Eine Seite von Theodor Frey

Die

Gräber

im

Südwesten 

              Denen, die an dich glauben, Herr, wird das Leben nicht genommen,  sondern es wird verwandelt.

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Plan der Gräber

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1

Johann von Lamont  (1805-1879)

2

Else Rieffert-Becker (1913-2004)/Rolf Rieffert (1919-2004)

Bibiana Rieffert-Reimer (1950-2012)

Eines der ältesten Gräber ist das des Astronomen und studierten Theologen Lamont, der ab 1827 mehr als fünfzig Jahre an der  Sternwarte in Bogenhausen tätig war. 1852 wurde er deren Direktor und Universitätsprofessor. Er bestimmte die Maße des Uranus, verzeichnete Beobachtungen an 8000 Sternen und beschäftigte sich mit der Erforschung des Erdmagnetismus.  

hier mehr . . .

   Die Zeit Lamonts auf den Seiten der Universitätssternwarte

   Soldner (1819-1833) - Vorgänger

   Seeliger (1849-1924)) - Nachfolger

   Tafel an der südlichen Kirchenwand

 

Tuis enim fidelibus domine, vita. mutatur non tollitur.

"Denen, die an dich glauben, Herr, 
wird das Leben nicht genommen, 
sondern es wird verwandelt."

 

 

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3

Familie Schneider  

4

Elisabeth Wellano "Liesl Karlstadt(1892-1960)  und ihre Schwester Amalie Wellano

Georg IV. Schneider (1900 - 1991)
Der Ingenieur kauft 1926 die ehemalige Schramm-Brauerei in der Thalkirchner Straße in München und 1927 das Weisse Brauhaus in Kelheim und das Weisse Brauhaus in Straubing, muß 1944 die Zerstörung in der Thalkirchner Straße und Tal hinnehmen. 

Geschaffen wurde das schmiedeiserne Grabmal vom Sendlinger Kunstschmied Wilhelm Eichheim, der seine Werkstatt am Neuhauserweg in Sendling betrieb 
(
seit 1997 Christian Heinecker in Pfeueferstr. 38). 

Die Totenmaske aus dem Valentinmusäum

hier mehr . . .

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5

Markl - Braun

6

Hugo von Seeliger   (1805-1879)

Bild: Seeliger

     

hier mehr . . .

Ein wunderschöner, in sich versunkener Engel, der in tausend Facetten schimmert.

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7

 Familie Grasmann

8

Familie Steigenberger

zu Max Grasmann (1889-1977)

Der Zentralbankrat vor fünfzig Jahren 

"Die in den einzelnen Zonen von deutscher Seite vertretenen Standpunkte zur Frage einer gesamt(west)deutschen Notenbankorganisation ähnelten denen der jeweiligen Besatzungsmacht, ohne sich aber mit diesen ganz zu decken. Zwar hat kein deutsches Parlament damals über die künftige Notenbankorganisation abgestimmt. Aber zwei Sachverständigengremien, die ein breites Meinungsspektrum repräsentierten, haben das Gesetz zur Errichtung der Bank deutscher Länder im Vorfeld ausgiebig mitdiskutiert: die bei der Verwaltung für Finanzen eingerichtete und von Ludwig Erhard geleitete Sonderstelle Geld und Kredit (in Bad Homburg) und die Sachverständigen-Kommission Länder Union Bankª beim Währungsausschuß des bizonalen Wirtschaftsrats. In beiden Gremien saßen Zentralisten und Dezentralisten: in der Sonderstelle zum Beispiel der Münchner Stadtkämmerer Erwin Hielscher als Zentralist und der spätere Landeszentralbankpräsident von Württemberg- Baden Otto Pfleiderer als Dezentralist, in der Sachverständigen- Kommission als Zentralist Wilhelm Vocke und als Dezentralist der Landeszentralbank- Präsident von Bayern Max Grasmann."

Quelle: Deutsche Bundesbank Monatsbericht März 1998

 

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9

Otto Schedl  (1912 - 1995) 

Maria A.L. Schedl (1914-1968)

10

Fritz Cammerer (1882 - 1963) 

Maria Cammerer (1897-1973)

 Dr. Otto Schedl wurde am 10.12.1912 in Sinzing bei Regensburg geboren. Nach dem Besuch der Oberrealschule studierte er Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte. 1941 promovierte er zum Dr. phil. Nach der Kriegsdienstzeit bzw. seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft war er von 1948 - 1957 Landrat des Landkreises Neumarkt/Opf. Er beteiligte sich am Aufbau der CSU und war einer ihrer ersten Generalsekretäre. Mitglied des Bayerischen Landtags war Dr. Otto Schedl von 1950 - 1974. Nach über 13jähriger Tätigkeit als Ressortminister für Wirtschaft und Verkehr war Dr. Otto Schedl vom 8.12.1970 bis zum Ausscheiden aus dem Kabinett am 22.2.1972 Bayerischer Staatsminister der Finanzen. In der Zeit vom 11.3.1969 bis zum 22.2.1972 war er zugleich auch Vertreter des Bayerischen Ministerpräsidenten. Dr. Schedl ist am 8.6.1995 verstorben.

       Fritz Cammerer

Erinnerungen von Dr. Fritz Cammerer (jun.), geboren 11.04.1927
"Während der Kriegszeit war der aufgelassene Friedhof und das 'Totenhäusl' [hier ein Bild des  'Häusl'], vor dem auch Fußball gespielt wurde, ein Treffpunkt der Jugend von Heilig Blut. Häufiger trafen sich die Jugendlichen aber bei Familie Kreuser (Grab 144)
Pater Alfred Delp (hier zu den Seiten über Pater Delp und Heilig Blut) leitete vielfach die Gruppe. Die Treffen waren so organisiert, dass die Jugendlichen nicht alle auf einmal ankamen und sich auch nur tröpfchenweise wieder trennten. Alles sollte ja möglichst unauffällig ablaufen."

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11

Familie Rehbach

12

Reiffenstuel Hans (1894 - 1980) 

Reiffenstuel Waltraud (1922 - 2011) 

 

Er war als gegenständlicher Maler tätig. Kunsthistorisches Studium in München bei Heinrich Wölfflin ( Hier mehr zu seiner Person ...Dissertation: Prolegomena zu einer Psychologie der Architektur );  dann 1916 in Wien bei Max Dvořak sowie 1917 in Berlin bei Adolph Goldschmidt. 1918 ließ er sich in München nieder.


