatten spielt. Oder Helmut Stange, der einst ihr Sprechlehrer war. ... Mit Barbara Frey sieht sie sich am Beginn einer neuen, wunderbaren Freundschaft, einer vielleicht wiederholten Zusammenarbeit. ... Sie liebt die Probenarbeit mit Barbara Frey. Die die acht Schauspieler in Einklang brachte, mit viel Musikalität ungeahnte, neue Dinge aus Melles zu Tage förderte, die stets die Individualität zuließ, ja förderte, diese aber auch einbaute in die Achterseilschaft. |
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Die Zeit läuft dem Professor Alexander davon, weshalb die Neckereien mit seiner so viel jüngeren Frau in einer Wolldeckenschlacht ausartet, bis Jelena nachts allein zu schollernden Rachmaninoff- Akkorden einen eckigen Verzweiflungstanz vollführt. Sunnyi Melles macht aus ihrem Bühnencomeback das komödiantisch übersteuerte Furioso einer Zappelphilippine, und doch gelingt ihr das Porträt einer hochnervösen Frau, die ihre Sehnsüchte nicht zu leben wagt. Im blassblauen - blassrosa - blassgrauen Seidenfähnchen zu knöchelhohen Sneakers staks und stiefelt sie über die Bühne und verzaubert alle mit dem androgynen Charme eines Weibsteufelkumpel- weibchens. Einmalig ihre Schlangenmenschennummer, als sie hinterm Rücken den Lippenstift aus der Handtasche angelt, um sich die Lippen nachzuziehen. Gerade versucht sie tollpatschig und wie ein scheuendes Heißblut Astrows Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch der, bei Stefan Hunstein ein vernagelter Öko-Stoffel, fällt über sie her wie über einen knusprigen Grünkernbratling, bis sie wie abgefressen vom Steh-Quickie davon humpelt. ... aus der SZ von 28./29. Juni 2003 von Christopher Schmidt
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Das Allererste, was mir einfällt auf die Frage, warum mich Tschechow so fasziniert, ist, dass er so unglaublich genau ist in seinem Blick auf die Menschen. Er franst nicht aus, sondern bleibt immer ganz dicht dran. Darin besteht seine Ähnlichkeit mit Beckett. Wie Beckett beschreibt Tschechow die Unfähigkeit zum Nihilismus. Das ist ja das alte Missverständnis: Bei beiden geht es nicht um den Nihilismus, sondern um die Unmöglichkeiten, ihn zu leben. Zum anderen ist mir Tschechow so nah, weil er - wahrscheinlich weil er ja Arzt war - Tod und Krankheit ganz genau kennt, die Vergänglichkeit und Vergeblichkeit des Lebens und die Kostbarkeit, die es darum besitzt. Für mich ist Tschechow extrem präsent im Alltag. Ich bin regelrecht infiziert von ihm, weil ich gar nicht glauben kann, dass es ihn nicht mehr geben soll, so vital, wie er ist, und sich immer wieder von Neuem revitalisiert. Er ist uns zugleich ganz nah und trotzdem ganz weit weg. 1904 ist er gestorben, und in einer Hinsicht ist er wirklich von gestern. Darin, dass er vollkommen unzynisch ist und nicht locker-flockig nihilistisch daherkommt, wie das heute üblich ist. Und dann liebe ich ihn natürlich, weil seine Stücke solche Schauspielerbrocken sind, einfach toll zu spielen. Auch die Nebenrollen sind ja ganz genau und intelligent geschrieben. Er hat so viel Material für Schauspieler und umgekehrt. Und es gibt großartige Frauenrollen bei Tschechow, im Gegensatz zu Beckett, Figuren, die in die Moderne vorausweisen. Bei ihm bringen sich die Frauen eben nicht mehr um wie bei Tolstoi oder Fontane, sondern sind im Aufbruch. Vielleicht, weil wir selbst aufgebrochen sind, erkennen wir erst rückblickend diesen Aufbruch der Frauen bei Tschechow. Tschechow ist nie gleichgültig - illusionslos, aber nie gleichgültig. Er gibt den Menschen niemals auf, lässt ihn niemals abstürzen. Auch die, die sich in seinen Stücken umbringen, werden von ihm nicht verlassen, er bleibt bei ihnen. Was