Eine Seite von Theodor Frey

Schwarz und Weiß 
sind die Stadtfarben von Ferrara- 
doch vor allem die Ziegelfarben 
leuchten in dieser farbenfrohen Stadt

 

Der Dom

Castello Estense

Mittelalterliches Viertel

Palazzo dei Diamanti

Stadtleben

Savonarola

Lucretia Borgia

Musik am 
Hof von Ferrara

Emilia Romagna Mantua - Mantova Bologna Modena

Ravenna

Faenza Carpi Riolo - Terme

Dozza - Brescello

 

 


Die Bilder werden 
durch anklicken vergrößert

räume &
zeiten

musik &
spiel

denker &gedanken

 


 

 suche auf meinen seiten        http://www.theodor-frey.de
                                               

 


 Stadtszenen

 

Askese und Exstase

 

 

 

 

 

Vielfalt

 

Palio nicht nur in Siena


 

Zwei Selbsbewusste


alte Schachteln

 

high - higher -hi

 

Die Fahrradstadt

 

Eine ? Nachricht



Der Wille lockt die Taten nicht herbei; Der Mut stellt sich die Wege kürzer vor. Wer angelangt am Ziel  ist, wird gekrönt, und oft entbehrt ein Würd'ger eine Krone. Doch gibt es leichte Kränze, Kränze gibt es von sehr verschiedner Art, sie lassen sich  oft im Spazierengehn bequem erreichen.

Goethe - Tarquato Tasso (1300)









Portal - Lünette

"1135 entstand dieses Gotteshaus, das von dem Bürger Wilhelm in Verehrung dem hl. Georg geschenkt wurde, und es war das Werk des Bildhauers Nikolaus."

( älteste, jedoch umstrittene Inschrift in italienischer Volkssprache,
die nach der Entdeckung beim Umbau im 18. Jahrhundert
vernichtet wurde)

 








 


Verbiete du dem Seidenwurm zu spinnen, wenn er sich schon dem Tode näher spinnt. Das köstliche Geweb entwickelt er aus seinem Innersten, und lässt nicht ab, bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen. Oh geb' ein guter Gott uns auch dereinst das Schicksal des beneidenswerten Wurms, im neuen Sonnental die Flügel rasch und freudig zu entfalten!

Goethe - Torquato Tasso (3083)































In zeitloser Schale dem Zeitgeschmack geopfert

ein eindrucksvolles Zuviel

 










 



Collage mit dem Zug der Verdammten am Dom

Girolamo oder Hieronymus Savonarola
(1452 in Ferrara - 1498 in Florenz)
Statue des Dominikaners und Bußpredigers
auf der Piazza della Repubblica)

"Anfang Februar 1497 ließ Savonarola große Scharen von Jugendlichen („fanciulli“) durch Florenz ziehen, die im Namen Christi alles beschlagnahmten, was als Symbol für die Verkommenheit der Menschen gedeutet werden konnte. Dazu zählten nicht nur heidnische Schriften (oder solche, die von Savonarola dazu gezählt wurden) oder pornographische Bilder, sondern auch „Luxusgegenstände“ wie Gemälde, Schmuck, Kosmetika, Spiegel, weltliche Musikinstrumente und -noten, Spielkarten, aufwändige Möbel oder teure Kleidungsstücke. Teilweise lieferten die Besitzer diese Dinge auch selbst ab, sei es aus tatsächlicher „Reue“ oder aus Angst vor Repressalien. Am 7. Februar 1497 und am 17. Februar 1498 wurden all diese Gegenstände auf einem riesigen Scheiterhaufen auf der Piazza della Signoria verbrannt. Der Maler Sandro Botticelli warf einige seiner Bilder selbst in die Flammen. Nicht alle Bürger, auch nicht alle Mönche und Kleriker, unterstützten diese Verbrennungsaktionen. Vor allem die Franziskaner von S. Croce und die Dominikaner von S. Maria Novella kritisierten das Vorgehen Savonarolas. Die Franziskaner unter Domenico da Ponzo standen auf Seiten der Gegner Savonarolas und pflegten ohnedies gegen ihn zu predigen."

Quelle: Wikipedia




Piazza Trento e Trieste






















Mit fremden Menschen nimmt man sich zusammen, da merkt man auf, da sucht man seinen Zweck in ihrer Gunst, damit sie nutzen sollen. Allein bei Freunden lässt man frei sich gehn, man ruht in ihrer Liebe, man erlaubt sich eine Laune, ungezähmt wirkt die Leidenschaft, und so verletzen wir am ersten die, die wir am zärtsten lieben.

Goethe- Torquato Tasso(1990)

 







Jung und Alt fährt Fahrrad






























 





Und wir: Zuschauer, immer, überall,
dem allen zugewandt und nie hinaus!
Uns überfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt.
Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.
Wer hat uns also umgedreht, daß wir,
was wir auch tun, in jener Haltung sind
von einem, welcher fortgeht? Wie er auf
dem letzten Hügel, der ihm ganz sein Tal
noch einmal zeigt, sich wendet, anhält, weilt -,
so leben wir und nehmen immer Abschied.