 Aus der "Bayerische Staatszeitung" vom 7. Dezember 2001

"Unter dem Ausstellungsraum im "Hans-Reiffenstuel-Haus" in Pfarrkirchen lagern etwa 1600 Werke,  die fast alle im nahen Obergaiching entstanden. Nach diesem Künstler, der in den zwanziger Jahren des 20. Jhs Rottaler Bäuerinnen porträtierte als Metapher für die Einheit von Mensch und Natur,  ist das Kulturzentrum der Stadt Pfarrkirchen benannt.

Der archivierte und wohltemperiert vorgehaltene  Fundus ist so reichhaltig, dass auch im  Bürgermeisterbüro und im Raum der Mutter-Kind-Gruppe im Reiffenstuhl- Haus Werke hängen. 
...  Ein Verkauf von Reiffenstuel-Werken ist übrigens nicht möglich. Er wurde vertraglich ausgeschlossen."

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13

Familie Schaetz

14

Familie Reich

Inschrift aus Röm 8,18:  

DIE LEIDEN DIESER ZEIT SIND NICHT ZU VERGLEICHEN MIT DER KÜNFTIGEN HERRLICHKEIT, DIE  AUS [AN] UNS OFFENBAR WERDEN SOLL.

Dr. Ludwig  Schaetz (*1892 † 1945) - Obermedizinalrat
und seine Ehefrau Dr. med. Maria Schaetz-Heyl (*1893 † 1988)
sowie ihr Sohn Dr. Wolfgang Schaetz (*1932 † 2006) - Dozent am Goetheinstitut

Ludwig Schaetz 1945

Dr. Ludwig Schaetz hat in den Jahren 1934 – 1937 das Gesundheitsamt in München aufgebaut. 1939 trat er in den Militärdienst als Wehrkreishygieniker für Süddeutschland ein, um aus dem direkten Machtbereich des Nationalsozialismus  zu entkommen.. Nach dem Krieg war es seine Aufgabe, sich um die Gefangenenkolonnen der Konzentrationslager zu kümmern, die von ihrer SS-Wächtern auf dem Marsch nach Süden hilflos zurückgelassen wurden. Er übernahm erneut das Gesundheitsamt München und betreute auch die städt. Krankenhäuser samt den auswärtigen Ausweichkrankenhäusern, die seinerzeit dem Gesundheitsamt unterstanden. Unter dieser unmenschlichen Arbeitslast starb er im September 1945. Aufgrund seiner großen Verdienste um die Stadt München genehmigte der damalige Oberbürgermeister Dr. Karl Scharnagl (1925 bis 1933 sowie von 1945 bis 1948 Oberbürgermeister von München) die Beerdigung auf dem aufgelassenen Bogenhausener Friedhof. Es war die erste Beerdigung nach dem Krieg und Anstoß, dass der Friedhof wieder als Beerdigungsstätte benutzt wurde. 

Quelle: Informationen des Sohnes von Dr. Ludwig Schaetz, Dr. Albrecht Schaetz (ab 1970 Kinderarzt und Psychotherapeut in Weilheim - *1927) 

 

 

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15

Pfarrergrab

Max Blumenschein - Johann Oberbauer - Korbinian Ettmayr

16

Familie Pechmann

Prälat Max Blumenschein

Aus einem Interview von Rosel Termolen für die SZ (1977) mit Prof. Ratzinger:

Ratzinger Kaplanzeit in der Pfarrei Heilig Blut begann 1951mit einer "Ausleihe". Er wurde nach Moosach weitergeschickt. ... Nach vier Wochen endlich Bogenhausen."Prälat Blumenschein war ein Original, aber auch ein herausragender Seelsorger, der mit seiner schlichten Gläubigkeit die vorwiegend intellektuellen Mitglieder seiner Pfarrei mehr beeindruckte als er es mit intellektuellen Reden gekonnt hätte."

"Die Jugend in Bogenhausen war ungemein aktiv. Die Pfadfinder, die Pfarrjugend und die Heliand-Gruppe beschlagnahmten mich sofort. Sie hatten das alte Leichenhaus von St. Georg als Jugendheim ausgebaut - und wenn man sich's heute auch nicht mehr vorstellen kann: es war schön!"

Ratzingers Tageslauf war reichlich ausgefüllt. Sechs bis sieben Beichthören, sieben Uhr Messe, um acht Uhr Unterrichtsbeginn - denn Ratzinger war zugleich Religionslehrer an der Gebeleschule am Herkomerplatz. Es ergab sich auch, dass er am Sonntag bei der Frühmesse und beim Kindergottesdienst predigen musste:"Was ich eigentlich nicht beabsichtigte: Die Erwachsenen fühlten sich von den Kinderpredigten oft mehr angesprochen als von den Ansprachen, die ich für die sorgfältig präpariert hatte."

 

"Auch 1925 war die Unterbringung der Neuen Sammlung als Staatssammlung in einem ursprünglich als Dienstvilla des Generaldirektors konzipierten Flügel des Bayerischen Nationalmuseums nur als kurzfristiges Provisorium gedacht, da auch dort die Raumsituation völlig unzureichend war. Bereits in seinem zweiten Jahresbericht, 1926/27, schrieb der Gründungsdirektor unseres Hauses,  Günther Freiherr von Pechmann,  an die Bayerische Staatsregierung:
"Das Hin- und Herschaffen der Gegenstände führt zu einem unnützen Aufwand von Zeit und Arbeitskraft, belastet das Personal übermäßig, bewirkt eine starke Abnützung wertvoller Bestände, erschwert den systematischen Ausbau und die Verwertung der Sammlung. Es ist verhängnisvoll, wenn einflußreiche Vertreter des zahlungskräftigen Auslands Die Neue Sammlung aufsuchen, um sich über die Spitzenleistungen des einheimischen Kunsthandwerks zu unterrichten, und dann erfahren müssen …, daß jene Gruppen, zu deren Besichtigung sie gekommen sind, in Schränken und Kisten verpackt sind, weil der Raum für ihre Aufstellung mangelt."