ihn mit Shakespeare verbindet, ist eine Art anthropologische Konstante. Man wird immer über Tschechow sprechen, ich kann mir nicht vorstellen, dass er irgendwann nicht mehr aktuell ist, weil er sich erhebt über Modeströmungen. Er war ein Meister der Miniatur, auch das scheint mir wichtig - ihm lag die kleine Form, Erzählungen, Briefe, nicht der Roman. Er hatte nicht den langen Atem von Tolstoi - das macht ihn modern, geradezu filmisch mit seiner Schnitt-Technik. Sein aushaltender Blick auf die Menschen vergeht nicht. Wenn es so wäre, würde ich aufhören, Theater zu machen. Barbara Frey, geboren 1963 in Basel, inszenierte in der Spielzeit 2002/03 ¸¸Onkel Wanja" am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15. Juli 2004
Michael Thalheimer über Tschechow
Was mich an Tschechow fasziniert? Na Tschechow! Jean-Louis Barrault hat einmal etwas sehr Kluges über Tschechow gesagt. Er sollte den ¸¸Kirschgarten" beschreiben und meinte: Der erste Akt - der Kirschgarten soll verkauft werden. Der zweite Akt - der Kirschgarten wird verkauft. Der dritte Akt - der Kirschgarten ist verkauft. Der vierte Akt - der Kirschgarten ist verkauft worden. Der Rest - das Leben. Das scheint mir anwendbar auf alle Stücke von Tschechow. Tschechow ist der unglaublichste und beste Beobachter der menschlichen Existenz. Es ist bei ihm immer, als seien da lauter große Kinder auf der Bühne, und man hat als Regisseur das Gefühl, selbst wieder Kind zu sein. Was mir an Tschechow so gut gefällt, ist seine unbedingte Liebe zu den Figuren, die er nie bloßstellt, und trotzdem zeigt er die komplette Lächerlichkeit ihrer Existenz, den Versuch, das Leben in den Griff zu bekommen und dabei zu scheitern. Das meinte ich mit dem Kinder-Vergleich. Er zeigt das alles: Träumen, Kämpfen, Sehnsucht, Philosophieren, Sich-Verlieben, Sich-Duellieren, Essen, Trinken, Sterben. Zwei Zitate fallen mir ein zu Tschechow. Das eine ist der Titel eines Romans von Milan Kundera: ¸¸Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", das andere ein Beckett-Zitat. Samuel Beckett hat einmal über Tschechow gesagt: ¸¸There was never a smile like his". Tschechow ist in meinen Augen ein Wegbereiter Becketts, ein Avantgardist, der den Naturalismus auf der Bühne überwunden hat. Das ist das, was mir eineinhalb Jahre nach meiner Beschäftigung mit den ¸¸Drei Schwestern" im Urlaub spontan zu Tschechow einfällt.
Michael Thalheimer, geboren 1965 in Münster bei Frankfurt am Main, inszenierte in der Spielzeit 2002/03 die ¸¸Drei Schwestern" am Deutschen Theater Berlin. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15. Juli 2004
Luk Perceval über Tschechow
Olga Knipper, Tschechows Frau, sagte nach seinem Tod aus, dass unmittelbar nach seinem letzten Atemzug die Champagnerflasche, die neben seinem Bett auf dem Nachtkästchen stand, sich aus dem Nichts und mit einem plötzlichen Knall öffnete und der Korken wie eine Rakete durch die Luft flog. Dieses Bild habe ich stets vor Augen, wenn ich an Tschechow denke. Trauer und Fröhlichkeit in ein und demselben Moment vereinigt - typisch für den Schriftsteller, der seine oft aussichtslosen Observationen der Wirklichkeit ¸¸Komödien" nannte. Typisch auch für seine Figuren: Verdammt und eingeklemmt zwischen Traum und Wirklichkeit und gebückt unter der Erkenntnis, dass es keinen Ausweg gibt. Aber es ist nicht allein seine geniale Beobachtungsgabe und sein Sinn für Ironie und Widerspruch, die Tschechow unsterblich machen. Auch nicht die ¸¸Wiedererkennbarkeit" von Menschen und Situationen. Immer wieder aufs Neue habe ich bei der Arbeit an seinen Werken das Gefühl, als ob die Figuren aus meinem unmittelbaren Familienkreis kämen. Ein Gefühl des