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Jüdisches
Leben in München
und das Gedächtnis des 9. November
von
Michael Brenner
Michael
Brenner lehrt Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität
München.
Es gibt Tage, an
denen der Kalender gleichsam symbolisch den Grundgehalt
nationaler Erzählstrukturen festschreibt. In der jüdischen
Geschichte gebührt diese Ehre dem 9.
Tag des Sommermonats Aw.
Der jüdischen Tradition zufolge wurden an diesem Tag sowohl der
Erste wie auch der Zweite Tempel in Jerusalem zerstört, fiel am
Ende des Bar-Kochba-Aufstands gegen die Römer im Jahre 135 die
Festung Betar und – als wäre dies nicht genug der
Katastrophen – lief angeblich im Jahre 1492 die Frist für die
spanischen Juden ab, sich für Taufe und damit Verbleib in der
Heimat oder aber fürs Exil und damit Verbleib im Glauben zu
entscheiden. Bis heute begehen fromme Juden diesen
Tag als Trauer- und Fasttag.
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Es
ist der 9. Tag des Monats November, der
die deutsche Geschichte des 20. Jahrhundert en
miniature beschreibt. Als ob es für einen Tag in der deutschen
Geschichte nicht reichte, dass ein Kaiser abdankt, ein Putsch
scheitert, die Synagogen brennen, die Mauer fällt. Wäre die
Bombe am Münchner St. Jakobsplatz explodiert, hätte der
deutsche "nine/eleven“ noch eine weitere tragische
Komponente erhalten. Doch denken wir nicht nur an jene bekannten
Ereignisse in den Jahren 1918, 1923, 1938 und 1989!
Vergessen
wir nicht, dass der 9. November auch in der Geschichte der
alten Bundesrepublik aufgrund seiner Vergangenheit immer wieder
Anlass zu symbolischen Handlungen gab. Es ist der Tag, an dem
man schon seit Jahrzehnten Grundsteine für Synagogen legt
(bereits 1957 für das Gemeindezentrum in der Berliner
Fasanenstraße und seitdem allerorts) und an dem man bundesweit
Gedenkreden hält (die – wie am 9. November 1988 – auch
schon mal den Rücktritt eines Bundestagspräsidenten auslösen
können).
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Der
verflixte 9. November steht nun also auch für den
Neubeginn jüdischen Lebens in München. Hier wird, allen
Drohungen zum Trotz, das neue Gemeindezentrum erbaut werden.
Wenn am St. Jakobsplatz ein weiterer Grundstein für den
Wiederaufbau jüdischen Lebens in der Bundesrepublik gelegt wird
[und heute am 9.November 2006 die Einweihung erfolgt], dann mag
man sich auch daran erinnern, dass für München und seine jüdische
Bevölkerung der 9. November seine ganz besondere Bedeutung
hatte. |
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Als
in Berlin Prinz Max am 9, November 1918
die Abdankung des Hohenzollers meldete, waren die
Wittelsbacher schon gestürzt. Am Tag zuvor hatte Kurt
Eisner in München als erster Ministerpräsident
einer bayerischen Republik die Regierungsgeschäfte übernommen.
Eisner war nicht Mitglied der jüdischen Gemeinde, aber seine jüdische
Herkunft hatte er niemals verleugnet. Von ihm ist der Spruch überliefert,
solange es noch Judenhass gebe, solange wollte er ein Jude
bleiben. Diese Art von Trotzjudentum war in der jüdischen
Gemeinde nicht unbedingt beliebt, zudem stieß sein Sozialismus
dort nicht auf große Zustimmung. Da es im Kaiserreich keine jüdischen
Minister gegeben hatte, fürchtete man gerade in der
Umsturzsituation, dass die gesamte jüdische Gemeinde
Leidtragende einer Gegenrevolution werde. In der Allgemeinen
Zeitung des Judentums hieß es dazu: ???Es ist die alte
Geschichte, dass gerade die Männer, die sich am weitesten aus
dem Judentum herausgestellt haben, stets als Kronzeugen gegen
uns angeführt werden.“
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Noch
deutlicher distanzierte sich der Sprecher der Münchner jüdischen
Orthodoxie, Sigmund Fraenkel, wenig später in einem offenen
Brief von den jüdischen Protagonisten der kurzlebigen Räterepubliken
wie Ernst Toller, Erich Mühsam und
Gustav Landauer: ???Unsere Hände sind rein von den
Gräueln des Chaos und von dem Jammer und Leid, das Ihre Politik
über Bayerns zukünftige Entwicklung heraufbeschwören muss.“
Wenig bekannt ist auch, dass Münchner Juden sich auf allen
Seiten der Fronten befanden, dass die beiden jüdischen
Rechtspraktikanten Franz Gutmann und Walter Löwenfeld am
Palmsonntag versuchten, die Räteregierung zu stürzen und dass
sogar der Eisner-Mörder Graf Arco mütterlicherseits aus der
Familie Oppenheim stammte.