1929 verließ der Gründungsdirektor resigniert das Haus, um einem Ruf nach Berlin als "Leiter der königlichen Porzellanmanufaktur" zu folgen. In seiner Abschiedsrede teilte er der erregten Presse, die erneut den "Niedergang Münchens als Kunststadt" beschwor, mit:
"… Für mich persönlich hätte man gesorgt. Nicht aber für die Abteilung für Gewerbekunst. Für die wollte man mir keinen Pfennig mehr bewilligen. … Nur deshalb habe ich den Ruf nach Berlin angenommen; denn dort wird man meine Tätigkeit kaum so eng begrenzen. Die Abteilung für Kunstgewerbe genießt bereits heute im Ausland großes Ansehen. Doch wir können es nicht auswerten. Warum? Aus Raummangel …"

Quelle: Aus der Geschichte der Neuen Sammlung

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17

Familie Krenleitner

18

Familie Hölzl / Kröninger

 

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19

Günther Rid (1929 - 1992)

20

Hans Schweikart (1895-1975)

Charlotta Schweikart (1921-2000)

"1916 gründete Rosa Zaininger, die Großmutter des heutigen Inhabers, in der Schwabinger Theresienstrasse ein Bettengeschäft. 
Mit der Übernahme des Geschäftes 1929 durch die Tochter Hedwig Rid, begann der Aufschwung des Geschäftes. 
1936 wurde das Geschäft in die Augustenstraße verlegt. 
Der zweite Weltkrieg und seine Auswirkungen bereiteten der Aufwärtsentwicklung ein jähes Ende: 1944 wurde das Geschäftslokal völlig ausgebombt.
Der Neubeginn erfolgte 1949 in der Sonnenstraße 1. Hier in einem der ersten nach der Währungsreform wieder völlig aufgebauten Haus mietete Hedwig Rid 100 m² Erdgeschossfläche. Ihre Belegschaft bestand zu diesem Zeitpunkt aus drei Mitarbeitern. Zu dieser Zeit trat der Sohn von Hedwig Rid, Günther, in die Firma ein – zunächst, wie das so üblich war, als unbezahlter Angestellter.
1952 gelang es, in der Neuhauser Straße 50 Fuß zu fassen. Dort wurde die erste Filiale eröffnet. Mitte der 60er zog sich Hedwig Rid aus der aktiven Geschäftsleitung zurück und überließ ihrem Sohn die Geschicke des Unternehmens.
1968 wurde in ganz kleinen Maßstab in der Theatinerstrasse ein dritter Laden seiner Bestimmung übergeben. 
1987 entschloss man sich, diese Filiale des Unternehmens völlig neu aufzubauen. Da die Fassade des Gebäudes Nr. 49 unter Denkmalschutz steht und zum Haus Nr. 50 keine gleichen Ebenen hatte, musste der Teil der früheren Hausnr. 59 in seiner alten Form nachgebaut werden. Hinter den „Kulissen“ der nach außen völlig verschiedenen Fassaden verbirgt sich nun ein gemeinsames Ladengeschäft mit 5 Verkaufsetagen. Das wohl schwierigste Unterfangen des Neubaues lag in der nebenan liegenden historisch wertvollen Bürgersaalkirche, die keinesfalls durch den Abbruch und Aufbau des neuen Gebäudes beschädigt oder gefährdet werden durfte. 

Quelle:  Firmengeschichte der Firma Betten Rid

 

"Hans Schweikart (1895-1975), langjähriger Intendant der Münchner Kammerspiele, Schauspieler, Regisseur und Autor, war Schüler und Absolvent der Marie-Seebach-Schule, kam über verschiedene Provinzbühnen jung zu Max Reinhardt und 1923 nach München an die Münchner Kammerspiele. München wurde für den gebürtigen Berliner zu seiner zweiten Heimat. Er war in der bayerischen Metropole in großen, verantwortlichen künstlerischen Positionen tätig: Oberspielleiter am Residenztheater, Produktionschef der Bavaria-Filmkunst und von 1947 bis 1963 Intendant der Kammerspiele. Nachdem er 1963 in den Ruhestand trat und die Leitung an August Everding abgab, gastierte er als Schauspieler und Regisseur in Berlin, Hamburg, München und Wien. "

Quelle: ZDF-Theaterkanal

Er wurde am 1. Oktober 1895 in Berlin geboren. Seine Eltern waren taubstumm. Schweikart selbst sah darin später kein Handicap, sondern einen Grund für sein hochentwickeltes Sprachgehör, das bei den Schauspielern die feinsten Schwingungen wahrnahm und schnell "falsche Töne" aufdeckte.

 

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21

Otto Seemüller (1911-1987) Maria Wimmer (1911-1996)

22

Familie Dietl

Aus der Leseprobe "Superfrauen „14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst: 

„Maria Wimmer kam am 27. Januar 1911 als Tochter des Baurats Max Wimmer und seiner Frau Helene, geborene Friedrich, in Dresden zur Welt. ...  1930 gab Maria Wimmer ihr Debüt als Marei in dem Stück „Florian Geyer" von Gerhart Hauptmann (1862–1946) am Stadttheater in Stettin (Pommern), wo sie bis 1933 spielte. Ihr Partner auf der Bühne war der als Gast auftretende große deutsche Schauspieler Heinrich George (1893–1946). Der Autor Hauptmann beglückwünschte Maria nach der Aufführung seines Werkes.

Von 1934 bis 1937 arbeitete Maria Wimmer an den „Städtischen Bühnen Frankfurt am Main", von 1937 bis 1947 am „Deutschen Schauspielhaus Hamburg", 1948/1949 am „Münchner Residenztheater" und von 1949 bis 1952 an den „Münchner Kammerspielen". [In den Kammerspielen war sie 1983/84 in Gertude Stein Gertrude Stein von Marty Martin, 1989/90 in Regina Madre von Manilio Santanelli und 1991/92 in Nur wir von Ulla Berkéwicz zu erleben]. Der künstlerische Durchbruch gelang ihr 1949 an den „Münchner Kammerspielen" als Laura in dem Stück „Der Vater" des schwedischen Dichters August Strindberg (1849–1912).  1950 heiratete Marie Wimmer den gleichaltrigen Rechtsanwalt Dr. jur. Otto Seemüller (1911–1987). Die glückliche Ehe des Paares blieb kinderlos. 1967 erhielt Maria Wimmer für zehn Jahre als hervorragendste Vertreterin der deutschen Schauspielkunst den „Tilla-Durieux-Schmuck", 1970 zusammen mit Bernhard Minetti (1905–1998) den „Kulturpreis des Deutschen Gewerkschafts-Bundes", 1973 den Orden „Pour le mérite für Wissenschaft und Künste" und 1974 das „Große Bundesverdienstkreuz mit Stern" (1974).

 In der „Süddeutschen Zeitung" wurde Maria Wimmer am 27. Januar 1994 von C. Bernd Sucher mit folgenden Worten gewürdigt: „Die Menschen, die sie spielt, erwachen zu Leben durch ihre Hände und durch ihre Stimme. Sie wird die ,Callas des Wortes‘ genannt, weil sie in einer Aufführung von kalter Brillanz, einer sehr äußerlichen Präzision, sekundenschnell wechseln kann zu den innigsten, den zärtlichsten Tönen: Maria Wimmer ist ein Orchester! Ihre Monolog-Abende, ihre Lesungen sind Sternstunden des deutschsprachigen Theaters."

