O


 

PROLOG

    

 



VOM OFFENEN GEHEIMNIS

 

 



Prolog



A - 0

 

Im Anfang liegt, was auch mich bedingt,
liegt bereits was mich fragen läßt,
warum ist Etwas und nicht vielmehr Nichts.
Diese Frage stellt Alles in Frage, auch Zeit und Raum.
Sie führt mich an die Grenze des Sagbaren.


Darüber hinaus ist mein Sagen nichts,
auch wenn ich Alles in Worte fassen möchte.


An der Grenze trifft das Schweigen,
das mir alles  in Fülle zu sagen vermag,
auf mein Hören, das schweigend sich der Leere öffnet.


Geschenkt wird mir das Hören der Frage nach dem Etwas;
meine erste Antwort ist die stumme Entgegennahme dieses Geschenks.


Das Unsagbare vom Sagbaren geschieden wird im Anfang



Was war vor dem Anfang ?
Warum überhaupt ein Anfang ?


Fragen, die vermessen die Grenze zu überschreiten versuchen,
doch daß wir sie stellen können, zeigt die Größe unserer Art,
die Großartigkeit des Menschen.

Aber muß nicht viel Größeres in dem liegen,
das uns diese Fragen  stellen läßt ?


Seit dem Anfang wird Zeit und Raum im Sein gehalten, 
entfalten sich die Elemente, in den Beziehungen zueinander,
werden aus den Bewegungen jeden Augenblick neu die Gestalten.


War im Anfang alles in sich vollkommen,
so war noch nicht das Werden des Anderen,
war noch nicht die Freiheit im Geschaffenen,
war noch nicht die Gestaltwerdung durch das Geschaffene.


Das Werden bringt zur Entfaltung, was im Ruhenden immer war,
bringt das Grenzenlose auch zu uns, entgrenzt auch uns.
Erst im Werden können die gestaltgewordenen Möglichkeiten des Seins,
in die sich entfaltende Einheit aufgenommen werden.


Entfaltet sich mit dem Werden in Zeit und Raum auch das,
was unsere Begrenztheiten ins Grenzenlose überschreitet ?
Entfaltet sich mit der Vielfalt des Seins auch das ganz Andere ?


Das Werden der Gestalt ist für uns so viel weiter als weit
und zugleich so viel näher als nah.


Es ist die Zeit, wir versuchen sie zu fassen in den Zahlen.
Es ist der Raum, wir versuchen ihn zu umgreifen im Maß der Symbole.
Die Verbundenheit von Zeit und Raum 
findet sich gespiegelt in den Zahlensymbolen.


Mit ihnen lassen sich die Elemente des Seins bezeichnen.
Ihre Beziehungen zueinander geben die Möglichkeit das Sein zu ordnen.
Ihre Zuordnungen in der Zeit zeigen die Bewegungen
im Werden zu den Gestalten.


Mit den vier Grundkategorien,
den Elementen, Beziehungen, Bewegungen und Gestalten,
lassen sich in der Zusammenschau Wege weisen
vom Nicht - Mehr zum Noch - Nicht,
von der Gestalt, die Freiheit bereits gebunden hat,
zur Gestalt, in der mögliche Freiheit noch gebunden wird.

 

In allem was ist, ist Zahl und Maß.
Die Zahlen finden gibt Ordnung.
Im Maß geben ist bereits Erkennen.


Mit den Zahlensymbolen versuche ich die Struktur des Seins nachzubilden,
versuche ich das Sein zu öffnen.


Sie sind mir Orientierungszeichen, 
damit ich mich nicht verliere im Einzelnen.
Mit ihnen sollen die Gestalten, die vom Anfang her kommen
und sich auf das Ende hin entwickeln, gehalten werden,
Gestalten, die im Anfang das Ende schon umfassen
und im Ende den Anfang nicht verlieren.


In vier Symphonien wage ich das Experiment.
Sie werden komponiert aus den 3 Grundelementen:
Einheit, Dualität, Ich.


Diese werden 4-fach zueinander in Beziehung gesetzt,
um sich damit 12-fach zu entfalten.
Die 12-fache Entfaltung wird gespiegelt in 12 Seinsbereichen,
um damit in 144 Themen aufzuscheinen.


Das Ganze des Sagbaren wird gehalten im Unsagbaren,
symbolisiert durch die Nichtzahl O, die als Prolog vor den Anfang,
und der Nichtzahl Unendlich, die als Epilog nach dem Ende gesetzt wird.


Die Gestalten, die sich uns zeigen, werden damit eingebunden
in die gestaltlose Gestalt vor und nach dem Sein.


Das Ganze ist als ein Gerüst, als Netzwerk, zu begreifen,
das auch den Sonnenzyklus
mit seinem 12- fachen Rhythmus der 12 Monate,
die 2 x 12 Stunden des Tages und der Nacht,
wie auch die Symbolzahl für das Unendliche, 144 (12 x 12), aufgreift.