Rilke: aus "Die achte Elegie"

 

 

Den 16. Oktober, früh, auf dem Schiff.              

Meine Reisegesellschaft, Männer und Frauen, ganz leidliche und natürliche Menschen, liegen noch alle schlafend in der Kajüte. Ich aber, in meinen Mantel gehüllt, blieb auf dem Verdeck die beiden Nächte. Nur gegen Morgen ward es kühl. Ich bin nun in den fünfundvierzigsten Grad wirklich eingetreten und wiederhole mein altes Lied: Dem Landesbewohner wollt’ ich alles lassen, wenn ich nur, wie Dido, so viel Klima mit Riemen umspannen könnte, um unsere Wohnungen damit einzufassen. Es ist denn doch ein ander Sein. Die Fahrt bei herrlichem Wetter war sehr angenehm, die Aus- und Ansichten einfach, aber anmutig. Der Po, ein freundlicher Fluss, zieht hier durch große Plänen, man sieht nur seine bebuschten und bewaldeten Ufer, keine Fernen. 

Ferrara, den 16. nachts.             

Heute früh sieben Uhr, deutschen Zeigers, hier angelangt, bereite ich mich, morgen wieder wegzugehen. Zum ersten Mal überfällt mich eine Art von Unlust, in dieser großen und schönen, flachgelegenen, entvölkerten Stadt. Dieselben Straßen belebte sonst ein glänzender Hof, hier wohnte Ariost unzufrieden, Tasso unglücklich, und wir glauben uns zu erbauen, wenn wir diese Stätte besuchen. Ariosts Grabmal enthält viel Marmor, schlecht ausgeteilt. Statt Tassos Gefängnis zeigen sie einen Holzstall oder Kohlengewölbe, wo er gewiss nicht aufbewahrt worden ist. ... Die meisten Reisenden haben doch etwas Handwerkspurschenartiges und sehen sich gern nach solchen Wahrzeichen um. Ich war ganz mürrisch geworden, so dass ich an einem schönen akademischen Institut, welches ein aus Ferrara gebürtiger Kardinal gestiftet und bereichert, wenig teilnahm, doch erquickten mich einige alte Denkmale im Hof.

J.W. v. Goethe - Italienische Reise

 

Und wir: Zuschauer, immer, überall!

Groß ist Florenz und herrlich, doch der Wert von allen seinen aufgehäuften Schätzen reicht an Ferraras Edelsteine nicht. Das Volk hat jene Stadt zur Stadt gemacht, Ferrara ward durch seinen Fürsten groß.

Goethe - Torquarto Tasso





„Der Herzog hält viel auf Gerechtigkeit und Milde. Er will darum aber mit großer Demut und Ergebenheit gebeten werden. In Audienzen ist er freundlich und menschlich, und die Gesuchsteller sind immer sehr befriedigt von Seiner Exzellenz, wenigstens von seinen Worten; denn der Herzog hat erkannt, daß ein Fürst, der von allen geliebt sein will, dies unmöglich durch eigenes Wirken erreichen kann. So begnügt er sich meist mit Worten und überläßt die Ausführung seinen Ministern. Es liegt ihm sehr daran, die Untertanen in friedlicher Ruhe zu halten. Denn es ist ihm klar, daß Parteigezänk und Zwietracht dem Wohlergehen des Staates abträglich sind und es den Feinden des Fürsten leicht machen, sich mit der Partei zu verbinden, die sich beleidigt und zurückgesetzt fühlt. In seinen Ansprüchen ist er sehr mäßig, was bei einem Fürsten um so lobenswerter ist, als es ihm, der sich alles erlauben darf, schwerer fallen muß, seine Gelüste und Begierden im Zaum zu halten. Seine Erholung findet er in künstlerischen Liebhabereien wie Musik und Dichtung. Er liebt das Ballspiel und den Zweikampf und jagt gern Vögel und Wild. Was die Frauen betrifft, so ist er äußerst zurückhaltend. Während seiner Witwerzeit hat er nie verheirateten Frauen nachgestellt, sondern irgendein armes schönes Mädchen mit Zustimmung der Ihrigen zu sich genommen und es dann verheiratet. Seinem Vergnügen widmet er sich nur, wenn es die Geschäfte erlauben. Diesen Geschäften schenkt er seine ganze Aufmerksamkeit, so, daß er sich wochenlang zurückzieht und nicht nur den Tag, sondern auch viele Stunden der Nacht damit zubringt. Er wahrt Würde und Anstand. Er ist gewöhnlich sparsam, bei Gelegenheit aber äußerst freigebig. Er ist hochgesinnt und will in dieser Hinsicht keinem Gleich gestellten und Niedrigeren nachstehen"

Bericht eines venezianischen Gesandten über Herzog Alfons II.