Maria Wimmer beherrschte außer ihrer Heimatsprache auch Französisch, Englisch und Italienisch. Als ihr Hobby gab sie das Kochen an. Am 4. Januar 1996 starb Maria Wimmer im Alter von 84 Jahren in Bühlerhöhe (Baden-Württemberg).

 Maria Wimmer, der es vergönnt gewesen ist, 65 Jahre lang in ihrem Beruf höchst erfolgreich tätig zu sein, verfügte, dass der Großteil ihres Nachlasses in eine Stiftung übergeht. Zweck dieser Stiftung ist es, die Kunst und Kultur zu fördern und in finanzielle Not geratene Schauspieler zu unterstützen. Der gesamte künstlerische Nachlass von Maria Wimmer – Bilder, Kritiken, Tonmaterial und Briefe – befindet sich im Archiv der „Akademie der Künste" in Berlin.“

Maria Wimmer - Maria Nicklisch in Sartres "Geschlossene 
(Gesellschaft) Türen" Gastspiel der Kammerspiele im Schwabinger Ateliertheater (1950)

Dr. Otto Seemüller  war  Gemeinschaftskandidat der Parteien CSU, MB, BHE  bei den Bürgermeisterwahlen in München am 18. März 1956 und erreichte 38,1 % der Stimmen.Thomas Wimmer (SPD)  gewann mit 58,3%. Dr. Otto Seemüller war der Ehemann von Maria Wimmer 
(Quelle: Wer? Wann? Wo? Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen)

Der legendäre Münchner Prominentenschneider Max Dietl hat das Unternehmen in den 50er Jahren gegründet. Als 26-jähriger Betriebswirtschaftsstudent (nach einer Banklehre) hat sein Sohn 1991 nach dem Tod seines Vaters das Geschäft übernommen. 

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23

Familie Grassl / Familie Mack

24

Alfred und Anneliese Theobald (1921-2012)

 

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25

Familie Doerfler

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Friedrich Meyer (1915-1993)

Kirchenrat Karl Doerfler zum 100. Geburtstag

Keine Laudatio ...  vielmehr Schlaglichter, Erinnerungen zweier Zeitzeugen ... zum 100. Geburtstag Kirchenrat Karl Doerflers am 25. Februar 2006

"An einem Sonntagmorgen im Jahre 1953, kurz vor Beginn des Gottesdienstes, hielt ein Herr, mit dem Fahrrad kommend, vor der Dreieinigkeitskirche an, stieg ab und schaute sich neugierig um, ging in die Kirche hinein und setzte sich auf die hinterste Bank. Nach Ende des Gottesdienstes verschwand er ebenso unauffällig, wie er gekommen war. Es war Pfarrer Karl Doerfler, der vom Landeskirchenrat dazu ausersehen war, die Nachfolge von Pfarrer Friedrich Bauer als Gemeindepfarrer anzutreten. Am 15. September 1953 wurde er in sein Amt eingeführt. Mit unglaublicher Energie ging Doerfler an die Arbeit. Es war eine Zeit des Aufbruchs. Die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre waren vorüber, und auch in der Kirche ging es aufwärts. Es standen wieder mehr Mittel zur Verfügung. So konnten 1954 neue Glocken gegossen werden. Im folgenden Jahr wurde der Gemeindesaal eingeweiht. Die Kirche erhielt eine neue Heizung. Einige Jahre später konnte für die Jugendarbeit die Hütte am Wendelstein erworben werden. Drei neue Gemeinden mit eigenen Kirchen entstanden auf dem ehemaligen Gebiet der Dreieinigkeitskirche. Die äußerlichen Fortschritte waren Ausdruck eines regen geistlichen Lebens auf allen Ebenen der Gemeinde. Das deutlichste Zeichen war die übervolle Kirche bei den sonntäglichen Gottesdiensten. Es fällt schwer, in Worte zu fassen, was der Kern der Bogenhauser Jahre von Karl Doerfler war: Doerflers Temperament, seine Warmherzigkeit, seine tiefe und demütige Gläubigkeit, seine Liebe zur Gemeinde und zum Herrn der Kirche. 13 Jahre war Pfarrer Doerfler – inzwischen zum Kirchenrat ernannt – der treue und aufopfernde Hirte seiner Herde. Die Belastungen waren groß, und am 31. Dezember 1966 musste er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand treten."

 

Dr. Albrecht von Wachter, Vertrauensmann des Kirchenvorstand

Friedrich Meyer-Gergs

Pseudonym Bert Oltmann, war ein Komponist, Arrangeur und Bandleader. Er entdeckte nach dem 2. Weltkrieg die drei Last-Brüder Robert, Werner und Hans und engagierte sie für das neu zu gründende Tanz- und Unterhaltungsorchester des Senders Bremen.

" 'Wenn du einen tüchtigen Manager gehabt hättest, wärest du der deutsche Cole Porter!”, sagte Leonhard Berstein einmal zu ihm. So bekannt wurde Friedrich Meyer zwar nie, aber als Schöpfer der “Opern auf Bayrisch” wird er doch im Gedächtnis bleiben.“Gezeugt in London - geboren in Bremen am 5. März 1915" pflegte er Auskunft zu geben, wenn man ihn nach seiner Herkunft fragte. 1930 begann er seine Musikerlaufbahn mit mäßigem Erfolg als Geiger. Nach einigen Bühnenwanderjahren kam er über Leipzig nach Berlin ans Theater am Schiffbauerdamm, wo er auch Johannes Heesters begleitete. Jetzt nahm er Schallplatten mit den Stars der Zeit auf. Bei der Arbeit an der Musik für den Film “Hallo Fräulein” lernte er die Schauspielerin Margot Hielscher kennen, die er 1959 heiratete. Der “Akkordarbeiter”, wie er sich nannte, komponierte etliche Chansons und 480 kleine Klavierstücke. Er vertonte Texte von Tucholsky, Heine, Kästner und Wilhelm Busch. Für Herbert von Karajan und Leontyne Price arrangierte er eine Langspielplatte mit Weihnachtsliedern, die ein Welterfolg wurde. 1965 bekam er den Schwabinger Musikpreis für sein Lied “Gleich hinterm Siegestor fängt Schwabing an”. Außerdem schrieb er weiter Filmmusiken, zuletzt für “Die Blechtrommel”. Am 10. März 1985 hob er mit “Der Ring der Nibelungen in einem Aufwasch” die Opern auf Bayrisch" aus der Taufe, deren Anzahl sich bis 1989 auf 22 erhöhte. Seine letzte Komposition war ein Chanson mit dem Titel “Wenn einer fortgeht ...”.Friedrich Meyer starb am 20. August 1993 in München."