Die Gestalten sind durchdrungen vom Rhythmus,
der die 3 mit der 4 verbindet.
Aus diesen Zahlen ergibt sich multipliziert wiederum die Zahl 12,
addiert die Zahl 7.


Mit der 7 wird auch der Wochenrhythmus mit 7 Tagen,
der Mondzyklus mit 4 x 7 Tagen (28 =1+2+3+4+5+6+7)
und der Lebensrhythmus, mit dem jeweiligen Vielfachen von 7,
in die Gestalten aufgenommen.
84 (3 x 28) kann dann als Symbolzahl für ein langes Erdenleben dienen.


Die Struktur des Seins auf das Unsagbare hin zusammenzufügen,
seine Elemente zu verknüpfen,
das Zusammenwirken und die Verbundenheit von Allem zu Allem
und zum Ganzen hin sichtbar zu machen,
den Einklang,
gleich einer Symphonie empfindbar zu gestalten,
ungewohnte und schmerzhafte
Töne und Geräusche nicht auszusparen
und unser beschränktes Mitwirken
und Versagen einzubeziehen,
dies ist der vermessene Weg.

 

Der Zyklus der Sonne

 

 


Die Zusammenschau zeigt
12 konzentrische Kreise,
die jeweils in 12 Kreisabschnitte eingeteilt sind. 


Aus dem innersten Kreis (Die Null - Vor dem Anfang)
treten auf jeder Kreisebene
die Zahlen hervor,
wobei auf jedem
der 12 Kreisabschnitte 
die Zahlen auf die nächste Kreisschale gehoben werden,
solange, bis die 12. Ebene, der äußerste Kreis 
(Das Unendliche - Nach dem Ende), erreicht wird. 


Hier fallen die 12 Kreisabschnitte mit den 12 Kreisschalen zusammen
(12 mal 12 = 144 - Symbol des Unendlichen).


Damit ist die gesamte Gestalt 
mit 144 Feldern eröffnet,
in der sich 144 Themen entfalten können.


In der Zahl 144 ist auch der Endpunkt der 12-teiligen Reihe 

1, 23, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144  

erreicht. 

 

 



Der Zyklus des Mondes

 


In den Zyklus der Sonne ist,
symbolisiert durch Quadrate,
der Zyklus des Mondes eingebunden.
Im innersten, ersten Quadrat beginnt die Zahl 7 
auf der 7 Kreisschale des Sonnenzyklus
und endet bei der Zahl 28,
um dann auf das zweite, 
größere Quadrat zu springen,das bis zur Zahl 56 führt.


Das dritte und größte Quadrat,
das mit der Zahl 63 
im dritten Kreisabschnitt beginnt,
endet schließlich mit der Zahl 84,
am höchsten Punkt der zwölften Kreisschale.


Hier vereinigen sich der Sonnen- und Mondzyklus
 
und beide überschreiten und verlassen das Sein.

 

 


Prolog

O

 Die Null 

 

Beziehungen zur Einheit

Beziehungen in der Dualität

Beziehungen vom Ich zum Du

 

I. Symphonie

 

Von der
 Einheit zum
Ich

 
Einheit

1

 
Dualität

2


Ich

3

 

II. Symphonie

 

Vom Suchen
 zum Finden


Suchen

4

 


Spaltung

5

 
Finden

6

 

III. Symphonie

 

Vom Licht zur
Antwort
im
 Menschsein

 
Heilendes Licht

7

 
Entzweiung

8

 
Menschsein

9

 

IV. Symphonie

 

Von der
 Erlösung
zur
 Fülle des Seins


Erlösung

10


Gericht

11


Fülle des Seins

12

 

Epilog

Das
Unendliche


Die Struktur des Gesamtwerks zeigt jeweils 
im ersten Satz jeder Symphonie
den Bezug zur Einheit,
in den zweiten Sätzen
die Beziehungen in der Dualität,
um schließlich in den dritten Sätzen
mit den Bezügen des Ichs
zu schließen.

Dies alles wird aufgeschlossen und auch abgeschlossen
vom Prolog und Epilog,
dem Davor und Danach,
dem vom Anfang und Ende her geöffneten Geheimnis.

In jeder Symphonie
werden die Elemente der vorherigen Symphonie
wieder aufgenommen, erweitert und gewandelt.
Damit wird ein komplexes,
 strukturiertes, sich entwickelndes
Beziehungsgeflecht geschaffen.

In der I. Symphonie, mit dem Titel „Von der Einheit zum Ich“,
werden die 3 Grundelemente,
ausgehend von unseren Fragen,
die auf die Einheit des Anfangs zurückblicken,
vorgestellt und entfaltet.
Im Durchlaufen
der dualistischen Prozesse der Versuch,
das Gewordene wieder und tiefer zu erkennen.
Aus der Stille des Anfangs,
dem Licht der Einheit,
ist es ein atmendes Vortasten zu den Tönen und Farben des Ichs.