Alfonso II. (1533 - 1597) war dreimal vermählt und blieb kinderlos. "Es heißt, er habe sich als junger Mensch bei einem Turnier in Frankreich eine Verletzung zugezogen, die ihn zeugungsunfähig machte. Für einen Herzog von Ferrara, Lehensfürsten des Papstes, ein Verhängnis, dessen politische Folgen leicht vorauszusehen waren. Die jahrelange Bewerbung um die polnische Krone blieb erfolglos. Auch andere Ziele erreichte er nicht, obwohl er sie mit großem Geschick und zäher Energie verfolgte. Sein Stolz verbot ihm aber, vor der Welt sein Unglück zuzugeben. Er trug jahraus, jahrein eine heitere Miene zur Schau und schien mit allem einverstanden, was ihm zustieß. Dabei fand er sich aber in eine immer bedenklichere Lage gedrängt. Alfonso hatte sich mit Gregor XIII. auseinanderzusetzen, dem Kirchenfürsten, der entschlossen schien, die Ketzer auszurotten, der die Jesuiten förderte, die Inquisition begünstigte, Heinrich III. bei der Verfolgung der Hugenotten behilflich war und die Bartholomäusnacht mit einer Prozession verherrlichte. So blieb Alfonso ii. kaum etwas anderes übrig, als Ercoles intolerantes Verhalten nachzuahmen. Er empfahl dem französischen König die gewaltsamsten Maßnahmen gegen die Ketzer. Er stellte seine Mutter, Renata di Francia, vor die Wahl, entweder ihre Gesinnung völlig zu ändern oder Italien zu verlassen, worauf sie, was schon lang ihr Wunsch gewesen war, Italien verließ und in ihr Vaterland heimkehrte. Als sie starb, wurden in Ferrara alle Trauerfeiern verboten. Unheimliche Züge treten zutage. Und vollends schaudern wir zurück, wenn wir vernehmen, daß unter der Herrschaft Alfonsos II. in Modena, also in seinem Hoheitsgebiet, dreizehn von der Inquisition verdammte Männer und Frauen auf dem Holzstoß brannten. Religiöse Überzeugung dürfte es nicht gewesen sein, was ihn bewog, dies zuzulassen. Er handelte unter politischem Zwang."

Aus: Torquato Tasso und der Hof von Ferrara von Emil Staiger 




MUSIK AM HOF VON FERRARA

Il Canto delle Dame di Ferrara waren drei professionell singende Frauen – einzeln, zu zweit und „A Tre Soprani“ mit Generalbassbegleitung – am Hofe des Herzogs Alfons II. d'Este  zur Zeit der Spätrneaissance. Ihr Wirken ist insbesondere durch die für sie geschriebenen zwölf Madrigale Luzzasco Luzzaschis von 1601 überliefert.

Interessant in dieser Beziehung ist eine Stelle aus dem Reisetagebuch Ferdinands von Bayern vom 29. Januar 1579, der den Herzog von Ferrara kurz vor dessen Hochzeit mit Margeritha Gonzaga besucht:

„Danach [nach einem „stattlichen Danz“] sein vier Gentildonne in der Herzogin Camer gangen, daselbst under in [ihnen] ein Music angericht, aine hatt uff ainem Instrument geschlagen, und sie all vier Mitteinandern, auch zu zeiten aine allein, darein gesongen. Dergleichen Stimmen und Colloraturn [=Verzierungen], ich nie gehört.“

Dieser Augenzeugenbericht entstammt der Zeit kurz vor der Formierung des Gesangstrios. Er ist ein Beweis für das (lebhafte) Erklingen eines Instruments („uff ainem Instrument geschlagen“) mit dem eine „Gentildonne“ den Gesang begleitete. Der Ausdruck „Schlagen“ wurde damals für das Spielen der Laute oder eines Tasteninstruments benutzt. Das Instrument (Laute oder Cembalo) fiel, der Beschreibung nach, besonders ins Auge, „und sie all vier Mitteinandern“ […] haben „darein gesungen“. „Darein“ gesungen bedeutet die gemeinsame Harmonie; wie zu folgern, gab es monodische Passagen: „auch zu zeiten aine allein“, also Sologesang mit Generalbassbegleitung. Im Februar 1583 schwärmt Giulio Caccini von den Sängerinnen mit folgenden Worten:

„[…] tre Dame, anzi tre Angioli di paradiso, per che cantano cosi miracolosamente che non mi pare p[er] quanto io ne intendo“

(Drei Damen sangen wie die Engel im Paradies, wie man meines Erachtens nicht wunderbarer singen kann).




Lieben heisst handeln ! 

(Der erste und zweite Akt in Donizetti Oper spielt in Ferrara)

Ercoles Sohn Alfonso war in erster Ehe mit Anna Sforza kinderlos geblieben. Die Schwester des neuernannten Herzogs der Romagna Cesare Borgia, Lucrecia Borgia (Tochter des Papstes Alexander VI.), war daher ein politisch sinnvolle Verbindung(. Sie brachte den Nachfolger (Ercole II.) zur Welt (1508).



 

Die Herzöge Borso, Ercole und Alfons I. haben im Quatrocento (15. Jahrhundert) die Stadt mit einer 
9 km langen Mauer geschützt.

 



Der Palazzo dei Diamanti (1492 begonnen) ist mit 12000 Marmorblöcken verziert, ein Deklorationsprinzip, das überall in Europa Nachahmer fand.





Mittelalterliches Viertel









Stein des Anstoßes



















 


theodor frey

seitenanfang