Quelle: Kulturverein Deggendorf

 

 

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Ludwig und Ada Kuttner

28

Familie Frank

Der Münchner Textilkaufmann Dr. Ludwig Kuttner erwarb 1969 die Mehrheit der Neue Augsburger Kattunfabrik (NAK). Er starb am 19. 3. 1983 mit beinahe 71. Seine elf Kinder hatte er abgefunden. Dr. Kuttners letzter Ehefrau Adelheid war Alleinerbin.

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29

Familie Mayer

30

Egmont "Monti" Lüftner

Monti Lüftner (Musikmanager der Plattenfirma ARIOLA) kam am 7. Mai 2009 bei einem tragischen Unfall ums Leben. Ein Lastwagenfahrer überfuhr ihn. Er hinterlässt eine 16-jährige Tochter,  Tracy, die aus einer Beziehung zu der früherer RTL-Moderatorin Isolde Tarrach stammt.

 

 

 

Der letzte Abschiedsgruß . . .

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30

 


 
Lüftner Egmont "Monti"


  (1931 - 2009)



  Grab Nr: 30  

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Rudolf Kempe

(bis 2007 an der Stelle der Grabes von Lüftner)

 

Rudolf Kempe

Geboren: 14. Juni 1910 in Niederpoyritz

Gestorben: 12. Mai 1976 in Zürich (Schweiz)

 

Cordula Kempe zur Verlegung der Grabstelle

"Aufgrund der sehr engen Verbindung meines Mannes mit England habe ich seit 1985 einen Wohnsitz hier, der nun mein permanentes Zuhause geworden ist.  Im Moment bin ich dabei, an mein Haus in Stratford-upon-Avon - das seit 1986 die Basis der von englischen Musikern gegründeten Rudolf Kempe Society ist - einen Anbau zu machen, der das gesamte Archiv meines Mannes sowie auch mein eigenes beherbergen wird.  Sobald in diesem Zusammenhang auch der Garten neu gestaltet ist, wird das Grab dort einen würdigen Platz haben. Diese Entscheidungen sind über lange Zeit gereift. Ich weiß, dass mein Mann sich hier wohler gefühlt hätte, als er es - zumal nach dem Verlust seiner Dresdner Heimat - in Deutschland konnte."

An der Musik Anton Bruckners, der nach Beethoven zu den großen Symphonikern zählt, schieden sich die Geister. Während ihn die einen als Zerstörer von Traditionen sahen, verklärten ihn die anderen zum Vollender dieser Traditionen. Ohne eigenes Zutun geriet Bruckner zwischen die Fronten der aggressiven Auseinandersetzung der sogenannten "Neudeutschen" und "Zukunftsmusiker" um Wagner und Liszt und der konservativen Partei von Schumann und Brahms mit dem prominenten Kritiker Eduard Hanslick. Vorgeworfen wurde ihm von den Konservativen seine harmonische Kühnheit, die Komplexität und angebliche Formlosigkeit des symphonischen Aufbaus sowie die Monumentalität der Satzanlagen. Doch auch die "Neudeutschen" interessierten sich kaum für Bruckners Musik: Der von ihm zeitlebens hochverehrte Wagner, dem er die 3. Symphonie widmete und im langsamen Satz der 7. Symphonie ein grandioses Denkmal setzte, behandelte ihn mit geradezu ignoranter Herablassung. Daher mag es kommen, dass der charakterlich eher demütig und nur wenig selbstbewusst veranlagte Bruckner seine Symphonien einer permanenten Umarbeitung und Neufassung unterzog. Früh akzeptiert wurden dagegen seine Kirchenkompositionen, die - wie auch die Symphonien - seine tiefe Gläubigkeit dokumentieren. Bruckner, der glänzend auf der Orgel improvisierte, wirkte ab 1855 als Domorganist in Linz und hatte ab 1868 eine Professur am Wiener Konservatorium inne. Heute gelten seine neun Symphonien als ein Gipfelpunkt der Gattung. Dazu haben auch die Münchner Philharmoniker beigetragen, die sich sehr früh seiner Werke annahmen und in München eine eigene Tradition der Bruckner-Pflege begründeten. Maßgeblichen Anteil am wachsenden Ruhm Bruckners hatten der Dirigent Hermann Levi, dessen Dirigat Bruckners siebter Symphonie einen Siegeszug ohnegleichen bescherte, und der Dirigent Ferdinand Löwe, ein Bruckner-Schüler, der 1905 in München das erste Bruckner-Fest überhaupt veranstaltete. Die Bruckner-Tradition des Orchesters reicht über die Dirigenten Fritz Rieger, Eugen Jochum, Rudolf Kempe, Sergiu Celibidache und Günter Wand bis in unsere Tage.

   Rudolf Kempe Society

   Kempe war ein großer Bruckner-Interpret 

hier zu meiner Bruckner Seite . . .

 

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31

Rainer Werner Fassbinder

1945 in Bad Wörishofen -1982 in München

hier mehr . . .

" Es ist also erwiesen, für den Minderwertigen
ist der Tod das Glück, 
für den Wertvollen das Leben "

Schreien nach Liebe und Einverständnis

Letztes Interview, das Fassbinder wenige Stunden vor seinem Tod über die Dreharbeiten zu seinem Film „Querelle“ gab 

Auf die Frage, „Könnte man sagen, dass es einen gelebten Anteil in deinen Filmen gibt?“, antwortete RWF in Bezug auf die Figuren in Querelle:

„In jeder Figur sind Erfahrungen, gelebte Erfahrungen enthalten. Es ist bei diesen Film schwerer zu sagen als bei anderen. Sicher gibt es auch hier autobiografische Zusammenhänge. Ich glaube, ich muss das Leben, das ich gelebt habe, gelebt haben, um den Film so machen zu können.“

Und auf die Frage, ob es sich bei der Romanvorlage zu Querelle von Jean Genet um einen pornografischen und faschistoiden Roman handelt, antwortete RWF.

„Jeder. Der sich an Grenzen begibt, an gesellschaftliche Grenzen, oder alles, was sie übertrifft, muss zwangsläufig in dieser Gesellschaft pornografisch sein, und jede denkbare Utopie birgt natürlich die Gefahr faschistoider Momente. Das ist ganz klar.“

 

   Biografie

   Eintrag bei Wikipedia
   Fassbinder, Rainer Werner (mehr zu seinen Filmen) 

   Auf der Suche nach dem verlorenen  
Querulanten von Andrea Schmidt


MÜNCHEN EHRT FASSBINDER MIT EINEM EIGENEN PLATZ

Am Ende des Arnulfplatzes wird mit einem  400 qm großen  "Asphaltsee" des Oberpfälzer Künstler Wilhelm Koch an Fassbinder erinnert.