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Der
9. November fünf Jahre später war zweifellos ein Münchner
Ereignis, auch wenn Hitlers
gescheiterter Putsch an der Feldherrenhalle
selbstverständlich weit über München hinaus einschneidende
Konsequenzen gehabt hätte. Doch es bedurfte gar nicht des
Erfolgs von Hitler, um im selben Jahr zahlreiche jüdische
Familien polnischer Staatsbürgerschaft aus München und anderen
Teilen Bayerns auszuweisen. Diese Maßnahmen waren dem 9.
November bereits vorausgegangen und von der Regierung von Kahr
in einer Atmosphäre zunehmender Judenfeindlichkeit initiiert
worden. Hierzu gehörte auch der akademische Antisemitismus, der
den Chemiker und Nobelpreisträger Richard Willstätter 1925 von
seiner Münchner Professur zurücktreten ließ. Ein anderer Münchner
Jude, Lion Feuchtwanger, hielt den Geist dieser Zeit in seinem
Roman ???Erfolg“ fest. Dennoch wäre es gewiss verkürzt, nur
diese Seite jüdischen Lebens im München der Weimarer Jahre zu
sehen. Noch 1932, als der FC Bayern mit seinem jüdischen Präsidenten
Kurt Landauer und seinem Trainer Richard "Littl“ Dombi,
der als Richard Kohn geboren wurde, seine erste Deutsche
Meisterschaft feierte, glaubten viele an die Möglichkeit der
Integration.
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30
Zentimeter weiter rechts
Am
9. November 1923 marschierte eine Kolonne von rund 2000
Mann - darunter viele wie Hitler bewaffnet - vom Bürgerbräukeller
zum Kriegsministerium in der Schönfeldstraße (heute
Hauptstaatsarchiv).
"Am
oberen Ende der Residenzstraße, als die Marschierer zum
Odeonsplatz an die Feldherrnhalle kamen ... trafen sie auf
den zweiter größeren Polizeikordon. 'Da kommens, Heil
Hitler!' schrie ein Zuschauer auf. Dann ertönten Schüsse.
Wer zuerst geschossen hat, wurde nie ganz geklärt, aber
es war vermutlich einer der Putschisten. Danach folgte ein
wilder, fast halbminütiger Schußwechsel. Als das Feuer
eingestellt wurde, lagen 14 Putschisten und vier
Polizisten tat am Boden. Unter den Toten war einer der
Initiatoren des Putsches, Max Erwin von Scheubner-
Richter. ... Hätte die Kugel, die Scheubner-Richter tötete,
30 Zentimeter weiter rechts getroffen, wäre die
Weltgeschichte anders verlaufen."
(Aus
Ian Kershaw - Hitler 1889-1936 S. 265)
Eine
gespenstische Szenerie bei einfallendem Nebel (2005).


Hitler,
der sich seine linke Schulter ausrenkte wurde in
Hanfstaengls Haus in Uffing gebracht, wo ihn die Polizei
am 11. November aufspürte und verhaftete. "Laut
Hanfstaengs später verfaßten Bericht, der auf Aussagen
seiner Frau beruhte, sei Hitler bei der Ankunft in Uffing
verzweifelt gewesen. Doch für Geschichten, die später
kursierten, daß er vom Selbstmord abgehalten werden mußte, [und
die auch heute am Odeonsplatz so dargestellt wurde] fehlen
die sicheren Belege." (Kershaw S. 266)
1924
wurde Hitler zwar zu einer ehrenvollen, hotelähnlichen
"Festungshaft" verurteilt, aber diese
Verurteilung war ein Sieg. Der Vorsitzende Geog
Neithardt sympathisierte offen mit den Nationalisten. Er
verharmloste den Marsch als
"Propagandazug". Hitler durfte die Verhandlungen
zu mehrstündigen Propagandareden nutzen: er sei kein
Hochverräter , vielmehr kämpfe er gegen die Hochverräter
und Novemberverbrecher von 1918. Das die Nazis vier
Polizisten erschossen hatten, blieb im Prozess unerwähnt.
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Spätestens
am
9. November des Jahres 1938 war dieser Traum
ausgeträumt. Doch auch hier waren für Münchens Juden bereits
die entscheidenden Ereignisse vorausgegangen. Die Hauptsynagoge
in der Herzog-Max-Straße konnte im Novemberpogrom
nicht mehr in Flammen aufgehen, da die Nationalsozialisten sie
bereits im Juni davor "aus verkehrstechnischen Gründen“
abgerissen hatten. Im Stürmer hieß es dazu: "Ein
Schandfleck verschwindet“.