Das Hauptthema:

Wie ist geworden was ist ?


Die II. Symphonie, mit dem Titel „Vom Suchen zum Finden“,
sucht in Wort und Antwort
nach dem Zusammenklang der Elemente,
nach den Bildern des Ichs,
die durchwirkt vom Zweifels am Anderen,
sei es an Gott, der Welt oder dem Du,
gestaltet werden.
Aus der Dreiheit des Ichs
wird das sehnende Suchen nach dem
Gleichen im Anderen
entfaltet.
Das Hauptthema:

Wie bin ich geworden was ich bin ?

In der III. Symphonie, mit dem Titel „Vom Licht zur Antwort im
Menschsein“,
wird betend und fluchend das Ringen der Menschheit
um das Gelingen des Menschseins,
verbunden mit der Erfahrung
eines immer neuen Scheiterns,
zum Thema.
In der Gestaltung unseres Seins,
die verbunden ist mit unserer Angst
vor dem Schuldigwerden
und der Erkenntnis zu unserer
Verantwortung,
wird im fortwährenden Dialog der Versuch
unternommen,
zu erkunden:

Wie soll sein, was werden kann ?

In der IV. Symphonie, mit dem Titel „Von der Erlösung zur Fülle des Seins“, wird das Wagnis unternommen das Menschsein
und unser Ich-Sein im Menschsein, in die Wirklichkeit 
unbekannter Möglichkeiten
hinein zu überschreiten.
Ein Verwandeln und Entschwinden,
ein Hoffen und Stammeln,
das alle Themen aufnimmt und zum letzten Erklingen und Verklingen
bringen will.

Das Hauptthema:

Zu was dürfen wir uns loslassen?

 

Das Gerüst des Gesamtwerks fügt 12 Seinsbereiche 
in 144 Felder zusammen, was Halt geben soll im Suchen 
aber auch Mut machen soll,
zu immer neuem Verlieren,
damit daraus ein neues Suchen
angestoßen wird.

Das Gerüst dient als Orientierungstafel,
auf der wir immer 
neue Beziehungen,
Gegensätze, Analogien, Entwicklungen 
und Gestaltungsprozesse entdecken können.

Aus dem Geflecht,
dem Netzwerk, dem Kristall
lassen sich Splitter der Fülle vergegenwärtigen,
ohne daß jedoch
der Zusammenhang
im Ganzen vergessen wird.

Die Symphonien
möchten Wege im Fühlen, Denken, Tun und Lassen
zeigen,
die uns zu unserem Ich weisen und von ihm wieder 
zum Anderen.

Sie möchten das Sein öffnen
zum Wunder, das für uns erscheint,
auch wenn es immer wieder
verloren werden muß,
um sich gerade im Verlust
in seiner ganzer Fülle zu offenbaren.

Laß es sich zeigen !
Atme es in das Sein hinein !
Breite dein Ich aus
 in seiner ganzen Vielfalt
und erspüre seine Eingebundenheit !

Finde dein Gerüst,
dein Ich - Sein im All - Sein !

 

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EINGANGSTOR       VIER KARDINALTUGENDEN                                              

 

  phainesthai

 

VIER KARDINALTUGENDEN

Klugheit
PRUDENTIA

Tapferkeit
FORTITUDO

 Maß
TEMPERANTIA

Gerechtigkeit
IUSTITIA

 

 

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Theophanie
(griechisch  theos = "Gott"; phainesthai = "sich zeigen") bedeutet die Manifestierung Gottes in der Menschenwelt, der Natur.

PLATONs gesamtes Philosophieren ist eine intensive und umfassende Auseinandersetzung mit den sittlichen Leitlinien menschlichen Handelns. Als Kardinaltugenden nennt er

Gerechtigkeit (IUSTITIA),

Klugheit (PRUDENTIA),

Tapferkeit (FORTITUDO),

Maß (TEMPERANTIA).

Die Tugendlehre ist eine der großen Funde des menschlichen Selbstverständnisses. Sie ist in den elementaren Bestand des europäischen Bewußtseins eingegangen - "und dies auf Grund einer jahrhundertelang durchgehaltenen Denkbemühung, an welcher sämtliche Ursprungskräfte des sich gründenden Abendlandes teilhaben, sowohl die Griechen (Platon, Aristoteles) wie die Römer (Cicero, Seneca) und das Judentum (Philon) nicht anders als das Christentum (Clemnes von Alexandrien, Augustin."

Josef Pieper in seinem Werk "Das Viergespann"

Mehr über Tugenden und Werte ...

Über die Topographie des ethischen Seins ...

 

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