 

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Dieß(ss)  - Behrens

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Dieß(ss)  - Behrens

Seit den 20er Jahren verwendet Diess die Schreibung mit "ss"

 

Wilhelm Diess wurde am 25. Juni 1884 um 1/2 2 Uhr morgens im Schulhaus von Bad Höhenstadt (heute: Gemeinde Fürstenzell) geboren. Im ersten Weltkrieg mehrfach verwundet und hoch ausgezeichnet. 1918 Heirat mit Elisabeth Gerson und Tätigkeit als Anwalt. 

"1933 war alles zu Ende. Meine Frau (wir hatten inzwischen drei Kinder) erwies sich, obzwar katholisch und aus einer christlichen Familie, als jüdischer Mischling. Meine Stellung als Anwalt (als solche) blieb unangetastet bis 1944. Da sollte ich zur Organisation Todt abgestellt werden; ich zog aber vor, auf mein 1925 erworbenes kleines Bauernhöfl (Michelbauernhof auf der Eck) bei Tegernsee zu gehen, die Praxis in München nicht etwa aufzugeben, aber zunächst einmal praktisch nicht auszuüben, und den Hof mit meiner Frau und der älteren Tochter Liselotte selbst zu bewirtschaften. Während in München die Flieger auch meine Sachen zum großen Teil (die Kanzlei ganz) vernichteten, arbeitete ich auf der Eck: Holzschlagen, Mistfahren, Ackern usw.; meine Frau: Küche und Stall; meine Tochter: Milchwirtschaft - herrlich war das. Niemand kümmerte sich mehr um uns - die Müdigkeit am Abend jeden Arbeitstages kannte nur die Sorge ums Wetter."

1945 Ministerialrat im Bayerischen Justizministerium, dann Versetzung zur Generaldirektion der Bayerischen Staatstheater. Nebenbei Honorarprofessor an der Uni München für Urheber- und Erfinderrecht, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und Vorsitzender des Landesvereins für Heimatpflege. 1952 zieht er nach München-Denning in die Berberstraße 18. Er starb am 13. September 1957 in München nach kurzer Krankheit. Und dazwischen war ein bewegtes Leben.

Die Kinder: 

Liselotte-Marie, technische Physikerin mit der Diplomprüfung der Münchener Technischen Hochschule, ist verheiratet mit dem Chemiker Dr. Helmut Behrens, und hat drei Kinder.

Johannes, lebt in Long Island, Werbeleiter einer kanadischen Flugzeuggesellschaft (er hat, zwischen die Zeiten geraten, schwere Jahre hinter sich; er ist verheiratet, hat einen Sohn);

Ursula, Bildhauerin, Schülerin von Wackerle, ist verheiratet mit dem Eisenbahnbeamten Hans Kemser in Garmisch, zwei Kinder.

 

Gefunden im Münchner Merkur  vom 12./13. März 2011

"Rechthaberisch und streitsüchtig sei Hitler gewesen, hatte der Juraprofessor Wilhelm Diess nach dem Zweiten Weltkrieg einem seiner Studenten erzählt. Diess war im RIR 16 [16. Bayerischen Reserve-Infantrie-Regiment] zeitweise Vorgesetzter Hitlers gewesen. Im Zweiten Weltkrieg dann schloss er sich einer Widerstandsgruppe an."

 

Wilhelm Diess, Jurist und hoher bayerischer Beamter, war ein Genie der Stegreifgeschichte – der eigentlichen Urform des Erzählens. Seine ungekünstelten, doch kunstvollen Geschichten, gegen deren schriftliche Fixierung er sich zunächst gesträubt hat, zählen in ihrer epischen Kraft, gelassenen Heiterkeit und Lebensklugheit zum Kernbestand der altbayerischen Literatur. Sie führen, wie Harald Grill formuliert hat, „über das beispielhaft Bairische weit hinaus ins Existentielle, ohne dabei ihren Wurzelgrund zu verleugnen“. Die Erzählung „Der kleine Stall“ - ein Meisterstück tierpsychologischer Beobachtung - führt auf den kleinen Bauernhof nahe dem Tegernsee, wohin sich Diess beim Machtantritt der Nazis zurückgezogen hatte.

"Diess war ein Meister der unsentimentalen, von wohlwollendem Humor getragenen Schilderung alltäglicher Ereignisse, die in ihren schlichten, exemplarischen Wahrheiten über den regionalen Rahmen hinausweisen, in dem sie so fest verankert scheinen."

Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit 1945 - Dietz-Rüdiger Mose

 

Helmut Behrens, (1919 - 2000)

verstorben am 4. März 2000 im Alter von 85 Jahren

Schwiegersohn von Wilhelm Dieß

Würdigung von Wolfgang Beck

"Helmut Behrens, geboren am 30. Mai 1915 in Elsfleth, war 30 Jahre an der Technischen Hochschule München tätig. Nach dem Abitur in Oldenburg begann er im Sommersemester 1933 sein Chemiestudium in Freiburg im Alter von 17 Jahren, wechselte aber wegen der beginnenden großen nationalsozialistischen Tendenzen in Freiburg schon zum Wintersemester an die TH München, die damals noch nicht unter so starkem ideologischem Druck stand. 1940 wurde er bei Walter Hieber mit einer Arbeit über Metallcarbonyle an der TH München promoviert. Ebenfalls 1940 heiratete er Liselotte-Marie Diess, die Tochter des Rechtsanwalts und Schriftstellers Wilhelm Diess. Einem Antrag auf Genehmigung der Eheschließung mit Liselotte Diess, die nach damaliger Terminologie »Vierteljüdin« war, wurde nicht entsprochen. Daraufhin musste Behrens seine Assistenten-Stelle aufgeben. Hieber besorgte seinem geschätzten Mitarbeiter einen Angestelltenvertrag aus Drittmitteln.

Nach dem Krieg hat sich Behrens 1948 - unter schwierigsten Verhältnissen und durch die Kriegswirren verzögert - habilitiert; er wurde 1960 außerordentlicher Professor an der TH München und folgte 1962 einem Ruf als ordentlicher Professor und Vorstand des Instituts für Anorganische Chemie an die Universität Erlangen-Nürnberg. Dort initiierte und leitete er den hoch modernen Neubau der chemischen Fakultät.