Hauptsynagoge
in der Herzog-Max-Straße |
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Wie
bereits fünfzehn Jahre vorher, wurden auch hier die Ereignisse
des 9. November mit der Abschiebung polnischer Juden
eingeleitet. Am 27. und 28. Oktober wurden die Münchner Juden
polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet und wenig später über
die Grenze gebracht, wo sich die polnische Regierung zunächst
weigerte, sie aufzunehmen.
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In
der Pogromnacht freilich brennen noch die orthodoxe "Ohel-Jakob-Synagoge“
in der Herzog-Rudolf Synagoge, wird die Synagoge der osteuropäischen
Juden in der Reichenbachstraße verwüstet, werden Geschäfte jüdischer
Eigentümer zerstört und wenig später die jüdischen Männer
nach Dachau gebracht.
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Anzeige aus
dem "Völkischen Beobachter" vom 2.12.1938
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Hintergrund:
Am
Vormittag des 7. November 1938 hatte in der Deutschen Botschaft
in Paris der 17jährige Herschel Seidel Grünspan (Grynszpan)
den 29jährigen deutschen Gesandtschaftsrat Dr. Ernst Eduard vom
Rath erschossen. Für Hitler und Konsorten bildete die Tat des
jungen Juden den willkommenen Anlass, um in ganz Deutschland in
der "Kristallnacht" die Synagogen in Flammen aufgehen
zu lassen, jüdische Geschäfte zu plündern und die ohnehin
fast schon unerträglichen Bedingungen, unter denen die jüdischen
Bürger leben mussten, weiterhin zu verschärfen.
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8.
November 1939 (fast am 9. November!)
Attentat
von Georg Elser
(1903 - 1945)
"Ab Ende August
1939 suchte Elser den Bürgerbräukeller jeden Abend auf, nahm
dort zunächst eine einfache Arbeitermahlzeit für 60 Pfennige
zu sich und wartete eine günstige Gelegenheit ab, um sich
unbemerkt in der Besenkammer zu verstecken. Dort verharrte er
noch mehrere Stunden, bis das Gasthaus abgeschlossen wurde.
Insgesamt 30 Nächte lang höhlte er dann in mühevoller,
riskanter Kleinarbeit eine Säule aus, um die Bombe mit Zeitzünder
darin zu deponieren. Die anfallenden Späne versteckte er in
einem zusammengerollten Teppich."
Am
8. November 1939
explodierte die Bombe exakt zu der von Elser vorgesehenen Zeit
um 21:20 Uhr. Das Attentat misslang jedoch, da Hitler wegen
schlechten Wetters nicht mit dem Flugzeug, sondern mit der
Reichsbahn zurück nach Berlin fahren musste.
Quelle:
Wikipedia |
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Die
Nachkriegsgeschichte jüdischen Lebens in München begann
bereits 1945, als hier das Zentrum der Holocaustüberlebenden
entstand, die auf dem Weg nach Israel oder in die Vereinigten
Staaten in der amerikanischen Zone halt machten. Doch ohne den Fall
der Mauer am 9. November 1989 wäre es wohl auch hier
eine Geschichte ohne langfristige Perspektive geblieben. Damals
öffneten sich auch die Tore für Juden aus der Sowjetunion,
denen jahrzehntelang jeder Zugang zu jüdischer Kultur und
Religion verwehrt war. Die Zahl der in Deutschland lebenden
Mitglieder jüdischer Gemeinden hat sich innerhalb des letzten
Jahrzehnts von 30 000 auf über 100 000 erhöht. In München hat
sich die Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinde mehr als
verdoppelt und ist heute bei etwa 9 000
nahezu auf dem gleichen Stand wie vor 1933. Dass die
vorhandenen Gemeindeeinrichtungen den neuen Gegebenheiten nicht
mehr entsprachen, führte zum Beschluss, ein neues jüdisches
Gemeindezentrum entstehen zu lassen. Es ist dies eine späte
Entscheidung. Bereits Jahrzehnte früher entstanden ähnliche
Neubauten in Berlin, Frankfurt und andernorts. München erhält
als letzte große jüdische Gemeinde in Deutschland ein neues
Zentrum und setzt damit das Signal für einen Aufbruch
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Ein
(vorerst?) letzter 9. November. Ein
neues Haus ist noch keine Garantie für einen
Neuanfang, zumal dann, wenn es schon in die Luft gejagt werden
sollte, bevor es überhaupt steht. Die Steine mit Leben zu füllen
wird eine schwierigere Aufgabe sein, als sie zu einem Gebäude
zu formen. Jeder weiß, dass man auch in Zukunft jüdische
Einrichtungen in München, ebenso wie in Mailand oder Madrid,
nicht am Davidstern, sondern an Absperrungen und Polizeischutz
erkennen wird. Ein Narr, wer auch heute noch die brüchige
Zukunft jüdischen Lebens verkennt.
