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The Lyre of Orpheus

The Canticle of the Sun


SOFIA GUBAIDULINA *24.10.1931 IN TSCHISTOPOL  



GUBAIDULINA ÜBER SCHOSTAKOWITSCH 

 

"Er war ein sehr guter Mensch, nicht nur ein guter Komponist. Meine Sinfonie [Examenssinfonie 1959] war nicht so gut . . . nicht so gut. Aber er hat etwas gefunden in dieser Musik. Er hat mir gesagt, ich solle zu mir selbst kommen, unabhängig von anderen Meinungen. Das war unglaublich wichtig, bis jetzt ist es wichtig."

 

NONO ÜBER GUBAIDULINAS SINFONIE: STIMMEN . . . VERSTUMMEN

Diese Musik " blüht, explodiert und trifft."

 

GUBAIDULINA ÜBER GUBAIDULINA

"Bei meinen Improvisationen als Kind hat mich begeistert, dass uns Zusammenhänge zwischen den Tönen zu anderen Tönen zwingen. Also haben sie Spannung! Spannung zwischen energetischen Potentialen, Spannung und Erlösung." Darin sieht sie ein "kosmisches Gesetz". Sie ist überzeugt, dass Musik religiös ist im Sinne einer "Verbindung mit höchster Vollkommenheit."

QUELLE: ZEIT 27,10.2011

 

 

 

 

Das Unaussprechliche

KOSMOS - TAM (2006)
 
Das Unaussprechliche, über das man redet, ist nicht das ewige Unaussprechliche
Eine Name für das Unnennbare ist nur ein Name
Das Unnennbare ist das, was Alles ist
Dadurch, den Dingen einen Namen zu geben, wird das Unteilbare verteilt
Nur wer alle Begierden aufgegeben hat, kann das Unverteilte erfahren
Wer doch Verlangen hegt, erfährt nur Uneinigkeit
Eigentlich sehen beide die gleiche Wirklichkeit, aber erfahren die Wirklichkeit anders
Wer von der falschen Wirklichkeit in die andere geht,
Passiert das enge Tor nach dem Geheimnis des wahren Lebens

o o o

DAS Wesen / das begriffen werden kann /
Ist nicht das Wesen des Unbegreiflichen.
Der Name / der gesagt werden kann /
Ist nicht der Name des Namenlosen.
Unnambar ist das All-Eine / ist Innen.
Nambar ist das All-Viele / ist Außen.
Begehrdenlos ruhen / heißt Innen erdringen.
Begehrdenvoll handeln / heißt beim Außen verharren.
All-Eines und All-Vieles sind gleichen Ursprungs /
Ungleich in der Erscheinung.
Ihr Gleiches ist das Wunder /
Das Wunder der Wunder /
Alles Wunder-Vollen Tor.

 
 
 

Teilhards Sicht auf die anderen Religionen

 Irritierend eindeutig

Teilhard schreibt im Mai1933, also vor der Katastrophe des Holocaust, im Aufsatz „DAS CHRISTENTUM IN DER WELT“ (Teilhards Werke: „Wissenschaft und Christus“) für mich irritierend eindeutig, dass allein das Christentum „in der Lage sei, sich mit der im Abendland seit der Renaissance entstandenen intellektuellen und sittlichen Welt zu messen. Es scheint, kein von der modernen Kultur und den modernen Evidenzen tief berührte Mensch könne ernsthaft Konfuzianist, Buddhist oder Muselmane sein.“

 

Teilhard schreibt das nicht als ein Mann der die anderer Religionen und Kulturen nicht kennt (siehe Biographie - Forschungsreisen durch China und die Mongolei, Indien, Burma, Java, Äthiopien und Südafrika) sondern mit Angabe der Ortes (Peking , Mai 1933).

Wie kommt Teilhard zu dieser Anschauung. 

 

Allein das Christentum sei „eine Religion des universellen Fortschritts“. Zwar predigt es wie der Buddhismus die Loslösung und fordert zur Askese auf (siehe dazu die lesenswerte Abhandlung von Ernst Tugendhat:  "Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie", die einen differenzierten Blick aus dem Jahre 2003 auf die östlichen Religionen wirft) , aber tiefer ist ihm „der Glaube an die Auferstehung der Erde und die Erwartung einer Erfüllung des Universums in Jesus Christus“.

 

Während es dem Buddhisten darum geht „den Dingen zu entrinnen, indem man sie vermeidet, geht es dem Christen darum „sie zu übersteigen, indem er sie bis zum Ende ausforscht, ausmisst, erobert.

 

Er fragt dann, ob er das für sich selbst tut um die Dinge zu genießen. Nein, sondern um aus ihnen „die ganze Essenz der Schönheit und der Geistigkeit, die sie enthalten, herauszuziehen und Gott darzubringen“.

 

Es betont, das Entsagung und Mühsal noch sein werden. Jedoch nicht als eines Bruchs oder des geringsten Kontakts zu der Welt, sondern als Zeichen des Bemühens, des „Hindurchgangs“ und der Schöpfung.