Behrens hat sich um die TH München in hohem Maß verdient gemacht, so beim Aufrechterhalten des Betriebs des Instituts während der gefährlichen Fliegerangriffe, beim Wiederaufbau des Anorganisch-chemischen Laboratoriums nach dem Krieg, als unbestechlicher und gerechter Referent für die Zulassung der Chemiestudenten und als langjähriger, glänzend organisierender Konservator bei Walter Hieber. Er war bei den Kollegen und in der Verwaltung der TH München hoch angesehen. Die Fakultät verlieh ihm 1990 die goldene Doktorurkunde. An der TH München hat Behrens die Chemie der Metallcarbonyle in flüssigem Ammoniak begründet, und er ist der Pionier auf diesem experimentell sehr schwierigem Gebiet. Aufbauend auf seinen wichtigen Arbeiten, wird diese Technik auch heute noch häufig angewandt und viel zitiert. Mit über 200 Publikationen hat er zum Ansehen der Anorganischen Chemie in Deutschland in hohem Maße beigetragen. Behrens wurde die Ehrendoktorwürde der Universität Rennes verliehen.

Unvergessen bleibt die Persönlichkeit Helmut Behrens. Er war ein aufrechter, liberaler, ja tapferer Mann, wie es wohl kaum einen anderen Kollegen gibt, und wir bewundern seine standhafte und mutige Haltung als »Unangepasster« in schwierigen Zeiten während des Dritten Reiches. Helmut Behrens ist immer, wenn er sich für eine gerechte Sache entschieden hat, seinen eigenen, aufrechten Weg gegangen und stand zu seinen Überzeugungen. Zu allen Zeiten hat er die aktuelle Politik sehr kritisch und mit Scharfblick verfolgt. Behrens war ein begeisterter Münchner und hat das Theater und das Konzert in München sehr geliebt; er war ein glühender Verfechter der Liberalitas Bavariae. Mit seiner Autobiographie »Wissenschaft in turbulenter Zeit 1933-1953«, Erinnerungen eines Chemikers an die Technische Hochschule München (s. TUM-Mitteilungen 5-97/98, S. 68) ist Behrens ein großes Werk gelungen. In seinem überaus lesenswertem Buch - wie der Rektor der Universität Erlangen Prof. G. Jasper als Rezensent schrieb: »die Erinnerungen eines sich treu gebliebenen Professors« - hat er die Geschichte der TH und seine Erfahrungen mit den Kollegen während des Dritten Reiches und der schwierigen Nachkriegszeit eindrucksvoll geschildert. Dieses interessante und schöne Buch ist auch eine Zeitgeschichte über das kulturelle Leben in München und über die allgemeine Lage der Hochschulen in der Nazi-Zeit. Das Buch hat Helmut Behrens die hochverdiente Anerkennung und Würdigung eingebracht und wurde von Rezensenten hoch gelobt.

Wolfgang Beck

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Walter Hieber (rechts) mit seinem langjährigen Vorlesungsassistenten Helmut Behrens. Das Bild entstand während einer Experimentalvorlesung in den ersten Nachkriegsjahren.

Quelle:   Von Emil Erlenmeyer bis Ernst Otto Fischer von Professor Wolfgang A. Herrmann

 

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33 Steffan 34 Hellmayr

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35 Weber 36 Gerd Thielen  (früher: Jehmüller)

Thielen promovierte 1975 zum Dr.-Ing.  Von 1988 bis 1996 war er Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen und wurde 1996 zum Honorarprofessor ernannt. Von Thielen stammen Beiträge zur Praxis der Baustoffanwendung.

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37 Familiengrab Betz 38 Wachter


Das Ehepaar Anna und Lorenz Betz führten  die beliebte "Betz'sche Gastwirtschaft" an der Ismaninger Straße 105 (seit 1921 an die Firma Togal übereignet). Das Patrozinium von St. Georg am 23. April war für die Bevölkerung ein besonderer Tag, der nicht nur in der Kirche sondern auch in der Betz'schen Gastwirtschaft gefeiert wurde.

Aus den Lebenserinnerungen von Helene Raff ( * 1865  †  1942 )

"Blätter vom Lebensbaum" (1937)  S. 235 f.

"Wenn es ein 'Hendlessen' bei Betz galt, so übenahm Ruederer , der Bayerische Aristophanes, stets die ortskundige Leitung des ganzen. Denn seine Villa [Maria-Theresia-Straße 25, 1909 erbaut], die er mit seiner prächtigen Frau und ebensolchen Kindern bewohnte, lag in Bogenhausen, nahe bei Hildebrands selbsterbauten Heim. Und ebendort, rechts der Isar, befand sich die Gastwirtschaft Betz, mit dem Garten, wo sonst alljährlich im Lenz die Fischer und Bauern von Bogenhausen das Fest des Schutzpatrons, des hl. Georg [23. April], zu feiern pflegten. Hier stand die alte, hölzerne Laube, die  voreinst als Tanzlaube gedient und später ein Karussell beherbergt hatte. Gebratene Hühner ('Hendln') bildeten eine löbliche Spezialität des Betzschen Wirtschaft; solche ließen auch die 'Heroen' [Heyse, Hertz, Konrad Fiedler, Dr. Solbrig,  Hildebrand, Crusius, Franz Muncker, Josef Ruederer, Heinrich Wölfflin] sich bisweilen schmecken."

 

 

 

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39 Weickmann 40 Griffl

 

Franz Weickmann


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41 Manz 42 Lob - Weber - Gick

Der Chirurg  wurde 1900 in Duisburg geboren und starb 1977 in Murnau. Von 1955 bis 1969 war er Chefarzt der Unfallklinik Murnau. Er war maßgeblich an der Entwicklung der modernen Unfallheilkunde und der Rehabilitation Unfallverletzter beteiligt.

"Mit seinen pathologisch-anatomischen Untersuchungen und seinen Kenntnissen über die Ausheilungsvorgänge hat Alfons Lob viel zum Fortschritt der modernen Wirbelsäulenchirurgie beigetragen. Auch seine Mitwirkung an der Aufklärung der Rolle der Bandscheiben bei Wirbelsäulenverletzungen und die Bedeutung der Stabilität der Wirbelkörperhinterwand und der Gelenkfortsätze für die Wiederherstellung der Tragfähigkeit waren richtungweisend."