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Und
dennoch: Es gibt keine Alternative zum Neuanfang. In den
verstaubten Räumen, in der Hinterhofatmosphäre
weiterzuwursteln, würde ebenso ein Signal setzen: nämlich
keine Zukunft zu planen. Der Jakobsplatz darf nicht zum Präsentierteller
werden, zum Schaufenster, durch das man – verblendet durch
Klezmerromantik und falsche Schuldgefühle – eine neue jüdische
Szene wahrnehmen will. Das Jüdische Gemeindezentrum dient in
erster Linie den Bedürfnissen der Münchner Juden. Es liegt
aber auch an ihnen, dass es zur Attraktion für alle Münchner
wird. Wenn der Blick in die Zukunft gerichtet wird und wenn
trotz aller weiterhin bestehenden Drohungen das neue Haus ein
offenes, vielschichtiges Haus sein wird, in dem Museum und
Restaurant und Kulturzentrum allen Münchnern Heimat werden,
dann mag tatsächlich auch ein Bau Zeichen setzen.
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Um
Haaresbreite wäre der 9. November 2003 in München zu
einem neuen 9. Aw geworden. Es liegt an den jüdischen wie
nichtjüdischen Münchnern, diesen 9. November stattdessen als
Tag des Aufbruchs und Neubeginns, als einen Tag, an dem auch in
München Mauern fielen, in ihren Kalender einzuschreiben.
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2006 
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Daleth
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Eine
Festung aus Stein und Glas
Auszüge
einer Würdigung des Baus von
Ulf Meyer
10.
November 2006 - Neue Zürcher Zeitung
"Die
neue Münchner Synagoge am Jakobs- Platz ist ein
Meisterwerk zeitgenössischer Sakralarchitektur. Sie
stellt zusammen mit dem noch nicht eröffneten Museum
und dem Gemeindehaus das größte Bauvorhaben einer jüdischen
Gemeinde seit langem in Europa dar. Der Synagogenbau
selbst besteht aus zwei aufeinandergestellten
minimalistischen Kuben, von denen der untere,
fensterlose mit Naturstein verkleidet ist und den Tempel
Salomons in Jerusalem symbolisiert. Er bildet den Sockel
für den Glasquader, der den Gebetsraum beleuchtet und
zugleich den Blick der Gläubigen hinauf zum Himmel
richtet. Die stählerne Stützkonstruktion der gläsernen
Hülle besteht aus einem Dreiecksmuster, das Davidsterne
bildet. Das sensible Spiel von Licht und Schatten
verleiht dem Raum eine einzigartige Atmosphäre. Nachts
schimmert der Glaskörper von innen her in goldenem
Licht und schreibt sich in die Silhouette der Stadt ein
wie einst die 1887 geweihte Münchner Hauptsynagoge an
der Herzog-Max-Strasse.
Die
archaisch abstrakten Kuben wirken skulptural und massiv,
sinnlich und einfach zugleich. Ihre ganze Wirkung werden
sie aber erst entfalten, wenn am 22. März 2007
auch das Jüdische Museum eingeweiht wird, welches das
gestalterische Thema des geschlossenen Steinblocks
variiert. Der dritte Neubau am Jakobs-Platz ist das
Gemeindehaus der Israelitischen Kultusgemeinde München
und Oberbayern. Bibliothek, Sporthalle, Volkshochschule,
Rabbinat, Kindergarten, Schule, Verwaltung und ein
koscheres Restaurant gruppieren sich hier um einen begrünten
Innenhof. Die drei Teile des Ensembles fügen sich in
den kleinteiligen Massstab des Jakobs-Platzes ein,
setzen durch ihre Schrägstellung und ihre Form aber
dennoch städtebauliche Akzente.
Das
neue Gotteshaus gleicht entfernt der neuen Synagoge in
Dresden. Dies ist kein Zufall, denn beide Sakralbauten
wurden vom Architekturbüro Wandel Hoefer Lorch aus
Saarbrücken entworfen. Der Münchner Neubau soll den
spirituellen Bedürfnissen der in den letzten Jahren auf
9000 Mitglieder angewachsenen Gemeinde ebenso dienen wie
der alltäglichen Gemeinde- und Bildungsarbeit. Mit ihm
kehrt jüdisches Leben wieder in das Herz Münchens zurück." |
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