Wiedererkennens, das jeder Regisseur, jeder Leser, jeder Zuschauer hat. Nicht umsonst lässt er mit der nötigen Selbstironie in der ¸¸Möwe" den Erfolgsautor Trigorin mit einem Notizblock herumlaufen, damit er alles, was ihm auffällt und brauchbar erscheint, aufschreibt. Nicht umsonst hatte Tschechow oft Konflikte in erster Linie mit weiblichen Zuschauern, die sich in seinen Stücken ¸¸gebraucht" fühlten (im Sinne eines Gebrauchtwagens). Dank dieser höchstpersönlichen und privaten Randbemerkungen ist sein Werk eine Chronik unseres kollektiven Unterbewusstseins, belebt von Figuren, die wir alle irgendwann einmal getroffen haben. Aber es ist nicht nur dieser Spiegel der Selbsterkenntnis, der Tschechow so einzigartig und einmalig macht. Es ist sein ¸¸Nicht-Urteil", es sind seine ¸¸Nicht-Held / Nicht- Opfer"-Personen. Der Blick, der Geist und das Herz eines solchen Schöpfers sind erfüllt mit einer ungeheuerlichen Empathie, einer Liebe für seine Mitmenschen mit der Kraft einer sich selbst entkorkenden Champagnerflasche. Luk Perceval, geboren 1957 in Lommel (Belgien), inszenierte zuletzt in der Spielzeit 2003/04 ¸¸Onkel Wanja" am Het Toneelhuis Theater Antwerpen. Süddeutsche Zeitung, 15. Juli 2004 |
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im Stück von Kerstin Specht
Marieluise Fleißer
Sie
schrieb gegen ihr eigenes Vergessen: Marieluise Fleißer. Jetzt erlebt
sie eine zweite Renaissance. Die erste war noch zu ihren Lebzeiten, als
ihre "Söhne" Rainer
Werner Fassbinder,
Franz Xaver
Kroetz und der kürzlich verstorbene Martin Sperr sie wieder entdeckten
und ihre Stücke erneut in die Spielpläne aufgenommen wurden - ja,
sogar in Ingolstadt. Ingolstadt - die Stadt, in der sie vor einem
Jahrhundert geboren wurde und vor einem viertel Jahrhundert starb. Die
Stadt, in der sie hochgeachtet und verachtet wurde, setzte ihr ein
weiteres Denkmal: Ein Stück über die Fleißer wurde in Auftrag
gegeben. Es entstand Kerstin Spechts "Marieluise". Aus der
Arbeit an diesem Stück entwickelte die Autorin den Monolog "Die
Rückseite der Rechnungen", der nun an den Kammerspielen unter
der Regie von Regina Wenig zur Aufführung gelangt.
Die Zeit läuft dem Professor Alexander davon, weshalb die Neckereien mit seiner so viel jüngeren Frau in einer Wolldeckenschlacht ausartet, bis Jelena nachts allein zu schollernden Rachmaninoff- Akkorden einen eckigen Verzweiflungstanz vollführt. Sunnyi Melles macht aus ihrem Bühnencomeback das komödiantisch übersteuerte Furioso einer Zappelphilippine, und doch gelingt ihr das Porträt einer hochnervösen Frau, die ihre Sehnsüchte nicht zu leben wagt. Im blassblauen - blassrosa - blassgrauen Seidenfähnchen zu knöchelhohen Sneakers staks und stiefelt sie über die Bühne und verzaubert alle mit dem androgynen Charme eines Weibsteufelkumpel- weibchens. Einmalig ihre Schlangenmenschennummer, als sie hinterm Rücken den Lippenstift aus der Handtasche angelt, um sich die Lippen nachzuziehen. Gerade versucht sie tollpatschig und wie ein scheuendes Heißblut Astrows Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch der, bei Stefan Hunstein ein vernagelter Öko-Stoffel, fällt über sie her wie über einen knusprigen Grünkernbratling, bis sie wie abgefressen vom Steh-Quickie davon humpelt. ... aus der SZ von 28./29. Juni 2003 von Christopher Schmidt |
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| WOYZECK GEORG BÜCHNER |
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"Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben. Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet und hoben an. Offb. 8,5 f.
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Collage unter Verwendung des Pressefotos von Thomas Dashuber