 

Die „Lösung des mystischen Problems“ wird nicht durch Negation („östliche Lösung“) sondern „durch Sublimation der Welt erreicht. Die göttliche Einheit erstrahlt auf dem Gipfel der Läuterung, die eine universelle Konvergenz ist.“ Dies aber so Teilhard sei genau „das wesentliche Postulat des modernen Geistes, das heißt die in der westlichen Konzeption von den Entwicklungen des Lebens implizierte Religion“.

 

Teilhard spricht in diesem Zusammenhang vom „authentischen“ Christentum, das sich in den „großen Wassern des modernen Denkens“ keineswegs desorientiert fühlt, „sondern sich vielmehr in aller Freiheit des Kopfes und des Herzens bewegt – wie auf einem Heimatboden.“

 

 

 

500 v.Chr.    „Die Summe der Teile ist nicht das Ganze.“
Laotse angeblich in Kap. 39 des Tao-Te-King, gemäss Übersetzung von Alexander Ular, 1903. In den Reclam-Ausgaben (Stuttgart 1961, Leipzig 1978) fehlt just dieser Satz.

Der Raum und das Nichts
Die Theologie und das Unfassbare

Von Geseko von Lüpke

Was war, bevor etwas war? Was ist jenseits aller Konzepte? Die Antwort scheint einfach. Sie lautet: Das Nichts! Es geistert durch die Albträume von Kindern ebenso wie durch die Philosophien der Weltgeschichte. Es beschäftigt Heerscharen von Physikern und Generationen von Mystikern. Es gilt als Urgrund der Schöpfungsmythen und als Forschungsgegenstand hochmoderner Teilchenbeschleuniger. Buddha nannte es Nirvana: Nicht-Etwas. Und meinte damit Alles. Aristoteles sprach von der ‚materia prima’, aus der alles andere entstand. Die Physiker nannten es ‚Vakuum’ und finden es bis heute nicht. Die spirituellen Traditionen der Welt nannten es das Tao, Manitu, Jahwe, Gott. Die Sendung untersucht das Nichts als Koan der Neuzeit. Noch ist das Rätsel des Nichts ungelöst geblieben. Doch indem wir suchend die große Leere umkreisen, bereichern wir das Sein. Denn das Nichts scheint mit dem Sein verwoben zu sein, wie das Leben mit dem Tod.

zum Gesamtbild KOSMOS von TAM (2006)

Materie als geronnenes Nichts

In der Sendung kommen der Quantenphysiker Hans Peter Dürr und der Atomphysiker Harald Lesch zu Wort:

Dürr: 
„Wenn sie heute das Handy benützen und mit jemanden telefonieren - über 3000 km Entfernung - frage ich immer: ‚Weißt Du eigentlich, was da passiert, du tippst da etwas ein, und hast dann einen Kontakt mit jemand ohne dass ein Draht dich verbindet. Es gibt nichts Materielles was dich verbindet.’

‚Ja’, sagen alle, ‚da ist da so ein Feld, ein elektromagnetisches Feld.’ Ich sage: ‚Und weißt du auch, dass das nicht materiell ist, es hat keinen materiellen Träger, es gibt keinen Äther, der da schwingt sondern das elektromagnetische Feld ist eine Form des Nichts.’ Es gibt Form ohne einen materiellen Träger.“

Harald Lesch führt dann aus, dass auch wir fast nur aus nichts bestehen. Anschaulich wird dies, wenn man sich vergegenwärtigt wie groß Atome sind, also wie weit die Elektronen vom Atomkern entfernt sind.

 

„Es gibt ein wunderbares Bild davon. Wenn ein Atom das Olympiastadion in München ist, und das Elektron sitzt draußen auf der Haupttribüne, dann ist der Atomkern ein kleines Reiskorn im Mittelkreis, am Anstoßpunkt. Das heißt dazwischen ist nichts. Gar nichts. Insofern bestehen wir in Tat im wesentlichen aus Nichts. Fast alles besteht aus nichts, abgesehen von den wenigen winzig kleinen Volumina, die aus Atomkernen bestehen, dann die Elektronen. Und alles andere ist nur eine ziemlich faszinierendes Konglomerat von nichts.“

 

Die Welt besteht aus mehr, als was wir es uns in unseren abstrusesten Vorstellungen eigentlich ausdenken können.

Unser Universum besteht – großzügig gerechnet – nur aus 1%  Materie, die wir einigermaßen verstehen. „Auf der anderen Seite gibt es dann etwa 29% Dunkelmaterie, wo wir nicht wissen was das ist und 70% dunkle Energie oder Vakuumfluktuation.“

 

Hans Peter Dürr führt dann aus, dass auch das bisschen Materie verschwindet.

 

„Das was für uns begreifbar ist, im ganz wortwörtlichen Sinne mit der Hand greifbar ist, verschwindet. Was bleibt sind nur Beziehungsstrukturen, also Relation, Form, Gestalt, alles Dinge die für uns immer nur etwas Abgeleitetes sind. ...  Alles was wir Materie nennen ist gewissermaßen, dass diese Form des Nichts ab und zu dann gerinnt und Formen bildet, die wir dann als Materie bezeichnen. Und auf diese konzentrieren wir uns als die eigentliche Basis unserer Wirklichkeit, weil sie so verlässlich auftritt."