Quelle: Ergebnisse nach postero-lateraler Fusion der Lendenwirbelsäule von Saghar Mobahheri

Die Rückseite des Grabes

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43 Woerner 44 Fahsel

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45 Throll 46 Weickmann - Schlicht

 

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47 Selmayr 48 Neumann - Stohmann

 

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49 Bauschinger - Strasser - Schwenk 50 Weigmann - Malisch

 

Kurt Malisch, geboren 1947 in München,  gestorben 2007 nach langer, schwerer Krankheit an Krebs; Studium der Geschichte, Germanistik und Politologie in München, Promotion in bayerischer Geschichte. Eintritt in den höheren bayerischen Archivdienst.  Freie Tätigkeit als Musikjournalist ; Autor vieler Sendungen des Bayerischen Rundfunk.  Beiträge für die Programmhefte, für Opernführer und Musiklexika sowie wissenschaftliche Artikel für „Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters“, „Verdi Handbuch“, „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“. Malisch war vor allem ein profunder Kenner der Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme.

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51 Gaspary - Weickmann 52 Unützer

 

Fritz Unützer senior eröffnete 1945 in München ein Sportmoden-Geschäft und wurde schnell zum Einkleider der Gesellschaft. 

Sohn Fritz, ein Vetter von Willy Bogner, 

wird 1967 nach England in die Lehre bei Burberry geschickt.

 

Maria Unützer ( 6. Juni 1915 - 18. Mai 2006)

 

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53 Wuesthoff

Freda Wuesthoff, München 1953

Aus der Würdigung von Hubert Olbrich:
- Engagiert für eine Politik des Friedens -


"Technischer Fortschritt und kultureller Aufschwung haben in den Jahrzehnten nach dem französisch-deutschen Krieg (1870/71) die Entwicklung bis weit ins 20. Jahrhundert geprägt. Unter den Persönlichkeiten, die in führender Position oder durch herausragende Bedeutung daran beteiligt gewesen sind, findet man viele Juden. ...
Hier sei der Physikerin Freda Wuesthoff, alias Herzfeld, geb. Hoffmann gedacht. Ihr persönliches Schicksal war von politischen, im Judenhass der Nationalsozialisten wurzelnden Eingriffen betroffen.

Im perversen Rassejargon der Machthaber galt ihre Mutter Marie geb. Weisbach (1875-1961), als »Volljüdin« und die aus »arischer« Partnerschaft hervorgegangene Tochter somit als »Halbjüdin«.

Ein berühmter Vater

Freda Hoffmann kam am 16. Mai 1896 in Berlin zur Welt. Sie war das erste Kind aus der Ehe des Stadtbaurates Ludwig Hoffmann (1852-1932) und seiner 23 Jahre jüngeren Ehefrau Marie.

. . . Als Stadtbaurat prägte Hoffmann von 1896 bis 1924 die Bauperiode für die öffentlichen Gebäude der Stadt: Brücken, Brunnen, Badeanstalten, Denkmäler, Feuerwachen, Krankenhäuser, Kulturbauten (z. B. Märkisches Museum), Wohngebäude, Schulen und Turnhallen, Verwaltungsbauten sind sein Werk.
     Nach Beendigung des Physikstudiums wurde Freda Hoffmann Mitarbeiterin im Berliner Vereinsinstitut der Zuckerindustrie. Dessen Leitung oblag bis 1926 ihrem künftigen Schwiegervater, Prof. Dr. Alexander Herzfeld (1854-1928), dessen jüdischer Großvater, Jakob Herzfeld. . .     Zunächst war Freda Hoffmann als Assistentin eingestellt. Ein Jahr darauf wurde sie zur Leiterin der Physikalischen Abteilung befördert. . 

Heirat mit Franz Herzfeld

Auf [mit Herzfelds jüngstem Sohn Franz (1896-1992] unternommenen Inspektionsreisen...  lernten sie einander schätzen, verlobten sich ... und beschlossen, eine zweijährige Ausbildung in Berlin beim Patentanwalt Dr. Julius Ephraim gemeinsam zu absolvieren. Die Hochzeit fand am 22. April 1926 statt. ...

Mit Berufsverbot belegt

Freda Herzfeld ...  war die erste Patentanwältin in Deutschland; sie blieb die einzige bis zum Jahre 1950. Die Ehe, kinderlos, war mit beruflicher Harmonie gesegnet, nicht aber gegen Eingriffe der Politik gefeit. Ein harter Schlag traf die florierende Patentanwaltspraxis mit dem nationalsozialistischen Berufsverbot für die »halbarische« Freda Herzfeld, das strikt untersagte, vor dem Patentamt und den Gerichten aufzutreten. Sie wurde aus der Liste der Patentanwälte gestrichen. Zum Glück war ihr Mann als »Vierteljude« davon nicht betroffen. Aber Vorsicht war geboten. Den Briefkopf der Praxis, in der seine Frau intern weiter mitarbeiten konnte, veränderte er schrittweise, auch zur Abgrenzung gegen mögliche Verwechselung mit Juristen dieses Namens. Die Praxis firmierte zunächst unter Herzfeld-Wuesthoff, später nur Wuesthoff, dem Mädchennamen der arischen Großmutter väterlicherseits. . . .
Eintritt für dauerhaften Frieden

Nach dem Krieg wurde in München die gemeinsame Praxis wieder aufgenommen. . .. Freda Wuesthoff, alias Herzfeld-Hoffmann, entfaltete eine rege Vortrags- und Aufklärungsarbeit. Als Physikerin wandte sie sich gegen das Gefahrenpotential der Atomwaffen mit einem »Arbeitsprogramm für den dauernden Frieden« und gründete hierzu einen Freundeskreis von Frauen, dem u. a. Marie-Elisabeth Lüders, Clara von Simson, Elli Heuss-Knapp, Gertrud Bäumer, Agnes von Zahn-Harnack angehörten.

Für die Schulen entwickelte sie ein Konzept zum Friedensunterricht. Für die Verwirklichung ihrer Idee hat sie buchstäblich bis zum letzten Atemzug gekämpft.
Sie starb 1956 überraschend in München nach einem tragischen Unfall. Auf dem altehrwürdigen Friedhof der Dorfkirche zu Bogenhausen hat sie die letzte Ruhe gefunden.
Der verwitwete Franz Wuesthoff alias Herzfeld überlebte seine Frau um 36 Jahre. . . . Er starb am 23. September 1992. Sein Grab befindet sich in München-Bogenhausen. . . .

Aktiv in der Frauenbewegung

 Sie war Mitglied im »Berliner Frauenbund 1945« und inzwischen Vorsitzende der »Kommission für Friedensfragen«, setzte sich für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein und für die Gleichberechtigung der Frau. .."  

 

Literatur: Günter Berthold, Freda Wuesthoff, Eine Faszination, Freiburg/Breisgau 1982, 3. Auflage 1984 © Edition Luisenstadt, Berlinische Monatsschrift Heft 4/2001

 

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